Star Wars Episode IX: Der Aufstieg Skywalkers (spoiler-frei) [Kritik]

McKenzie

Unchained
Die Fage, wer denn Schuld habe daran, dass IX solcher Käse wurde, ist aber eine recht witzige. Meiner Ansicht nach hat Johnson zwar eine gewisse Mitschuld, denn TLJ ist eben wie er ist und hat tatsächlich wenig für einen Nachfolger hinterlassen, aber letzten Endes trifft die Hauptschuld halt eher die, die ihm derart freie Hand gelassen haben weil sie keinen Plan hatten.

Ich hab es mal so verglichen dass Johnson wie ein überambitionierter Fahrschüler im Auto sitzt und fröhlich rote Ampeln überfährt und andere Verkehrsteilnehmer schneidet, weil das so "erfrischend überraschend" für diese sei, und Kathleen Kennedy sitzt als Fahrlehrerin daneben und lässt ihn kommentarlos machen, weil sonst rauskäme dass sie den Job angenommen hat obwohl sie gar nicht autofahren kann.
 

Cimmerier

Well-Known Member
Wenn man einen Kommentar abgibt, muss man in einem Forum doch grundsätzlich damit rechnen, dass eine Reaktion erfolgt. Das gilt doch umso mehr, wenn es ein Seitenhieb ist, finde ich.
 

Shins

Moderator
Teammitglied
Ich finde dieses Ruin Johnson auch echt daneben. Daher: Was Raphiw sagt. Und auch wieder das, was Gonzo sagt. Und auch, was viele andere hier sagen. Ich liebe es, ganz unterschiedliche Meinungen zu hören und als Episode 8 Fan tausche ich mich auch gerne mit Kritikern aus. Aber ich habe einfach ein sehr komisches Gefühl, wenn ich das Gefühl habe, jemand ist bis ins Blut persönlich beleidigt, wenn ein Film, egal wie groß und popkulturell wichtig er sein mag, nicht seinen Erwartungen entsprach. Solche krassen Gefühlsausbrüche können doch schon nichts mehr mit dem eigentlichen Film zu tun haben. Da hängt doch mehr dran, oder? Und in dem Moment geht es auch nicht mehr um die Diskussion des Films meiner Meinung nach. Das ist schwierig... Ich finde wie gesagt, Gonzo hat das perfekt auf den Punkt gebracht.
 

Mr.Anderson

Kleriker
@TheReelGuy

Oh ja... und wie Rian und du mir unter die Haut gehen könnt! Meine Kindheit habt ihr aber nicht zerstört. Letztlich geht es hier nur um den Mittelteil einer mittelmäßigen Trilogie. Aber dennoch... in gewissen Momenten kann ich einfach nicht anders.

Nebenbei... Ruin nenne ich ihn eigentlich nur hier und auch nur TheReelGuy zuliebe, weil ich weiß dass ihm das unter die Haut geht. :ugly:

Mir gehts eigentlich auch gar nicht so sehr um den Film. Wie ich schon mehrfach erwähnt habe, konnte ich mich mit dem einigermaßen arrangieren. Mir geht es um Johnsons Umgang mit den SW Fans, der ihn für mich verarchtenswert macht. Und darum nervts mich immer wieder, wenn jemand ausgerechnet für dieses selbstgerechte Arschloch in die Bresche springt.
 

TheRealNeo

Well-Known Member
Teammitglied
Man sollte einfach nicht vergessen, dass schon mit Episode VIII Rian Johnson Erzählgewohnheiten bricht. Und dieser Bruch ist aber weniger Provokation, sondern mehr ein kreatives Experiment, sich gegen jahrhundertlange Traditionen u.a. der Heldenreise zu stellen. Das heißt eben auch, dass der typische Kampf Gut gegen Böse aufgebrochen wird und man dann auch schon in der Anlage eines Episode IV auf einen Überbösewicht hätte verzichten müssen. Ein Imperator musste aus dem Hut gezaubert werden, weil Disney/Abrams an diesen Erzähltraditionen festhalten wollten und nicht, weil ihnen Rian Johnson keine andere Wahl ließ.

