Story LIII - Hm

Clive77

Serial Watcher
Teammitglied
Eberhardt
Eberhardt saß auf dem matschigen Boden und hielt sein gebrochenes Bein. Ihm war ganz mulmig zumute.
“Wir werden dich hier zurücklassen müssen”, bestätigte Johnson seine Befürchtungen. Ganz trocken, während er starr voraus in den Dschungel blickte. Als hätte er Eberhardt gedanklich schon hinter sich gelassen und das nächste Hindernis taxiert. “Wir können nicht dich und die Truhe mit uns tragen. Das geht einfach nicht. Und du weißt, was wichtiger ist!”
Eberhardt sah zu Meyer, der betreten neben der Truhe stand.
“Meyer! Hey! Sag doch auch was! Komm schon Mann, ihr könnt mich hier doch nicht zurücklassen. Ich überleb’ hier keine Nacht, das weißt du!”
“Eberhardt...tut mir Leid...aber du weißt...die Truhe...Ich muss auch an mich denken, Eberhardt. Verdammt.”
Der Verletzte nickte. “Mhm. Klar...Okay, kein Problem. Ich komm einfach mit.”

Eberhardt versuchte, sich aufzurichten. Doch schon nach der ersten Belastung des verletztes Beines brach er mit einem Schmerzensschrei zusammen. Meyer trat ein paar zögerliche Schritte auf ihn zu, ehe er von Johnson zur Truhe gerufen wurde. Er warf Eberhardt einen letzten, entschuldigenden Blick zu, bevor er an die Rückseite der Truhe trat und sie anhand der fixierten Pfahle schulterte, genauso wie Johnson vorne. Wortlos schritten sie davon, während Eberhardt ihnen hinterher schaute, bis sie im Dickicht des Dschungels verschwanden.

Johnson
Später lag Johnson im Dunkeln und allein auf der feuchten Erde. Es hatte ihn einige Überredungskunst gefordert, Meyer dazu zu bringen, mit der Truhe weiterzuziehen. Aber sie hatten keine andere Wahl, nachdem auch Johnson sich das Bein gebrochen hatte. Er oder Eberhardt waren längst nicht so wichtig, wie das, was sich in der Truhe befand.

Es dauerte eine Weile, bis er einschlafen konnte. Sein Bein pochte, er war durstig, die Geräusche des Dschungels kamen aus allen Richtungen. Als er erwachte, kniete Eberhardt über ihm, eine Pistole auf sein Gesicht gerichtet.
“Du?”, entfuhr es Johnson nüchtern.
Nach einigen Sekunden fuhr die Spannung aus Eberhardts Körper und er ließ sich umständlich neben Johnson nieder.
“Ja”, sagte er und deutete mit der Pistole auf Johnsons notdürftig verbundenes Bein. “Du auch?”
“Jop.”
Eberhardt lachte. Nach einigen Sekunden fiel Johnson mit ein. Dann ging die Sonne auf. Die beiden Männer schauten sich an.
“Packen wir’s?”
“Auf geht’s!”
Sie halfen sich gegenseitig auf und folgten Meyer.

Meyer
Sie fanden nicht Meyer, sie fanden die Truhe.

