Pixar's Merida - Legende der Highlands [Kritik]

Skylynx

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Die Animationen und die Optik waren einfach grandios. Leider fand ich die Story aber irgendwie so 0815 Pixar Standardzeug aus dem Story-Baukasten für Anfänger... Keine großen Wendungen und dieses typische "Familie hat Problem, Problem wird gelöst, Happy End" Schema.

Schade, dabei haben die mit Oben und Wall:E bewiesen, was die drauf haben.
Spaß gemacht hat der Film trotzdem, aber meinen Filmhunger konnte er nicht lange stillen.

6/10 roten Locken
 

ManU

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Leider wird das doch nichts mit meinen Kinobesuch wegen des kleinem Handicaps an meinem Bein :/

Kumpels habe den gestern gesehen und waren leider alles andere als beigeistert. O-Ton: So langsam nähert sich Pixar immer mehr Dreamworks an höchstens von der Animationsqualität noch ein kleiner Unterschied, storytechnisch leider keiner mehr. Sei froh das du im KH bist und dir den Quark nicht geben musst! :biggrin:

Hhhmm ist leider genau das was ich schon befürchtet habe. Jede goldene Ära geht mal zu Ende aber bei Pixar tut es mir echt doppelt weh :crying:
 

Shins

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Naja... Ein Pixarfilm auf (guten) Dreamworks-Niveau macht ja noch lange keinen schlechten Film - Klar, für Pixar enttäuschend, aber wenn deine Kumpels ihn als Quark bezeichneten, muss da ja noch mehr schiefgegangen sein. Denn eines muss man Dreamworks lassen: Die haben in den vergangenen Jahren einige echt gute Sachen gemacht! Drachen zähmen leicht gemacht war ein ganz toller Film, der beinahe alles richtig gemacht hat. (Pech hatte Dreamworks nur, dass Pixar im selben Jahr den grandiosen Toy Story 3 rausbrachten.) Der zweite Kung Fu Panda hatte auch mal etwas mehr Tiefgang als sonst. Naja, der letzte Dreamworks war leider der gestiefelte Kater, mit dem sie meine Sympathien wieder etwas verspielt haben.

Aber was ich nur sagen möchte: Die generelle Aussage "auf Dreamworks-Niveau" sollte vorsichtig gebraucht werden, denn die haben in meinen Augen auch gute bis sehr gute Filme im Angebot. Klar, auch viele Tiefpunkte, aber eben auch viele tolle Sachen.

Was "Merida" angeht, kann ich noch nicht mitreden und werde ihn wohl leider erst in einigen Wochen sehen. Aber bevor nun wieder das vorläufige Ende des Abendlandes ausgerufen wird: Pixar hat seit von 1995 bis 2010 nahezu nur grandiose Filme bis Meisterwerke veröffentlicht, aus denen ein eigentlich guter Film wie "Cars" (ja, ich find den ersten ganz gut), über den sich Dreamworks damals wohl gefreut hätte, schon als Enttäuschung heraussticht. Mit "Toy Story 3", der die Fortsetzungswelle ja einläutete, haben sie auch noch goldrichtig gelegen und mal eben den besten Teil der Reihe rausgehauen... So sehr mitgefühlt habe ich selten mal bei einem Animationsfilm.

Somit hat Pixar erst einmal richtig daneben gehauen. Mit "Cars 2". Selbst wenn "Merida" in der selben unteren Liga spielt - was ich ehrlichgesagt nicht glauben kann, aber ich habe ihn wie gesagt noch nicht gesehen - sollte man noch vorsichtig damit sein, Pixar jetzt komplett abzuschreiben. Aber so sind wir Menschen gerne: Feiern eine Firma 15 Jahre lang und heben sie in den Himmel... Aber ein bis zwei schlechte Filme reichen aus, um den Ruf zu vernichten. Ich freue mich erstmal weiter auf "Merida" und bin guter Dinge, dass er zu "Cars 2" eine Steigerung ist. :smile:
 

ManU

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Kann leider mit Dreamworkst nicht so viel anfangen. Die haben zwar ein paar gute Filme in ihrem Portfolio aber Pixar war bis jetzt immer ein paar Ligen darüber.

Sicher klingt es hart aber so ist es nunmal überall. Man braucht Jahre um sich einen guten Ruf aufzubauen aber nur Stunden um ihn wieder zu vernichten. Pixar tut in meinen Augen eben genau das wobei ich mir natürlich sicher noch selbst ein Bild von Merida machen werde. Meine Kumpels haben aber eigentlich einen sehr ähnlichen Geschmack wie ich darum schockt mich ja deren Aussagen so. Die Trailer konnten mich bis jetzt zwar nicht überzeugen und auch die Animation der Figuren ist nicht gerade mein Geschmack aber das der wirklich so mies sein soll schockt mich tatsächlich.
 

