The Underground Railroad ~ Serienadaption von Barry Jenkins (Amazon)

TheRealNeo

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Erst kürzlich haben wir erfahren, dass Barry Jenkins als nächstes u.a. THE LION KING 2 für Disney machen wird. Ein Film, der so gar nicht in sein Portfolio passen möchte. Die Serienadaption von THE UNDERGROUND RAILROAD dafür wieder viel mehr und dazu hat er nun selbst einen ersten Teaser veröffentlicht.

Die Serie wird auf Colson Whitehead’s Pulitzer Preis-ausgezeichnetem und gleichnamigen Buch basieren.

Die Geschichte erzählt von Cora (Thuso Mbedu), einer Sklavin auf einer Baumwollplantage in Georgia. Das Leben ist die Hölle für alle Sklaven, aber besonders schlecht für Cora. Selbst unter ihren afrikanischen Mitbürgern ist sie eine Ausgestoßene und wird gerade erwachsen - wo noch größere Schmerzen auf sie warten. Als Caesar (Aaron Pierre), ein Neuer aus Virginia, ihr von der U-Bahn erzählt, beschließen sie, ein großes Risiko auf sich zu nehmen und zu fliehen. Die U-Bahn ist keine bloße Metapher - Ingenieure und Dirigenten betreiben ein Netz von Gleisen und Tunneln, die im Geheimen unter dem südlichen Boden errichtet wurden, auf dem sie versklavt wurden. Die erste Station von Cora und Caesar ist South Carolina, in einer Stadt, die zunächst wie ein Zufluchtsort erscheint. Aber die ruhige Oberfläche der Stadt maskiert ein heimtückisches Schema, das für ihre schwarzen Bewohner entworfen wurde. Und noch schlimmer: Ridgeway (Joel Edgerton), ein unerbittlicher Sklavenfänger mythischen Ursprungs, ist ihnen auf den Fersen. Cora muss wieder fliehen und begibt sich von Staat zu Staat auf eine erschütternde Flucht, um auf der Reise einer Heldin, die durch den Boden und die Seele Amerikas geschnitzt ist, nach wahrer Freiheit zu suchen.

Jenkins hat bei allen Episoden der limitierten Serie die Regie übernommen.

Barry Jenkins weiß, wie man einen wirklichen Teaser gestaltet. Er sollte Lust machen, kaum etwas verraten, aber schon etwas von der Stimmung des fertigen Films bzw. hier der Serie vermitteln können. Gepaart mit dem Score von Nicholas Britell, ist so dieser Kameraflug ein eindrücklicher erster Eindruck zum Film.


Noch gibt es kein Erscheinungsdatum für die Serie. Womöglich könnte es noch dieses Jahr soweit sein.

Was haltet ihr von diesem ersten Einblick? Kennt ihr das Buch?
 

Bambi

hat verrückte Rehkitzideen
Hab mal grade geluschert, hab das Buch vor gut 3 Jahren gelesen und damals 5 von 5 gegeben , und ich meine mich zuerinnern, das das Buch noch jemand hier im Forum gelesen hat, sogar in English. Ging damals wirklich unter die Haut, aber ich weiß noch nicht ob ich mir die Serie wirklich antun werde, denn es war nun mal harter Tobak zumal es die Underground Railroad ja wirklich gab
 

Joel.Barish

dank AF
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Über das Konzept und die Anwendung der realen historischen Underground Railroad hat man ja auch hierzulande in den letzten Jahren immer häufiger hören können. Allerspätestens, als es in "Wir" als metaphorische Interpretationsmöglichkeit aufgegriffen wurde. Man kann über das Für und Wider von Sklavereigeschichten in Filmen oder Serien sicherlich streiten, insbesondere im Prestigefilm-Sektor, aber ähnlich wie das Tulsa-Massaker, welches insbesondere durch "Watchmen" einigen (insbesondere auch amerikanischen) Leute bekannt gemacht wurde, die zuvor nichts davon wussten, könnte es auch hier ablaufen. Und wenn die aktuelle US-Regierung wirklich das "1776 Project" zur (ähem) "Neustrukturierung" des Bildungssystems durchsetzen will, sind Filme, Serien und Dokumentationen eine echte Alternative.

Der Teaser ist wirklich "nur" ein Teaser, aber er ist stimmungsvoll und definitiv nicht nichtssagend. Und Britells Musik funktioniert fast immer.
 

Revolvermann

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Die Romanvorlage gefiel mir sehr gut. Auch wenn die Story wesentlich weniger Flucht-Thriller ist, als die Beschreibung andeuten mag. Eine vielschichtige Story.
Kann natürlich sein, dass man bei der Adaption hier mehr Augenmerk auf Spannung und Action legt.
Jenkins wirkt so oder so wie der richtige Mann dafür.
Bevor das hier falsch verstanden wird, die Underground Railroad gab es tatsächlich, war aber eher ein Zusammenschluss von Helfern und Infrastruktur. Von dem Erstellen von neuen Papieren bis zu geheimen Schmugglerwegen. Und kein tatsächliches Eisenbahnnetz. Im Roman ist es das aber.
Wollte es nur mal anmerken. Den meisten hier dürfte das vermutlich bekannt sein.
 
