Uwe Boll's Auschwitz

H

Harvey Dent

Guest
Der Trailer sieht, von der Qualität her, billig/günstig aus.

Bei Bolls Charakter kann man nicht erkennen ob er einfach nur wartet bis die Juden tot sind oder ob er innerlich hadert, ob das ganze vielleicht doch nicht so "richtig" ist, was sie da machen.

Die Agonie der Juden war, auch wenn es nun bizarr klingt, gut gemacht, da sie "authentisch" wirkte.
Zumindest hatte ich den Eindruck gehabt. Waren auch wieder zu schnelle Schnitte.
Beim entfernen der Zähne habe ich mich gefragt warum das drin ist und es erinnerte eher an einen "billigen" Slasher Film.
Auch wenn so was gemacht wurde. Aber wohl auch eher nur bei Zähnen mit Goldfüllung. Warum im Boll Film scheinbar alle rausgerissen werden?
Was ein wenig zu weit ging war wohl die Szene mit dem Jungen.





Das Problem ist an Trailern auch oft das sie kurz sind und nur einen Teil des ganzen zeigen können.
Hinzu kommt das meist andere Firmen die Trailer zusammenschneiden und der Regisseur vielleicht gar nichts zu sagen hatte.
Deswegen kann man unmöglich sagen wie das Gesamtbild aussieht und ob Uwe Boll nur auf Gewalt abzieht und der ganze Film ganz großer Rotz wird oder aber ob er das Thema mit Fingerspitzengefühl angeht.

Also vielleicht abwarten, bevor man ihn jetzt schon verteufelt.
Denn wenn man einen Film zu Auschwitz macht, dann "müssen" auch die Gräuel aufgezeigt werden, damit dem Zuschauer der Kloß im Hals stecken bleibt.
 

Woodstock

Z-King Zombies
Original von Ghost5000
Boll mal wieder! :facepalm: Dem Teaser nach zu urteilen wird das doch nie und nimmer eine würdige Umsetzung zum Thema KZ.

Wenn man einen Film zu diesem Thema gesehen haben sollte dann ist das meiner Meinung nach "Der Junge im gestreiften Pyjama":

http://www.youtube.com/watch?v=FPMzloloh-0

Danke für den Filmtipp!

"Die Arbeit deines Vaters wird in die Geschichte eingehen."

Aber sowas von...

Original von Spooky1980
Darf eigentlich jeder über alles Filme machen??? :sauer:

Ja und das ist auch gut so, sonst hätte es viele gute Filme nie gegeben. Kannst bei dem Streifen zwar recht haben aber im allgemeinen...

Original von Spooky1980
Mann, Boll, denkst du dir eigentlich irgendwas dabei, wenn du deine Filme drehst???

Muss er ja, schließlich ist er immernoch im Geschäft. Er ist in aller Munde schockiert und lässt Menschen diskutieren. Nicht zu vergessen das seine Filme meißt prima sind für sinnlose Saufabende. Der zwar eher weniger aber im generellen kann er mit sowas Geld verdienen.

Original von Spooky1980
Ein Film über Ausschwitz ok, aber dann einen Teaser zu bringen, der Leute in einer Gaskammer zeigt und Kinder, die verbrennen. Leute Leute, harter Tobak...

Das war ein "Vernichtungslager", genau sowas ist das passiert. Warum sollte er der Teaser den Schohnwaschgang einlegen? Die Geschichte hats ja auch nicht.

Aber ich verstehe was du sagen willst. Dazu gleich mehr.

Original von Harvey Dent
Der Trailer sieht, von der Qualität her, billig/günstig aus.

Bei Bolls Charakter kann man nicht erkennen ob er einfach nur wartet bis die Juden tot sind oder ob er innerlich hadert, ob das ganze vielleicht doch nicht so "richtig" ist, was sie da machen.

