Da muss ich mich mal kurz erklären. Ich lass das nicht stehen, dass ich wieder und wieder als "vermutlich rechts" gebrandmarkt werde. Passt ja auch irgendwie in diesen Faden, wo Rammstein ja auch immer wieder auf das Vergessene/Ausgeblendete (siehe "Ausländer", "Deutschland!") hinweisen und als rechts gebrandmarkt werden. Auf sowas kommt man nur in DE, so Rammstein. Ihre Vergangenheit und die Stellungnahmen dazu (man erinnere sich an die Idee zu Links-2-3-4) sind den wenigsten bewusst.
Du wirst immer wieder als rechts dargestellt, da du dich argumentativ immer wieder im rechten Bereich bewegst. Hier jetzt auch wieder. Du bist nicht Rammstein! Rammstein kann irrtümlicherweise oder berechtigterweise als rechts abgestempelt werden, keine Ahnung! Darum geht es hier jetzt auch nicht. Hier geht es darum, ob der Leadsänger von Rammstein sich der Vergewaltigung schuldig gemacht hat und ob die Band davon wusste. Irrtümlich als rechts abgestempelt zu werden und Vergewaltigungsvorwürfe gegen sich zu haben ist nicht das Gleiche und wenn man das als solches in einem sieht, ist man ganz schnell im Bereich der Relativierung von sexueller Gewalt. Relativierung von Anschuldigungen ist ein rhetorisches Mittel der neuen und alten Rechten.
Und nein, das ist nicht nur in DE so.
Wenn du mich richtig lesen würdest, wüsstest du, dass ich es 100% ehrlich meine und kein Stück rechts bin.
Das schließt einander nicht aus.
Die Zeiten haben sich spürbar geändert. Wer das nicht mehr merkt. Wir werden seit ein paar Jahren zugeschissen mit ideologisch aufgeladenen, nun zunehmend metapostmodernen Produktionen (MultiDulliCrossoverFamilyVersen), die von all denjenigen, die nicht aus ihrer Komfortzone rauskommen wollen/müssen und dieses von den Studios bloß genehmigte "Wegkopieren der Minderheiten" als einen ernstzunehmenden Schritt in Richtung Gleichberechtigung bzw. Diversität betrachten.
Darauf aufmerksam zu machen, ja das kann man leider wirklich als "gegen den Strom schwimmend" bezeichnen.
Hier muss man aber auch bedenken, dass hier sehr viel schon allein durch Ankündigungen gemerkt und sich beschwert wird. Und wenn das finale Produkt dann da ist und es gar nicht so schlimm war, wie alle behauptet haben, da sind dann plötzlich wieder alle ganz still. Siehe der weibliche Thor in Thor 3. Viele haben sich beschwert, dass Portman Hemsworth ersetzen soll, dabei ist exakt das Gegenteil passiert. Man muss nicht kreativ finden, was sie gemacht haben, aber nicht eine Befürchtung hat sich bewahrheitet, aber hat man dann die gleiche Medienpräsenz danach gesehen wie davor? Nein, da waren plötzlich alle ganz still. Weil sie falsch lagen und das zuzugeben, schadet der Agenda.
Ich bleibe bei Marvel, da du mit Marvel angefangen hast.
Darauf "aufmerksam machen" bedeutet nicht, dass du gegen den Strom schwimmst. Dazu müsste es einen Strom geben. Es ist nun mal auffällig, dass du nur auf solche künstlerischen Änderungen oder Eigenschaften aufmerksam machst, wenn es mit dem Geschlecht oder der Hautfarbe einer Figur zu tun hat und sorry, aber wer sich hauptsächlich daran stört, hat ein anderes Problem. Ja, es gibt Fälle, da ist die Kritik berechtigt. In historischen Material abseits der History-Fiktion z.B. oder wenn Rassismus tatsächlich Gegenstand des Plot ist, siehe der Schwarze Turm. Ja, da meckere ich auch. Aber nicht jede Produktion mit einem schwarzen Darsteller oder einer Frau in der Hauptrolle ist ein Problem oder es ist das allergrößte Problem. Siehe die HdR-Serie. Ich habe mir die ersten zwei Folgen angesehen und so viele schlimmeren Probleme gesehen, dass die Hautfarbe einzelner Figuren bei mir in der Gewichtung noch nicht mal, in die Top 10 gekommen ist, aber bei vielen ist es Platz 1. Sorry, aber auch hier störe ich mich an dieser Art zu denken.
