Twin Peaks: Die Serie, Fire walk with Me & die neue Serie 2017 ~ David Lynch

Måbruk

Dungeon Crawler
Bin immer noch nicht durch, für mich aber eindeutig die geilste Serie 2017!

Bin aber auf dieses polnische Poster gestoßen, das hätte ich gerne an meiner Wand!! :tongue:
 

Batou9

Well-Known Member
Season 4 steht nun ganz klar in Aussicht:

“I think it’s still an open question and it’s one that we’re looking at and one that I think Showtime is musing as well.”
http://www.indiewire.com/2017/10/twin-peaks-season-4-mark-frost-david-lynch-showtime-1201891106/

Mich würde es nicht wundern, wenn Mark Frost bei Season 4 Regie führt und Lynch als Co-Regisseur agiert. Er könnte damit den Kreis schließen und Twin Peaks genau dort hin zurückführen, wo es die Fans eigentlich erwartet haben. Was nicht bedeutet, dass Lynch Staffel 3 versaut hat. Ganz im Gegenteil, Staffel 3 ist grandios, einzigartig. Sowas sich nicht offenbarendes und zugleich die Spur für den Zuschauer legendes hat es im TV meiner Ansicht nach noch nicht gegeben. Eine vierte Staffel, die uns den Spirit der ersten beiden Staffeln oder den der Bücher zurückbringt?! Warum nicht? Es reicht ja auch ein paar Folgen gelyncht zu werden. Ich schlaf jetzt noch unruhig. :biggrin:

4-5 jahre, ein immer noch in Schuß sich haltender Kyle MacLachlan. Und der Rest der Bande wird auch nicht älter. Könnte klappen, vor allem nach dem Ende.
 

Batou9

Well-Known Member
Die Blu Ray wartet mit einer gewaltigen Erklärung der Season 3 auf!

Nur soviel: Im Making of der Lodge-Szenen wird die liebe Sheryl Lee, die uns allen ja als Laura Palmer bekannt ist, beim wiederholen des Textes vor der Aufnahme mit dem Namen "Carrie Page" angesprochen. Dale Cooper ist Laura Palmer also in der Lodge niemals begegnet.
 

Batou9

Well-Known Member
Es gibt einen interessanten Podcast, der die okkulten Himtergründe der Serie zusammenfügt.

https://player.vimeo.com/video/218382363

Twin Peaks war von der ersten Folge der ersten Staffel an der Versuch, den Zuschauer über das Mysterium des Lebens (dem Baum des Lebens) nachdenken zu lassen. David Lynch betonte immer wieder, dass es seine eigene fernöstliche Erfahrung und die Faszination des Okkulten gewesen sei, die Twin Peaks erst möglich machten. Die geheime Geschichte von Twin Peaks (das okkulte Mysterium) möchste ich all denjenigen, die Staffel 3 bereits gesehen haben nun zusammenfassen (Hauptsächlich aus den Diskussionen in kabbalistischen Foren und aus Reddit entnommen):

Die Reise Cooper's ist die Reise des Magiers zum Ursprung der Welt (Gott = Kether). Coopers zunächst materialistisches und am Wissensdurst verhaftetet Weltbild wird am Ende der Serie völlig transzendiert, löst sich vollständig auf. David Lynch hat dafür den Verlauf der gesamten Serie am kabbalistischen Baum des Lebens von Athanasius Kircher ausgerichtet. Die 25 Jahre Wartezeit zwischen Staffel 2 und 3 sind auf die verwendeten Geschichten der Upanischaden zurückzuführen, aus welchen David Lynch über Monica Belucci in Staffel 3 die wohl wichtigste Erkenntnis vorträgt:

"We are like the dreamer who dreams and then lives inside the dream".

Der Adept muss den Upanischaden nach 25 Jahre warten, ehe er seinen Aufstieg im Baum des Lebens fortsetzen kann. Das Zeichen welches Laura Palmer zum Ende der zweiten Staffel macht ist das eines in ihrer Handfläche stehenden Baumes. Es ist also nicht Cooper selbst, der 25 Jahre im "Red Room" wartet, sondern eine seiner beiden seelischen Pole(Chessed = Gnade, Liebe, Mitleid). Derweil übte sein Gegenpol (Gebura = Stärke, Strenge, Furcht) über 25 Jahre strengen (furchteinflößenden) Einfluss auf die materialistische Welt (Malkuth) aus.