Ich gehe sogar soweit zu behaupten das sein Charakter womöglich garnicht im Film selbst vorkommt und das nur eine Aufnahme für den Teaser ist.

Und selbst wenn, glaube ich eher das Boll auf die "Arbeitsroutine" hinter dem ganzen eingehen wird. Das ist eher sein Stil. So gesehen, wird sein Charakter einfach nur dastehen und warten.

Original von Harvey Dent
Die Agonie der Juden war, auch wenn es nun bizarr klingt, gut gemacht, da sie "authentisch" wirkte.
Zumindest hatte ich den Eindruck gehabt. Waren auch wieder zu schnelle Schnitte.

Authentisch oder billig? Was jetzt? Billig produzierte Authenzität?

Die Schnitte fand ich okay. Es ist ein Teaser. Ein kurzer Einblick in alles. So schnell man eingeführt wurde, so schnell wird man auch wieder rausgezogen.

Original von Harvey Dent
Beim entfernen der Zähne habe ich mich gefragt warum das drin ist und es erinnerte eher an einen "billigen" Slasher Film.
Auch wenn so was gemacht wurde. Aber wohl auch eher nur bei Zähnen mit Goldfüllung. Warum im Boll Film scheinbar alle rausgerissen werden?
Was ein wenig zu weit ging war wohl die Szene mit dem Jungen.

Der gesamte Part war unnütz. Die Szene mit der Gaskammer, dass Trommeln der Opfer hätte vollkommen gereicht. Das wäre intensiv genug gewesen aber der Rest hinterlässt nur noch einen slahschigen Beigeschmack und sowas hat in der Thematik garnichts zu suchen. Die Darstellung der drastischen Gewalt im Film selber kann okay sein aber er sollte nicht damit werben, wenn er eine anspruchsvollere Zielgruppe erreichen will und bemüht ist das Thema angemessen zu behandeln.

Original von Harvey Dent
Das Problem ist an Trailern auch oft das sie kurz sind und nur einen Teil des ganzen zeigen können.
Hinzu kommt das meist andere Firmen die Trailer zusammenschneiden und der Regisseur vielleicht gar nichts zu sagen hatte.
Deswegen kann man unmöglich sagen wie das Gesamtbild aussieht und ob Uwe Boll nur auf Gewalt abzieht und der ganze Film ganz großer Rotz wird oder aber ob er das Thema mit Fingerspitzengefühl angeht.

Bei Uwe Boll kann ich mir so eine Distanz zwischen den einzelnen Arbeitsschritten garnicht vorstellen. Ich denke der Teaser ist so beabsichtigt und es sind eher die Slasherfans angesprochen. Zwar versucht er irgendwas rüberzubringen aber falls er damit versagt, hat er immernoch die Gewalt.

Original von Harvey Dent
Also vielleicht abwarten, bevor man ihn jetzt schon verteufelt.
Denn wenn man einen Film zu Auschwitz macht, dann "müssen" auch die Gräuel aufgezeigt werden, damit dem Zuschauer der Kloß im Hals stecken bleibt.

Verteufeln macht aber Spass und geht unheimlich schnell. Besonders bei Boll, weiß man das man meißtens, schlußendlich damit auch recht behält.
 
H

Harvey Dent

Guest
Original von WoodstockAuthentisch oder billig? Was jetzt? Billig produzierte Authenzität?
Widerspricht sich doch nicht.

Das gezeigte wirkte nicht wie eine hochglanzpolierte 120 Millionen $ Hollywood Produktion, aber dennoch wirkte die Szene authentisch/echt.