Shins

Moderator
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Generell gebe ich dir Recht: Bis vor kurzem war Pixar mehr als nur eine Liga über Dreamworks und auch vielen anderen Animations-Studios. Aber dennoch sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass mit der abebbenden Qualität (wobei es aus meiner Sicht ja nur einen miesen Film von Pixar gibt, in ein paar Wochen bin ich schlauer :squint: ) zeitgleich bei Dreamworks ein Aufwärtstrend zu erkennen war.

Wobei: Die Animationsfilme, die mir in letzter Zeit am meisten im Kopf geblieben sind, waren von keiner der beiden Firmen...
 

TheGreatGonzo

Not interested in Naval Policy
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Ich glaube, ich habe es schonmal gesagt, aber ich denke Du (ManU) verwechselts hier das Design der Figuren mit der Animation, die, das kann man als Fakt ansehen, alles andere als schlecht ist, sondern, wie immer, auf allerhöchstem Pixarniveau. Allein Meridas Haare sind wohl eine animatorische Meisterleistung. :wink:

Und so oder so, würde ich die Meinung einiger Leute, die meinen,dass Pixars "Untergang" eingeleitet ist (nur wegen einem - oder zwei Filmen) sicher nicht als Fkt oder besonders vertrauenswürdig ansehen, vor allem wenn man besagten Film selbst noch nicht gesehen hat. Und selbst wenn, hat Pixar bisher 3 Filme gemacht, die nicht ganz so toll sind. Na und? Alle sprechen von Pixar immer als dem großen Kollektiv, was es ja auch ist, aber schlussendlich sind die Filme, wenn auch nicht so sehr, wie bei Realfilmen die Vision des Regisseurs. Deswegen ist WALL-E auch ganz ander als Die Unglaublichen als Cars als Oben usw.. Hinter Pixar sitzen auch nur Menschen, Menschen, die vielleicht nicht immer die richtigen Entscheidungen treffen und Drehbuchautoren, die im Fall von Merida vielleicht nicht ganz so talentiert sind wie Brad Bird oder Andrew Stanton. Das ist vollkommen normal und bedeutet dann wohl sicher nicht gleich das Ende von Pixars als Studio für Qualitätsfilme. Mit ihren kommenden Projekte, bis auf das Monster AG-Preqiuel vielleicht, haben sie, zumindest aus jetziger Sicht, wieder gezeigt, was für originelle Ideen bei Pixar entstehen.
Und so gut einige Filme von Dreamworks waren, ist da immernoch ein Unterschied, von dem die meisten, die sagen, dass Pixar immer mehr zu Dreamworks wird, wohl keine Ahnung haben (Was auch die Aussagen beweißt): Pixar bringt im Jahr lang nicht so viele Filme heraus wie Dreamworks und haben auch viel weniger in der Mache. Sie verlassen sich nach wie vor auf ihren Brain-Trust, anstatt wie Dreamworks ständig neue Leute für neue Projekte zu engagieren. Und, Pixar adaptiert keine Fremdmaterialen wie Bücher oder Cartoonserien, was bei Dreamworks derzeit sehr der Fall ist. Pixar produziert keine Spin-Off TV-Serien zu ihren Filmen, macht dafür aber liebevolle und kreative Kurzfilme, um die jüngere Generation von Pixars Künstlern zu fordern und für kommende Spielfilme vorzubereiten. Ich möchte damit nicht sagen, dass Dreamworks deswegen minderwertig ist, aber Pixar ist eben doch ein anderes Studio mit völlig anderer Arbeitsmoral und die Unterschiede sind auch gut so. Wer braucht schon zwei Dreamworks'. Oder Pixars. :wink:
 

Shins

Moderator
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Stimme dir nahezu komplett zu, Gonzo. Ich finde nur einfach die Aussage, Pixar wird immer mehr zu Dreamworks, von zwei Seiten falsch.

Zum einen, weil es, wie du ganz richtig sagst, viel mehr Unterschiede gibt als nur die auf den ersten Blick erkennbaren. Auch in dem für Pixarverhätnisse ja eher schwachen ersten Teil von "Cars" habe ich bei weitem mehr Herzblut erkannt als in den Filmen von Dreamworks.