Mit Staffel 3 wurde Coopers Aufstieg im kabbalistischen Baum des Lebens vollendet. Cooper erreicht zunächst Jessod (den Zustand der Non Existenz, Violett, siehe Anfang Folge 3) und gelangt von dort aus über Hod (Orange = alter an sich denkender Dougie Jones) nach Nezach (7 = Grün = neuer für alle anderen handelnder Dougie Jones). Von da an richtet sich alles auf Tieferet (6 = Gelb = die Schönheit, Harmonie, gewonnene Liebe von Janey E und Sunny Jim).

Nachdem er die Liebe in Las Vegas empfunden hat (Janey E, Sunny Jim, am Ende gar die Mitchum Brothers) drückt es ihn nach dem Stromschlag in der Folge 16 hoch zwischen Gebura (Furcht) und Chessed (Liebe). Cooper erwacht in diesem Bewusstsein (d.h. Bob wird immer ein seelischeer Teil von ihm sein, kann aber durch die Menschen denen er in seinem Traum Vertrauen schenkt besiegt werden) wieder in Malkuth und kehrt für den Kampf seiner beiden Seelensäulen nach Twin Peaks zurück. In dem Bewusstsein angekommen, dass zwar die Vergangenheit die Zukunft diktiert, das Geistige aber in Wirklichkeit die materialle Welt erschafft, durchläuft er als Meister in den letzten beiden Folgen den gesamten Baum des Lebens von unten nach oben.

Cooper wird in dem Augenblick, da sein Gesicht den gesamten Bildschirm in der Sheriff-Station einnimmt, bewusst, dass die Welt in der er lebt aus dem Geistigen entspringt (Wortwörtlich: "We live inside a Dream!"). Die Zeit bleibt bei 2:53 Uhr (2+5+3=10) stehen. 10 steht, wie Gordon Cole früher in der Serie erklärt für die "Vollendung". Cooper fragt nun Truman nach dem Schlüssel für Zimmer 315 (3+1+5=9). Als er diesen Schlüssel erhält verlässt er die Sheriff-Station und wandert mit Gordon Cole und Diane durch den Keller des Great Northern zum höherwelligen Klang, den Cooper schon damals in der vierten Folge der ersten Staffel hörte (Traumsequenz). Er benutzt den Schlüssel und verlässt damit die Welt (Malkuth =10) als fertiger Magier nach Yesod (9 auf dem Baum des Lebens = Transzendenz).

Yesod steht für das Fundament bzw. die Substanz unserer Welt (die geistige Natur / Klartraumzustand). Von dort aus geht es nach Philipp Jeffries, der ihm eine Acht zeigt, auf der sich alles im Kreis dreht. Jeffries schließt Cooper die Tür zu Hod (8) auf. Cooper wird sich nun der zeitlosen Ewigkeit bewusst, schliesst seine Augen und wird anschließed von Netzach (7 = der Sehnsucht, Liebe = Laura Palmer) angezogen. Er versucht diese ihm vertraute Sehnsucht nun nach Hause zu bringen, findet aber erst als Laura ihr Tagebuch aufschliesst (es ist der Ton, der sie verschwinden lässt) die einzig wahre Liebe seiner Welt (Diane).

430 Meilen (4+3+0=7) braucht es nun, bis Cooper mit Diane nach Nezach (7) gelangt und seine Liebe zu ihr alles in ihm ausfüllt. Nun kann Cooper den Abgrund überschreiten, kann mit seinem Feuer (sein Geist bleibt derselbe) zwischen den Welten wandern (Richard und Linda Realität werden lassen) und erblickt noch am selben Tag vor dem Haus von Laura Palmer (jetzt Carrie Page) die Zahl 6 auf einem Strommast. Die 6 steht auf dem Baum des Lebens für Tipharet. Wir lernen nun den wahren Cooper kennen, in welchem die strenge und liebende Säule des Baum des Lebens vereint werden (5 für Gebura wie 4 für Chessed).

