Malignant ~ James Wans neuer Horrorfilm

TheRealNeo

Well-Known Member
Teammitglied
Und nicht nur poduziert o.ä., sondern hier hat er auch Regie geführt.
Im Film wird Madison (Annabelle Wallis) durch schockierende Visionen grausiger Morde gelähmt, und es wird schnell klar, dass ihre Träume in Wirklichkeit Realitäten sind und ein unsichtbarer Freund aus der Vergangenheit damit in Verbindung steht.

 

Butch

Well-Known Member
Jau das sieht doch richtig nach James Wan aus, herlich gruselig und Atmospherisch darin ist er aktuell einfach der mit Abstand Beste in Hollywood. Ich hab natürlich keine Ahnung wie gut der fertige Film sein wird aber wenn man nur mal diesen Trailer mit dem Trailer von Conjuring 3 vergleicht... Das sind schon krasse Qualitäts Unterschiede...
Ich will jetzt mal nicht zu gehypt sein aber ich finde das sieht wirklich richtig, richtig gut aus. Soll ja auch etwas blutiger werden als seine letzten, mehr Richtung Slasher als Geisterhorror, gut sieht man jetzt im Trailer noch nicht so aber das macht es noch interessanter, vielleicht hält man das extra noch sehr zurück um erstmal mit dem "üblichen" Wan Grusel zu locken... Funktioniert bei mir jedenfalls schon mal ganz gut.
 

Shins

Administrator
Teammitglied
Ein neuer Wan ist immer willkommen. Cool, dass er neben seinen Blockbustern seine Gruselwurzeln nicht vergisst. Das kann der Mann einfach inszenieren.
 

Lunas

Well-Known Member
Wir haben den gestern gesehen und uns hat er sehr gut gefallen, Wan spielt wieder mit Erwartungen der Zuschauer die dann meistens anders als Erwartet eintreffen! Die Sets und die Ausstattung sind auch sehr gut und sahen wirklich Hochwertig aus. Die erste Hälfte ist zur zweiten dann wirklich anders hier spielt er mit den Untergenres.
Alles in allem ein guter Horrorfilm und wir können nur eine Empfehlung aussprechen!

8/10
 

Dr Knobel

Sie nannten ihn Aufsteiger
Erstaunlich, dass das so in Produktion ging. Sio einen abgedrehten Mainstreamfilm mit diesem Budget kann vielleicht derzeit nur Wan realisieren. Handwerklich sehr sauber mit einer tollen Kameraarbeit, exzellentem Schnitt, einem starken Score und einer akzeptablen Besetzung. Wan hat sichtlich Spaß daran, nach seinen Big-Budget-Filmen wieder einmal richtig aufdrehen zu können und liefert eine wilde Mischung aus verschiedenen Genre-Versatzstücken ab. Das ist teilweise klassischer Grusel a´ la INSIDIOUS, etwas wuchtiger Action-Horror a´ la MANIAC COP, bisweilen absoluter Trash, der mich zumindest an IT´S ALIVE von Larry Cohen denken ließ, und Body-Horror mit leichten Anleihen an Cronenberg. Dazu erkennbar eingeflochtene Reminiszenzen an europäischen Horror aus den 70er-Jahren, wobei ich da nach dem Trailer wesentlich mehr Giallo-Zutaten erwartet hätte. Das ist bisweilen atmosphärisch dicht inszeniert und auch in den wilderen Szenen zeigt Wan einmal mehr, dass er derzeit einer der handwerklich besten Mainstream-Regisseure überhaupt ist.

