Trailer: Too Old to Die Young ~ Refn, Amazon

TheRealNeo

Well-Known Member
Teammitglied
Der Trailer zu Nicolas Winding Refns Serie TOO OLD TO DIE YOUNG, über die man bisher noch herzlich wenig weiß.
Sollen 10 Episoden sein, die jeweils mindestens 90 Minuten dauern sollen.

Trailer

Ab 14. Juni via AmazonPrime abrufbar.
 

TheGreatGonzo

Not interested in Naval Policy
Teammitglied
Sieht ein bisschen so aus, als würde die Serie entscheiden, wie sehr man Refns Stil noch akzeptieren wird. Seit Drive hat er nun wirklich einen sehr eigenwilligen Stil, ob man nach Only God Forgives und The Neon Demon nun noch 15 Stunden mehr braucht ist die Frage. Hab das Gefühl, das könnte sogar die Hardcore-Fans etwas in die Knie zwingen. Wenn hier die Handlung stimmt, könnte es was werden, aber Neo-Noir hat ja eh so ein bisschen die Tendenz zum aufgeblasenen und anstrengenden, also wer weiß, ob Refn die perfekte Mischung aus opulentem Stil und geradlinigem Plot nochmal hinbekommt, die Drive mMn so gelungen gemacht hat.
 

TheReelGuy

Active Member
Als Refn-Ultra fühle ich mich hier vollkommen abgeholt. Das ist genau mein Ding! :top:

Auch wenn der Trailer scheinbar sehr viel zeigt, glaube ich, dass uns hier noch nichts verraten wurde. Ehrlich, das ist einfach Refn's Stil und mittlerweile hat er sich darin einfach gefunden. Ich kann durchaus verstehen, dass man damit seine Probleme haben kann, aber das ist dann halt eine Frage, ob einem der Stil zusagt oder nicht. Vielleicht trage ich mir für das zweite Juni-Wochenende Urlaub ein, damit ich das Wochenende in seiner Neon-Welt verbringen kann.

Im Trailer kann man bei 1:55 übrigens den legendären Videospiel-Entwickler Hideo Kojima beim Schwert schwingen entdecken. Beste Serie der Welt?​
 

Revolvermann

Active Member
Der nächste Refn-Ultra hier.
Also wenn die ganze Markteroberung durch Streamingdienste uns zumindest an den Punkt gebracht haben, an dem jemand wie Nicolas Winding Refn zehn(!) 90-Minüter fürs "Fernsehen" drehen darf, hat sich die Sache schon irgendwie gelohnt. :squint:
Ich rechne auch nicht mit allzu generischen Erzählstrukturen. Es wird unter Umständen keine sinnstiftende Auflösung am Ende geben oder ein Happy End. Vielleicht auch ein paar ungewohnte Brüche. Vielleicht.
Aber Refn kennt das Medium viel zu gut und weiß sehr sicher das ein reiner Stil-Porno oder reine weirdness-Eskalation auf 900 Minuten nicht funktioniert. Wobei ich seine letzten beiden Filme gar nicht ausschließlich darauf runterbrechen will. Die sind mehr als das.
Man darf hier aber auch nicht vergessen das Refn die Serie zusammen mit Comic Autor Ed Brubaker geschrieben hat. Der schrieb jahrelang Batman oder auch Captain America. Was dann schon wieder nach traditioneller, serieller Erzählung klingt.
Lassen wir uns überraschen. Ist jedenfalls eine meiner Most Wanted Serien dieses Jahr.
 

Manny

Professioneller Zeitungsbügler
Der Trailer gefällt mir relativ gut. Aber dieses "The groundbreaking new series" :facepalm:
 

Driver

Active Member
Da bin ich mal gespannt. Hoffentlich wird die Serie nicht zu sperrig wie Only God Forgives und The Neon Demon. Ich liebe Refns Stil aber manchmal sind seine Werke zu konfus bzw. abstrakt. Klar das gehört zu seiner Art Filme zu machen aber etwas weniger wäre mir da ganz recht. Nicht falsch verstehen ich mag die meisten seiner Filme sehr aber ab und zu hat man das Gefühl das Refn über das Ziel hinausschießt.

Dennoch kann ich den Release von TOTDY natürlich kaum erwarten.
 

Presko

Active Member
Auch wenn ich überhaupt kein Refn-Fan bin und seine Werke eher als Style-over-Substance bewerte, bin ich schon gespannt auf diese Serie.
 

TheReelGuy

Active Member
Halbzeit-Fazit nach den ersten fünf Folgen:

Ja, dass das hier eine Serie von NWR ist, könnte man auch ohne das wirklich selbstbewusste Branding des dänischen Regisseurs hier überhaupt nicht übersehen. Die Serie ist wirklich wunderschön ästhetisch und ist trotz ihres teils wirklich widerwärtigen Inhalts wirklich gut anschauen, weil Refn ein visueller Filmemacher sondergleichen ist. Inhaltlich ist "TOTDY" sicherlich keine schlechte Serie, nur muss man vermutlich mit dem Stil klarkommen, den NWR jetzt seit spätestens "Only God Forgives" fährt. Wenn man sich nicht damit anfreunden kann, dann sollte man vielleicht noch einen Blick in die erste Folge werfen, dürfte aber wirklich kaum Spaß mit dem Ganzen haben.

