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Kritik:
The Bye Bye Man


von Christian Mester
BG Chefredakteur, schrieb für Gamestar und Gameswelt, war Projektleiter für Kinofilm-Marketing, hat offensichtlich längst zu viele, aber noch immer viel zu wenige Filme gesehen...

THE BYE BYE MAN (2017)
Regie: Stacy Title
Cast: Douglas Smith, Carrie-Ann Moss, Doug Jones

Story:
In den 60ern dreht ein schnöder Mann auf einmal durch und erschießt seine Familie, seine direkten Nachbarn und schließlich sich selbst mit einem Gewehr, irgendwas über einen Bye Bye Man murmelnd. In der Gegenwart droht ein Jugendlicher, dem selben Wahnsinn zu verfallen...

Kritik:
Jedes Jahr dürfen Genrefans auf das next big thing warten, auf die nächste Horror-Erfolgsreihe, die nächste Horrorikone, die nächsten Genre-Schauspielerentdeckungen, die dann anschließend dekadenlang auf Cons anzutreffen sind und eifrig Stills, Shirts und sonstigen Merchandise kritzelnd unterschreiben. Das hatten sich wohl auch die Produzenten des Bye Bye Mans erhofft, die ihren Träumen aber vermutlich alsbald bye bye sagen dürfen.

Machen wir's kurz: The Bye Bye Man dürfte der inkompetenteste, schlechteste, langweiligste Genreversuch seit Wes Cravens unsäglich üblen My Soul To Take sein. Abgesehen von einem neugierig machenden Intro hat die Produktion absolut gar nichts zu bieten. Der maue Douglas Smith nervt die ganze Laufzeit über mit einer fragilen Persönlichkeit, die am laufenden Band unter Halluzinationen leidet. Ob der Bye Bye Man wirklich existiert lässt die Story zwar recht offen, aber hinsichtlich der Szenen, die wir zu sehen kriegen, tut er das nicht. Er ist in einigen Momenten kurz zu sehen, Doug Jones als hagerer Mann mit Schrumpelgesicht, Hoodiemantel und Monsterhund, aber er macht nichts, nada, überhaupt nichts. Auch sein Monsterhund bleibt sitzen und apportiert keine Knochen - weder alte, noch weiterhin benutzte.

Stattdessen sind es der wild faselnde Jugendliche und seine Freunde, die nacheinander verschiedene Visionen haben und dabei gewisse Menschen für andere halten, Sachen sehen, die so gar nicht vorkommen (beispielsweise sieht einer, wie seine Freundin fremdgeht) oder vereinzelt gruselige Dinge wie den besagten Bye Bye Man wahrnehmen. Der absurde Antrieb des Helden: er will alle umbringen, die vom Bye Bye Man erfahren haben, damit sie es keinem weiter erzählen können. Doch dazu kommt es kaum, da sich die besagten Gefahren schon eifrig selbst umbringen

Dann haben noch ein seltsamer Nachttisch und Münzen irgendwas mit der Sache zu tun und man soll es für schaurig halten, als ihn einer wegwirft, das Möbelstück dann aber wieder bei Leuten auftaucht. Auch scheint die Stirn des Jungen als Türklingel zu funktionieren.

Als Vorlage soll die Kurzgeschichte "The Bridge to Body Island" aus Robert Damon Schnecks Buch "The President’s Vampire: Strange-but-True Tales of the United States of America" hergehalten haben, allerdings zeigt sich bei näherer Recherche, dass man sich dabei wohl erhebliche Freiheiten genommen hat. In der Kurzgeschichte tötet der Bye Bye Man, ein tragisches Einzelschicksal, seine Opfer, weil er Ersatzteile für seinen gruseligen Monsterhund Gloomsinger sammeln muss. Nichts davon spielt eine Rolle im Film, dessen Komplettverzicht auf echten Horror höchstens akzeptabel gewesen wäre, hätte er einen Daniel Day-Lewis als packenden Verrückten parat.

Der Film sieht zwar wie eine gewöhnlich teure Low-Budget Produktion aus, der Bye Bye Man selbst hat ein brauchbares Design, ist aber so dermaßen uninteressant und lieblos inszeniert, dass das ebenso wenig Relevanz hat wie sang- und klanglose Miniauftritte von Faye Dunaway, Carrie-Ann Moss (Trinity aus der Matrix Trilogie) und Leigh Whannell (aus Saw 1).

Fazit:
Deine Mutter.

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