McConnor
Humpelnd näherten sie sich der Kiste. Sie stand allein und verlassen auf einer kleinen Lichtung in der Nähe des Flusses. Johnson legte eine Hand auf die Truhe.
“Wir bringen dich nach Hause!”
“Nicht so schnell!”, erklang eine Stimme aus dem Dickicht. Zum Vorschein trat ein Mann mit Schnauzer und Gewehr. Letzteres war auf Eberhardt und Johnson gerichtet.
“McConnor!”, murmelte Johnson.
“Eben jener”, erwiderte McConnor. “Ihr dachtet wohl, ihr könntet mich einfach so abservieren? Nun, au contraire! Los, zusammenrücken, ihr zwei!”
Während Eberhardt sich hinter Johnson stellte, fragte Letzterer: “Wo ist Meyer?”
McConnor lächelte und deutete mit dem Kopf in Richtung Fluss.
“Oh, ich fürchte, der schläft jetzt bei den Piranhas!” Er lachte.
“So wie du auch bald!”, rief Eberhardt und zog seine Pistole. Dabei belastete er sein Bein für einen Moment, stöhnte auf und stützte sich auf Johnson, der ebenso ins Wanken geriet.
McConnor beobachtete die beiden mit einem amüsierten Lächeln.
“Au contraire!”, sagte er schon wieder, “Her mit der Knarre!” Eberhardt gab ihm notgedrungen die Pistole.
“Und jetzt”, fuhr McConnor fort, während er das Gewehr schulterte und die Pistole auf das Duo richtete, ”ran an die Truhe! Tragen wir das Baby nach Hause!”
“Nein!”, schrie Eberhardt und stolperte auf McConnor zu. Der hob eine Augenbraue und drückte ab. Nichts geschah. Die Pistole klickte nur. McConnor guckte verdutzt. Eberhardt rannte ihn um. Nach einem kurzen Gerangel lag McConnor blutend am Boden, während Johnson das Gewehr auf ihn richtete. Und wenig später schliff McConnor ächzend die Truhe hinter sich her, während Johnson und Eberhardt ihm folgten.

“Weißt du,” sagte Eberhardt nach einiger Zeit, “Wenn ich mir McConnor so betrachte, und du hast Meyer auch allein mit der Truhe weggeschickt…Hättet ihr mich nicht doch einfach mitnehmen können? Anstatt mich liegen zu lassen?”
Johnson nickte.
“Ja. Rückblickend schon. Ich habe auch eine Frage.”
“Hm?”
“Letzte Nacht, als du mich gefunden hast, da hab’ ich ja geschlafen.”
“Hm.”
“Ich frage mich…”, sagte Johnson und warf Eberhardt einen Blick von der Seite zu, “ob ich nicht vielleicht durch ein Klicken wach geworden bin?”
Eberhardt erwiderte den Blick für einen kurzen Moment und konzentrierte sich dann wieder auf den fluchenden McConnor und die Truhe, in der sich sehr viel Gold befand.
“Hm”, sagte er.
 

MamoChan

Well-Known Member
Tja, klein aber fein. Es wurden nicht viele Worte gewechselt, das Thema wurde gut aufgegriffen. Keine großen Überraschungen. Keine Rückblicke, keine Erklärungen. Alle nötigen Infos erhält man durch den Kontex. Hat mir ehrlich gefallen. Einzig fragte ich mich, wohin sie denn die Truhe zurückbringen wollten. Vielmehr hätte ich gedacht, sie würden die Beute fortbringen wollen. Was war so wichtig daran, die Truhe zurückzubringen?
 

HurriMcDurr

Well-Known Member
Solider Eintrag zum Geschichtenwettbewerb, aber auf der anderen Seite habe ich das Gefühl als hätte ich diese Szene bereits 3-5mal gesehen/gelesen/gehört. Keine Überraschungen, alles lief in etwa so wie ichs mir dachte. Wenn man mit solchen altbekannten Tropen spielt und sich so kurz fasst muss man mmn noch irgendeinen Knall einbauen mit dem man sich vom restlichen Feld abhebt. Vielleicht hätte man was Ausgefallenes mit dem Kisteninhalt machen können...
 

Rantman

Formerly known as Wurzelgnom
Ich hatte im Diskussionsthread ja geschrieben, dass mir persönlich hier zu wenig konstruktives Feedback gegeben wird. Insofern möchte ich gerne damit anfangen. Ich möchte vorwegnehmen, dass ich niemanden verletzten möchte, sondern gut gemeinte Kritik geben möchte um in Zukunft etwas besser zu machen. Und natürlich alles, was ich schreibe, immer subjektiv ist und meine persönliche Meinung darstellt.
Wer daran kein Interesse hat, kann das auch gern ignorieren.

