Würdet ihr unsterblich sein wollen?

Woodstock

Z-King Zombies
Hallo,

In letzter Zeit beschäftige ich mich ein wenig mit Post- und Transhumanismus und stelle mir die folgenden Fragen:

Was wäre wenn wir plötzlich unsterblich sein könnten? Egal ob durch Medikamente, Behandlungen oder durch die Übertragung unseres Bewusstseins in andere biologischen oder mechanischen Körper.

Wie würde sich unsere Gesellschaft verändern?

Würdet ihr das machen? Wenn ja warum und wenn nicht, warum nicht?

Was würdet ihr mit der vielen Zeit anfangen wollen?

Ich gehe von einer relativ "realistischen" Form von Unsterblichkeit aus. Das heißt, du könntest nicht mehr an bekannten Alterskrankheiten oder Altersschwäche sterben aber du kannst noch immer durch Infektionen oder Verletzungen sterben. Du bist nicht unzerstörbar.
 

Manny

Professioneller Zeitungsbügler
Lieber wäre mir, wenn ich wüsste, ich könnte ohne Erkrankungen, ohne (große) Schmerzen 80 werden und dann einfach einschlafen.

Wenn meine liebsten ebenfalls unsterblich wären, würde es ja vielleicht sogar eine ganze Weile gehen.
Ohne sie würden Depressionen vermutlich nicht unzählige Jahrzehnte auf sich warten lassen.
In beiden Fällen klingt Selbstmord irgendwie unangenehm. Wenn Sterbehilfe erlaubt wäre, wäre das wiederum etwas anders.
 

Butch

Active Member
Die Rentenkassen würden sich jedenfalls freuen.
Für immer Leben? Also bis in alle Ewigkeit? Nein Danke, warum sollte man das wollen? Ich will doch wissen was danach kommt.
Wenn ich aber ein paar Milliarden auf dem Konto hätte und ewig in einem jungen gut aussehenden Körper stecken würde, ja dann würde ich vielleicht schon ein paar tausend Jahre machen :squint:
Sich in einen neuen Körper übertragen zu lassen wär mir aber zu riskant, vielleicht passiert das ja nach dem Tod sowieso, nachher gibt man noch für etwas viel Geld aus was man auch umsonst kriegt....
 

Måbruk

Well-Known Member
So lange man dabei einigermaßen jung und fitt bleibt (auch im Kopf) und man sein Ende selbst bestimmen kann, in jedem Fall!
Unser Leben ist viel zu kurz, vor allem so wie die meisten leben - Schule, Studium, Arbeit, Schlafen... wir haben kaum Zeit das Leben wirklich zu leben.
 

Noermel

Well-Known Member
Ist halt die Frage wie es funktionieren würde.
Also wenn ich zb an Get out denke so möchte ich nicht weiter leben wollen. Altered Carbon wäre ein mögliche Variante wo ok wäre zeigt aber auch wie es wohl in Realität wäre sollte es wirklich möglich sein länger zu leben wären die reichen die ersten und ein zigsten wo dies nutzen könnten + Schattenseiten davon.

So oder so irgendwann hat man alles gesehen getrunken gegessen und erlebt was es zu erleben gibt.
Zum anderen haben wir schon jetzt ein Problem der Überbevölkerung dann noch Unsterblichkeit..... Torchwood Miracle Day läßt grüßen.

Wäre schon interessant länger zu leben aber nicht für immer ( siehe Q von Star Trek ) und nur unter den passenden Umständen.
 

TheRealFlamel

Active Member
McKenzie schrieb:
TheRealFlamel schrieb:
Klar.
Solange leben wie es Spaß macht, danach selbstmord.
Das ist aber dann nicht so richtig unsterblich.

"Er war unsterblich, bis er von einem Zug überfahren wurde"
Woodstock schrieb:
Ich gehe von einer relativ "realistischen" Form von Unsterblichkeit aus. Das heißt, du könntest nicht mehr an bekannten Alterskrankheiten oder Altersschwäche sterben aber du kannst noch immer durch Infektionen oder Verletzungen sterben. Du bist nicht unzerstörbar.
 

McKenzie

Unchained
Als würde ich was anderes als deine Posts lesen, Schatzi :whistling:
Ändert aber eigentlich nichts an meiner Aussage, dass ich das dann nicht so wirklich als Unsterblich ansehe. Bzw. unterstützt es meine Ansicht sogar, wenn sogar Infektionen oder Verletzungen einen wegputzen können. Ich sehe in der Fragestellung keine wirkliche Problematik, wie das Beispiel von Flamel recht treffend zeigt. Unsterblichkeit wird doch erst dann wirklich zur Last, wenn sie immer weitergeht und man nichts dagegen tun kann, auch wenn es einen schon bis zum geht nicht mehr ankotzt und deprimiert.
 

