Am Samstag auch geguckt und kann mich meinen Vorrednern zu großen Teilen anschließen. Bong Joon Ho hat das Drehbuch noch weiter aufgebohrt und mehr Themen angezapft, ohne eines davon richtig auszuloten. Echt schade, weil ich im Buch das Gefühl hatte, das da mehr Potential schlummert, wenn man die richtige Person da ranlässt. Leider hat man sich dazu entschlossen, an Stellen mehr Tiefe reinzubringen, wo es nicht notwendig gewesen wäre. So ist Marshall viel zu drüber und so plakativ böse, dass er komplett eindimensional wird. Im Buch ist er zwar er auch despotisch, aber nicht so völlig grundlos und er ist kein stupider Fanatiker, der zudem noch seine eigene Religion gründet. Sein Ekel gegenüber den Multiples bekommt da mehr Nahrung und wird auch auf einer ehtischen/philosophischen Ebene etwas besser asugelotet.
Auch die fast schon sadistisch anmutenden Wissenschaftler, die eine Freude daran haben, Mickey leiden zu sehen, haben mir in der Form nicht so gut gefallen. Gelungen fand ich hingegen, wie unterschiedlich Pattinson seine beiden Mickeys spielt, was am Ende aber auch nur angezapftes Potential ist (wird in der Bobiverse-Buchreihe auch sehr gelungen aufgegriffen). Unterhaltsam war der Film trotzdem, aber für mich ne Spur zu lang und wie gesagt, ein fokussierter Ansatz hätte mir mehr zugesagt. Dafür fand ich den Soundtrack großartig, da werden ein paar Tracks meine Soundtrack-Playlist bereichern. Unterm Strich ein solider Film, mit viel verschenktem Potential, gerade für einen Regisseur wie Bong Joon Ho.