Mandy ~ Nic Cage schwingt Kettensäge [Kritikensäge]

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Mandy ist der neue Film von Panos Cosmatos (Beyond the Black Rainbow), und es scheint ein ziemlich blutiger, abgefahrener und ein vor allem - für Cage Verhältnisse - endlich mal wieder sehenswerter Film geworden zu sein.

Cage spielt einen Mann, der zusammen mit seiner Frau (Andrea Riseborough aus Oblivion) von einer verrückten Sekte entführt und gefoltert wird. Als er freikommt, dreht er auf 120 auf und läuft Amok.

http://bloody-disgusting.com/reviews/3479388/sundance-review-nicolas-cage-wreaks-bloody-vengeance-nightmarish-mandy/

BG Kritik: Mandy (Jay)
 

TheRealNeo

Well-Known Member
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Ach ist das ärgerlich.
Für eine Hälfte hat der Film wirklich eine tolle, wenn auch sehr eigene Atmosphäre und Erzählweise, aber dadurch auch spannend. Und in dieser ersten Hälfte spielt ein gewisser Nicolas Cage die bodenständigste Figur.
Es muss wohl auch ihm oder/und den Machern aufgefallen sein, denn wie Jay im Eingangspost andeutet dreht er in der zweiten Hälfte auf. Leider. Denn dann gibt er einfach seine over-the-top Nicolad Cage-Memes-Momente. Es tat fast weh zu merken, wie das Publikum dann nur noch über ihn lacht. Denn das hätte es hier nicht gebraucht. Es gibt auch vieles anderes überdrehtes im Film wie krude Zombiekreaturen, gekleidet in Leder und auf Bikes, aber der Film hat zwei so unterschiedliche Hälften, gewollter Weise, aber irgendwie wird das mit der Zeit alles belanglos und repetitiv. Das mag in Hälfte eins ähnlich sein auf eine andere Art, aber das gefiel mir besser.

Aber...trotzdem einer der besten Filme mit Nicolas Cage seit langem.

Btw. Wie zu erwarten toller Score von Jóhann Jóhannsson.
 

Måbruk

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Das mit den zwei Hälften kann ich zwar unterschreiben, ich finde Mandy ist aber dennoch ein kleines Meisterwerk und für mich der beste Film, der dieses Jahr auf dem FFF lief.
Mich hat er komplett reigezogen, gerade optisch ist das eine absolute Wucht, ebenso schauspielerisch, wobei ich damit nicht unbedingt Cage meine.
Für mich jetzt schon ein Klassiker, auf eine Zweitsichtung freue ich tierisch.
 

TheRealNeo

Well-Known Member
Teammitglied
Ja optisch gibt es da nichts zu meckern, aber dramaturgisch funktioniert für mich eben die zweite Hälfte des Films nicht mehr so gut.
 

Måbruk

Active Member
Defintiv ist die erste Hälfte das Highlight, insbesondere der Sektenführer und die Szene der Begegnung ist schlichtweg grandios. Auch das Ende
in dem Cave artigen Dungeon
und dem Wechsel der Helligkeit war wieder sehr gut umgesetzt.
Wie fandest Du die Hellraiser Anleihen? Ich finde man hätte sich da etwas mehr vom "Original" entfernen müssen, um wirklich zu überzeugen. So wirkte es schlecht abgekupfert.
 

Måbruk

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Na ja, die "Zenbotiten" Anleihen. :wink:
Die wirkten nicht besonders kreativ, finde ich. Jedenfalls schlechter als das Original,
 

TheGreatGonzo

Not interested in Naval Policy
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Hatte einen Kommentar dazu auf Twitter gelesen, wo der Film ungefähr als "Ein normaler Typ verwandelt sich nach einem traumatischen Ereignis in Nicolas Cage" beschrieben wurde, was ich ganz lustig fand. Den Film an sich fand ich etwas anstrengend, da ohren- und augenbetäubender Style-Overkill, aber ist auch so sein ganz eigenes Ding, das man so sicher noch nicht gesehen hat. Wie ein zum Leben erwecktes, extrem verrücktes, übel gewalttätiges Metal-Plattencover, das allerdings trotzdem noch Herz und Humor hat. Nicolas Cage ist wunderbar und macht, was gerade vermutlich kein anderer Darsteller kann. Blöd, dass der Film in Deutschland nicht ins Kino kommt, glaube der Film wirkt da am allerbesten.
 

Diego de la Vega

Not Yet Rated
Teammitglied
Natürlich im Kino die Chance wahrgenommen, und immer noch berauscht. Ohne Mist, Oscar-Nominierung für Cage wäre angebracht, wird aber niemals passieren. Nicht für Mandy, das ist dafür ja mal sowas von zu weit und abseits des Mainstreams. Holla die Waldfee auf Koks und Blut in sowas von tollen Bildern, Farben, Emotionen und ertränkt in Gedärm, Gewalt und ein Skurrilitätenkabinett sondersgleichen. Toller, besonderer und bildgewaltiger Film den Cosmatos da abgeliefert hat.
 