Für mich sind bei der Bewertung einer Kurzgeschichte folgende Punkte relevant:

- Inhaltliche Umsetzung / Interne Logik
- Idee / Bedeutung & Interpretation
- Sprache / Stil



Inhaltliche Umsetzung / Interne Logik:
Für mich hat die Geschichte inhaltliche Probleme, den Fokus zu finden. Was ist der rote Faden, um den es geht? Worauf soll es hinauslaufen? Was ist der spannende Reveal? Für mich beim Lesen war es sehr konfus, da die Geschichte nicht so wirkte, als hätte sie ein klares Ziel.
Erst wird Eberhardt zurückgelassen, weil er nicht alleine laufen kann und Meyer und Johnson die Kiste tragen müssen. Als Johnson sich verletzt, ist Meyer plötzlich alleine in der Lage, mit der Kiste wegzugehen. Und Eberhardt kann plötzlich doch vorwärts und trifft auf Johnson und will diesen erschießen. Dann gehen beide verletzte trotzdem zusammen vorwärts und finden die Kiste irgendwo liegen. Und einen vierten Typen McConnor, der aus Gründen nichts besseres zu tun hat als im Busch darauf zu warten, dass jemand vorbei kommt und möchte dass die beiden verletzten, die eigentlich kaum laufen können, jetzt auf einmal die Kiste tragen sollen. Dann ist aber der große Twist am Ende, dass Eberhardt Johnson erschießen wollte, aber die Pistole kaputt war. Und dass man Eberhardt womöglich nur deswegen zurück gelassen hat, weil man das Gold nicht mit ihm teilen wollte.

Insgesamt fehlt mir hier der rote Faden und ein Ziel. Auch der große Reveal ist das ja nicht wirklich, weil man vorher schon gelesen hat, dass Eberhardt mit der Pistole auf Johnson gezielt hatte. Ich denke, dass die Geschichte Potential hat und mit ein wenig Nachbearbeitung deutlich besser sein könnte.

So, wie sie ist, für mich leider inhaltlich misslungen. 3/10


Idee:
Eine schwere Schatzkiste muss aus dem Dschungel getragen werden. Die Protagonisten verhalten sich alle wie Ärsche, denen der Schatz wichtiger ist als das Wohlergehen der Kollegen. Es wird ohne jegliches Gewissen auf Personen verzichtet, Verletzte zurück gelassen oder sogar ermordet.
Die Idee ist nett, insbesondere mag ich, wie das Thema des Wettbewerbs interpretiert worden ist. Was ich nicht mag, ist der Fokus gegen Ende. Wie Hurri schon schrieb, wäre es interessanter gewesen, wenn in der Kiste etwas überraschendes drin gewesen wäre. Im Laufe der Geschichte wird ja quasi Spannung darüber aufgebaut. Was ist so wichtig, dass man dafür seine Kumpanen verrät? Und dann ist es einfach nur Gold? Das ist, zumindest für mich, enttäuschend. Und plötzlich ändert sich der Fokus der Geschichte und es geht darum, ob der eine den anderen versucht hatte, umzubringen. Für mich eine Geschichte mit gutem Ansatz, der etwas fehlt. 5/10

