Star Wars: Andor - Rogue One Prequelserie (Disney +)

Deathrider

The Dude
Andor ist super, wie es ist. Wer aber zur Polemisierung zu Begriffen wie Scheiße greift und dazu unterstellt man solle es ( laut Artikel) scheiße finden, darf sich nicht wundern wenn der Begriff aufgegriffen wird.
Gut, der Polemik hab ich mich schuldig gemacht. Danke für den Hinweis.
Wer gibt eigentlich noch etwas auf Buzzfeed?
Keine Ahnung. Die Seite kenne ich sonst nicht.
Ich freue mich halt über Erkenntnisgewinn, wo man keinen erwartet. In diesem Fall in der Kommentarsektion eines Beispiels von als Journalismus getarntem Meinungs-Fetisch. Als weißer fast 40-jähriger hetero ziz Mann bin ich nämlich bei solchen Themen auf unaufgeregt und verständlich dargelegte Sichtweisen Betroffener angewiesen.

Sorry, dass ich wieder offtopic ein sozialphilosophisches Fass aufgemacht habe. Liegt vielleicht auch daran, dass hier etwas kritisiert wird was mir grade gut an der Serie gefallen hat.

Bin schon wieder still. 😗 Hab euch lieb.
 

Envincar

der mecKercheF
Was würde denn die LGTBQ besser repräsentieren? Hätten die beiden ne Sex-Szene kriegen sollen damit auch der letzte Eisklotz versteht, dass die beiden Gefühle füreinander haben? Also sry das ist doch genau einer dieser Quatsch Artikel die die Welt nicht braucht. Andor hat LGTBG aber es muss expliziter und/oder noch mehr sein? Sry aber das spiegelt nicht mal unsere Gesellschaft wieder. Manchmal tun diese Leute in ihrer Bubble so als wäre jeder zweiter Mensch auf diesem Planeten Homosexuell.
Ich wette wäre es expliziter gezeigt worden, hätten sich andere aus der Community aufgeregt, dass es wieder typisch sei, dass die Heteros "normal" dargestellt werden und bei den Homosexuellen wieder übertrieben wird.

@Deathrider und wieso zum Henker musst du dich hier in irgendeiner Form entschuldigen. Solche Themen gehören nunmal mittlerweile dazu. Das hat nichts mit offtopic zu tun. Cancel dich gefälligst nicht selber ist ja schrecklich.
 

Cimmerier

Well-Known Member
Der Autor beschwert sich darüber, was die Serie sein könnte, aber nicht sein möchte. Finde so eine Kritik immer schwierig, weil sie nicht das beurteilt was da ist, sondern das, was man gerne haben möchte. Der Auftrag der Serie war ganz sicherlich nicht, irgendwie LGBTQ zu repräsentieren.
 

Revolvermann

Well-Known Member
Ich finde aber auch man muss hinterfragen in welcher Bubble man sich selbst befindet.
Ob man diverse Spotlight-Präsentationen (um den Begriff nochmal aufzugreifen) überhaupt welche sind. Man ist halt total dran gewöhnt das Liebschaften und Romanzen in beinahe jedem Stück Mainstream Kino einen mehr oder weniger großen Platz einnehmen. Nimmt man die, mit ordentlich Screentime bedachte, Hetero-Romanze und ersetze diese mit einem Homosexuellen Pärchen, bekommt der Film ect. umgehend Kritik, in der Form, dass man sich hier auf die sexuelle Orientierung fixieren würde.
Obwohl man hier im Grunde niemandem ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit schenkt. Es ist halt einfach ungewohnt. Da hört man dann immer schnell das Argument, man habe ja nichts gegen schwule Charaktere aber warum können die nicht einfach so schwul sein, merkt man ja im echten leben oft auch nicht. So nach dem Motto "Ist ja Okay aber zeigt es mir nicht". Da kann man sich aber auch fragen warum eine eingehende Romanze inkl. ständigem anhimmeln, Sexszenen usw. sofort als Spotlight-Präsentation angesehen wird, obwohl man in einem mehr als gängigen Klischee lediglich die sexuelle Orientierung der Protagonisten "geändert" hat?
Wie gesagt, ich finde nicht das Andor dadurch besser geworden wäre oder das man immer jedes brisante Thema aufgreifen muss. Darüber reden sollte man aber.
Ich fand Deathriders Kritik durchaus passend, nachdem er sich erklärt hatte. Diesen Austausch zu starten, die Kritik, ist doch alles legitim. Genauso wie der Artikel.
Komisch das laut dir @Envincar ein einziger polemisierender Satz, in einem Forum welches dem Austausch dient, vollkommen okay scheint, seine viel erhellendere Ausführungen aber "sich selbst canceln" ist.
Fändest du das auch wenn es um ein anderes Thema ging? Wenn es um Effekte ginge? Oder springt dieser Reflex nur bei politischen Themen an?
 

