Man of Steel (DC Extended Universe) [Kritik]

Joel.Barish

dank AF
Zack Snyders Fähigkeiten als Geschichtenerzähler würde ich nicht zu hoch einschätzen. Das kann aber funktionieren, wenn das Script was taugt. Was Snyder bekanntermaßen kann, sind Bilder. Und er kapiert die Ikonographie von Superhelden. Er weiß, wie man Cape, Anzug, das "S" usw. ins rechte Licht rücken muss. Ernsthaft mal, das Cape! Die Umhänge der 300 Spartiaten haben kaum schöner im Wind geweht.

Und wie Revolvermann sagt; Superman dürfte so ziemlich der einzige Superheld sein, bei dem man so richtig mit der Pathos-Keule schwingen darf und das vielleicht sogar sollte. Das hier ist kein Nolan'scher Angst-Film, kein übermäßig politisiertes Hin und Her zwischen Metaphern mit albernen Masken. Superman ist in gewisser Weise ein Archetypus, weil er Motive des klassischen Heros auf neue Art und Weise in der Popkultur etabliert hat. Und da darf man dann auch schwelgerisch, übergroß und überdramatisch rumposaunen und sich an seiner Schwermütigkeit (nicht Bedrückung, nicht Negativität - es ist nicht Batman Begins/TDK/TDKR) ergötzen. - Zumindest hoffe ich das.
Klar, ein Fun-Superman kann funktionieren, aber ich finde diesen nun eingeschlagenen Weg durchaus spannend.

@Jay
Na ja, so ein paar Orange-Blau Passagen gab es, aber so extrem fand ich das hier nicht. Der Film scheint recht blau-dominant zu sein, aber dafür hat man generell die Sättigung wohl ein bisschen zurück gefahren. Sieht man auch an den Gesichtern, die nicht ganz so grell orange leuchten, wie in den Filmen, die u.a. bei deinem Link zu finden sind.
 

Batou9

Well-Known Member
2:11 Superman hat Brusthaare!
Zack Synder - Mein Anti-Gender-Held!

Applaus. Auch ansonsten ist der Trailer einfach grandios gelungen.

Clark: "Ich fühle mich als sei ich bereits tod!"
Jonathan: "Vielleicht bist du es!"

Trailer läuft im Übrigen vor dem deutsche Hobbit. Die digitalen HDF-Fassungen sind bereits verschickt und da kommt im Menü "1. Trailer: WB Man of Steel"
 

Batou9

Well-Known Member
Das liegt daran, dass wir nur noch den letzten "verschwulten" Superman gewohnt sind! :smile:
Also meiner Frau gefällt's. Was auch interessant ist, es checkt niemand, der den ersten
Teaser nicht gesehen hat (meine Frau) bis zum Symbol, worum es sich handelt. Auch wenn
der Name "Clark" fällt, es ist schon erstaunlich, wie fern dieser Look von den bisherigen
Erwartungen eines Reboots entfernt ist, ob nun am Ende positiv oder negativ; das bleibt
natürlich abzuwarten.
 

Dr.WalterJenning

Düsterer Beherrscher
Joel.Barish schrieb:
Zack Snyders Fähigkeiten als Geschichtenerzähler würde ich nicht zu hoch einschätzen.

Würde ich sofort unterschreiben, wären da nicht die 'Watchmen' :wink: Davon abgesehen, schrieben David Goyer und Chris Nolan die Story bzw. das Drehbuch und an einem guten Tag hauen die 'The Dark Knight' raus :biggrin: Snyder muss es eben nur bestmöglich umsetzten.

Hoffentlich hatten Sie beim schreiben von 'Man Of Steel' (Der Titel ist so schick, den hatte ich mir bereits für das Singer-Rebootmake gewünscht und jetzt bekomme ich ihn :biggrin: ) einen solchen guten Tag, sonst erwartet uns eventuell der nächste 'Blade Trinity' :bibber:, wovon ich aber zu 0% ausgehe :top:
 

Joel.Barish

dank AF
"Watchmen" unterstreicht eigentlich, dass es bei Snyder mit den Erzählfähigkeiten hapert. Es ist blankes Abpausen und Nachstellen. Jedes Mal (abgesehen vom Intro) wenn er die Pfade des Comics verlässt (bestes Beispiel: Finale in Karnak) wirds holprig. Er inszeniert großartige Einzelszenen, aber er inszeniert sie oft krass von einander abgegrenzt, ohne ihnen eine dramatische oder narrative Richtung zu geben. Bestes Beispiel die grauenhaft dämliche Sex-Szene von Dan und Laurie zu "Hallelujah". Das wirkt wie ein Soft-Porn Musikvideo, dauert viel zu lange, wirkt musikalisch nicht zuletzt dank des Liedtextes schlicht peinlich und ist insgesamt einfach plump. Streng genommen ist "Watchmen" total unausgewogen erzählt, tonal widersprüchlich, häufig eben nur durch die Vorlage wirklich zusammen gehalten.

Und nach allem, was man von Chris Nolan bisher zu MOS gehört hat, kann man wohl sagen, dass das Script zu 90% Goyers Werk ist. :unsure:
 

TheGreatGonzo

Not interested in Naval Policy
Dr.WalterJenning schrieb:
Joel.Barish schrieb:
Zack Snyders Fähigkeiten als Geschichtenerzähler würde ich nicht zu hoch einschätzen.