Von Tipharet aus startet Cooper im sicheren Glauben an eine höhere Harmonie seiner Handlungen (Laura nach Hause bringen) die Reise mit Carrie Page über den Abgrund (die Nacht) der Transzendenz (Daath). Wer diesen Pfad, weit weg von allen materiellen Zuständen im Geistigen, beschreitet, verliert aufgrund der auf ihn länger einwirkenden Polkräfte jegliche Orientierung, jegliches Zeitgefühl. Sinn und Unsinn, Logik und Unlogik werden der Kabbalah nach eins und alles was bisher zwei Pole hatte zieht es aus den vertrauten zuständen in die unvorstellbare Einheit. Cooper fährt mit Carrie Page im Glauben, genau zu Wissen was er tut, durch die Nacht (Binah = Wissen = 3) zurück nach Twin Peaks. Hier steht er nun zwischen den höchsten göttlichen Polen, zwischen Binah (3) und Chochma (2), d.h zwischen dem Wissen und der Weisheit (Unwissenheit), die er noch durch Laura Palmer am Ende der Serie zugeflüstert bekommt.

Er steht nun vor dem Haus von Laura Palmer (Hausnummer 708). Im Baum des Lebens ist dies in der Mitte der Abgrund ( Zahl 0) zwischen dem Pfad nach Binah (7 für den Wagen) und dem Pfad nach Chochma (8 für die Kraft). So erklärt sich die Hausnummer 708. Das höher gelegene weiße Palmer Haus ist Kether (1), die höchste geistige Ebene (Krone = Göttlichkeit = Licht).

In der völligen Orientierungslosigkeit verlieren Richard/Cooper und Carrie Page/Laura Palmer ihr bloßes Wissen (Jemand anders wohnt nun dort?) und gewinnen kurz darauf die göttliche Weisheit, nämlich, dass ihre Realität nicht nur vom Wissen (BInah) abhängig ist. Cooper fragt völlig verstört: "Welches Jahr haben wird?" und für Laura Palmer werden nun die niederen Welten in denen sie bereits inkarnierte EINS (Kether vereint ihre Welten = Mutter ruft nach Laura). Sie erinnert sich und stößt vor Schreck den lauten Schrei aus. Es wird dunkel und wir sehen anschließend Cooper/Richard, wie er auf der mittleren Säule des Baumes (Vor Jessod, d.h. im Red Room) von Laura Palmer die ewige Weisheit (Die Unwissenheit) ins Ohr geflüstert bekommt.

Ende.

Hier ist der von David Lynch verwendete Baum des Lebens: http://www.impurismus.de/baumbild.html

Für viele Zuschauer was das Ende sehr unbefriedigend. Man hatte sich gewünscht, dass Special Agent Dale Cooper wieder in gewohnter Sicherheit seine Kollegen (Truman, Hawke, Andy) an die Hand nimmt und jedem dem er begegnet das Gefühl vermittelt, dass er sich und alles unter Kontrolle hat, er intuitiv in jeder Situation weiß was zu tun ist. Was David Lynch dem Zuschauer geboten hat, ist die Teilnahme an der tiefen Zerissenheit bzw. Orientierungslosigkeit die ein Magier während seines Aufstiegs im Baum des Lebens aushalten muss. Dort oben in den geistigen Sphären (Fireman: "you are far away!") fliesst, wie David Lynch selbst immer sagt, alles ineinander, gibt es weder ein Festhalten an der Zeit, noch ein Vertrauen auf den Boden den man noch gerade unter den Füßen hatte. Gut und Böse, Hell und Dunkel, Wissen und Weisheit, Furcht und Liebe heben sich auf. Und genau so fühlt sich Cooper am Ende seiner Reise, durch die negative Kraft (Judy) völlig aus seiner vertrauten Welt gerissen, in der die Polarisationen bisher alles klar unterscheidbar voneinander getrennt haben. Er wird seine Realität nun nicht mehr nur durch das Wissen (die Vertrautheit) erschaffen, sondern stattdessen bereit sein, die Weisheit zu erfahren, dass sich alle Gegensätze der Welt (Malkuth= Twin Peaks) in Kether vereinen.