Presko

Well-Known Member
Nein, bitte nicht. Ewig leben - finde ich eine grausame Vorstellung. Allerdings fast genauso grausam ist ewig tot sein. Ich finde, Ewigkeit an und für sich, der Versuch, sie mir vorzustellen, ist grauenhaft.
 

Raphiw

Godfather of drool
Ewig leben oder ewig tot nimmt sich nichts bis auf den unterschied das wir wissen das wir nicht ewig leben und die Kostbarkeit des Lebens deswegen zu schätzen wissen... Nein, bis auf den unterschied das wir die Furcht vor unerreichtem hochalten. Die Gewissheit das wir sterben im Zusammenhang mit der ungewissheit ob wir ewig tot sind macht den Unterschied. In Anbetracht dieser Tatsache denke ich das wir länger aber nicht unendlich leben sollten. Das ist allerdings Erfahrung, denn ich kenne kaum jemanden der gestorben ist und sich dachte "hey, das ist ein Zeitpunkt an dem ein abtreten voll klar geht...". Kein einfaches Thema. Unsere Zeit ist limitiert, aber dadurch steigt auch ihr wert.
 

Woodstock

Z-King Zombies
McKenzie schrieb:
Als würde ich was anderes als deine Posts lesen, Schatzi :whistling:
Ändert aber eigentlich nichts an meiner Aussage, dass ich das dann nicht so wirklich als Unsterblich ansehe. Bzw. unterstützt es meine Ansicht sogar, wenn sogar Infektionen oder Verletzungen einen wegputzen können. Ich sehe in der Fragestellung keine wirkliche Problematik, wie das Beispiel von Flamel recht treffend zeigt. Unsterblichkeit wird doch erst dann wirklich zur Last, wenn sie immer weitergeht und man nichts dagegen tun kann, auch wenn es einen schon bis zum geht nicht mehr ankotzt und deprimiert.
Und wie immer weichst du der Frage aus. :rolleyes:

Gut, anders formuliert. Was würdest du tun, wenn du ewig leben könntest, sofern du nicht durch Fremdeinwirkung getötet wirst? Würdest du das überhaupt wollen und wenn ja, was würdest du mit der Zeit anfangen und wenn nicht, warum nicht?

Siehst du? Ich habe das Wort "Unsterblich" in der Frage nicht benutzt. :squint:
 

Metroplex

Well-Known Member
Ich wüsste gerne im Voraus wie sich die Menschheit weiter entwickelt :ugly:
Wenn wir in Richtung Star Trek gehen, dann gerne, aber wenn eher Mad Max auf dem Programm steht, dann behalte ich meine Sterblichkeit.

Ich finde es traurig dass ich so viel verpassen werde. Wenn ich Pech habe, dann erlebe ich nicht mal mehr die erste Mars Kolonie...

Was auch zu bedenken ist: Unsterblich ist ein sehr langer Begriff, früher oder später wird man garantiert bei einem Unfall sterben, irgendwann endet das Leben also sowieso. Man nimmt sich also die Chance auf einen friedlichen Tod, es ist quasi garantiert dass man gewaltsam aus dem Leben gerissen wird.
Am besten gefällt mir eigentlich noch die Variante "Bewusstsein in einen Computer übertragen". Auch wenn ich denke dass "ICH" dann tot bin, und das im Computer nur eine identische Kopie ist. Das ist das selbe Problem wie mit den Transportern in Star Trek. Jedesmal wenn Kirk gebeamt wird, stirbt er und eine identische Kopie übernimmt sein Leben.
 

McKenzie

Unchained
@Wood
Du weichst mir aber auch aus, ich bin ja schon drauf eingegangen. Meine Antwort und die von wahrscheinlich fast jedem anderen deckt sich mit der von Flamel - Wenn man's eh jederzeit beenden kann ist es ja keine große Sache, klar. Ewig leben bis man stirbt, wo ist der negative Teil? Falls ich doch nicht mag, kann ich mich auch regulär mit 90 Jahren ausknipsen.
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Woodstock schrieb:
Was wäre wenn wir plötzlich unsterblich sein könnten? Egal ob durch Medikamente, Behandlungen oder durch die Übertragung unseres Bewusstseins in andere biologischen oder mechanischen Körper.

Wie würde sich unsere Gesellschaft verändern?

Würdet ihr das machen? Wenn ja warum und wenn nicht, warum nicht?

Was würdet ihr mit der vielen Zeit anfangen wollen?

Ich gehe von einer relativ "realistischen" Form von Unsterblichkeit aus. Das heißt, du könntest nicht mehr an bekannten Alterskrankheiten oder Altersschwäche sterben aber du kannst noch immer durch Infektionen oder Verletzungen sterben. Du bist nicht unzerstörbar.
Spannendes Thema!