Zum anderen ist in dieser Aussage aber auch ein generelles "Dreamworks stinkt" zu spüren. Ich bin sicher kein Dreamworks-Verehrer. Aber es kamen auf jeden Fall auch Filme von denen auf den Markt, die aus dem so häufig dort zu erkennenden Fließbandschema postitiv herausstachen. Und der schlechteste Pixar ("Cars 2") war deutlich schlechter als manch ein guter Dreamworks.

Und schön, dass du auch daran erinnerst, dass Pixar eben auch aus Einzelkünstler besteht. Das ist eine Sache, die auch ich gerne mal selbst aus den Augen verliere, aber natürlich absolut korrekt ist. Gerade durch die individuellen Visionen von Bird und Stanton hat Pixar unglaublich profitiert.

Eine Sache, die mir übrigens mal aufgefallen ist, vielleicht teilt ihr ja auch diese Ansicht: Die Werke, die in letzter Zeit aus dem sonstigen Portfolio der Pixarfilme negativ hervorstachen, kamen von Pixarchef Lasseter selbst. Ich will den Mann nicht schlechtreden, ganz bestimmt nicht. Die ersten beiden Toy Storie wurden ja auch von ihm inszeniert. Aber die beiden "Cars", und bei anderen Sachen hat er ja nicht mehr selbst Regie geführt, passen irgendwie so gar nicht in die erwachsenere Art der anderen Pixarsachen.
 

gimli

Elbenfreund
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Hab heute den Film gesehen und nach der letztjährigen Totalcartastrophe mit dem total verblödeten Jar-Jar-Binks-Abschleppwagen als Secret Agent in der Hauptrolle, wo eigentlich alles schief gelaufen ist, was schief laufen konnte, ist "Merida - Legende der Highlands" die reinste Wohltat dagegen. Von Problemen befreit ist der Film dabei aber nicht. Teilweise ist der Film wirklich super, aber dann gibt es immer wieder einige Elemente im Film, die mich stören und wo man sich wünscht, dass man dort andere Wege beschritten hätte.
Richtig toll ist jedenfalls die Hauptfigur Merida, die einfach in jeder Szene absolut köstlich ist und sowohl lustig, als auch sympatisch oder ernst sein kann. Auch ihre Mutter und ihr Vater sind wirklich nett gestaltet und wunderbar abgerundet wird die Merida-Familie von den Drillingen, die einfach unglaublich drollig sind. Auch die Gestaltung von Schottland ist ganz große Klasse und sieht auch in 3-D einfach beeindruckend aus. Einzig die Animation der Bären, die immer mal wieder im Film auftauchen, fand ich animationstechnisch etwas langweilig. Weiterhin gibt es noch einen großartigen Score von Patrick Doyle, der wunderbar schottische Klänge in den Film einbaut.
Aber es gibt wie gesagt auch ein paar Elemente innerhalb der Geschichte, die mich störten und die man durchaus hätte umschiffen können. Zum einen sind da die drei anderen Clans, die die Story einfach nur in die Länge zogen und humormäßig mich auch nicht so wirklich ansprachen. Ihre Bedeutung für die eigentliche Story ist dabei eher gering und ich war eigentlich auch immer wieder froh, als sie von der Bildfläche verschwanden. Da hätte ich lieber mehr Angus gesehen. Ansonsten weiß ich aber auch noch nicht so recht, was ich von dem Twist halten soll, der zur Mitte des Films einsetzt. Es gibt zwar danach auch immer wieder die ein oder andere wirklich nette Szene, aber hier frage ich mich am meisten, ob der Konflikt, der sich in der ersten Hälfte des Films entwickelte, nicht auch interessanter hätte fortsetzen lassen. So ist das zwar alles ganz nett, aber doch etwas 08/15 und da hatte Pixar schon bessere Ideen mit solchen Dingen umzugehen.
Insgesamt bin ich aber durchaus zufrieden und "Merida - Legende der Highlands" ist auch für Pixar kein Film, für den man sich schämen muss. Es ist höchstens so, dass man hier noch Potential für mehr gehabt hätte. Trotzdem macht das Abenteuer von Merida auch dank ihrer Hauptfigur viel Spaß und vielleicht kann ich mich mit manchen Sachen auch besser arrangieren, wenn ich mir den Film irgendwann auf Blu-Ray ein weiteres Mal angesehen habe.

P.S. Es gibt eine Szene nach dem Abspann.
 

gimli

Elbenfreund
Teammitglied
Die Szene zeigt den einen Wächter, wo auf der einen Seite des Gesichts der Bart fehlt. Dieser wacht plötzlich auf und sieht den Raben der Hexe vor sich, der ihm die ganzen Holzschnitzereien der Hexe liefert. Der Rabe fragt außerdem noch, ob der Wächter ein entsprechendes Formular unterzeichnen könnte.
 