Aber das ist nicht mal alles so schlimm. Solange man das bemerkt und sich vielleicht überlegt, warum man sich hauptsächlich am Geschlecht und der Hautfarbe stört.
Ich wünsche mir keine Charakterzeichnungen /Kulturwegradierungen der Studios, in denen nur noch auf's Eindimensionale runtergebrochene Gemeinsamkeiten (im Sinne der Heldenreise) im Focus stehen.
Also das ist schon immer ein Problem gewesen und nun wirklich nicht neu. Eindimensionale Geschichten und Charaktere sind so alt wie das Medium Film selbst. Das Problem hat nichts mit Diversität zu tun.
Genau dasselbe in Punkto Emanzipation. Zum Beispiel, wenn sich ein Miles Morales in das Kostüm von Peter Parker zwängt. Unter kultursoziologischen Gesichtspunkten darf dies nicht als divers gekennzeichnet werden. Genau dasselbe haben wir bei dieser albernen HDR-Serie gesehen und werden es zunehmend sehen.
Miles Moralis ist keine Diversität und war so auch nie gedacht. In Comics ist es seit Anbeginn üblich, alternative Varianten von Helden darzustellen, da fast jedes Comicuniversum Paralleldimensionen aufweist. Da kann Lobo aus DC mal eine Ente sein oder Superman einen schwarzen Anzug haben, aber, sobald Thor mal eine Frau ist oder Spiderman schwarz (dabei ist Peter Parker nicht Miles Moralis), DANN ist es plötzlich zu viel. Und weil man das kritisiert, ohne zu berücksichtigen, dass das einfach Comiclogik untergeordnet wird, da es die Übertragung von einem Medium zum anderen ist und es einen nur stört, dass die Figur weiblich oder schwarz ist, dann tut es mir leid, aber man bewegt sich in der Argumentationslinie des rechten Spektrums. Die Definition habe ich nicht aufgestellt. Sie ist aber als solche bekannt.
Peter Parker ist nicht Miles Moralis, beide haben unterschiedliche Kostüme, unterschiedliche Hintergründe und teils unterschiedliche Kräfte und Gegner. Würdest du dich tiefgehender mit der Materie, die du kritisierst, befassen, müsstest du es nicht als "falsche Diversität" abstempeln.
Es sollte den Studios darum gehen, die Kulturen aller bis heute viel zu selten bzw. fast gar nicht eine Bühne gebotenen "Südwestasiaten" zu beleuchten und dann trotz der Unterschiedlichkeiten auf ehrliche Art & Weise (zeigt uns ihre Kultur) an Gemeinsamkeiten (der Dazugehörigkeit durch besseres Charakter-/Storywriting und mehr Rollen-/Sendeanteil) zu arbeiten. In den Spitzenproduktionen der Studios (ob Film oder Serie) wird seit ein paar Jahren gar keine Entwicklung in diese Richtung mehr geboten. Jetzt malen sie den Adel und Arielle einfach schwarz an und verkaufen es als divers. Wem das nicht auffällt, der tut mir "ehrlich" Leid.
Schon wieder der Scheiß mit der blöden Meerjungfrau. Fast jede Kultur und Mythologie, auch in Afrika hat sowas wie Meerjungfrauen. Es ist ein sprechender halber Fischmensch, die mit Fischen spricht. Die Hautfarbe ist komplett egal! Wenn man die Tiefe bedenkt, in welcher sie lebt, dann dürfte sie weder weiß noch schwarz sein, sondern sogar blau, grau oder transparent. Aber kein Meeresbiologe stört sich daran. "dIe OrIgInAlQuElLe SaGt AbEr", scheiß drauf! Disney hat sich noch nie an die Originalquellen gehalten und wird es auch nie. Das ist aber sonst nieeeee ein Problem. Aber sobald die Hauptfigur nicht weiß ist, ist es erst ein Problem und genau deswegen ist es rechts! Tut mir leid, wenn dich das stört, aber es ist nun mal so. Und ja, du hast das Recht auf deine Wahrheit, aber du hast kein Recht auf deine Fakten. Und Fakt ist, hauptsächlich das rechte Spektrum bedient sich dieser inkonsistenten Form der Argumentation.