Bei Uwe Boll kann ich mir so eine Distanz zwischen den einzelnen Arbeitsschritten garnicht vorstellen. Ich denke der Teaser ist so beabsichtigt und es sind eher die Slasherfans angesprochen. Zwar versucht er irgendwas rüberzubringen aber falls er damit versagt, hat er immernoch die Gewalt.
Kenne leider (habe ich tatsächlich leider geschrieben?) Bolls Werke nicht genauer (nur zwei) und vor allem seine letzten Filme, die wohl besser sein sollen, weswegen ich es durchaus für möglich halte das er, gerade bei solch einem Thema, mit genügend Vorsicht herangeht.
Mit einem wirklich guten und intelligenten Film könnte er zumindest einige schlechte Filme vergessen machen.
Und ich hoffe nicht das er versucht Gore/Slasher Fans mit solch einem Film anzusprechen.

Edit: Hey, nochmal editiert :nene:
 

Presko

Well-Known Member
Ich bin einfach nicht der Meinung, dass es wirklich viel bringt, Gewalt extrem drastisch zu zeigen, denn meist beweist das bereits einen Mangel des Regisseurs. In der Regel kommt ein Film viel brutaler, wenn er es schafft, die Atmosphäre durch Andeutungen aufzubauen - denn das direkte zeigen führt zu schnell zur Abstumpfung und ist immer der zu einfache Weg für den Filmemacher.
Im "Positiven" Sinne ist es genauso. Beispiel "Sinnlichkeit und Erotik". Diese trifft am besten über Andeutungen, häufig gerade über das Nichtzeigen. Zeigt man alles - wird es zur Pornographie und Voyeurismus und verwandelt sich ins rein Oberfächliche.
In einem Film wie 'Auschwitz' kann ja die Gewalt nie real abgebildet, sondern immer nur inszeniert und vom Zuschauer konsumiert werden- ich halte das für fragwürdig.

Noch ein Punkt zum Thema "darf jeder darüber einen Film machen". Klar darf letztlich jeder, aber ob es gut ist. Ich hab ein paar Mal schon jetzt hier gelesen, dass geschrieben wird, man hat keine Lust mehr auf so einen Film. Viele Leute sind sich 'überdrüssig' dem Thema geworden und das halte ich für eine ganz schlimme Entwicklung und kommt daher, dass es zuviele unnötige Filme zu so einem Thema gibt. Es wäre schon besser, würden wenige Filmemacher, dafür aber solche, die wirkich etwas beizutragen und zum Thema zu sagen haben, sich damit befassen.
 

Smokersdeelight

Smoker No.1
Pic zum Film:
http://i53.tinypic.com/2us97gg.jpg

Boll zu seinem Film:
"It's in the tradition of my movies Stoic, Darfur, Rampage, Tunnelrats, Heart of America...it shows Auschwitz as this what it was: a meatplant for humans...a death factory" (q:twitch)

Auschwitz wird ueberigens zeitgleich mit Bloodrayne 3: The Third Reich gedreht, wohl auch damit er die Sets wiederverwenden kann und so Geld spart..
Das klingt und sieht alles nicht gerade nach Feinfuehligkeit aus..
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Das wird er in Sachen Skandalfaktor jedenfalls niemals toppen können. Es war schon schwer Postal zu übertreffen, aber hiernach noch einen drauf setzen?
 

The Walking Dad

New Member
Wobei Postal dann doch eher eine Satire war.
Schwer vergleichbar.
Für mich ist Bolls Auschwitz bisher kein Skandal. Warum auch?
Nur weil Boll ihn gemacht hat ?
Will ihn aber eigentlich nicht sehen... Wenn, dann nur um mitreden zu können...
Lust habe ich auf den Streifen wirklich nicht.
 

Garrett

Meisterdieb
Original von Jigsaw
Das wird er in Sachen Skandalfaktor jedenfalls niemals toppen können. Es war schon schwer Postal zu übertreffen, aber hiernach noch einen drauf setzen?

Ich fand Postal zwar gut, aber im Vergleich zum zweiten Videospiel sogar noch zu harmlos, inkonsequent und alles andere als skandalös :biggrin:
 
H

Harvey Dent

Guest
Original von Jigsaw
Das wird er in Sachen Skandalfaktor jedenfalls niemals toppen können. Es war schon schwer Postal zu übertreffen, aber hiernach noch einen drauf setzen?
Toppen geht immer.

