Quentin Tarantinos The Hateful Eight [Kritik]

McKenzie

Unchained
Hm...Ich würde sagen, Jackie Brown war meiner Erinnerung nach ein wenig besser als sein Ruf, aber ist zu lang her um zu sagen wie "typisch" der war. Würde ihn aber schon über Django einordnen. Spielt im Gangstermilieu, in dem sich die Charaktere gegenseitig übers Ohr hauen wollen, und es wird jemand im Kofferraum eines Autos erschossen. :hae:

Aber Jackie Brown ist tatsächlich der einzige Tarantino, der auf einem bereits existierenden Buch basiert.


Schwächster ist für mich definitiv und mit Abstand Death Proof.
 

Noermel

Active Member
Jackie Brown fand ich sehr unterhaltsam :squint: hat einige tolle Momente und einem grandiosen Robert Forster. Ach und der Crossover zu Out of Sight :thumbsup:
 

TheGreatGonzo

Not interested in Naval Policy
Teammitglied
Jackie Brown ist der visuell und erzählerisch geradlinigste Tarantino, und ist trotz der Anspielungen auf 70er-Jahre Blaxploitation doch ein ziemlich miefiger 90er-Film, der eher wie eine der Pulp Fiction-Kopien wirkt, als von Tarantino persönlich. Und Death Proof ist unter Anderem schon deshalb besser, weil er viel kürzer ist. :squint:
 
B

Bader

Guest
Wenn ich an Jackie Brown denke, dann an den Intro wo Jackie auf dem Fließband steht. Für alles andere muss ich erstmal nachdenken.

Das sagt schon alles aus. Da fängt der Film obertarantinomäßig an und verliert sich immer mehr in Standardpacings, der dann am Ende einen mit einem Schulterzucken ala "joa war nett" hinterlässt!
Langweilig war der jedenfalls nicht, sonst hätte ich den ausgemacht. War aber halt nicht so "kurzweilig" trotz u.a. der Kofferraumszene. (Den man bei Hateful Eight auch abgewandelt einbauen hätten können)
 

McKenzie

Unchained
Ich hab mir da grad spontan die ersten Themen aufgeschrieben, die mir bei jedem der Filme in den Kopf kamen. Das ist natürlich recht debattierbar, aber so sieht das ca. aus:

(True Romance: Gangster, lügen und betrügen zwecks Selbstbereicherung)
Reservoir Dogs: Gangster, lügen und betrügen u.a. zwecks Selbstbereicherung
Pulp Fiction: Gangster, u.a. lügen und betrügen zwecks Selbstbereicherung
(From Dusk Till Dawn: Gangster, Selbstbereicherung)
Jackie Brown: Gangster, lügen und betrügen zwecks Selbstbereicherung
Kill Bill: Gangster, lügen und betrügen (nur durch Bill und seine Bande), Rache
Death Proof: Rache? Keine Ahnung was mir der FIlm sagen will :ugly:
Inglourious Basterds: Höheres Ziel, kill Hitler!
Django Unchained - Höheres Ziel, Zurückgewinnung der Liebsten
Hateful Eight - Gangster, lügen und betrügen

Inglorious Basterds wäre demnach der erste, der tatsächlich die bisherigen Pfade (zmd. thematisch) verließ, und Django Unchained setzte da noch einen drauf.

Wenn man den Plot auf einen Satz runterbricht, ist Django die Story eines Mannes, der seine Frau wieder in seine Arme schließen will und sich auf dem Weg zu ihr vielen beschwerlichen Prüfungen stellen muss. Eine Love Story. All das Geplänkel davor und die Gewaltszenen sind nur die Hindernisse, die es für die beiden zu überwinden gilt, die Hauptmotivation bleibt aber immer klar. Und sowas ehrlich kitischiges gab es halt so in keinem anderen Tarantino (Das Ende von Kill Bill 2 war allerdings ebenfalls ein Schritt in eine interessante Richtung, aber es war eben nur das Ende). Die Protagonisten in den anderen Filmen sind eigentlich allesamt abgebrühte Hunde, die hier und da vielleicht mal einen weniger harten Moment haben, sich generell in ihrem Kosmos aber durchaus zuhause fühlen oder zumindest zurechtkommen. Django ist dagegen vom Prinzip her ein sanfter Kerl, der sich erst zurechtfinden muss. Und auch Schultz, als Charakter der ihm aus Empathie heraus hilft bis zum Ende, ist im Tarantino-Kosmos ziemlich einzigartig.

Damn, warum hat Django nicht solche Poster gekriegt? :hae:

Die Erkenntnis musste noch raus, sorry :biggrin: Ich lass es dann mit (so Halb-) Off Topic eh wieder gut sein.
 

McKenzie

Unchained
Bei Dreh wurde übrigens eine 145 Jahre alte Gitarre zerstört, eine Museums-Leihgabe. Angeblich hatte man am Set vergessen, sie in einem bestimmten Moment durch die Kopie zu ersetzen.

(Wenn man böse ist, könnte man Tarantino auch unterstellen dass er das bewusst in Kauf nahm, um eine authentische Reaktion von Jennifer Jason-Leigh zu provozieren, weil ihm Leos Glas-Smash in Django Unchained so gut gefallen hatte :check: )

Das Martin Guitar Museum hat jedenfalls erklärt, nie wieder Instrumente für Filmproduktionen zur Verfügung zu stellen.

Q
 

Clive77

Serial Watcher
Teammitglied
Bei der Meldung bietet sich doch dieses Zitat wunderbar an:
Manny schrieb:
Man muss sich auch mal von was trennen können. :nene:
:ugly:
Wer hebt denn Gitarren 145 Jahre lang auf? Und warum verleiht man sowas überhaupt an Filmproduktionen? Tsss.....
 