Wie es nach Staffel 3 weitergeht steht wohl in den Sternen. Neben Richard gibt es ja noch die geistige Schöpfung des Dougie Jones. David Lynch bietet mit den Tulpas (Manifestationen der Gedanken) in Staffel 3 einen Raum für potentielle Fortsetzungen. Vielleicht handelt es sich auch gar nicht um Dougie Jones, sondern um eine 1:1 Manifestation des in Folge 16 wiedererwachten Dale Cooper. Alles andere wäre für Janey E und Sunny Jim, nachdem Dale bereits aufgewacht war, ja auch nicht nachvollziehbar. Auch könnte es sein, dass David Lynch in Zukunft von oben herab (AIN) auf Kether blickt und dem Zuschauer am Ende fragen lässt, ob Gordon Cole und Dale Cooper vielleicht Manifestationen ein und desselben Träumers sind. Auf sich zurückgeblickt hat David Lynch in Staffel 3 ja bereits symbolisch (Szene mit Monica Belucci).
 

TheReelGuy

The Toxic Avenger
Wenn ich bedenke, dass Staffel 3 vielleicht schon meine liebste Staffel der Serie ist (da benötige ich allerdings nochmal einen Rewatch, um das zu bestätigen), könnte ich mich nicht über eine vierte Staffel beschweren. :love:
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Beim wiederholten Schauen der Serie fällt mir wieder auf, dass das Ende des Films (Fire walk with me) nicht so recht zur Serie passt.

Nach Lauras Tod im Film wird ihre Seele von einem Engel abgeholt. Aber wenn ich die Serie richtig verstehe, ist sie nach dem Tod in der Black Lodge gelandet und ist dort vielleicht für immer gefangen. Vielleicht wollten die Filmproduzenten kein völlig trostloses Ende dem Publikum zumuten und haben deswegen eine Art "Happy End" (Laura ist zwar tot, aber sie landet bei den Engeln im Himmel und kann sich nun auf fortwährende Glückseligkeit freuen - na wenn das kein Happy End ist).
Oder wie seht ihr das?
 

Joel.Barish

dank AF
Teammitglied
Ich habe mal die Zeit der Isolation zu Hause genutzt und mit etwas Verspätung endlich mal die dritte Staffel geschaut. Und dieses Monstrum hat dann folgendes Monstrum eines Artikels von mir abverlangt. Manche wissen ja, wie ich zu Nostalgie und Co. stehe und da fühlte ich mich bei "The Return" endlich mal verstanden und gut aufgehoben.

Twin Peaks: The Return - Zwischen Nostalgie, Neuerung und Dekonstruktion
 

Clive77

Serial Watcher
Teammitglied
Thanks, Joel! :thumbup:

Schöner Artikel, der gerne noch etwas länger hätte sein können. Mir hat die dritte Staffel auf jeden Fall auch großartigst gefallen und diese "Lynch-Nostalgie" ist wirklich einzigartig (aber ist Nostalgie das nicht immer? :ugly: ).
Meine mich nur daran zu erinnern, dass mir die letzte Episode nicht ganz so gut gefallen hat (ist aber bei mir auch schon wieder länger her) und da ein paar Fragezeichen offenblieben, während die vorletzte Episode schon einen guten Abschluss - relativ logisch, sofern das bei Lynch überhaupt möglich ist - liefert. Aber nuja, müsste mir jetzt vermutlich die dritte Staffel nochmals anschauen, um überhaupt zu wissen, was ich meine. :plemplem:

Aber wie auch immer. Falls da tatsächlich noch eine weitere Staffel kommen sollte (vermutlich nicht wahrscheinlich), wäre ich sicher wieder an Bord. Und Kyle MacLachlan hoffentlich auch.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Ein großartiger Artikel. Ich stimme dir absolut zu, vor allem bei solchen treffenden Aussagen:
Episode 8 ist unbestreitbar das zentrale Ergebnis dieser Carte Blanche, der stärkste Ausdruck eines Filmemachers, der alles machen wollte und alles machen durfte. Es ist ein Wunder, eine Episode wie diese überhaupt zu sehen, ganz besonders innerhalb eines Serienrevivals. Beschreiben kann man diese Vorgänge nicht. Braucht man auch nicht.
Die Serie und vor allem die dritten Staffel ist ein Erlebnis.
Folge 8 war das Größte, was ich jemals gesehen habe. Da dachte ich mir auch: Jetzt hat Lynch alle Freiheiten, die er sich als Künstler jemals erträumt hatte. Sonst hätte er eine solche Folge niemals bringen können.