Sprache:
Die Unterteilung in Abschnitte verstehe ich nicht.
In der Regel wird so etwas gemacht, wenn man in jedem Abschnitt die Sicht einer anderen Person betrachtet. Der Personelle Erzähler wechselt. Das ist hier nicht der Fall. Das sorgt bei mir mehr für Verwirrung als alles andere. Weil ich mich frage, warum das gemacht wird.
Der Sprachstil ist sehr neutral. Durch den großen Anteil von Gesprächen ist nur wenig Platz für Beschreibungen. Und diese sind dann meist sehr einfach gehalten. Keine Ausschweifungen, wenig schmückende Adjektive. Und vor allen Dingen keine Gefühle. Beispielhaft die Szene, als Eberhardt zurück gelassen wird. Ist er enttäuscht? Wütend? Traurig? Hat er Angst zu sterben? Schwört er Rache? Wir erfahren nichts über das Innenleben der Protagonisten. Was wiederum die Frage aufwirft... warum die Unterteilung in die 4 Abschnitte?
Das fehlende Innenleben sorgt dafür, dass man als Leser keine Bindung zu den Charakteren aufbaut. Man weiß nicht, für wen man sein soll. Dadurch ist man emotional nicht investiert und liest einfach nur runter, ohne gepackt zu werden.
Würde man die Geschichte mehr auf Eberhardts Innenleben fokussieren, würde auch das Ende einen stärkeren Effekt haben. Wir verfolgen die Person, die zurück gelassen wurde. Haben Mitleid, wünschen ihm, dass er lebendig rauskommt. Und am Ende erfahren wir, dass er versuchte, Johnson zu erschießen und damit genau so ein Arsch ist wie alle anderen auch. Das hat einen vollkommen anderen Eindruck.
Zusammenfassend: Einerseits sprachlich zu neutral und langweilig, andererseits mit Stilmitteln, deren Zweck mir nicht klar ist. 2/10


Fazit: 10/30 Punkten und viel Potential nach oben. Ein paar kleine Anpassungen und die Geschichte könnte richtig gut werden.
 

Rantman

Formerly known as Wurzelgnom
Ich persönlich finde, dass man mit einer Kritik und Diskussion mehr als Autor anfangen kann, als wenn man einfach nur hört "ist toll". Als AUtor möchte man ja wissen, was kann man besser machen, woran sollte man arbeiten.
Im besten Fall nimmt jemand das Feedback und schreibt die Geschichte noch einmal um, erstellt eine verbesserte 2te Version. (Falls das jemand macht: Gern den nächsten Versuch wieder online stellen).
Und das ist ja ein typischer Schreibprozess. Jede Geschichte geht durch x Iterationen. Freunde, Bekannte, Lektoren...
Es dauert, bis eine Geschichte wirklich fertig ist und niemand sollte sich scheuen, Feedback aufzunehmen und die Punkte, die für einen relevant sind, mitzutragen. Nicht jedes Feedback wird übernommen werden, aber vlt das eine oder andere.

Wenn BG den Wettbewerb auf das nächste Level bringen möchte, wäre es schön, wenn zumindest die Autoren unter sich ein wenig mehr Feedback geben. Man hilft andern und bekommt selbst Hilfe.
Von unbeteiligten Lesern kann man sowas nicht erwarten, aber zumindest ein bisschen von regelmäßigen Teilnehmern :smile:
 

vampireMiyu

Well-Known Member
Hmmm. Ich konnte der Geschichte leider irgendwie so gar nichts abgewinnen. Die Idee war nicht neu und hatte auch keinen besonderen Twist, der ihn von anderen abhebt. Ich fand sie auch sehr wirr geschrieben und es fiel mir schwer der Geschichte zu folgen - bzw verstanden habe ich schon alles, aber die Wechsel haben mich immer wieder rausgerissen, weil ich mich neu orientieren musste. Dafür waren die Passagen aber wieder zu kurz. Wenn ich mich gerade in der Szene gefunden habe, wurde die wieder gewechselt.
Ansonsten kann ich hier nicht viel sagen. Stilistisch sticht hier nichts hervor, stört aber auch nicht. Fehler sind mir auch keine beim Lesen aufgefallen. Es ist nett, aber irgendwas fehlt.
 