Würde ich sofort unterschreiben, wären da nicht die 'Watchmen' :wink: Davon abgesehen, schrieben David Goyer und Chris Nolan die Story bzw. das Drehbuch und an einem guten Tag hauen die 'The Dark Knight' raus :biggrin: Snyder muss es eben nur bestmöglich umsetzten.

Hoffentlich hatten Sie beim schreiben von 'Man Of Steel' (Der Titel ist so schick, den hatte ich mir bereits für das Singer-Rebootmake gewünscht und jetzt bekomme ich ihn :biggrin: ) einen solchen guten Tag, sonst erwartet uns eventuell der nächste 'Blade Trinity' :bibber:, wovon ich aber zu 0% ausgehe :top:
Nolan hat eigentlich nicht allzuviel mit dem Film zu tun, sagt er zumindest selber. Und mehr als die grobe Story mitenwtickelt hat er nicht, auch am Drehbuch hat er nicht mitgeschrieben, das stammt alleine von Goyer, der wiederum nur am Storyentwurf von TDK saß, während die Nolan-Brüder das Drehbuch geschrieben haben. Also darf noch ein bisschen gebangt werden, da ich Joel in seinen Aussagen sehr zustimmen kann.
 

Presko

Don Quijote des Forums
Jay schrieb:
Presko schrieb:
Bei mir gilt das Gegenteil. Düster, tragisch finde ich sooo grossartig. Avengers ist ab und zu lustig, aber das düster-ernste ist für mich einfach etwas, das mich viel mehr zu packen vermag :smile:

Geht mir ähnlich, ich sehe auch lieber den nächsten Batman als den nächsten Green Lantern, aber ich kann diesen Stil nicht gut mit Supes verbinden. Wie sahst du das bei Returns?

Returns hat für mich an vielen anderen Stellen gekrankt. Die Mischung war dort ja auch komisch. Aus bunt-lustigem Luther und ernstem Superman. Aber vor allem war Returns, wie ich finde, sehr kitschig und für mich eklig-pathetisch, mit vielen religiösen Metaphern und teils sehr doofen Dialogen.
Kein durchweg schlechter Film, aber zu kitschig und ein recht lahmes Drehbuch.
Hier stimmt halt einfach mal die ganze Atmosphäre. Der Stil kommt mir viel stimmiger rüber, als bei Returns. Und ich hoffe der Kitsch und Schmalz bleibt uns weitestgehend erspart.
 

Dr.WalterJenning

Düsterer Beherrscher
Joel.Barish schrieb:
"Watchmen" unterstreicht eigentlich, dass es bei Snyder mit den Erzählfähigkeiten hapert. Es ist blankes Abpausen und Nachstellen. Jedes Mal (abgesehen vom Intro) wenn er die Pfade des Comics verlässt (bestes Beispiel: Finale in Karnak) wirds holprig. Er inszeniert großartige Einzelszenen, aber er inszeniert sie oft krass von einander abgegrenzt, ohne ihnen eine dramatische oder narrative Richtung zu geben. Bestes Beispiel die grauenhaft dämliche Sex-Szene von Dan und Laurie zu "Hallelujah". Das wirkt wie ein Soft-Porn Musikvideo, dauert viel zu lange, wirkt musikalisch nicht zuletzt dank des Liedtextes schlicht peinlich und ist insgesamt einfach plump. Streng genommen ist "Watchmen" total unausgewogen erzählt, tonal widersprüchlich, häufig eben nur durch die Vorlage wirklich zusammen gehalten.

Merkwürdig, denn deine eigene Kritik liest sich komplett anders und behauptet sogar oft das Gegenteil: http://www.bereitsgesehen.de/kritik/watchmen.htm :wink: Diese Kritik findet meine vollste Zustimmung :smile:

Und zum Thema Snyder und Geschichten: Ich bleibe dabei: 'Watchmen' aber auch sein 'Dawn Of The Dead' sind sehr gute Beispiele für seine Qualitäten als Geschichtenerzähler und besonders Dawn, weil du darauf bestehst, erzählt die Geschichte eben nicht nur in Einzelbildern sondern durchaus zusammenhängend, schlüssig und spannend.

Ist natürlich Geschmacks - bzw. Ansichtssache :top:
 

MamoChan

Well-Known Member
Sieht ja wirklkich ganz gut aus, aber diese langweilige Pseudo-epische Musik ging mir schnell auf den Keks. Ich dachte, man wolle im Trailer das neue Theme zeigen? Ich war so gespannt darauf es zu hören, und dann kommt nichts. :sad: Ich hoffe, man bekommt es dann im nächsten Trailer zu hören.
 

McKenzie

Unchained
@Joel
Ich finde die Sexszene grad wegen der Musik witzig. Halleluja, mit Latexfummel geht's wieder! :biggrin:
Und auch das abgeänderte Ende fand ich besser als das im Comic, um ehrlich zu sein. Es ist in sich schlüssiger.
 

Diego de la Vega

Not Yet Rated
Nach dem Trailer dürfte klar sein, weshalb man bei Warner hadert, diesen Superman mit Green Reynolds in einer JLA zu verbinden. Passt nicht recht.
Da muss wohl ein Requel her.
 
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