Zwischen beiden Staffeln liegen mehrere Jahre, in der sich die Welt nochmal sehr verändert hat. Das Drehbuch zu Staffel 1 stammt aus einer Zeit, in der zumindest in der westlichen Welt vieles weniger schlimm wirkte, als jetzt (Corona, Ukrainekrieg, Israel, D.T. usw.)
Natürlich weiß ich nicht wie die Situation in Südkorea war, aber um sich neu zu erfinden, und um nicht eine Parodie von sich selbst zu werden, war so ein Ende schon konsequent und ja, es war mutig, weil viele 456 liebgewonnen hatten und wollten, dass er noch einmal überlebt.
Ich fand fand es von Beginn von Staffel zwei an betrachtet, schon eher unerwartet, dass die Rebellion misslingt und mir war eigentlich klar, dass es dieses Mal mehr als zwei Spieler lebend aus dem Spiel schaffen müssten. Jede Wette, ich hätte nie gedacht, dass man sich erneut traut, solche tollen Figuren, wie die Mutter und ihren Sohn oder die Ex-Soldatin zu opfern. Hatte mir mit ihr schon ein Spin-Off a la Hong Wick vorgestellt, wo sie ihre Gegner mit Essstäbchen ausschaltet. Ich fand die Figur vielschichtig, empathisch, stark und wenigen Stereotypen entsprechend (zumindest der derwestlichen, europäischen oder amerikansichen Filmkultur). Sie war stark, sympathisch, und innovativ.
Ja, viele koreanische Filme sind so brutal und konsequent, Teil 1 hat aber ausgerechnet den Main Character verschont, um ein Happy End zu suggerieren. Das war 2009 schon so niedergeschrieben. Das hat Staffel 3 nicht gemacht. Es gibt ein paar Glühwürmchenleuchten der Hoffnung. Das wars.
Im Vergleich zu 2009 ist die Welt abgefuckter geworden. Einige Menschen benehmen sich so platt und stumpf wie die Männer auf der Plattform. Sie nerven und ekeln mich an, aber es gibt sie immer mehr, bzw. sind sie präsenter als 2009.
Wie gesagt, ich hasse das Ende.
Aber künsterlisch betrachtet ist es sehr gut, auch wenn manchmal konfus und seltsam konstruiert. So wirkte die aktuelle Welt auch.
Und die Spiele halten mit Teil 1 mit.
Figuren, von denen man so stark hofft, sie überleben, muss man sich erstmal ausdenken. Das ist wieder sehr gut gelungen.
Staffel 3 als Allegorie der aktuellen Weltlage, ist sehr gut gelungen, auch wenn der Autor, dass nie intentioniert hat, sehe ich genau das in diesem Werk. Es ist Kunst.