Wie würde sich unsere Gesellschaft verändern... hm. Ich schätz mal, dass das Übertragen in andere Körper lange Zeit erstmal nur den Reichen vorbehalten wäre. Auf jeden Fall könnte es nicht wie aktuell einfach weiterlaufen, da es mehr und mehr Menschen gäb und ein bedeutender Teil nicht mehr (so leicht) sterben würde. Würde sich unsere Gesellschaft intelligenter verhalten? Glaube kaum. Statt 50 Jahre 9to5 und abends Fernsehen wärs dann halt 500 Jahre so. Allerdings gäb es sicher große wissenschaftliche Durchbrüche, da erfahrene Köpfe nicht mehr enden würden. Junge neue Wissenschaftler müssen ja erstmal viel Zeit damit aufbringen, das Bekannte zu lernen, bevor sie sich neuen Sachen widmen können.

Die Kombination mit Maschinen und Computern a la Bionik ist zu erwarten, doch so faszinierend wie ich das finden mag, so zweifele ich auch. Wie beim Star Trek Beamen würd ich nicht so leicht glauben, dass das Übertragene tatsächlich noch dasselbe ist und nicht einfach eine exakte Kopie, die meint, das Original zu sein.

Mit der vielen Zeit würde ich dasselbe anzufangen versuchen wie jetzt. Interessante Erfahrungen zu sammeln, ein einfaches gutes Leben mit Freunden und Familie führen, unterschiedlichste Filme, Bücher, Serien, Games betrachten, mich in diversen Themen weiterbilden, ein bisschen reisen.

Was ziemlich anders wäre: Familiengenerationen. Du könntest dann ja parallel mit deinen Ururururururururururururururenkeln existieren, die irgendwann genau so fit und verbleibend sind wie du. Und selbst neue Kinder machen. Das ist ein seltsamer Gedanke.
 

MamoChan

Well-Known Member
Woodstock schrieb:
Ich gehe von einer relativ "realistischen" Form von Unsterblichkeit aus. Das heißt, du könntest nicht mehr an bekannten Alterskrankheiten oder Altersschwäche sterben aber du kannst noch immer durch Infektionen oder Verletzungen sterben. Du bist nicht unzerstörbar.
Also "relative Unsterblichkeit". :smile: Ich glaube, der Begriff kommt aus dem Perry Rhodan Universum. :smile:

Das Thema selbst finde ich sehr spannend. Und so verlockend Unsterblichkeit auch klingen mag, weiß ich nicht, ob es so auch wirklich erstrebenswert ist, und zwar aus verschiedenen Gründen. Zum einen denke ich, dass es gerade unsere begrenzte Lebenszeit ist, die uns dazu bringt voranzukommen. Meine Vermutung ist, je mehr Zeit man hat, desto lahmarschiger wird man. Allgemein gesprochen, nicht für jeden Einzelnen. Warum sich denn beeilen? Man hat ja noch Zeit. Beispielsweise beim Thema Kinder. Warum sollte man mit 20 oder 30 jahren schon an Familienplanung denken, wenn man doch auch das Leben noch genießen kann, bis man 500 Jahre alt ist? Meiner Vermutung nach wird sich das durch alle Themen im Leben ziehen.

Der andere, mir noch wichtigerer Punkt, ist die Frage inwiefern man denn derselbe Mensch bleibt. Wenn ich mein Leben rückblickend betrachte, habe ich mich immer wieder verändert, viel gelernt und vieles wieder vergessen. Es gibt Teile in meinem Leben, die ich bereits völlig vergessen habe, wie zum Beispiel die Namen bestimmter Kommilitonen aus der Studienzeit. Damals haben wir uns täglich gesehen, ihre Gesichter habe ich deutlich vor Augen, aber die Namen sind weg. Und wie wäre es, wenn man nun 500 Jahre alt wird? 1000 Jahre? 10.000 Jahre? Was würde von dem Menschen aus der Zeit davor noch übrig bleiben?

Gerade fällt mir ein, wie schlimm eine absolute Unsterblichkeit sein müsste. Man stelle sich mal vor, man würde tatsächlich niemals sterben, nicht durch Alter, Krankheit oder Verletzungen. Irgendwann endet alles. Unsere Welt, das Universum, angeblich auch die Zeit. Man stelle sich mal vor, außer einem selbst würde nichts mehr existieren, und zwar über so einen langen Zeitraum, dass selbst das Universum selbst nur noch eine blasse Erinnerung ist. :blink: Nee, so will ich keine Unsterblichkeit.

Zu diesem Thema empfehle ich den Film "Man from Earth", der das Thema ganz interessant aufgreift.
 
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