Mir krankem Hirn fallen direkt ein paar Sachen ein.
Zwar auch mit Kindern, aber nunja..

Und beim Bild bezweifle ich das der Offizier abdrücken wird.
 

Diokhan

Well-Known Member
Original von Woodstock
Original von Ghost5000
Boll mal wieder! :facepalm: Dem Teaser nach zu urteilen wird das doch nie und nimmer eine würdige Umsetzung zum Thema KZ.

Wenn man einen Film zu diesem Thema gesehen haben sollte dann ist das meiner Meinung nach "Der Junge im gestreiften Pyjama":

http://www.youtube.com/watch?v=FPMzloloh-0

Danke für den Filmtipp!

"Die Arbeit deines Vaters wird in die Geschichte eingehen."

Aber sowas von...

Wobei ich sagen muss, dass mir persönlich die Buchvorlage um einiges besser gefallen hat, als die filmische Umsetzung. Jedoch vermutlich ein Phänomen, wenn man zuerst das Buch gelesen hat und daraufhin einige Aspekte dessen im Film vermisst...

Was Boll's neues 'Werk' anbelangt, weiß ich angesichts des Trailers nicht wirklich was ich davon halten soll. Für mich persönlich sieht es lediglich nach dem Haschen nach Publicity aus. Es ist zwar gesetzlich nirgendwo verankert, dass das Verfilmen der Ereignisse und die bildliche Darstellung des Holocaust grundsätzlich verboten sind, jedoch wäre ein Regisseur mit einem Quäntchen mehr an Fingerspitzengefühl wünschenswert gewesen...sofern überhaupt die Notwendigkeit besteht, diese Ereignisse derart geteilgetreu in Szene zu setzen. Sehen muss ich es zumindest nicht...
 

Layla

Nordisch by Nature
Original von Jigsaw
Das wird er in Sachen Skandalfaktor jedenfalls niemals toppen können. Es war schon schwer Postal zu übertreffen, aber hiernach noch einen drauf setzen?

Das frage ich mich auch ... Der Teaser war schon so skrupellos. Möchte nicht wissen, wie die Szene zum zuletztgeposteten Bild aussieht. Ich weiß nicht, was Boll mit dem Film bezwecken will. Ehrlich gesagt, fehlen mir gerade die Worte.
 

General_Lee

New Member
Leckerer teaser zum Frühstück.
Ich finds auch ätzend dass das Thema zum 1000 mal durchgekaut werden muss. Könnte ja sonst irgendwann mal passieren dass man Deutschland nichtmehr gleich mit Nazis und Verbrechern gleichsetzt :facepalm:
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Ich hab Uwe mal angeschrieben und ihn kurz was gefragt:

q: Laut Trailer spielst du ja selbst mit. Ist es eine größere Rolle?

ub: Nein, ich bin der zuständige Wächter, der dafür sorgt, dass alle
in die Gaskammer kommen.


q: Was bewegte dich dazu, nach Postal ausgerechnet bei diesem wieder
vor die Kamera zu gehen?

ub: Es gab zuwenig dt. sprachige Darsteller in Kroatien.

q: Gibt es im Film eine Handlung oder ist es reines Darstellen der
Leiden?

ub: Es (geht) sehr dokumentarisch zu... keine Hauptfiguren.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Gibt es denn überhaupt sowas wie Dialoge oder wird es eine Aneinanderreihung von "dokumentarischen" Schockszenen? Ich befürchte Letzteres.
 