Und zu den kulturellen eigenen Geschichten gebe ich dir sogar recht. Es gibt großartige Storys da draußen, aus afrikanischer, asiatischer oder sonstigen Kulturen, aber die Studios wissen auch, dass diese kaum ziehen, da Hollywood keine Filme für den afrikanischen oder asiatischen Markt dreht. Sie drehen für den amerikanischen Markt und durch die Entwurzelung und teils Ausrottung einzelner afrikanischer Stämme, sind diese Geschichten, den in den USA lebenden Schwarzen kaum noch wirklich bekannt, da diese auch nicht in den Schulen behandelt werden. Die Leute können sich damit kaum identifizieren und das ist nicht ihre Schuld. Ich habe weiße Jugendliche getroffen, die nicht mal wussten, wer gegen wen im Ersten Weltkrieg gekämpft hat. Aber alle können sich mit Fantasyheld*innen und anderen Figuren aus ihrem aktuellen westlichen Kulturkreis identifizieren und sie darin zu repräsentieren ist fair. Sie sind mit uns aufgewachsen, sie leben hier, ihnen gehören diese Geschichten genauso wie uns. Unsere Hautfarbe hat diese Figuren nicht gepachtet, unser Geschlecht auch nicht. Wir haben keinen Besitzanspruch!
Mich als Rechts zu brandmarken, weil ich darauf hinweise, dass wir kein Stück gleichberechtigter/ diverser geworden sind und die Studios mittlerweile gar keine Abenteuer diesbezüglich mehr eingehen wollen und sich aktuell lieber im meta-postmodernen Alles-ist-sowieso-ganz-anders-zu-werten-Irrsinn vor ernstgemeinten Anteilsgebungen verstecken ("Welche Figur kopieren wir heute auf einen eindimensional geschriebenen Südwestasiaten?"), ist albern.
Deine absoluten Aussagen sind albern. Alles über einen Kamm zu scheren, ist ebenfalls albern. Differenziere gefälligst!
Merkt denn niemand, dass die Studios sie alle nur unserer seit Jahrzehnten komfortabel gewesenen Wertevorstellung unterordnen?
Natürlich ordnen sich Studios den kulturellen Vorgängen in der Gesellschaft unter. Sie wollen Gewinn machen. Ich kann nichts dafür, dass du dich abgehängt fühlst. Niemand kann was dafür, dass du dich in deiner Komfortzone gestört fühlst. Vielleicht wird es mal Zeit, diese mal zu verlassen. Vielleicht gefällt es dir ja da draußen.
Jeder Augenblick, in dem wir es feiern und uns auf dem roten Teppich loben, wenn mal wieder ein Film wie z.B. der neue Scorsese oder auch die erste Staffel von 1923 auf unsere damals wie heute bestehenden Fußtritte/Auslöschungen ihrer Kulturen hinweist, sollte uns klar werden, dass wir kein Stück weitergekommen sind und uns nur deshalb feiern können.
Wieder ein Argument der Rechten. Die Auslöschung der Kultur durch Änderung. Jede Kultur ändert sich. Kultur ist nichts konstantes, Werte sind nichts konstantes. Aber Menschen mehr Rechte, Individualität und Repräsentation zu gewährleisten und ihnen Individualismus zu gönnen, sehe ich nicht als schlechte Änderung an. Natürlich schlägt man dabei anfangs über die Strenge. Gesellschaftliche Entwicklung verläuft mit dem Pendel. Wenn man das Pendel lange in eine Richtung hält und dann loslässt, schlägt es stark in beide Richtungen, bis es sich endlich ausbalanciert und aktuell schlägt es nun mal aus. Aber noch vor ein paar Jahren schlug es wesentlich extremer als jetzt.
Jede Kultur und jede Gesellschaft ändert sich. Die Einzigen, die sich nicht ändern, sind jene, die untergegangen sind. Das römische Reich wird sich nie wieder ändern, die Azteken, Maya oder das alte Ägypten werden sich nicht mehr ändern. Stillstand ist gleichbedeutend mit Tod. Wer auf den Erhalt seiner kulturellen Werte um jeden Preis setzt, verdammt seine Kultur zum Untergang. Wie gesagt, du darfst an deiner Wahrheit festhalten, aber du hast kein Recht andere Fakten zu bestimmen.
Hör auf mich als Provokateur zu sehen. Es funktioniert nicht anders, als die Tür laut/amüsant aufzuschlagen.
Opferrolle. Ebenfalls eine Methode der Rechten. Ja, es geht durchaus anders, als die Tür laut aufzuschlagen. Man kann sie in Ruhe öffnen, andere Standpunkte hinterfragen und dabei auch die Eigenen. Du musst nicht unbedingt provozieren. Und nur weil du "gegen den Strom schwimmst", hast du nicht automatisch recht. Wen dem so wäre, hätte jeder Geisterfahrer automatisch recht mit der Wahl seiner Fahrbahn.