Oscars 2021

TheRealNeo

Well-Known Member
Teammitglied
Wird es die Verleihung überhaupt geben? Das ist noch offen. Auch das Datum ist erstmal fraglich.
Aber zumindest hat die Academy nun bekannt gegeben, dass zumindest dieses Jahr auch Filme nominiert werden können, die nicht in einem Kino für eine bestimmte Zeit gelaufen sind.

 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Und dann zählen 2022 die Filme der vorherigen beiden Jahre?
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Jo, dieses Jahr wird ja auch vermutlich nicht mehr so viel veröffentlicht werden.
 

TheRealNeo

Well-Known Member
Teammitglied
Noch kein neues Datum für 2021, aber ab 2022 wird es immer 10 Best Picture-Nominierungen geben. Bisher war diese Zahl ja variabel. Es kann aber auch sein, dass diese Regelung danach wieder gelockert wird, denn erstmal wird sie mit Corona argumentiert, da man nächstes Jahr mehr potentielle Kandidaten erwartet als üblich, durch die Verschiebungen (oder dem Ausfall der Zeremonie 2021?).
2021 werden zudem zum letzten Mal Screener verschickt, ab sofort wird es einen eigenen Streamingdienst für die Mitglieder geben, wo das ganze Jahr über Filme verfügbar sind, je nach Startdatum, damit diese nicht vergessen werden.
Aber zum Großteil ging es der Academy nun auch erstmal um eine (erneute) Inititative für mehr Inklusion und Diversität.

Genaueres dazu hier:

 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Ich hab nichts gegen 10 Nominierungen bei Best Picture, allerdings seh ich (jetzt wirds wohl kontrovers) diese ganze Inklusions- und Diversitätssache ein bisschen skeptisch :huh: . Es sollte nicht so sein, dass die Preise in fairer Gleichmäßigkeit an verschiedene Gruppen (Herkunft, Geschlecht) vergeben wird. Die Sache ist ja, dass wenn beispielsweise selten Asiaten gewinnen, das Problem nicht darin liegt, dass die Academy unfairerweise Asiaten übersieht. Nein, dann arbeiten in der Branche schlichtweg zu wenige, und da liegt die Verantwortung bei den Produzenten. Die entscheiden ja letzten Endes, was für Leute besetzt und eingestellt werden sollen. Sicher wäre es in einer perfekten Zukunft beispielsweise so, dass immer gleich viele Frauen wie auch Männer in den Kategorien nominiert werden, aber wenn nun mal 90% aller Kostümdesigner beispielsweise weiblich sind und auch nicht mehr Männer Kostümdesigner werden wollen, wird das nie gleichzusetzen sein. Dann wärs auf Awardsseite unfair, eine "Gerechtigkeit" zu forcieren, nur damit sich das Publikum bei der Sendung entsprechend repräsentiert sieht.

Und da steht "to ensure more diverse representation (...) the Academy will create a task force of industry leaders (...) to develop and implement new representation and inclusion standards for Oscars eligibility by July 31"

Das heißt, man arbeitet tatsächlich daran, zu ändern, was für Filme bei den Oscars nominiert werden können und welche nicht - und zwar anhand dieser Inklusions- und Diversitätsdiskussionen. Sprich, sind Produzenten/Studios dann demnächst gezwungen, hinter und vor der Kamera Diversität zu forcieren, um ihre Filme nominierbar zu machen?
 

Metroplex

Well-Known Member
Das eine führt aber zum anderen.
Wenn es plötzlich eine Kategorie gibt namens "Bester Film von einem schwarzen Regisseur", dann werden mehr Studios schwarze Regisseure einen Film machen lassen, weil man sich Chancen ausrechnet vielleicht in dieser Kategorie zu gewinnen.
Solche Werkzeuge sind halt um ein Aufholen zu ermöglichen.
Und gerade die Academy hat halt das Problem dass sie überaltert, hauptsächlich männlich und weiss ist.
Aber auch daran wird gearbeitet wie ich gehört habe.
 

TheReelGuy

The Toxic Avenger
Ein System, welches "Green Book" zum besten Film wählt, muss bis in seine Grundfesten reformiert werden!