Und war die Folge mit Michael Cera (vor allem seine Monologe) nicht auch wunderbar? Ich liebe diese Szene, wenn er so poetisch von seinem Vagabundentum erzählt :thumbsup:
 

Joel.Barish

dank AF
Teammitglied
Danke euch.

Am Michael Cera Auftritt kann man vermutlich ganz gut einen Kernaspekt dieser Staffel festmachen.
Wenn man bedenkt, dass die Figur keine weitere Rolle spielt, nur dazu da ist, einen gefühlt fünfminütigen und zunehmend absurden Monolog zu halten, während er als Marlon Brando cosplayt, bekommt man schon ein Gefühl für den Humor und für die Art, wie hier mit Figuren, Plot, Humor und Spielzeit umgegangen wird. :ugly:

Meine mich nur daran zu erinnern, dass mir die letzte Episode nicht ganz so gut gefallen hat (ist aber bei mir auch schon wieder länger her) und da ein paar Fragezeichen offenblieben, während die vorletzte Episode schon einen guten Abschluss - relativ logisch, sofern das bei Lynch überhaupt möglich ist - liefert.
Ja, Episode 17 ist erstaunlich kohärent und verläuft fast schon erwartungsgemäß, wenn Evil Cooper ausgeschaltet wird und der Mann mit dem Gummihandschuh die fliegende BOB Kugel zerschlägt. :ugly: Aber das ging auch so schnell und zielstrebig - und ist durch Mr. Gummihandschuh in meinen Augen schon bewusst parodistisch gefärbt - dass damit zu rechnen war, dass das eigentliche Ende noch etwas anders aussieht.
Hier liegt für mich die eigentliche Meisterschaft der Serie, wenn wir den echten Cooper sehen, wie er nicht stillhalten kann, wie er sich befugt und bemächtigt fühlt, in die Vergangenheit zu reisen und die Dinge auf den Kopf zu stellen. Und zumindest für mich ist Coopers "Zeitreise" ein klarer Kommentar zu Autoren, Regisseuren und TV-Sendern, die zu einer Geschichte der Vergangenheit zurückkehren, um das unverälschte Gefühl von damals wiederherstellen zu wollen. Dieser Versuch kann nur scheitern und die letzten beiden Episoden zeigen, wie Cooper - mit guten Intentionen - scheitert. Denn natürlich kann er nicht einfach Gott spielen. Wenn wir die allerersten Szenen der Serie hier noch einmal sehen, wenn eigentlich Lauras Leiche gefunden wird, die es aber nun nicht gibt - das hat mich umgehauen. Und Lynch ist, wenn man mich fragt, super konsequent und super clever darin, dann eine alternative Welt zu zeigen, die eben nicht rosarot perfekt ist. Cooper versucht Laura zu retten und sie als erwachsene Frau ins Twin Peaks der Gegenwart zurück zu bringen. Doch das kann er natürlich nicht. Stattdessen bringt er eine "andere Laura" dazu, am Ende das erfahrene Leid der "echten Laura" zu erben. Sheryl Lee ist vermutlich keine übermäßig starke Darstellerin, aber ihr Schrei war immer schon stark, auch in FWWM. Aber dieser immense Abschlussschrei, gekoppelt mit diesem supercoolen Licht-Aus Shot/Cut am Palmer Haus - das ging durch Mark und Bein und rundet das Statement zu Coopers Scheitern großartig ab.
Das so ungefähr jedenfalls meine Eindrücke zum Ende.
 

Clive77

Serial Watcher
Teammitglied
Thanks again, Joel. Puh, ich dachte schon, ich müsste jetzt tatsächlich nochmal die Staffel bzw. die letzte Episode schauen (zumal ich auch immer noch ein paar Ausführungen eines anderen Users da oben im Kopf habe). Aber joa, so gesehen wäre das schon ein stimmiger und vor allem lynchiger Abschluss.
 
Oben