Story XIII - Die Macht der Medien: In guten Händen

Deathrider

The Dude
Interessante Geschichte über die Medianabhängigkeit der Menschen. Enthält allerdings so einige Schachtelsätze. Dabei teilt sich der Ausdruck oftmals in drei unterschiedliche Momente ein:
a) Gut und Einfallsreich
b) ziemlich Hochgestochen, aber meistens zum jew. Redner passend
und
c) ab und an irgendwie unausgegoren.

Außerdem glaube ich dass an der Stelle
sie verstehen nur das, was sie verstehen wollen, sehen nur das, was sie sehen wollen und glauben nur das, was sie sehen wollen.
im letzten Nebensatz eine Wortverwechslung vorliegt und der Autor eigentlich nochmal "glauben" statt "sehen" schreiben wollte, denn nur so ergibt es Sinn.
Einmal mehr Stil- und Korrekturlesen wäre hier angesagt gewesen, dann hätte ich nichts zu meckern gehabt.

Ein bisschen Schwung in diese recht dialoglastige Story bringen die Sequenzen mit dem Sergeant, die allerdings eher hätten entweder stark vergrößert oder ganz weggelassen werden können. Aber so wird eine ganz gute Atmosphäre der Ratlosigkeit aufgebaut und man möchte wissen was zum Henker da vor geht. Die Auflösung wie die revolution aufgezogen wurde, ist dann recht detailliert und plausibel und man macht sich Gedanken ob sowas wirklich funktionieren könnte. Gegen Ende weiß man dann nicht mehr ob man es gut finden, oder Angst davor haben soll.

Fazit:
Nichtsdestotrotz, ein ganz gut geschriebener, wenn auch etwas langer Beitrag, dem es leider an Feintuning mangelt.
 

Joel.Barish

dank AF
Teammitglied
Aufwendiges und bedrückendes Werk. So viel steht schon mal fest. Ich fasse erst mal ein paar Kleinigkeiten zusammen, die mir beim Lesen in den Kopf kamen:

An einer Stelle am Anfang wird McDonalds genannt, dann heißt es plötzlich Kapitalistenbrause und dennoch heißt es wenig später doch wieder Coke. Ich konnte da kein Schema entdecken, wonach Großkonzerne mal kritisch mal direkt benannt werden.

Roys Monolog und teile des gesamten ersten Dialogs wirken ein wenig aufgesetzt, zumindest kommt es völlig "out of the blue", da wir die Charaktere kein Stück kennen und sie ohne ersichtlich Grund eine politische Diskussion starten. Auch hätten ein paar "beschissen" und "verdammt"-Ausdrücke weniger nicht geschadet.

Geschrieben ist es ziemlich gut, nur das Feintuning könnte wirklich hilfreich sein, für zukünftige Geschichten. Mehr Absätze, besonders bei Dialogen, erleichtern den Lesefluss. Und stilistisch ist das größtenteils gut, aber mit Macken. Z.B. eine Formulierung wie diese: "Urplötzlich hörte Anderson ein tiefes rauhes Brummen und einen Dieselmotor in dem die Kraft mehrerer hundert Pferde wütete." - Das ist dann vielleicht doch ein wenig zu bildhaft, zu blumig. Es sollte vielleicht originell klingen, aber in dieser Situation wäre es für mich besser gewesen, es "PS-stark" oder etwas in der Art zu nennen. Besonders weil der sonstige Umgangston ja auch sehr rational und realistisch ist, was Beschreibungen von Örtlichkeiten und Personal betrifft. Da sticht ein solcher Satz etwas unpassend heraus.
So was gibt es immer mal wieder. Bsp.: "Private Michaels feuerte mit seiner zweibeingestützten M249 auf das Fahrerhaus um Schlimmeres zu verhindern und machte im Handumdrehen ein feinmaschiges Sieb daraus."
- Zunächst gibt es mit der Waffenbeschreibung fast schon ein paar Details zu viel, da kaum Jemand wirklich weiß, was für eine Waffe das M249 jetzt ist, außer einer tödlichen Schnellfeuermaschinenpistole. Und dann folgt plötzlich wieder die leicht überstilisierte, bildhafte Beschreibung des Toten. In einem Satz will das für mich irgendwie nicht zusammen passen.

Der sehr erklärungslastige Abschnitt gegen Ende ist, dafür dass solche Erklärungen häufig deplatziert und anstrengend wirken, recht gelungen und nachvollziehbar.

Deathriders Einwand des "Hochgestochenen" kann ich hier und da durchaus nachvollziehen. Es ist zwar gut, politisches und passendes Vokabular zu benutzen, doch Roy und Kenneth reden beide sehr unterkühlt und dann plötzlich aus der Bibel zu zitieren und wenige Zeilen später auf die Gründerväter anzuspielen, ist dann etwas zu viel des Guten. Zumindest steht Beides ein wenig leer im Raum. Und die Herr-der-Ringe-Anspielung passt eigentlich so gar nicht. Wenn schon hochtrabende Vergleiche, dann eher eine Figur wie "Robespierre".