Joel.Barish

dank AF
Teammitglied
Ich kann Diegos Begeisterung zwar nicht ganz teilen, aber sehenswert war es allemal. Teilweise auch so sehr sehenswert, dass die Fehler/Macken/Schwächen noch bedauerlicher wirken. Auf knapp 90 Minuten kondensiert hätte "Mandy" ein echt wudnervoller Trip werden können, aber so wie er ist, ist er trotz seiner rauschhaften Bildgestaltung, der intensiven Soundkulisse und einem guten (aber auch nicht sensationellen) Cage mitunter fast ein wenig langweilig. So ähnlich ging es mir leider auch mit Cosmatos' erstem Film, "Beyond the Black Rainbow".
 

Måbruk

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Dafür gibt es optisch und akustisch viel zu entdecken, daher ist er mir nie langweilig geworden, auch wenn ich die erste Hälfte ein ganzes Stück besser empfinden. In der zweiten Hälfte war mir der Ablauf etwas vorhersehbar. Bin insgesamt aber sehr begeistert, ich finde jetzt schon kultig das Teil.
 

Joel.Barish

dank AF
Teammitglied
Hatte ich ja auch so ähnlich geschrieben. Aber ich fand, dass diese Vorzüge jetzt auch nicht sooo überwältigend oder einzigartig waren, dass sie die Schwächen in Handlung, Spannungskurve und Figuren komplett vergessen lassen.

Edit:
Ich meine ... wie lange genau dauert es, bis er die coole Axt schmiedet? Gefühlt deutlich über eine Stunde. Und das davor ist nun weder sonderlich komplex, noch thematisch reichhaltig und auch nicht schwierig. Und so geil ist die Atmo einfach nicht, dass ich mich da mitreißen lassen kann, wenn eine 15-Minuten-Handlung auf 70 Minuten gestreckt wird. :shrug:
 

Kurt

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Der Film ist der letzte Blödsinn, aber visuell gut gemacht. Passt so eigentlich überhaupt nicht, aber wahrscheinlich genau deswegen ist er für Fans solcher Splatter sehenswert.
 
Für mich war "Mandy" das wundervollste Kinoerlebnis seit langem.

Die Bilder, Cage im totalen Irrsinns Modus, diese unfassbar knackige Atmosphäre. Für mich sind diese 2 Stunden im Flug vergangen, obwohl die Story tatsächlich nicht viel hergibt und eigentlich komplett 0815 ist.

Aber Cosmatos schafft es eben, durch die Machart, einen komplett an den Sitz zu fesseln. Bin dankbar, dass es der Film noch in ein reguläres Kino geschafft hat, nachdem ich ihn beim Slash Film Festival verpasst habe, weil die Tickets, auch dank Cages Live Auftritt, wie warme Semmeln weggingen.
 

Butch

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Welche entführte Tochter?
Die Bewertung passt nicht ganz zur Kritik finde ich, hätte da etwas mehr erwartet.
Inhaltlich stimme ich aber zu. Cage ist super, dieser ganze, rote LSD Style ist interessant aber den ganzen Film können der wahnsinnig gute Cage, der Score und die schönen bunten Bilder leider nicht bis zum Ende alleine tragen, irgendwann hat man sich einfach daran satt gesehen und der Rachefeldzug fällt leider doch etwas zu stumpf und überraschungsarm aus als dass man gebannt bis zum Ende im Kinosessel sitzt.
Trotzdem, besonders und ungewöhnlich genug um in Errinerung zu bleiben und empfohlen zu werden. 5/10 würde ich schon alleine nur für die Toiletten Szene geben, für den ganzen Rest geb ich noch 2 drauf und bin dann bei:

7/10

Was war eigentlich wohl in dem Glaß?
 

Måbruk

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Kann der Kritik auch gossteils folgen, aber nicht in jedem Detail. So krass langsam finde ich Mandy gar nicht, bzw. in welche Kategorie würde denn dann Hagazussa fallen? Und Cages Gegenspieler fand ich auch klasse. Klar ist er ein Waschlappen, aber das war letztlich ja so gewollt und darf mit einigen starken Szenen punkten.
Wo ich nicht ganz mitkomme ich die angebliche Oscar Reife Darbietung von Cage, aber gut, ich mag ihn halt auch nicht besonders.
 

.adversus

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Ich bin mir nicht sicher ob es am Film, an der Uhrzeit oder am Bier lag. Aber ich bin zum Ende hin eingeschlafen.
Super Optik, toller Cage, interessant und ungewöhnlich. Aber nicht das was suggeriert wurde. War trotzdem nicht schleeecht.
 
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