Da gehören dann nun mal auch gewisse inklusive Maßnahmen dazu, um dem allgemeinen Bias entgegenzuwirken.
 

Gray_Fox

Well-Known Member
Ein System, welches "Green Book" zum besten Film wählt, muss bis in seine Grundfesten reformiert werden!
Wenn ein Film wie Black Panther im gleichen Jahr nominiert ist, dann sollte man durchaus gewisse Entscheidungen überdenken.

Wenn es plötzlich eine Kategorie gibt namens "Bester Film von einem schwarzen Regisseur",
Dann hat man mMn bereits verloren und sieht rein die Hautfarbe der Menschen und unterscheidet zwischen.
Ist dies dann nicht rassistisch?

Vielleicht wäre ein wirklich "Neuaufbau" der Academy hilfreich, indem man alle Mitglieder "entlässt" und von Null beginnt.
Anders wird man den "alten Ballast" die nächsten Jahre nicht los.
 
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Reaktionen: Jay

Metroplex

Well-Known Member
Dann hat man mMn bereits verloren und sieht rein die Hautfarbe der Menschen und unterscheidet zwischen.
Ist dies dann nicht rassistisch?
Nein, das ist nicht rassistisch, wenn diese Minderheiten 450 Jahre benachteiligt wurden, und man ihnen so versucht zu helfen aufzuholen.
Kannst es vielleicht ein bisschen damit vergleichen wie Deutschland Ausgleichszahlungen an die DDR oder neue EU Staaten bezahlt, weil sie halt Jahrzehnte an Rückstand aufholen müssen.
Vielleicht sollte man sich nicht auf Schwarz beschränken, sondern einfach "minderheit" nehmen.
Es ist nicht das selbe wie bei uns wo vielleicht 1:1000stel der Bevölkerung eine andere Hautfarbe hat, in den USA sind nur 60% weiss. Der Rest verteilt sich auf andere Ethnien. Und trotzdem gewinnen meistens nur weisse Männer.
 

Manny

Professioneller Zeitungsbügler
Die eigentliche Frage ist doch, ob PoC eine separate Kategorie als rassistisch empfinden würden oder nicht.
 

TheGreatGonzo

Not interested in Naval Policy
Teammitglied
Eine extra Kategorie wäre so mit das Blödeste, was man machen können, weil das am Ende signalisiert, dass diese Filme nicht gut genug sind für die große Bester Film-Kategorie. Ähnlich, wie wenn ein Animationsfilm als Bester Film nominiert ist, in der Animationsfilm-Kategorie aber noch vier andere. Da kann man es dann gleich bleiben lassen. Und so lange es noch Leute gibt, die meinen, Filme wie 12 Years a Slave und Moonlight würden nur aus vermeintlichem Diversitätszwang gewinnen, müssen die auch bei den etablierten Kategorien mitspielen.
 

Gray_Fox

Well-Known Member
Nein, das ist nicht rassistisch
Man unterscheidet aber in der Hautfarbe. Selbst wenn du es auf Minderheiten generell beziehst, wird es nicht anders dastehen.
Nein zu Rassismus und man soll nicht nur die Hautfarbe etc. sehen, tut es mit solchen Kategorien aber dennoch.
Wenn nun ein Regisseur einen Oscar in der Kategorie "bester farbige Regisseur" bekommt und "bester Regisseur" (muss dann weißer mit rein?) geht z.B. an Steven Spielberg, wird auch der Teufel los sein.

So schafft man mMn nicht Rassismus aus der Welt, sondern dreht ihn nur um.
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Jetzt irgendwelche zusätzliche Kategorien zu erfinden, damit "die anderen" aus Mitleid auch was kriegen, ist doch der falsche Weg. Die Oscars sollten kein "Alle gewinnen, niemand verliert!" Kinderpreis sein - das wäre eine billige PR Maßnahme und teils sogar eine Beleidigung.