Allerdings hapert es vor allem wirklich am Drehbuch, und etwaig mag das vielleicht sogar gewollt gewesen sein, da bin ich ehrlich gesagt mal auf einen AK gespannt. Da ergibt vieles keinen Sinn, ist nur auf einen Effekt ausgerichtet. Sei es in den Grusel- oder auch in den Actionszenen. Style over Substance; auf wenig Filme der letzten Monate trifft das mehr zu als auf MALIGNANT. Einiges rutscht dabei sogar ins unfreiwillig komische, oder das war wirklich beabsichtigt, das traue ich ihm auch zu. Zudem gibt es in der Mitte einen deutlichen Hänger. Bevor es wirklich langweilig wird, dreht Wan wieder auf, aber da hätte eine Straffung ganz gut getan.
Was mich visuell störte, war die offensichtliche CGI-Lastigkeit. Natürlich gibt es Szenen, die in dieser Form ohne CGI nicht möglich gewesen wären. Aber es gibt sehr viele Szenen, auch bei den Blut- und Make-up-Effekten, die durch CGI nahezu ruiniert werden, weil ihnen die Wucht, die Glaubwürdigkeit fehlen.

MALIGNANT ist sicherlich einer der abgedrehtesten und wildesten Mainstream-Horror-Titel der letzten Jahre und absolut eine Sichtung wert. Allerdings ist er bei weitem auch nicht fehlerfrei, und ich würde mir wirklich wünschen, Wan macht mal wieder einen tatsächlich kleinen Film mit einem Budget von maximal fünf Millionen Dollar, so dass er auf diverse Tricks und Spielereien gar nicht zurückgreifen kann, denn dann war er immer am besten. Was MALIGNANT - gewollt oder ungewollt - jedoch besonders fehlt, ist ein durchweg "stabiles" Drehbuch, da fehlt Wan sein Bruder im Geiste Leigh Whannell. Und auf dessen nächste Filme freue ich mich weitaus mehr als auf Wans nächste Projekte, denn UPGRADE und DER UNSICHTBARE punkten exakt an den Stellen, wo MALIGNANT Probleme bekommt. Das macht Wans Horror-Comeback nicht zu einem schlechten Film, denn das ist er weiß Gott nicht und man muss ihm dankbar sein, dass er so einen wilden Genre-Mix ins Mainstream-Kino hievte, aber es macht deutlicher, warum und wo der Streifen seine Probleme hat.

(Wohlwollende) 7/10
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Wan hat sichtlich Spaß daran, nach seinen Big-Budget-Filmen wieder einmal richtig aufdrehen zu können und liefert eine wilde Mischung aus verschiedenen Genre-Versatzstücken ab. Das ist teilweise klassischer Grusel a´ la INSIDIOUS, etwas wuchtiger Action-Horror a´ la MANIAC COP, bisweilen absoluter Trash, der mich zumindest an IT´S ALIVE von Larry Cohen denken ließ, und Body-Horror mit leichten Anleihen an Cronenberg.

(Wohlwollende) 7/10

Die Mixtur klingt für mich erstmal interessant, sowas gibts zwar öfter, aber selten gut gemacht.
 

Dr Knobel

Sie nannten ihn Aufsteiger
So etwas wie MALIGNANT habe ich in der Mischung tatsächlich nur ganz selten gesehen. das Ding hat auch wie geschrieben große Probleme, die mich teilweise sehr ärgerten. Abe das so ein Film, von dem Regisseur mit diesem Budget überhaupt grünes Licht erhielt, ist ein mittleres Wunder. Es wird viele geben, die den überhaupt nicht mögen, und das könnte ich sogar nachvollziehen, aber nach der Sichtung wird man bestimmt nicht sagen: Ach ja, ganz nett, war aber nichts besonderes. In meiner Wahrnehmung wird der beim "normalen" Publikum ein Spalter sein: Die einen hassen, die anderen lieben ihn.
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Ganz ehrlich? Macht mich neugieriger als so ein (solides) 0815 Standard Ding wie Insidious 3 oder Conjuring 3.
 

Dr Knobel

Sie nannten ihn Aufsteiger
Absolut. Und das meinte ich damit, als ich schrieb, man müsse Wan dankbar sein. Denn ohne ihn, wäre das so in der Form, mit diesem Budget ganz sicher nicht umgesetzt worden.
 

Puni

Well-Known Member
@Dr Knobel ist zwar OT, aber was waren denn so Horrorfilme der letzten paar Jahre, die dir gefallen haben? Nur, dass man das so ein bisschen einordnen kann.
 