McKenzie

Unchained
Ich kann die extreme Vormachtstellung, die Pixar bei fast allen hat, nicht ganz nachvollziehen - Shrek (1, und irgendwie auch 2), Kung Fu Panda und eben Drachen zähmen haben mir alle richtig gut gefallen. Von Madagascar und ähnlich hyperaktivem Rumgehopse reden wir jetzt nicht...aber Pixar hatte für meinen Geschmack auch nicht immer das Wahre, mit Cars kann ich nix anfangen und finde es schon auf dem Papier irgendwie lame, Monster AG mag ich überhaupt nicht und Nemo war zwar recht gut, ist aber schon etwas überhyped in meinen Augen.
Wenn nun Merida mehr wie ein guter Dreamworks rüberkommt, soll es mir auch recht sein :smile:
 

Shins

Moderator
Teammitglied
Pixar kann auch nicht nur Meisterwerke raushauen. Mal davon ab, dass ich Monster AG richtig toll finde, hast du jetzt natürlich die wahren Highlights außen vor gelassen: Die Unglaublichen, Ratatouille, Wall-E, Toy Story 3. An diese Filme kam ein Dreamworks bisher nicht einmal ansatzweise ran. :smile:
 

McKenzie

Unchained
Na klar zähl ich nicht die Highlights auf, wenn ich beweisen will dass Pixar nicht nur Volltreffer landet :ugly: Mehr wollte ich ja gar nicht sagen. Klar hat Pixar auch sehr gute Filme zu bieten. Ich finde allerdings auch die wirklich guten Pixars nicht unübertrupfbar gut - Ein Schöne & das Biest oder König der Löwen wischt mit denen mMn den Boden auf, aber das ist eine andere Geschichte :biggrin:
 

Mestizo

Got Balls of Steel
Boden aufwischen würde ich nicht sagen. Die sind vielleicht auf einer Stufe, aber in ihrer Herangehensweise auch einfach völlig anders als die Pixar-Filme und in meinen Augen auch deutlich stärker auf eine eher jüngere Zielgruppe fokussiert, als es bei Pixar der Fall ist.
 

Shins

Moderator
Teammitglied
Ich würde auch sagen, dass die qualitativ gleichauf sind.

Naja, ich denke, niemand hier behauptet, dass Pixarnur Meisterwerke rausknallt. Das wäre ja schon etwas zu viel des Guten. Aber, und daher sehe ich Pixar noch immer als die mit Abstand beste Schmiede, und da müssen schon noch einige mehr Flops kommen, um mich zu bekehren: Die besten Pixarfilme sind meilenweilt besser als der beste Dreamworks. Der schlechteste Pixar aber sicher nicht schlechter als der schlechteste Dreamworks.
 

TheGreatGonzo

Not interested in Naval Policy
Teammitglied
Allein WALL-E wischt ja wohl den Boden mit Disneys kompletter Filmografie auf (Und da sind einige gorßartige Meisterwerke dabei (Die Schöne und das Biest, ist meiner Meinung nach aber nicht unbedingt einer von denen)).
 

McKenzie

Unchained
Seh ich eben anders. Bei Wall-E wurde mein Blick die ganze Zeit (vor allem in der ersten Hälfte) auf Texturen, Lichtsetzung usw., also auf die technischen Aspekte gelenkt. Ebenso bei Ratatouille. Hat mich eher von der Story abgelenkt. Wenn ich das wegrechne, bleiben sehr gute Filme über, aber nicht mehr. Hat halt auch viel mit persönlichem Geschmack zu tun, das ist klar. :smile:
 

TheGreatGonzo

Not interested in Naval Policy
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Na gut, aber es ist ja nicht das Problem der Filme, dass sie technisch perfekt sind. Vor allem weil WALL-E, als auch Ratatouille als auch praktisch jeder andere Film von Pixar eine tolle Geschichte erzählt. Es spricht zumindest auch ein bisschen für sie, dass sie praktisch die einzigen Animationsfilme sind, die auch Award-Nominierungen in Drehbuchkategorien verbuchen können.
 

Shins

Moderator
Teammitglied
Und wie so häufig: Wie ein Film auf einen wirkt, kann man nunmal nicht beeinflussen. Ich habe noch heute bei einigen Szenen von Wall-E und Ratatouille so starke Gänsehaut. Irre. :smile: Von "Die Unglaublichen"fange ich jetzt gar nicht erst an:squint:
 
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