Zuletzt gelesenes oder gehörtes Buch

Timon der Misanthrop

Well-Known Member
Jack Ketchum - The Lost

Wer sowas intensives und verstörendes wie "Beutezeit" oder "Evil" erwartet, wird wohl entäuscht werden. Das Buch geht mehr in Richtung Drama und ist am ehesten mit "Blutrot" vergleichbar. Ketchum nimmt sich reichlich Zeit, seine Figuren einzuführen die so psychologische Tiefe bekommen die sie greif-und faßbar macht. Wirkliche Überraschungen bleiben aus und im Mittelteil passiert auch nicht wirklich viel. Dennoch bleibt die Geschichte immer fesselnd und spannend.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Das klingt gut, "Blutrot" gefiel mir von ihm bisher am besten.

Meine zuletzt gelesenen:

Bighead von Edward Lee

Dazu habe ich schon im Edward-Lee-Thread was geschrieben.

###

Der letzte Tycoon von Francis Scott Fitzgerald

Der unbeendete Roman hat mir gefallen. Gewohnt gut geschrieben und durch die Kinobranche-Thematik sehr interessant. Die Figuren waren ebenfalls gelungen.
Zu gerne würde ich wissen, wie Fitzgerald seinen Roman enden lassen wollte. Wahrscheinlich kein Happy End.

###

Madame Verona steigt den Hügel hinab
von Dimitri Verhulst

Auf dem Cover steht "Roman", aber es ist eher eine 100-Seiten-Fabel über eine alte Frau, die kurz vor dem Tod über ihr Leben nachsinnt.

Klingt langweilig, ist es aber nicht. Vor allem toll geschrieben, und auch wenn das Buch an "Die Beschissenheit der Dinge" oder "Problemski Hotel" nicht herankommt, ist es doch gut.
 

Bambi

hat verrückte Rehkitzideen
Blutsommer von Rainer Löffler

Das 1x1 des Grauens Eine Dunstglocke liegt über der Stadt. Die Hitze ist unerträglich. Und dann der Geruch, dieser furchtbare Geruch! Der Picknickausflug von Familie Lerch nimmt ein grausiges Ende, als sie im Wald auf einen dunklen Haufen stößt, von Fliegen und Maden bedeckt: Der «Metzger» hat wieder zugeschlagen. Martin Abel, bester Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, wird zur Unterstützung der Polizei nach Köln beordert. Keiner kann sich so gut in die Gedankenwelt von Serienmördern hineinversetzen wie er: eine Gabe, die einsam macht. Abel glaubt, an Schrecklichem schon alles gesehen zu haben. Doch das hier – das ist eine neue Dimension.

Was mir gut gefallen hat, war, dass der Autor den Leser vor allem am Schluss auf eine falsche Fährte gelockt hat, was den Täter angeht und somit das Aha-Erlebnis um Schluss groß war.

Auch gelungen war das Diagramm, welches mit abgebildet wurde. Dies führte zur einer besseren Veranschaulichung der zuvor dargestellten Thesen.

Das Buch ist sehr flüssig und spannend geschrieben, auch die Dialoge sind sehr gut gelungen. Das Buch ist somit gelungen, aber es ist auf jeden Fall noch sehr viel Steigerungspotential vorhanden, wenn Martin Abel neue Fälle aufklären soll. Könnte neben Sebastian Fitzeck ein 2 guter deutscher Krimi/Thriller Autor werden

7,5 /10
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Coldheart Canyon von Clive Barker

Es geht um eine Fantasiewelt, die in einem Raum aus Fliesen eingefangen ist, Geister, Orgien, einen weiblichen Fan und eine Stummfilmdiva. Aber vor allem geht es um Hollywood; neben fiktiven Figuen kommen auch unzählige reale Perönlichkeiten aus der Filmbranche vor (am Rande).

Der Anfang war interessant, aber danach gab es einen großen Hänger. Die ganze Geschichte wirkte zu langgezogen und war mit 900 Seiten ermüdend zu lesen. Es ist gewohnt gut geschrieben und hat auch einige gute Einfälle und interessante Charaktere, aber zu den besten Büchern von Clive Barker gehört dieses definitiv nicht. Insgesamt würde ich sagen: mittelmäßig. Zumindest nicht so schwach wie "Galilee".

###

Die Nick Adams Stories
von Ernest Hemingway

Das Buch hat mir auch beim zweiten Mal sehr gefallen, vor allem was den Schreibstil und die Dialoge betrifft.
 

Dr.WalterJenning

Düsterer Beherrscher
Kevin Smith - Tough Shit

Sehr interessante Quasi-Autobiographie des Regisseurs von u.a. Mall Rats und Clerks, die viele Insider-Informationen enthält und einiges von diversen Stars (u.a. Bruce Willis) und ihr Verhalten am Set preisgibt. :top:
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Im Verborgenen von John Ajvide Lindqvist

Zehn Horror-Erzählungen vom Autor von "So finster die Nacht".