Dahingehend darf man auch gespannt sein, wenn Rian Johnson seine Trilogie machen darf - und aktuell könnte wohl nur das das Kino-Franchise STAR WARS retten - wie er überhaupt einen Bösewicht oder generell seine Figuren anlegt. Ich glaube da könnte man sich auf viel Ambivalenz freuen, die man so wahrscheinlich am allerwenigsten vom Blockbuster-Kino gewohnt ist, aber gerade da entsteht dann auch der Reiz und am Ende auch die Überraschung.
 

McKenzie

Unchained
Das heißt eben auch, dass der typische Kampf Gut gegen Böse aufgebrochen wird
Es wäre so awesome gewesen, wäre er damit konsequent geblieben und hätte nicht doch am Ende gekniffen und Kylo zum Bad Guy gemacht. Hätte der Film damit geendet, dass Rey seine Hand nimmt, hätte er eine wahnsinnig interessante Vorlage für den nächsten Teil geliefert. Vielleicht hat ihn dazu ja Disney gedrängt, weiß man meines Wissens nicht.
 

McKenzie

Unchained
Ja aber ob Disney an einem "Fickt euch" so interessiert wäre? Und naja, Johnson mag patzig antworten, aber ich glaub er hasst die Hater jetzt nicht so sehr, dass er drei Filme für sie dreht :ugly:
 

Revolvermann

Well-Known Member
Ich mochte TLJ aber Johnsons Output ist eigentlich viel zu interessant um ihn noch mal Jahre an irgendein Franchise zu ketten.
Von mir aus können die Star Wars nun im Kino sowieso erstmal eine ganze Weile ruhen lassen.
 

Raphiw

Godfather of drool
Ich würde es feiern. :ugly:

Episode 10 - the adventure of Jarjar
Episode 11 - the last jedi 2
...
Leider ist es schwer sich noch etwas schlimmeres im SW Universum vorzustellen.

Interessanter wäre allerdings wirklich eine neue Reihe mit einem "the last sith" zu beginnen.
 

TheGreatGonzo

Not interested in Naval Policy
Teammitglied
Star Wars braucht Leute wie Rian Johnson unbedingt, andersrum aber eher nicht. Johnsons Knives Out war erfolgreich, wenn der zweite Teil kommt, wird der sicher auch erfolgreich. Mit so ein paar Hits in der Tasche (inklusive Star Wars) bekommt der dann auch schnell viel mehr Geld für einen Original-Blockbuster.
 

Metroplex

Well-Known Member
Dahingehend darf man auch gespannt sein, wenn Rian Johnson seine Trilogie machen darf
Ich denke Disney ist sich bewusst was los wäre wenn es tatsächlich zu dieser Trilogie kommen würde.

Ich hab es mal so verglichen dass Johnson wie ein überambitionierter Fahrschüler im Auto sitzt und fröhlich rote Ampeln überfährt und andere Verkehrsteilnehmer schneidet, weil das so "erfrischend überraschend" für diese sei, und Kathleen Kennedy sitzt als Fahrlehrerin daneben und lässt ihn kommentarlos machen, weil sonst rauskäme dass sie den Job angenommen hat obwohl sie gar nicht autofahren kann.
Das ist eine erschreckend treffende Beschreibung.

Aber ich habe einfach ein sehr komisches Gefühl, wenn ich das Gefühl habe, jemand ist bis ins Blut persönlich beleidigt, wenn ein Film, egal wie groß und popkulturell wichtig er sein mag, nicht seinen Erwartungen entsprach. Solche krassen Gefühlsausbrüche können doch schon nichts mehr mit dem eigentlichen Film zu tun haben. Da hängt doch mehr dran, oder?
Ganz ehrlich, ich fand den Film einfach schlecht und unglaublich schade um die verlorene Trilogie. Aber es sind mehr die Verteidiger welche mich rasend machen, weil ich mich einfach unverstanden fühle.
Es ist wie wenn ich einem Republikaner versuche die Vorteile einer Krankenversicherung zu erklären und sie wollen und wollen es einfach nicht verstehen. Umgekehrt wird es ja vermutlich genau so sein, die TLJ Befürworter werden nicht verstehen können wie man den Film nicht lieben kann.

