Ich hab den Film eben mal wieder gesehen. Ich war ja damals schon nach dem Kinogang schwer begeistert, doch mittlerweile habe ich ihn wohl schon 6 oder 7 mal gesehen und der Film wird eigentlich immer besser. Deshalb schreibe ich jetzt auch nochmal eine etwas längere Kritik dazu, obwohl ich gar nicht weiß, wo ich da anfangen soll.
Allein die Opening Credits sind ja schon grandios und das auch unabhängig davon, dass man dabei die Anfangssequenz des Richard Donner-Supermans verwendet. Zumindest im Kino damals dachte ich noch, die Sequenz wäre vollkommen neu und hat mich da schon weggehauen. Aber auch so funktioniert sie einfach sehr sehr gut und zeigt, wie gut die Musik von John Williams auch 30 Jahre später noch funktioniert. Allgemein merkt man Bryan Singer die Liebe zu Superman an und er geht mit dem Original ebenso sorgsam um wie beispielsweise auch Peter Jackson bei King Kong. An den entsprechenden Stellen zitiert er Elemente der alten Filme und schafft trotzdem etwas Eigenständiges und Neuartiges.
Dabei verzichtet Singer zum Glück auch auf großes Spektakel und setzt eher auf viele ruhige und visuell imposante Szenen. Die größte Actionsequenz findet deshalb auch schon in der Mitte statt. Dafür sieht das Ende visuell einfach nur atemberaubend aus und nahm zumindest mich so sehr mit wie es keine andere Superheldenverfilmung in den letzten Jahren geschafft hat. Schön finde ich auch, dass Singer die Superkräfte von Superman recht subtil anwendet ohne groß Worte über diese zu verlieren. Dadurch bleibt die Figur den ganzen Film über ziemlich glaubhaft. Es ist auch schön, dass Singer Superman als gottesähnliche Gestalt darstellte, was insbesondere zum Ende hin deutlich wird.
Aber auch der Liebesgeschichte zwischen Lois und Superman wird genug Zeit zugemessen. Auch die neue Figur mit Richard passt da sehr gut rein, wobei Singer hier doch recht offensichtlich die Dreiecksgeschichte von X-Men kopierte. Aber genau so konnte man dieser ewig gleichen Beziehung zwischen Lois und Superman noch etwas neues abgewinnen. Einer der wenigen Dinge, die ich dabei aber nicht als Highlight bezeichnen würde, wäre der kleine Sohn von Lois, da dieser den ganzen Film über mir etwas fremd blieb. Aber zumindest zum Ende hin erfüllt er seine Aufgabe und sorgt zusammen mit Superman für einen weiteren Gänsehautmoment bei mir.
Der Cast von Brandon Routh und Kate Bosworth empfinde ich auch als sehr gelungen. Mit Reeve und Kidder möchte ich sie dabei aber auch nicht vergleichen. Das war halt eine andere Zeit und man musste halt neue Leute casten. Die Chemie zwischen den Beiden passte jedenfalls und auch James Marsden macht als Richard eine ziemlich gute Figur.
Auch Kevin Spacey erfüllt seine Aufgabe als Lex Luthor und ist ein erstklassiger Bösewicht, der sogar an Alfred Molina aus Spiderman 2 heranreicht. Ich bin ja eh ein großer Befürworter Luthors als Bösewicht von Superman, da ich es deutlich interessanter finde, wenn ein einfacher Mensch jemand Übermächtiges wie Superman zur Strecke bringen möchte. Da ist es mir auch egal, dass er sich dabei eines recht einfachen Tricks bedient, zumal er in Returns sehr effektiv eingesetzt wurde.
Ein großes Lob geht auch an die Effekteabteilung. Das genaue Budget von Returns ist ja nicht so ganz eindeutig, da nicht wirklich geklärt wurde, wie hoch noch die Altlasten sind, die bereits in der Zeit vor Singer entstanden sind, aber das Budget sieht man dem Film überdeutlich an. Zwar nicht umbedingt in den Actionszenen, aber dafür in den ganzen Kulissen des Films, die wirklich beeindruckend sind und halt auch den Unterschied von Superman zu anderen Comicverfilmungen ausmacht. Es ist halt alles etwas epischer angelegt.
Ebenso atemberaubend ist die Musik von John Ottman, die zwar sehr oft die Musik von John Williams benutzt, aber oftmals auch neue Dinge dieser hinzufügt und somit für mich zu den besten Soundtracks der letzten Jahre zählt. Damit hebt er sich auch sehr deutlich von den Soundtracks von Superman II-IV ab, die diese Musik einfach für jede Szene recycelten und nichts wirklich Neues schufen, was mich begeisterte.
Deshalb ist es auch schade, dass Singer wohl nie einen zweiten Teil 2 drehen wird. Der Film an sich benötigt zwar nicht zwangsläufig einen weiteren Teil und nochmal einen ähnlich guten Film wie hier abzuliefern, wäre wohl eh sehr schwer geworden, aber irgendwie hätte ich es interessant gefunden, was Singer noch aus der Figur des Supermans gemacht hätte. Für mich jedenfalls ist Superman Returns die beste Superheldenverfilmung der letzten Jahre und das noch vor den beiden X-Men-Filmen, Batman Begins und Spiderman 2.
10/10