Zuletzt bearbeitet:

TheRealNeo

Well-Known Member
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Hab mal grade geluschert, hab das Buch vor gut 3 Jahren gelesen und damals 5 von 5 gegeben , und ich meine mich zuerinnern, das das Buch noch jemand hier im Forum gelesen hat, sogar in English. Ging damals wirklich unter die Haut, aber ich weiß noch nicht ob ich mir die Serie wirklich antun werde, denn es war nun mal harter Tobak zumal es die Underground Railroad ja wirklich gab

Bei der Forensuche auch gesehen. Und Zweiterer war wohl @TheGreatGonzo
 

TheRealNeo

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Und nun hat Barry Jenkins noch einen weiteren Teaser veröffentlicht, der etwas mehr als nur eine Einstellung zeigt:

 

TheRealNeo

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Mich überfordert es immer, wenn Staffeln direkt komplett da sind. Bleibe wohl weiterhin Fan der wöchentlichen Veröffentlichungsweise.
 

Shins

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Ich bin da komplett bei Neo. Dieses "Wir kacken euch die ganze Staffel vor die Füße" tut den Sehgewohnheiten der Rezipierenden nicht gut, torpediert die Diskussion über einzelne Folgen und verkürzt die Dauer der Aktualität einer Serie. Ich habe es so genossen, bei Mandalorian oder WandaVision mit anderen Leuten über die letzte Folge zu sprechen, gemeinsam mit anderen Neugierde auf das noch Kommende zu erleben und einfach das Gefühl zu haben, von einer guten Serien eine Zeit lang begleitet zu werden.
 

Revolvermann

Well-Known Member
Habe schon öfter was zum Pro und Contra geschrieben und werde das nun nicht wiederholen.
Der eine mag es so, der andere so.😊
Ich mag die Komplettveröffentlichung. Vor allem bei so etwas wie hier.
Wobei mir das auch nicht so wahnsinnig wichtig ist, da ich auch gut warten kann, bis alles raus ist.
 

Joel.Barish

dank AF
Teammitglied
Unabhängig von der Art der Veröffentlichung (ich sehe Vor- und Nachteile in beiden Fällen und Unterschiede je nach Art der Serie) stört mich eher der VÖ-Zeitpunkt. Die letzten Wochen waren gefühlt recht ruhig, aber jetzt starten auf Netflix und Prime quasi zeitgleich mehrere Sachen. LD&R S2, Castlevania S4, The Woman in the Window würde ich auch gerne sehen, und natürlich das hier. Ugh. Wann soll man das denn alles gucken?
 

brawl 56

Ich bin auf 13 Sternen zum Tode verurteilt!
Wann soll man das denn alles gucken?
Ich hab immer das Gefühl, man lässt (absichtlich) außer Acht, dass die ganzen Serien digital verfügbar sind und erstmal für eine lange Zeit (durch die jeweilige Exklusivität des Anbieters) abrufbar sind. Diesen Drang alles sofort zu schauen weil es veröffentlicht wird verstehe ich nicht ganz.
 

El Duderino

Well-Known Member
Ich habe mir die Zeit genommen, die Serien über einem Monat verteilt zu sehen und bin gestern nun fertig geworden.
Nur weil man an einem Tag schon die ganze Staffel sehen könnte, MUSS man es doch nicht tun, da sollte man sich wirklich nicht stressen lassen.

Zur Serie:
War wirklich ein starkes Stück, das einem an die Nieren geht.

Über der ganzen Szenerie liegt irgendwie ein Hauch des Surrealen, was vor allem an der veränderten Geschichtsschreibung hier liegt. In jeder Episode wird eine neue Art des Horrors präsentiert, was vor allem am Anfang sehr stark wirkt(musste auch Anfangs öfters an Lovecraft Country denken), Jenkins liefert zu der Geschichte auch die passenden eindrucksvollen Bilder.
Leider merkt man, und das ist öfters bei modernen Miniserien der Fall, im Mittelteil, dass hier ordentlich auf die Bremse getreten wird. Einige Sachen hätte man bestimmt kürzen können, allerdings ist es auch irgendwie schön, wenn ein Regisseur wie Jenkins hier offensichtlich freie Hand hatte um seine Vision auch wirklich so abzuliefern, wie er sich das vorstellte.

Stellenweise habe ich mich hier an die beiden anderen modernen Ausnahmeserien der letzten Jahre erinnern müssen: Twin Peaks und Too Old to Die Young.
Diese beiden Serien haben auch ihren ganz eigenen Erzählrythmus, fern von der üblichen, heutzutage fast schon zu Tode gerittenen HBO Formel. Hier variieren auch die Episodenlängen nach Belieben und die Macher nehmen sich die Zeit die sie eben brauchen um ihre Geschichte bzw. Gefühlte zu transportieren und erzeugen damit eine ganz eigene Atmosphäre, die in der heutigen Serienlandschaft ihresgleichen sucht.

Auf jeden Fall wirklich eine eindringliche Serie.
 
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