Miles Teller passt überraschend gut in Refn's neon-farbene Welt der menschlichen Abgründe und übergreifenden Gewalt. Wie fast alle Refn-Hauptfiguren ist auch sein Charakter ein Spielball des Schicksals und seiner eigenen Probleme und Dämonen. Dämonen ist ein ganz gutes Stichwort, denn wie "Only God Forgives" und "The Neon Demon" spielt die Serie in einer leicht übernatürlichen Version unserer Realität. Das gefällt vielleicht auch nicht allen Zuschauern, aber ich persönlich finde es echt super interessant, weil es zu der Ästhetik passt.​
 

TheReelGuy

Active Member
[align=justify]Uff, das war also eine Serie aus dem Hause Refn? Gut, ich habe keine stringente Handlung oder ein halsbrecherisches Tempo erwartet, aber hier hat sich NWR wirklich nochmal selbst übertroffen. Die kürzeste Einstellung wird vermutlich knapp eine Minute gehalten, während der Rest nochmal deutlich langsamer geschnitten wird. Dazu gibt es einen dicken Synthie-Score mit sphärischen Klängen, die dem Geschehen eine zusätzliche Ebene verleihen. Wieder einmal beschäftigt sich Refn zwischen all den Neon-Farben und wunderschönen Bilder mit unglaublich düsteren Themen und zutiefst unsympathischen Menschen.

Die Figuren werden pro Folge ordentlich durchgemischt, so dass wir hier nicht wie in anderen Serien immer nur zwischen zwei-drei Figuren hin und her springen, sondern auch mal eine ganze Folge nur mit einer Figur verbringen. Das fühlt sich ziemlich frisch an und sorgt aufgrund der guten Darsteller für wirklich gute, wenn auch recht eigensinnige Momente. Speziell William Baldwin fand ich aufgrund seiner mehr als übertriebenen Performance wirklich sehenswert, während Miles Teller sehr gut der Bruder von Ryan Gosling's Driver sein könnte. Nell Tiger Free, die man vielleicht noch als Myrcella aus "Game of Thrones" kennt, bekommt echt einiges an schwierigem Material vorgesetzt, was sie allerdings trotz ihrer Jugend sehr gut macht. Neben diesen Darstellern können auch Jena Malone, John Hawkes und Augusto Aguilera überzeugen, während Christina Rodlo nochmal eine ganz eigene Show abbrennt.

Am Ende des Tages ist "Too Old To Die Young" sicherlich kein universeller Serien-Hit wie "Chernobyl", aber dennoch wirklich sehenswertes Projekt, welches eher nach den Spielregeln des Arthouse-Kinos spielt, statt sich den Konventionen einer normalen Serie zu beugen. Das wird nicht jedem gefallen, aber zumindest für mich war es eine wirklich gute Erfahrung.

8 / 10 Schädel im Neon-Licht
 

TheRealNeo

Well-Known Member
Teammitglied
Nein das meinte ich nicht bzw. weiß ich nicht, aber Trailer-Threads kann man ja dazu ummodellieren.
 

Revolvermann

Active Member
@TheReelGuy
Danke für die kleine Review. Das hört sich für mich schon mal sehr gut an. Dieses Wochenende werde ich nicht dazu kommen das zu schauen. Geschaut wird es aber auf jeden Fall.
Würdest du sagen Refn bzw. das Drehbuch folgt eher den charakterlichen Entwicklungen oder gibt es einen wirklich stringenten Plot? Also eine permanent fortschreitende Handlung, ein Murder-Mystery oder sonstigen Kriminalfall.
Hab mir nämlich bisher nichts über die Serie durchgelesen.
Oder ist es gar besser das vorher nicht zu wissen? :bibber:
 

TheReelGuy

Active Member
Stell' dich einfach auf so wirklich kaum etwas konventionelles ein, dann wirst du nicht enttäuscht. Natürlich gibt es eine gewisse Charakter-Entwicklung, aber auch das ist jetzt nicht wirklich gewöhnlich verpackt bzw. folgt nicht offensichtlich einer Heldenreise oder so. Es fühlt sich wie ein sehr, sehr langer Film an, eben weil man nicht unbedingt in die typischen Serien-Standards verfällt.​
 

Revolvermann

Active Member
Ah ok.
Also wenn man, wie ich, Only God Forgives klasse fand und The Neon Demon sogar noch besser, sollte es auch hiermit klappen? :smile:
 

Puni

Active Member
Von Refn war ich bisher eigentlich nur bei Valhalla Rising und Only God Forgives enttäuscht, ich liebe die Pusher-Trilogie und auch seinen letzten Film The Neon Demon fand ich ziemlich großartig. Habe jetzt auch die erste Folge gesehen und man, macht die mir Spaß. Perfekt für den Abend, absolute Entschleunigung auf einem visuell wirklich tollen Niveau (wie es sich seit Drive ja nun bei ihm auch eingependelt hat). Ich weiß nicht, ob ich das zehn Folge schaffe, das hängt dann ganz davon ab, inwieweit die Story vernachlässigt wurde, aber bis jetzt bin ich guter Dinge.
 

Driver

Active Member
Ich bin ja absoluter Refn Fan aber die zweite Folge hat mich echt ans Limit gebracht. Da werden Szenen wirklich ewig lange eingefangen und die Dialoge in die Länge gezogen. Das war meiner Meinung nach wirklich zu viel des Guten.

Die erste Folge fand ich noch sehr gut. Die dritte ist dann wieder gemischt aber flotter. Naja mal sehen wie es weitergeht.

Bis jetzt nervt der extrem langsame Stil mehr als er mich begeistert. Manche Szenen und Shots sind aber natürlich optisch super eingefangen. Dennoch ein etwas höheres Tempo wäre wünschenswert. Ruhige und lange Einstellungen kann es ja dennoch geben.

Drive war da sehr ausgewogen meiner Meinung nach.
 
Oben