MamoChan

Well-Known Member
Ich persönlich finde, dass man mit einer Kritik und Diskussion mehr als Autor anfangen kann, als wenn man einfach nur hört "ist toll". Als AUtor möchte man ja wissen, was kann man besser machen, woran sollte man arbeiten.
Ja, da hast Du absolut recht. Ich sehe es ganz genau so. Nur bin ich bisher immer davon ausgegangen, schon mehr als nur "Ist toll" oder "ist doof" gesagt zu haben und auch dargelegt zu haben, welche Punkte ich gut oder nicht so gelungen fand. Und dann kommst Du mit so einer Kritik, und ich denke nur "Wow! :blink:" und im Anschluss dann "Oh scheiße." 😅
Ich werde natürlich weiter versuchen auf die einzelnen Punkte einzugehen, aber so detailliert wie Du die einzelnen Geschichten hier auseinandergepflückt hast, muss man das erstmal hinbekommen.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Eine nette kleine Geschichte, würde ich sagen. Der Anfang gefiel mir gut, danach hatte ich aber das Gefühl, dass dem Autor die Zeit fehlte und der Rest zusammenfassend und auf die Schnelle geschrieben wurde. Wie meine Vorredner schon sagten, ist die Geschichte recht konfus aufgebaut und etwas mehr Struktur nicht schaden würde.
Insgesamt ist die Story trotzdem nicht schlecht.

Was ausführlichere Kritiken betrifft: zum Einen fällt mir zu einer Kurzgeschichte in der Regel nicht so viel ein, dass ich einen langen Text dazu verfassen könnte (der manchmal länger als die Story selbst wäre), und ich will auch nicht immer die gleichen Kritikpunkte ausführlich beschreiben, die schon vor mir genannt wurden. Zum Anderen frage ich mich, ob potenzielle Teilnehmer nicht abgeschreckt werden, wenn sie sehen, dass die Geschichten sehr gründlich auseinandergenommen werden. Länger als ein Satz kann die Kritik gerne sein, aber so eine Analyse ist in meinen Augen ein wenig übertrieben für diesen Wettbewerb. Durch Feedback kann man sich als Autor weiterentwickeln, und das tun wir hier auch. Aber in erster Linie sollte der Wettbewerb doch Spaß machen und keine trockene, strenge Schreibschule sein.
Ich würde sagen, der Mittelweg wäre hier optimal, aber jeder kann natürlich selbst entscheiden, wie gründlich er oder sie die Geschichten kritisiert.
 

Sittich

Well-Known Member
Das ist meine Geschichte. Vielen Dank für die Kommentare.

Wie vermutet, habe ich sie kurz vor Deadline verfasst. Den grundlegenden Plot hatte ich schon ein paar Wochen im Kopf, habe mich aber nicht rechtzeitig zum Schreiben aufraffen können. Wollte aber dennoch etwas abgeben. Mit mehr Zeit wäre ich das Ding sicher ernsthaft angegangen.

Ich habe mich dann, und ich hoffe, das nimmt man mir ab, bewusst dazu entschieden, die Geschichte sehr plump zu schreiben. Bei vielen Dingen, die ich da oben verbrochen habe (Die Kapiteleinteilung, die plumpe Offenbarung des (ebenso plumpen) Truheninhalts, viele simple Formulierungen ("Dann ging die Sonne auf"), etc.) musste ich einfach schmunzeln, als ich sie niedergeschrieben habe. Ich hatte gehofft, dass sich dieses Schmunzeln auch auf den Leser überträgt, aber das ist ordentlich misslungen.
 

Clive77

Serial Watcher
Teammitglied
Mir hat deine Geschichte übrigens gefallen, auch wenn sie von mir keine Punkte bekommen hat (gilt auch für die anderen Geschichten, die von mir keine Punkte erhalten haben). Ich glaube, wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, wäre mir vermutlich eine ähnliche Geschichte (bei "etwas tragen" fiel mir direkt ein schwerer Schatz ein, wenngleich das Thema natürlich wesentlich mehr hergibt) aus den Fingern geflossen.
Aber über das Ideenstadium bin ich mal wieder nicht hinausgekommen, leider. Das muss ich demnächst echt mal in den Griff bekommen, denn selbst, wenn kurz vor knapp noch was zustande kommt, ist das besser, als mit leeren Händen zur Deadline dazustehen. Jedenfalls ist mein letzter Beitrag zum Wettbewerb schon mehr als drei Jahre her, wie ich gerade mit Entsetzen festgestellt habe. Und mein letzter Beitrag, der "mal eben auf die Schnelle" erstellt wurde, kam auch nicht ganz so gut an - man merkt halt immer, wenn etwas zwischen Tür und Angel geschrieben wurde. Dennoch, lieber kurz vor knapp noch was auf die Beine stellen, ist besser als nix. Von daher danke für deinen Beitrag!
 