Deathrider

The Dude
@Deathrider und wieso zum Henker musst du dich hier in irgendeiner Form entschuldigen
Weil ich den Eindruck hatte, dass man solcher Themen in Franchise-Kontexten überdrüssig ist, oder man es als unpassend empfindet und ich nicht den Eindruck erwecken wollte hier auf Teufel komm heraus irgendeine "Agenda" "entlarven" zu wollen. Ich wollte kein totes Pferd schlagen, also sagte ich "ich lass es lieber ab jetzt".
Nimmt man die, mit ordentlich Screentime bedachte, Hetero-Romanze und ersetze diese mit einem Homosexuellen Pärchen, bekommt der Film ect. umgehend Kritik, in der Form, dass man sich hier auf die sexuelle Orientierung fixieren würde.
Sicher ist das etwas das man allgemein kritisieren könnte. In diesem Fall, also bei Andor, ist das m.E. aber total fehl am Platze, weil die Serie einfach von Grund auf keine romantische ist. Alle Beziehungen die hier dargestellt werden sind letztendlich ziemlich schräg.
Das Aristokratenpärchen das sich hasst, eine homosexuelle Beziehung die komplett unterkühlt ist und von Umständen verdrängt wird, eine toxische Geheimdienstlerin und ihr Stalker, die Familie eines Spacenazioffiziers die lieber ganz woanders wäre, eine Ehe in der der Mann mit den Unterdrückern kollaboriert und dafür stirbt... also ehrlich, wieso sollte es irgendjemandem in dieser Welt besser gehen als anderen? Nur weil die Beziehung nicht hetero ist? Würde eine positivistische Darstellung einer Homobeziehung dabei helfen, dass diese von allen anderen als normal anerkannt wird? Und letztendlich stelle ich die Frage: Ist diese ehrliche (im Sinne von "auch im Negativen gleichberechtigte") Art der Darstellung nicht viel wertschätzender als die Alternative?
 

Revolvermann

Well-Known Member
@Deathrider
Wie gesagt, was Andor angeht, gehe ich da mit. Das war alles ziemlich passend umgesetzt. Die Beziehungen der Menschen, egal welcher Art, wirkten natürlich und dienten immer der Show bzw. fügten dem Leben für, gegen und unter einem autokratischen System substantielle Charakterentwicklung und Realismus hinzu.
Ob das wertschätzender ist? Hm...ich weiß nicht ob man sowas unter dem Gesichtspunkt der Wertschätzung in Medien angehen sollte. Ich denke man sollte Liebesbeziehungen in Filmen und Serien immer passend zu dem inszenieren, was man erzählen will. Dabei darf sie positiv sein oder toxisch, im Mittelpunkt stehen oder nur Beiwerk sein. Natürlich kann auch die Orientierung selbst gerne im Mittelpunkt stehen, wenn es das ist was man erzählen will.
Ich denke wenn man diese unendlichen Internet-Kontroversen für sich selbst mal gedanklich beiseite schiebt, ist es wie mit jedem anderen Plot- oder Charakterelement: Wirkt es aufgesetzt, nimmt man es als Störfaktor wahr.
 