Deathrider

The Dude
Original von Membaris
ACH DU DICKES EI!!! Meine güte, der Mann hat echt ein Problem. Das ist echt hammerhart. Vielleicht ist wirklich so geschehen, aber das muss man nicht zeigen und das will auch keiner sehen :gruebel:
Vielleicht ist das ja grade der Witz... Früher haben die auch alle die nur was erahnt hatten gesagt "Ich seh's nicht, also passiert da auch nix.". Kann mir niemand erzählen außer den Funktionären wären alle ahnungslos gewesen...
Das von Knobel gepostete "Interview" klärt einiges auf, bestätigt sogar auch meine These.

Gut... Ich weiß auch nicht ob ich jetz genial oder ungeschickt und vollkommen gedankenlos finden soll, dass Boll selbst ausgerechnet in einer solchen Rolle zu sehen sein wird. Aber seine Motive verstehe ich, vor allem wenn das stimmt was er da über die Interviews im Film erzählt.
Und um ehrlich zu sein geht mir das allgemeine Boll-Gebashe auch ein bisschen sehr auf den Keks. Klar, der Mann hat halt seine Kanten und scheut sich nicht jemandem auf die Füße zu treten. Sicher, er hat echten Müll fabriziert. Natürlich, er hat auf seinem Regiestuhl Learning-By-Doing betrieben, bzw. tut das teilweise noch immer. Aber sein Problem ist nicht etwa dass er nicht Regie führen könnte (er kann, doch er ist oft viel zu unkritisch, nimmt misslungene Einstellungen usw.), sondern dass er stinkend schlechte Drehbücher verwendet. Tunnel Rats funktioniert und gehört bestimmt nicht zu den schlechtesten Kriegsfilmen. Warum? Weil er eben dieses Drehbuchproblem bis auf ein Minimum herunter geschraubt und den Rest einfach improvisiert hat. Initiative halt. Find ich okay.

Natürlich ist dieser Film geschmacklos und ich bezweifle dass ich ihn mir ansehen werde... Aber vielleicht ist ein allgemeines Fernbleiben von diesem Film auch ein Statement darüber, wie wir mit diesen Themen umgehen: Wegschauen.
Was ist schlimmer? Ignorant sein oder geschmacklos? :gruebel:

PS:
Mit Sicherheit ist es schonmal hammer hart, dass es notwendig ist solche "Skandalfilme" zu fabrizieren, um Leute dazu zu bringen solche Themen überhaupt zu beachten.

PPS:
Irgendwie ist es auch beachtlich, dass dieser Film alleine schon durch seine Existenz seinen Zweck zu erfüllen scheint und seinen genauen Inhalt und die etwaige (wie auch immer geartete) Qualität damit sogar schon in die Unwichtigkeit abdrängt.
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Das Bollbashing ist sicher übertrieben, war aber zum Teil auch deswegen vorhanden, weil Boll früher gerne provokativ aufgetreten ist. Vor allem wenn er vergleicht und wie in diesem Interview sagt, dass Rodriguez und Tarantino ihre Scripte in Coffeeshops schreiben würden. Gerade QT war erst beim letzten Mal für bestes Drehbuch für den Oscar nominiert, Predators hat mehr eingespielt als die letzten X Boll Filme zusammen. Sprüche wie "mein Film ist besser als -anderer Film-" haben dafür gesorgt, dass man ihn, auch wenn er das vielleicht gar nicht so intendiert, als arrogant sieht.

Ich glaube auch, dass sich der Großteil dieser Hetze hauptsächlich auf die Medienfigur Boll bezieht, gar nicht mal auf seine Filme.