HurriMcDurr

Well-Known Member
Ich habe mich dann, und ich hoffe, das nimmt man mir ab, bewusst dazu entschieden, die Geschichte sehr plump zu schreiben. Bei vielen Dingen, die ich da oben verbrochen habe (Die Kapiteleinteilung, die plumpe Offenbarung des (ebenso plumpen) Truheninhalts, viele simple Formulierungen ("Dann ging die Sonne auf"), etc.) musste ich einfach schmunzeln, als ich sie niedergeschrieben habe. Ich hatte gehofft, dass sich dieses Schmunzeln auch auf den Leser überträgt, aber das ist ordentlich misslungen.
Sorry, das ist auf dem Weg in mein Hirn komplett verloren gegangen... Es ist aber grade bei anonymen Einsendungen schwierig, so etwas als Stilmittel und nicht einfach als Hinweis auf einen Neuling an der Tastatur zu erkennen.
Unterm Strich bin ich da Besseres von dir gewohnt. :tongue:
 

vampireMiyu

Well-Known Member
@Sittich Ohne Kontext funktionieren solche Stilmittel nicht besonders gut. Wenn das jetzt eine Kurzgeschichtensammlung wäre, wo man deinen sonstigen Stil sieht und das dazwischen geschoben ist, kann man das besser einordnen. Wenn es innerhalb der Geschichte auch neben den einfachen Formulierungen verschnörkelte Sätze oder ausschweifendere Beschreibungen geben würde, dann würden die ebenfalls gut funktionieren - weil du damit die Einfachheit betonst. Wenn Sie jedoch nur und fast ausschließlich einfach sind, dann neigt man eher dazu zu denken, dass es am fehlenden Können liegt, als an einer bewussten Entscheidung.

Ich liebe btw einfache Sätze und ja, sie bringen mich auch gerne zum Schmunzeln, weswegen ich sie auch regelmäßig versuche in meine Geschichten einzubauen - neben den auch gerne mal länger werdenden und verschachtelten.
@Rantman kann es wahrscheinlich nicht mehr hören, wenn wir einen Text überarbeiten, aber ständig rede ich über Sprachrhyhthmus. Nutze den Sprachrhythmus und mach ihn dir zu eigen. Nutze den angenehmen Singsang von Wortwiederholungen und längeren Sätzen, gegenüber dem Kurzangebundenen. Nutze auch bewusst Absätze und Zeilenumbrüche. Es darf auch mal nur ein einzelner Satz in einer Zeile stehen und sonst nichts, wenn der so in den Fokus gerückt werden muss, weil er wichtig ist - oder weil er den Sprachrhythmus unangenehm unterbricht. Oder angenehm unterbricht, eine Pause generiert, oder...

Es hilft bei sowas auch gut das Werk nochmal am Ende als ganzes zu betrachten und nicht nur die einzelnen Sätze, die vielleicht super sind, aber sonst verloren gehen, wenn sie nicht vom Rest unterstützt werden.

Versteht man, was ich meine? :squint:;
 

Sittich

Well-Known Member
Es ist aber grade bei anonymen Einsendungen schwierig, so etwas als Stilmittel und nicht einfach als Hinweis auf einen Neuling an der Tastatur zu erkennen.
Ohne Kontext funktionieren solche Stilmittel nicht besonders gut.
Ja, das habe ich inzwischen auch verstanden. Danke für die Rückmeldung.

Über Sprachrythmus habe ich mir (bewusst) noch nie Gedanken gemacht. Ich werde versuchen, in der nächsten Geschichte, die ich hier einreiche, aktiv darauf zu achten.

Oder auch nicht.

Wer weiß.
 
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