Clive77

Serial Watcher
Teammitglied
McKenzie schrieb:
Finde diese ganzen Museen auch schrecklich, was die alles an altem Ramsch aufheben! Die reinsten Messies. :hae:
Genau! Und vieles ist dann auch noch kaputt - die Venus von Milo zum Beispiel würde doch viel besser aussehen, wenn sie noch Arme hätte. Warum repariert die niemand? Idioten! :facepalm:

:biggrin:

Edit: Ernsthaft, warum verleiht man solche Gegenstände an Filmproduktionen? Könnte ja noch verstehen, wenn sie sowas zu Kopierzwecken rausgeben, aber zum Filmen? Naja, wird bestimmt gut versichert gewesen sein...
 

McKenzie

Unchained
VIelleicht haben sie sich einen Fame-Bonus erhofft, weil ihre Gitarre in einem Tarantino-Film war. Mit der Story jetzt ist aber viel mehr Wind drum, ansonsten hätte das doch eh keiner mitbekommen. Wenn sie jetzt die kaputten Überreste ausstellen und dazuschreiben, dass Kurt Russel die in einem Tarantino-Film kaputt gemacht hat, haben sie im Endeffekt wohl sogar mehr Besucherinteresse :biggrin:
 

Clive77

Serial Watcher
Teammitglied
McKenzie schrieb:
VIelleicht haben sie sich einen Fame-Bonus erhofft, weil ihre Gitarre in einem Tarantino-Film war. Mit der Story jetzt ist aber viel mehr Wind drum, ansonsten hätte das doch eh keiner mitbekommen. Wenn sie jetzt die kaputten Überreste ausstellen und dazuschreiben, dass Kurt Russel die in einem Tarantino-Film kaputt gemacht hat, haben sie im Endeffekt wohl sogar mehr Besucherinteresse :biggrin:
... und kriegen obendrein noch Geld von der Versicherung. Joa, unter den Umständen macht es schon Sinn, Antiquitäten zu "verleihen". :biggrin:

Edit: Wenn es den XYZ-Thread noch geben würde, könnte die Diskussion auch dahin verschoben werden. :ugly:
 

Puni

Active Member
Schade, nach The Revenant und The Big Short die dritte kleine große Enttäuschung dieses Jahr. Kaum eine typische, geniale Tarantino-Dialogszene, eine teilweise doch recht belanglose Geschichte mit einem relativ öden Finale, das zudem nun wirklich nicht so bluttriefend hätte sein müssen, und ein teilweise ziemlich verschenkter Cast. Kurt Russell, Michael Madsen und Tim Roth waren teilweise völlig für die Katz, Tatum auch nicht sonderlich berauschend (was aber am Script lag), dafür zählten Jennifer Jason Leigh, Jackson, Bruce Dern und insbesondere Walton Goggins, der hier vermutlich im Filmbereich die Perfomance seines Lebens abliefert und den Film über gewisse Strecken alleine trägt, zu den interessanteren Charakteren.

Sicherlich insgesamt kein schlechter Film, auch wenn es vielleicht anders klingt, aber wenn ich das hier mit Django oder IB vergleiche, dann ist da doch leider wirklich kaum was von Tarantinos Genialität zu spüren, dabei kann ich sonst sehr viel mit Filmen anfangen, bei denen teils die gesamte Handlung aus Gesprächen besteht und bei denen man sich wie im Theater fühlt.

6 / 10
 

Driver

Active Member
So nun auch mehrfach gesehen und ich bin sehr zufrieden. Klasse Film und typisch Tarantino. Habe nur lange überlegt warum der Film nicht überragend war. Es fehlte irgendwo ein Sympathieträger mit dem man mitfiebern konnte.

Klar war es spannend aber eigentlich waren Sie alle mehr oder weniger Mistkerle. Da hat man in Django eher um Waltz getrauert. Das fehlte komplett. Muss ja auch nicht immer dabei sein aber so waren einem die meisten Charaktere völlig egal auch wenn Sie cool rüberkamen.

Insgesamt aber ein richtig guter Film der auch eine wunderbare Aussage hatte. (Siehe schwarzer Mann, weißer Mann)

8/10 kaputten Türen
 

Danny O

Active Member
Driver schrieb:
So nun auch mehrfach gesehen und ich bin sehr zufrieden. Klasse Film und typisch Tarantino. Habe nur lange überlegt warum der Film nicht überragend war. Es fehlte irgendwo ein Sympathieträger mit dem man mitfiebern konnte.

Klar war es spannend aber eigentlich waren Sie alle mehr oder weniger Mistkerle. Da hat man in Django eher um Waltz getrauert. Das fehlte komplett. Muss ja auch nicht immer dabei sein aber so waren einem die meisten Charaktere völlig egal auch wenn Sie cool rüberkamen.

Insgesamt aber ein richtig guter Film der auch eine wunderbare Aussage hatte. (Siehe schwarzer Mann, weißer Mann)

8/10 kaputten Türen


Freu mich auch schon den endlich sehen zu können =D
 

Der Pirat

Active Member
@Driver: Gerade das fand ich z.B. großartig. Dass es eben keinen direkten Sympathieträger gab, sondern man eben die Wahl ziwschen Pest und Cholera hatte. Hat mir den Film noch n bisschen mehr versüßt.


Im Endeffekt ist schon alles gesagt worden, was ich sagen könnte. Typischer Tarantino, der wieder sehr groß ist.
Definitiv irgendwo zwischen 8 und 9/10!
 
Oben