Geht man an die objektiv heran, findet man vielleicht keine oscarfähigen Filme darunter, aber es ist schierer Irrsinn, sie in Superlativen zu beschreiben. Es gibt wesentlich schlechteres und wer das gerade als professioneller Filmkritiker oder -journalist ignoriert, geht zu sehr ins Persönliche. Boll selbst ist ein ziemlich netter Kerl, seine studio-unabhängigen Unternehmungen sind prinzipiell beeindruckend und es gibt keinen anderen, nicht in Hollywood arbeitenden deutschen Filmemacher, der so viele verschiedene Genreproduktionen wagt. Davon sollte es prinzipiell wesentlich mehr geben.
 

hexe

omg lazerguns pew pew
Boll sitzt in seinem eigenen Teufelskreis. Er macht gute und schlechte Filme. Das Problem ist doch, wenn Du als Regisseur schlechte Filme machst, aber Deine Kritiker nicht ernst nimmst - sprich auf alles eine "Boll-Antwort" hast - nimmt man Dich doch irgendwann nichtmehr für voll. Die Medienfigur Boll funktioniert eigentlich wunderbar, er ist in aller Munde, viele Leute, die sonst nicht wirklich Plan von Kino haben, können mit dem Namen was anfangen, aber er beschreibt seine Lage da schon ganz korrekt, bzw. schätzt sich selbst in dem Punkt richtig ein. Man nimmt ihn nicht als Filmemacher wahr, der es ernst meint und ausgerechnet jetzt, wo er einen Film dreht und produziert, der durchaus das Potential hat, die Figur Boll mal in den Hintergrund treten zu lassen, zerreisst man seine Arbeit als Boll, der auf seine Kritiker nach offensichtlich miesen Filmen nichts gab.

Hatte nichtmal Spielberg irgendwas über das komplizierte Gefüge zwischen Filmemachern und Kritikern gesagt, das sich viele Regisseure heute noch vor Augen führen, wenn sie ihre Projekte pushen?

Ok, ich persönlich hab kein Problem mit Boll und kenne bis auf zwei Filme jedes Bollwerk. Muss dazu aber sagen, dass er nicht immer so sensibel mit der Meinung über seine Arbeit umging wie heute.

Ich werde dem Film nach diesem Interview indirekt eine Chance geben, falls der nächste Trailer ein bißchen mehr zeigt, als nur Mord und Totschlag. Setzt der wieder dort an, wo der jetzige - offensichtlich, wie ich finde - hinknallt, lasse ichs.

@Gebashe: Bay wird von Freunden des anspruchsvollen Films auch verteufelt, aber Boll sagt es selbst, die Filme verkaufen sich gut - mehr als das muss ein Mensch, der damit Geld verdient nicht leisten können. Keine Frage, dass uns Filmfans das nur selten reicht.
 

Deathrider

The Dude
Original von hexe
@Gebashe: Bay wird von Freunden des anspruchsvollen Films auch verteufelt, aber Boll sagt es selbst, die Filme verkaufen sich gut - mehr als das muss ein Mensch, der damit Geld verdient nicht leisten können. Keine Frage, dass uns Filmfans das nur selten reicht.
Der Unterschied ist, dass Boll nicht wie Bay anstrebt Megablockbuster zu machen. Das zeigen doch auch seine "Mir doch egal was ihr von mir haltet"-Projekte wie Tunnel Rats oder Darfur, oder eben seine Aussage zu Auschwitz es sei hirnrissig anzunehmen er wolle mit dem Thema Geld machen (sinngemäß). Und da hat er recht. Er riskiert sogar einiges mit diesem Film, vor allem als Deutscher, und er wäre der Idiot für den ich ihn ehrlich gesagt nicht halte, wenn er sich dabei wirklich nix gedacht hat, außer eben nur besoffene Gorehounds und Folterfilmfans zu bedienen.

Vielleicht sollte sich Boll mal bei einem seiner nächsten Projekte mit seiner Person zurückhalten und unter einem Pseudonym Regie führen. Zumindest wären die Kritiker dann unvoreingenommener und er könnte doch noch zeigen dass er ernst genommen werden kann, wenn er die Katze nach ein paar positiven Kritiken aus dem Sack lässt. Allerdings hätte er Auschwitz erst danach drehen sollen. Jetzt winken einfach nur viele ab, "ach der Boll wieder...".
 
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