Wieder sehr gut geschrieben, aber an SfdN kommt es nicht heran. Die einzelnen Geschichten gefielen mir von mittelmäßig bis gut, am besten waren "Grenze" und "Sieht man nicht! Gibt es nicht!"

###

The Lost von Jack Ketchum

Das Buch hat sich flott lesen lassen, aber die Handlung war zu langweilig und unnötig in die Länge gezogen (was sollte zum Beispiel die Katzengeschichte?). Zum Ende hin wurde es zwar etwas spannender, aber auch nicht herausragend.
Insgesamt fand ich das Buch passabel.
 

Danny O

Well-Known Member
Der Augenjäger von Sebastian Fitzek < 2,5 tage und fertig klasse buch (hab alle bücher von ihm)

und gerade bei Verwesung von Simon Backett (alle vorgänger von ihm auch schon durch)
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Von Zeit zu Zeit von Jack Finney

In erster Linie geht es um New York 1882 - wie die Gebäude und die Menschen aussahen und wie sie lebten. Es ist ein historischer Krimi mit Sci-Fi-Elementen, wobei die Art, wie sie hier durch die Zeit reisen, alles andere als wissenschaftlich ist. Am Anfang gab es noch einige Überlegungen zum Thema Zeit, die ich interessant fand, aber danach wird das Ganze zu einem "nostalgischen Geschichtsbuch" mit einem unlogischen Ende. Dafür war es aber gut geschrieben und hatte ein paar nette Ideen.
Insgesamt mittelmäßig.

Zu der Zeitreise-Art:
Er versetzt sich also gedanklich in die alte Zeit und (dank Hypnose) schafft er es, tatsächlich ins Jahr 1882 zu reisen. Später kann er auch ohne Hypnose, einfach so zwischen den Zeiten hin und her springen; mehr noch, er nimmt Menschen mit. Ich verstehe zwar, was der Autor über Wahrnehmung gesagt hat, aber physikalisch macht das trotzdem keinen Sinn (seit 1882 hat die Erde eine lange Strecke im Weltraum zurückgelegt, wie soll er allein durch "Gedankenkraft" diese Entfernung überwinden?). Und dann verhalten sich auch die Wissenschaftler von dem Projekt sehr unglaubhaft. Er kehrt von seiner ersten kurzen Reise zurück und sie sind total begeistert, flippen aus - und verlassen sich dabei einzig und allein auf seine mündlichen Berichte. Sie haben Millionen für dieses Projekt ausgegeben und versuchen nicht einmal, einen materiellen Beweis für seine Zeitreisen? Er hat vorher wochenlang wie 1882 gelebt, um sich darauf einzustellen - kommen sie dann nicht auf die Idee, dass seine "Reisen" vielleicht nur Halluzinationen sind, nur Wunschdenken? Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich jemand bei so einem Projekt nur auf die mündlichen Aussagen eines Menschen verlassen würde.
 

Wendtslaw

Well-Known Member
Von Zeit zu Zeit steht ja auch noch auf meiner ToDo-Liste.

Das Lied von Eis und Feuer 05: Sturm der Schwerter
Das Lied von Eis und Feuer 06: Die Königin der Drachen
Das Lied von Eis und Feuer 07: Zeit der Krähen
Das Lied von Eis und Feuer 08: Die dunkle Königin
Das Lied von Eis und Feuer 09: Der Sohn des Greifen
Das Lied von Eis und Feuer 10: Ein Tanz mit Drachen

Ich bleib bei klaren 9/10 Punkten. Ein paar Kleinigkeiten haben mich irgendwie doch gestört, so dass ich einfach (noch) keine volle Punktzahl geben kann.
Vor allem die Bände 7 und 8 hingen wirklich ein wenig durch, dafür ging es dann in 9 und 10 immerhin wieder ordentlich los. Ich hoffe George R.R. Martin macht nicht nochmal so eine komische Aufteilung.
Ich meine gelesen zu haben, dass er damit selbst nicht zu 100% glücklich war, aber es aus seiner Sicht nicht anders ging.

Womit ich nicht gerechnet hatte +eine Vermutung dazu (Achtung, enthält wirklich mega Spoiler):
Dass John Schnee, soweit man weiß stirbt. Ich vermute mal, dass er wirklich Tod sein wird, aber dass er irgendwie als "Geist" noch wieder auftauchen wird. Denn der Name des Schattenwolfs ist dafür einfach zu sehr wie gemacht.


Ich war ja etwas verwirrt, dass das Gesamttopic plötzlich anders heißt und musste erstmal checken was "книга" heißt :biggrin:


Edit: Gerade nochmal kurz geguckt. Für alle Teile zusammen habe ich etwa 5 Monate zum Lesen gebraucht :rolleyes:
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Angst und Schrecken im Wahlkampf von Hunter S. Thompson

Über die US-Wahlen 1972, die Thompson als Journalist mitverfolgte und darüber berichtete.
Es ist gewohnt amüsant geschrieben und hat einige interessante Überlegungen über Wahlkampagnen (und Politik im Allgemeinen), aber nach einer Weile fand ich es etwas ermüdend. Gelangweilt habe ich mich aber trotzdem nicht, und auch wenn dieses Buch nicht an "Angst und Schrecken in Las Vegas", The Rum Diary oder Hells Angels herankommt, ist es nicht schlecht.