Dr Knobel

Sie nannten ihn Aufsteiger
Gefallen oder überrascht? :wink:
Mein Geschmack ist da breit gefächert, und ich kann mich auch druchaus mit Mainstream-Genre-Ware zufriedengeben, sofern er gut gemacht ist.
Ein paar Beispiele, wenngleich die Genre-Grenzen da naturgemäß verschwimmen, so aus der Hüfte wären:

Insidious (2010)
Sleep Tight (2011)
The Cabin in the Woods (2012)
REC 3 (2012)
Sinister (2012)
Conjuring (2013)
The Evil Dead (2013)
Train to Busan (2016)
Midsommar (2019)
Der Unsichtbare (2020)

Nur nochmal zur Verdeutlichung: MALIGNANT gefiel mir jetzt nicht rundum, dafür war das Drehbuch zu krude und zu stark auf einzelne Momente ausgelegt, vieles unlogisch und teilweise ins unabsichtlich (?) komische abdriftend. Aber so einen abgedrehten Mix hat man im Mainstream mit dem Budget schon lange nicht mehr gesehen, und das fließt in diese wohlwollenden 7/10 mit hinein.
 

Puni

Well-Known Member
Ach eigentlich hab ich nur gefragt um Horrorfilmtipps zu kriegen; ist meiner Meinung nach das Genre neben Action wo man im Jahr meist einfach nicht auf mehr als vielleicht drei gute Filme kommt. :shrug:

Auf Malignant hab ich aber wirklich Bock. Schade dass der nur so limitiert läuft/lief.
 

Dr Knobel

Sie nannten ihn Aufsteiger
Ach so. :biggrin:
Vieles läuft da auch unter dem Radar, ist bisweilen auch ins Streaming abgewandert oder wird als Mini-Serie o.ä. ausgewertet wie z.B. MIDNIGHT MASS.

Jepp, MALIGNANT habe ich auch nur in einem Mini-Kino in einem Mini-Saal mit 20 Sitzplätzen mitnehmen können, aber bereut habe ich es nicht. Muss mir den später mit AK usw. nochmal auf BD anschauen, um mir da ein wirklich definitives und abschließendes Urteil erlauben zu können.
 

Revolvermann

Well-Known Member
Man, ich hatte echt Spaß mit dem Ding. Der dreht so wunderbar auf 11, dass es eine wahre Freude ist.
Da funktioniert bei weitem nicht alles und seltsamerweise wechseln sich zum Teil wirklich tolle, mit so semi-guten Sequenzen im Minutentakt ab.
Auf einmal wähnt man sich in einem viel billigeren Streifen, mit blöden Dialogen, zweitklassigen Schauspielern und einer Krimiserienoptik.
Irgendwie trägt diese B-Movie Atmosphäre zuweilen auch zum Spaß bei, und sieht man sich dagegen an anderer Stelle diese präzise ausgeleuchteten, wunderbar in Szene gesetzten Set-pieces an, kommt man nicht umhin zu vermuten, dass hier keine einzige Szene zufällig bizarr wirkt.
Wie Knobel bereits schrieb, könnte der Film ein ziemlicher Spalter sein. Da wird sich wahrscheinlich der ein oder andere Zuschauer allein aufgrund der Inszenierung schon vor den Kopf gestoßen fühlen.
Andere werden das Ding sicher feiern. So wie ich.:biggrin:
Zumindest weiß man bei Wan irgendwie bereits nach einer Minute, dass er keine halben Sachen macht.
Hoffentlich nutzt der seinen Fast 7 und Aquaman(2) Erfolg, um noch Jahre solche Streifen abzuliefern.
 

Revolvermann

Well-Known Member
Meinst du mit Inszenierung schnelle Cuts wie bei Saw 1?
Nein, das eher nicht.
Ich meine eine gewisse Inkohärenz, was zum Teil dem Plot geschuldet ist, zum Teil eben auch so leicht humorvolle Einlagen betrifft.
Ich las Gestern noch irgendwo, der Film wirkt zuweilen wie ein Bastard aus Raimi und Argento.
Auch wenn ich Wan genug Eigenständigkeit zuschreibe um das nicht komplett zu unterschreiben, ist es keine schlechte Beschreibung.
 
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