Deathrider

The Dude
Ich habe es ja deshalb als Frage formuliert, weil ich die Antwort darauf nicht geben kann, ohne dass man mir einen perspektivischen Bias unterstellen könnte. Ich kann nur mutmaßen, bis jemand unter den realweltlich Beteiligten/Betroffenen meine These falsifiziert oder verifiziert.
 

Envincar

der mecKercheF
Das Auffällige ist doch, dass die Kritiken diesbezüglich mittlerweile häufiger aus der LGTBQ Community kommen. Entweder sind die Homosexuellen zu klischeehaft dargestellt, wird eine homsexuelle Beziehung dann aber nur angedeutet oder wenig thematisiert, ist es auch nicht ausreichend. Manchmal frage ich mich ja wie sich diese Kritiker, Blogger was auch immer vorstellen, wie man LGTBQ in eine Serie wie Andor hätte perfekt umsetzen können. Manchmal habe ich das Gefühl, dass man versucht irgendwie das Haar in der Suppe zu finden, um irgendeinen Stuss schreiben zu können, damit man sein Pensum erreicht und halbwegs "relevant" bleibt. Wie du selbst sagst @Revolvermann es kommt immer drauf an ob es in die Geschichte und das Verhalten passt. Wenn man sich die Kommentare unter diesem Buzzfeed-Beitrag durchliest scheint das die Mehrheit dort durchaus kritisch zu sehen was der Typ da verwurstet hat.

"Als weißer fast 40-jähriger hetero ziz Mann bin ich nämlich bei solchen Themen auf unaufgeregt und verständlich dargelegte Sichtweisen Betroffener angewiesen." Solche Sätze, sowie eine grundlose Entschuldigung weil man ein Thema anspricht, sind für mich einfach Selbstcancelung. Dürften nur noch Betroffene zu irgendeinem Thema eine Meinung haben, hätten wir ein ganz großes Problem in dieser Gesellschaft. Nur weil man Homosexuell ist, ist man nicht automatisch Experte dafür, wie so etwas in Filmen/Serien dargestellt werden kann/darf/muss. Leider nimmt das aber in immer mehr Bereichen Überhand...weiße Historiker (meist alte Männer) die ihr Leben lang bspw. afrikanische Geschichte studiert haben, werden teilweise gecancelt weil sie ja nicht die richtige Hautfarbe haben.

Ich habe es ja deshalb als Frage formuliert, weil ich die Antwort darauf nicht geben kann, ohne dass man mir einen perspektivischen Bias unterstellen könnte. Ich kann nur mutmaßen, bis jemand unter den realweltlich Beteiligten/Betroffenen meine These falsifiziert oder verifiziert.
Und wenn jetzt ein Betroffener kommt und sagt das ist super dargestellt und ein anderer Betroffener kommt und sagt das ist Müll...was dann? Dann bist du letztlich auch nicht schlauer. Als halbwegs intelligenter Mensch mit einem halbwegs gut justierten Moralkompass, sollte man so etwas auch für sich selbst beantworten können ohne die Befürchtung zu haben, dass einem irgendwer irgendwas unterstellt und wenn andere deine Empfindung oder Meinung kacke finden dann ist das halt so aber kein Grund diese dann zu verheimlichen wenn man das Bedürfnis hat diese mitzuteilen.
 