Vermutlich weil ich halt Star Wars wie es bis jetzt war TOLL fand. Warum soll ich etwas wollen was so überhaupt nicht Star Wars entspricht? Fänden es Fussballfans denn toll wenn man, um etwas frischen Wind in das Spiel zu bringen, einen zweiten Ball einführt, und ausserdem den Torwart streicht? Einfach damit es mal was anderes ist?

Star Wars ist kein hochstehendes Kino, Star Wars ist comfort food. Ich wollte Burger mit Pommes, bekomme aber kleine Häppchen vom Sternekoch und gehe hungrig nach hause.
Das einzig gute was TLJ hervorgebracht hat, waren die Porg. Von mir aus kann Johnson eine Porg Trilogie drehen.
 

Raphiw

Godfather of drool
Ich denke man überbewertet die Tragik um die Trilogie und der Blick ist etwas verklärt. Jahrelang waren Episode 1 und 2 (teilweise auch 3) die schwarzen Schafe und generell das Politikgeschwafel der prequels, der Jarjar-Eklat, das alles aus dem Rechner kam, der nervige Anakin, die Schmierenromanze, die lamen Schauplätze, der Kitsch und die vorhersehbarkeit. Und und und... Heute sieht es so aus als ob die Sequels das große übel wären. Aber ehrlich gesagt schaue ich mir lieber noch Mal die ganze neue Trilogie zweimal an, als mir noch Mal diese Anhäufung von Fremdschammomenten in Episode 1 nochmal zu durchleben. Nur irgendwie ist hier der Aufschrei größer.

Nicht falsch verstehen. Inzwischen genießen die prequels auch eine gewisse Nostalgie und sie haben uns auch coole Sachen wie Darth Maul gebracht, aber im großen und ganzen... Ne, da flieg ich doch lieber mit Rey und chewie durchs All beim Kampf gegen Snoke als mit Anni und Padme im Kampf gegen Reißbrett Bösewicht Grevious.
 

Deathrider

The Dude
Doch. Gerade deswegen. Entweder als großes "fickt euch", weil Franchises nie so einen Stellenwert haben dürfen das man sich zerfleischt oder um zu beweisen daß seine Vision funktioniert oder beides. :smile:
Meiner Meinung nach war TLJ bereits dieses "fickt euch". Das mit dem übertriebenen Stellenwert ist aber komplett richtig. Wenn man so will, hat mich TLJ davon "geheilt" mich als Star Wars Fan zu sehen. Nach Episode 8 ist mir das Franchise ziemlich egal. Die Tatsache dass ich mich trotzdem noch immer mit dem Thema beschäftige und hier schreibe, ist die Trauer um meine verlorene kindliche Naivität und meine anhaltende Verblüffung darüber dass es Menschen gibt die TLJ supertoll finden.

Johnsons Output ist eigentlich viel zu interessant um ihn noch mal Jahre an irgendein Franchise zu ketten.
Absolut richtig. Ich mag ALLE seine Filme außer Episode 8 und halte Knives Out für einen der besten (wenn nicht sogar den besten) Film 2019.
Spitznamen wie Ruin Johnson halte ich daher für komplett albern und werden dem einfach nicht gerecht.

Von mir aus können die Star Wars nun im Kino sowieso erstmal eine ganze Weile ruhen lassen.
Auch hier absolut richtig! Es ist sowas von die Luft raus. Ich denke die Serien (Mandalorian macht es ja anscheinend vor) werden den Franchise erstmal weitertragen, bis für die nächste Trilogie kein kohärenter Plan steht (diese High Republic Sülze können die sich btw. in die Haare schmieren).
 
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