Wie fühlt sich denn ein Schauspieler, wenn er bei Best Black Actor oder Best Minority Actor gewinnt, bei Best Actor aber nichtmal nominiert ist? Das würde ja automatisch zeigen, dass selbst der beste schwarze Schauspieler nicht so gut war wie die übrigen. Was ja, sage ich mal ganz vorsichtig, stoff- und filmbedingt auch tatsächlich mal der Fall sein kann in der allgemeinen Rezeption, aber wie wirkt das denn? Es ist Kunst, das lässt sich ja nicht so simpel vergleichen.

Da stellen sich dann auch gleich weitere Fragen. Wie fällt das genau aus? Wird dann bei POC nach Statistik repräsentativ verteilt oder wie verhindert man, dass eine jeweilige Ethnie nicht bevorzugt wird und plötzlich 4 der 5 nominierten Chinesen sind? Gibts dann ALLE Kategorien nochmal gesondert für POC? Gibts die dann auch nochmal aufgeteilt in M+W? Was ist mit Transgendern oder mit nichtbinären wie Asia Kate Dillon aus John Wick 3, in welchen Kategorien können die gewinnen?

Was ist mit Schauspielern mit sehr gemischten Herkünften? Nehmen wir nur mal Vin Diesel. Fällt der unter POC oder nicht?

Wenn wir schon bei Fairness sind, könnten sich ja zb junge Schauspielerinnen darüber pikieren, dass fast alle nominierten Schauspielerinnen 40 oder älter sind?

Auch müsste man die gesamte Branche komplett statistisch beleuchten. Die Verteilung in unserer Welt entspricht ja nicht ebenso der der Branche, also ists Blödsinn, das anzugleichen zu versuchen. Wenn nun mal weniger als 10% aller Regisseure der üblichen Prestigefilme weiblich sind, wärs Blödsinn, nur aus Quote stets 50% aller nominierten Regisseure weiblich ausfallen zu lassen. Wenn hingegen weit mehr weibliche Regisseure existieren und solche Projekte nur nicht kriegen, klar, wäre zb eine eigene Kategorie bester weiblicher Regisseur ein Incentive, das stärker zu unterstützen. Ich bin mit aber sicher, dass eine Kathryn Bigelow wiederum sauer darüber wäre, könnte sie zukünftig nicht mehr mit Scorsese und Co konkurrieren.

Vielleicht wäre es ja das fairste, die Gender wegzulassen. BEST DIRECTING, BEST ACTING etc... mit jeweils 10 nominierten?

Die Academy könnte man neu aufstellen, mit gewissen Beschränkungen. Zb wenn 10 neue reinkommen, müssen die 10 ältesten gehen, und jedes Jahr müssen Minimum 25 neu aufgenommen werden (dh 25 alte gehen). Vielleicht sind 47% Männer, 47% Frauen und 6% diejenigen, die sich nicht derart identifizieren? Ich kenne die genaue Zahl nicht, aber so ungefähr gehalten, dass es mit der Branche übereinstimmt. Man könnte ja auch ein Board zusammenstellen mit 10-20 Leuten, in denen alle Gruppen vertreten sind, und nur diese erlauben die Aufnahme neuer Mitglieder. Langfristig würde das eine bestehende Einseitigkeit verändern.

Zwei wichtige Fragen wären intern: machen wir das, weil wir es für eine gute Sache halten oder hat der Sender vorgegeben was zu ändern, weil wir keine weiteren Shitstorms mehr wollen?
sowie
Die Zuschauerzahlen der letzten 5 Jahre wurden immer schlechter, könnte da seine Gegenmaßnahme sein? (Antwort: nein. Beliebte Filme wie Black Panther zu nominieren bringt zuschauertechnisch überhaupt nichts, wenn dann doch ein Green Book BESTER FILM DES JAHRES gewinnt)(natürlich liegts noch weiter entfernt nicht daran, populäre Filme zu nominieren, sondern überhaupt bessere Filme zu veröffentlichen, damit diese zu Recht nominiert werden können)
 
Zuletzt bearbeitet:

McKenzie

Unchained
Eine extra Kategorie wäre so mit das Blödeste, was man machen können, weil das am Ende signalisiert, dass diese Filme nicht gut genug sind für die große Bester Film-Kategorie.
Richtig, und es würde die bequeme Grundlage schaffen, keinen Minderheiten-Film mehr den "normalen" Besten Film gewinnen zu lassen (sofern es nicht grade Parasite ist, aber seien wir ehrlich, das bleibt jetzt erstmal Ausnahme), was dann natürlich kontraproduktiv to the max wäre.