Und damit sind wir beim Thema. Die gesamte Militäraktion ist zwar gut und packend, aber auch irgendwie leer und überflüssig und für Chaos und Anarchie fast schon zu strukturiert. Das Finale, wenn Roys wahres Gedankengut ans Licht kommt, wenn man merkt, dass die Revolution im eigenen Terror mündet, wird es erst richtig interessant und hätte auch eine originellere Auflösung gebraucht. Die Selbstdenunziation übers Fernsehen ist zwar hübsch ironisch, aber ein dickes Klischee. Außerdem kommt das Misstrauen von Kenneth (Pistole, Kamera einschalten) sehr überraschend. Ich hätte gerne viel mehr von der Entwicklung der Beiden gehört, wie sie ihre Weltverbesserungspläne entwickelten und sich veränderten. Das Präsentierte ist auch interessant, aber nicht so fesselnd wie es hätte sein können.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Ja, insgesamt eine gut geschriebene Geschichte.
Ich musste andauernd an Fight Club denken. 2 Personen als Anführer einer Revolution, wobei einer eher der Bürohengst ist und der andere "cool" redet und auch der eigentliche Anführer ist. Also es mangelte meiner Meinung nach ein wenig an der Originalität.

Hier gehen die Leute aber etwas weiter als bei Fight Club - Straßenkämpfe, Machtübernahme über die Medien und auch das Ende haben dieser Story zum Glück doch noch eine eigene Bedeutung verliehen, sonst hätte ich das fast schon als Plagiat bezeichnet :wink:

Das Geräusch näherte sich von vorne links und sollte bald um die Ecke biegen
Dieser Satz hört sich für mich falsch an. Ein Geräusch wird um die Ecke biegen? :squint: Ich hätte da eher sowas wie "Ein Geräusch näherte sich von links, dessen Quelle bald um die Ecke biegen würde" geschrieben.

Ansonsten aber eine feine Geschichte, gut beschriebene Kämpfe (auch wenn die Militärpräsenz etwas ausgebaut werden könnte) und ein interessantes Ende.
Wie gesagt, insgesamt eine gute Story.
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Die war nicht schlecht. Da hat sich wohl einer von Fight Club inspirieren lassen :wink:

Schreiberisch ganz ok, aber manchmal ist es da kreativ mit dir durchgegangen. Da hätte genaues Durchlesen oder evtl Probelesen von einem Freund noch mal gut getan. Aber hey, ich will nicht meckern, die war gut.
 

Paddywise

The last man
auch eine gute Storyline. Die Anleihen an Fight Club sind wirklich unverkennbar . Der Ansatz von Fight Club mit dem Projekt Chaos wurde gut weiter gesponnen.

Die Kriege und Machtkämpfe erzeugten eine nette und beklemmende Atmosphäre .

Allerdings hätte es nicht geschadet die Personen ein wenig mehr zu erläutern, so sind sie lediglich schablonenhafte Klischeecharaktere. Der Bürohengst und sein Freund der Anarchist . Durch eine bessere Charakterisierung hätte die Entfremdung der beiden Charaktere , die am Schluss eine große Rolle spielt wesentlich mehr Bedeutung gehabt.

Auch hier war es dann noch zusätzlich so das der Schluss zu schnell und abrupt abgehandelt wurde.

Das liegt zum einen an dem Klischee mit der Videoübertragung die den Bösewicht entlarvt, zum Teil auch wie eben erwähnt daran das man durch die fehlende Charakterisierung eben nicht mit den Protagonisten mitfiebern konnte. Zugegeben es trifft einen schon ein wenig aber da wär noch mindestens ein leichter Schlag in der Magengegend drin gewesen.

Das Potential wurde leider nicht ganz ausgereizt , trotzdem kann der Autor stolz auf sich sein.
 

Deathrider

The Dude
Joah... Mein Text, ne? :squint:

Ich fürchte das war so ein typischer Fall von zu viel gewollt und zu wenig gewagt. Zuerst wollte ich die Geschichte mit Eindrücken einer Straßenschlacht, aus der Sicht eines Polizisten, einrahmen. Weiß der Geier warum ich davon Abstand genommen habe. Wahrscheinlich, weil ich Angst hatte, dass die Geschichte für den einen oder anderen Leser zu langweilig/laberlastig wird, wenn es sich komplett nur um Roy und Kenny dreht. Dass aber epische Bombastactionbilder hier vielleicht weniger gut kommen als subtiles Unheil, kam mir natürlich nicht in den Sinn. Ich wusste nur bei Abgabe, dass ich mit der ganzen Sache nicht wirklich zufrieden war. Mit einem zweiten Platz (respektive 6 Votes) hätte ich weißgott nicht gerechnet.

Muss noch ziemlich an der Geschichte arbeiten und wird daher für mich persönlich, wie "Legion" (obwohl das Potenzial bei "In guten Händen" deutlich größer ist), erst einmal zurück in die Schublade wandern.


Vielen Dank an alle Leser, Kommentatoren und Voter.
Und natürlich auch herzliche Gratulation an Joel! :super:
 
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