###

Innswich Horror
von Edward Lee

Es geht um einen Lovecraft-Fan, der die Reiserouten des Autors nachreist und dabei auf eine Kleinstadt stößt, die verdächtig nach Innsmouth aussieht.

Eine gelungene Lovecraft-Hommage, die sich nach und nach vom subtilen Horror zum Splatter steigert und mit ihren 180 Seiten schnell durchgelesen ist. Überraschen konnten mich die Wendungen zwar nicht, aber mir gefiel die Atmosphäre und ordentlich geschrieben war es auch.
 

Wendtslaw

Well-Known Member
Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich - David Foster Wallace
D.F.W. wurde 1995 im Auftrag des Harper´s Magazine auf eine siebentäge Luxuskreuzfahrt geschickt um einen Artikel darüber zu schreiben.
Herausgekommen sind dabei diese 192 wundervollen Seiten, die mich fast bis zum Schluss amüsieren konnten ohne selbst an einer Kreuzfahrt teilgenommen zu haben.
Wie die meisten Werke von D.F.W. ist auch dieses Buch von Fußnoten durchsetzt (111 insgesamt), die aber immer sehr gut dazupassen und zusätzliche amüsante Anekdoten liefern.

Die letzten Seiten wollten bei mir leider nicht ganz zünden, aber eventuell war ich auch schon zu müde, als ich gestern Abend beschlossen habe den Rest auch noch kurz zu lesen.

Trotzdem ein super kurzweiliger Spaß!
8/10 Unterdruck-Abwasser-Systemen
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Der Keller von Richard Laymon

Drei Romane (1980-1998) in einem Band. Der erste war ein spannender, kompromissloser Schocker, der zweite war schon langweiliger und der dritte nur noch schlecht - zu unglaubhaft das Verhalten der Figuren, die allesam zu unsympathisch waren, und zu platt die Handlung. Außerdem wurde das Buch zunehmend voyeuristischer und das Finale war nur noch albern (ich sag nur wütende Omas mit Maschinenpistolen). Der Autor hätte es bei dem ersten Teil belassen sollen.
 

Mrs. Rotwang

New Member
Ernst Jünger: In Stahlgewittern (ab 1920)

Autobiografische Schilderung der Fronterfahrung des ersten Weltkriegs über die ganze Spanne von 4 Jahren, rekonstruiert aus den eigenen Tagebuchaufzeichnungen.

Hat mich ziemlich umgehauen. Es ist aber sicherlich kein Buch für jedermann, da
+ extrem authentisch
- nicht als "Literatur" angelegt und daher ohne roten Faden oder wirklichen literarischen Mehrwert
Ich fands das erste Kriegsbuch, das mich wirklich an die Front geholt hat und daher im Alltag tlw schwer zu verarbeiten. Kleinigkeiten, wie Schnickschnack kaufen oder meinen Hobbies nachgehen, wurden ziemlich ad absurdum dadurch geführt... Es ist aber dagegen auch deutlich schwer zu lesen, weil man immer wieder von Situation zu Situation soringt und driftet schnell in ein endloses "diese Front, dieser Sturm"- Wiederholung ab.
Es gibt eine heftige Debatte ums Buch, weil es sehr neutral gehalten ist und sich dadurch sowohl als Antikriegsroman, als auch als Kriegsverherrlichung zu sehen ist. Diesen Punkt habe ich für mich selbst leicht abhaken können, weil mir selbst klar war, wie ich es lesen werde. Er sollte aber eigentlich weiterhin zur Debatte stehen...
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Mrs. Rotwang schrieb:
Ich fands das erste Kriegsbuch, das mich wirklich an die Front geholt hat und daher im Alltag tlw schwer zu verarbeiten.
Hast du schon "Im Westen nichts Neues" von Remarque gelesen? Ein großartiges Kriegsbuch (oder besser gesagt Antikriegsbuch), ebenfalls über den Ersten Weltkrieg.
 

Mrs. Rotwang

New Member
Tyler Durden schrieb:
Mrs. Rotwang schrieb:
Ich fands das erste Kriegsbuch, das mich wirklich an die Front geholt hat und daher im Alltag tlw schwer zu verarbeiten.
Hast du schon "Im Westen nichts Neues" von Remarque gelesen? Ein großartiges Kriegsbuch (oder besser gesagt Antikriegsbuch), ebenfalls über den Ersten Weltkrieg.
Nur die Verfilumg aus den 30ern gesehen, die ja ziemlich nah dran sein soll und ordentlich geflennt bei der Trichterszene :wink:
 
Oben