Wie Jay richtig anmerkt, ist das Problem doch eher in der Industrie selbst zu suchen, die Oscars sind nur ein Symptom. Wenn dort nur weiße Männer die interessanten Posten kriegen und damit die mit Abstand meisten Filme stellen, ist es logisch und rein mathematisch auch richtig dass sie die meisten Preise einheimsen. Da muss sich früher in der Kette was ändern, die Oscars müssten dann zwangsläufig eh nachziehen.

Vielleicht wäre es ja das fairste, die Gender wegzulassen. BEST DIRECTING, BEST ACTING etc... mit jeweils 10 nominierten?
Da haben wir dann wieder neues Konfliktpotenzial, bitte nicht :o
 
Zuletzt bearbeitet:

Metroplex

Well-Known Member
Man unterscheidet aber in der Hautfarbe. Selbst wenn du es auf Minderheiten generell beziehst, wird es nicht anders dastehen.
Ich will jetzt hier das Thema nicht gross aufreissen da es an für sich schon ein Minenfeld ist. Aber Rassismus in den USA ist nicht das selbe wie hier. Integration ist da gar nicht das Ziel, sondern eher "Co-Existenz von Subkulturen". Wenn deine Vorfahren vor 300 Jahren von Irland in die USA ausgewandert sind, dann bezeichnest du dich immer noch als Ire und feierst deren Nationalfeiertage.
Es geht weniger darum "farbenblind" zu sein, als darum "andere Hautfarben und Abstammungen als gleichberechtigt zu betrachten".

In unserer Kultur ist es schon fast rassistisch von verschiedenen "Rassen" zu sprechen, da wir ja alle Menschen sind, die Amis machen das aber durchaus, die Kategorisieren alles in Rassen.

Womit wir beim Schlüsselwort wären: Rasse. In den Vereinigten Staaten gehört jeder angeblich einer Rasse an. Darunter soll zwar, wird betont, nichts ausschließlich Biologisches verstanden werden. Vielmehr handelt es sich um einen Begriff, der alles mögliche einschließt: Aussehen, familiäre Herkunft, nationale Zugehörigkeit vor Einwanderung, Kultur. Dennoch laufen biologische Assoziationen immer mit, wenn beispielsweise in den Volkszählungen von „Rasse und ethnische Herkunft“ gesprochen wird, also das eine mit dem anderen nicht gleichgesetzt wird. Ethnisch kann man dabei übrigens nur hispanischer oder latinischer Herkunft sein oder keiner von beiden. Asiaten hingegen sind eine Rasse.
Quelle

Und ein Abfallen von der Subkultur wird auch nicht so gern gesehen. Obama wurde zB von teilen der Afro-Amerikanischen Gemeinschaft als "Oreo" bezeichnet (Black on the outside, white on the inside), weil er sich nicht "schwarz genug" verhalten hat, resp. sich ihrer Ansicht nach nicht genug für ihre Anliegen eingesetzt hat.

Term for African Americans that the black community is generally offended with for betraying their roots usually for dating caucasion girls, dressing too white, talking too white, etc. The term is branded OREO since they are "Black on the outside, White on the inside"
Quelle

Was ich damit sagen will, ich denke dass es für die Betroffenen selber nicht ein Problem wäre, wenn sie einen eigenen Award bekommen würden.
Und klar wäre es besser wenn es auch ohne eigene Kategorie geht. Aber sie werden halt nur nominiert und gewinnen am Schluss nicht. Das selbe Problem auch bei Grammy.
Wird ja immer wieder kritisiert.

Egal, das Thema ist mir zu heiss :ugly: Ich will mich hier bei solch einem heiklen Thema nicht für irgend was einsetzen was mir letzten Endes eigentlich egal ist.
Die Academy muss einfach jünger und mehr durchmischt werden, dann löst sich das Problem von alleine, ganz ohne Quote.
 
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