Revolvermann

Well-Known Member
"Als weißer fast 40-jähriger hetero ziz Mann bin ich nämlich bei solchen Themen auf unaufgeregt und verständlich dargelegte Sichtweisen Betroffener angewiesen." Solche Sätze, sowie eine grundlose Entschuldigung weil man ein Thema anspricht, sind für mich einfach Selbstcancelung. Dürften nur noch Betroffene zu irgendeinem Thema eine Meinung haben, hätten wir ein ganz großes Problem in dieser Gesellschaft. Nur weil man Homosexuell ist, ist man nicht automatisch Experte dafür, wie so etwas in Filmen/Serien dargestellt werden kann/darf/muss. Leider nimmt das aber in immer mehr Bereichen Überhand...
Und wenn jetzt ein Betroffener kommt und sagt das ist super dargestellt und ein anderer Betroffener kommt und sagt das ist Müll...was dann?
Mir gehts ja nicht wie gesagt speziell um Andor sondern in diesem Fall eher um die Aufnahme anderer Sichtweisen. Das nimmt jetzt langsam überhand? Vielleicht einfach weil homosexuelle Menschen und andere Minderheiten in der Gesellschaft mehr Raum bekommen.
Da dann immer sofort in die Defensive zu gehen und "Canceln" rufen ist für mich der verzweifelte Versuch sich damit nicht auseinandersetzen zu müssen.
Nur weil Deathrider auf verständlich dargelegte Sichtweisen von Betroffenen angewiesen ist um ein Thema vollends zu überblicken, bedeutet das doch nicht das er diese Meinung im Nachhinein uneingeschränkt teilt. Noch ist es "Selbst-Canceln". Ob so ein Ausdruck hier überhaupt Sinn macht, sei mal dahingestellt.
Um Dinge zu verstehen sind wir überall auf die Sichtweisen und Eindrücke anderer Menschen angewiesen. Bei anderen Themen löst es einfach nicht diesen Entrüstungs-Reflex aus, weil es halt nicht um Sexualität und irgendein Popcorn Franchise geht.
Ich meine, mache Filme und Serien ernten im Internet und teilweise auch hier tage- und wochenlange Kritik im Bezug auf alle erdenklichen Aspekte. Kritisiert aber jemand in einem einzigen Artikel einen seiner Meinung nach fehlenden LGBTQ Aspekt, nimmt das umgehend "überhand" und die Aussage sich im Zweifelsfall näher mit dem Thema zu beschäftigen ist ein "schrecklicher" Rückzug aus dem Culture War.
An einer Diskussion nicht mehr teilzunehmen oder nicht teilnehmen zu wollen, nannte man früher einfach aus dem Thread zurückziehen. Was im Übrigen auch niemand gemacht hat. Sich andere Sichtweisen anhören, sei es in Gesprächen oder in Artikelform ist nichts anderes als sich einen Überblick zu verschaffen.
 

Deathrider

The Dude
Das Auffällige ist doch, dass die Kritiken diesbezüglich mittlerweile häufiger aus der LGTBQ Community kommen. Entweder sind die Homosexuellen zu klischeehaft dargestellt, wird eine homsexuelle Beziehung dann aber nur angedeutet oder wenig thematisiert, ist es auch nicht ausreichend.
Ich denke die Community hat einfach das Selbstbewusstsein entwickelt, sowas öfter anzusprechen. Gleichzeitig ist es aber auch noch immer eine Ansammlung von Einzelpersonen mit jew. eigener Meinung zu Thema XY. Wenn jemand eine steile These kn den Raum wirft, werden die Reaktionen derjenigen als dessen Sprachrohr sich der Autor oder die Autorin ausgibt für interessierte Außenstehende nochmal besonders wertvoll.
Dürften nur noch Betroffene zu irgendeinem Thema eine Meinung haben, hätten wir ein ganz großes Problem in dieser Gesellschaft.
An dem Punkt sind wir doch oftmals schon. Das aber auch nicht immer zu Unrecht. Natürlich kann ich, als jemand der nie etwa Rassismus über sich hat ergehen lassen müssen, nicht wissen wie das ist oder wie ein Betroffener darüber genau denkt. Ich mutmaßen, versuchen mich hineinzuversetzen und Fragen stellen, aber ab dem Zeitpunkt wenn ich meine Mutmaßungen als Fakten versuche zu verkaufen, wird es kritisch.
Klar will ich mitdiskutieren können und nicht ausgeschlossen werden, will kritisch sein und auch mal advocatus diaboli spielen dürfen, ohne als sonstwas beschimpft zu werden. Aber ein echter Erkenntnisgewinn geht nicht ohne Betroffene. Und das geht nur in einem offenen und inklusiven Diskurs, aber nicht im isolierten Postulat von unüberprüften Thesen oder unausgegorenen Forderungen.
 
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