BG Jahresrückblick:

Die besten Filme 2018


Der "Snob" unter den BG Redakteuren. Seine Herkunft ist mysteriös. Angeblich besucht er ein Bildungsinstitut in Bielefeld. In Bielefeld!


Wieder ist ein Jahr vorbei. Zeit heilt vielleicht alle Wunden, doch manchmal ist es auch schwer, bei ihr mitzuhalten. Ein ganzes Jahr in seiner Gesamtheit zu bewerten, selbst wenn es nur um Kino geht, ist natürlich ein gewohnt unmögliches Unterfangen. Gemacht wird es dennoch. Eine Möglichkeit, die Zeit ein wenig abzubremsen, uns eine Gelegenheit zu geben, sie wirklich nachzuvollziehen, ist, auf Vergangenes zurück zu blicken. Allerdings … Kino. Irgendwie scheint der Begriff Kino mehr und mehr aus der Zeit gefallen zu sein. Zumindest wenn man mehr damit beschreiben will als den öffentlichen Vorführort für Filme. Kino ist als Oberbegriff für Filmkultur nicht mehr zu gebrauchen. Nicht, wenn einige der besten Filme des Jahres nie über eine Kinoleinwand geflimmert sind. (Oder nur einmal für ein ausgewähltes Festivalpublikum.) An den aktuellen VOD- und Streaming-Anbietern führt heutzutage kein Weg vorbei, will man zumindest in groben Zügen die potentiell wichtigsten Titel des Jahres sehen. Allein Netflix hatte mehr als 100 originale oder exklusive Filme und Serien in 2018, was es noch unmöglicher macht als zuvor, auch nur ansatzweise „alles“ sehen zu wollen. Wir müssen Abstriche machen, selektieren. Nicht zuletzt dafür sind Berichte und Listen wie dies ganz nützlich.

Doch hier im deutschsprachigen Raum hinken wir der Zeit irgendwie noch aus einem anderen Grund hinterher. Wer, so wie ich, zu sehr über den großen Teich und auf die Filmfestivalvorgänge des Weltkin-oh, ich meine, der weltweiten Filmlandschaft blickt, dürfte dieses Jahr mehr als sonst das Gefühl gehabt haben, dass man hierzulande irgendwie der Gegenwart nachläuft. Das ist natürlich nicht wirklich wahr, aber irgendwie fing das neue Kinojahr erst etwa Mitte April an. Bis dahin war man noch damit beschäftigt, die Filme nachzuholen, von denen der Rest der Welt letztes Jahr bereits geschwärmt hatte. Das führt zum Beispiel auch dazu, dass ein Regisseur gleich doppelt in der folgenden Topliste vertreten ist.

Insgesamt ist die Frage aber auch, ob überhaupt irgendein Film besser sein kann als dieser Kurzfilm/diese narrative Serie von Werbeclips für japanische Gummisüßigkeiten, die den vielleicht besten Twist des Jahres bereithält.

Die 12 besten Filme des Jahres 2018:
(Warum 12? - Warum nicht?)
(Potentiell wichtige Filme, die nicht rechtzeitig geschaut werden konnten: Transit. Ataris Reise. Tully. Glücklich wie Lazarro. Leave no Trace. Spider-Man: A New Universe. Shoplifters. Oh und „Paddington 2“ war noch ganz knapp ein 2017er Film, taucht daher hier nicht auf. Wäre aber zweifellos ein Kandidat für die Top 3.)



12) Annihilation - Auslöschung (R: Alex Garland)


„Ex Machina“ Regisseur Alex Garland legt mit seiner ungewöhnlichen Romanadaption einen Zweitfilm vor, der jede Kinoleinwand entzündet hätte – wäre er denn groß in Kinos angelaufen. (Aber lassen wir das.) Die Reise eines Wissenschaftsteams um Natalie Portman in das Gebiet eines vermutlich außerirdischen Schimmers ist mehr als nur schräges Sci-Fi Abenteuer. Der Schimmer hält massive Auswirkungen für die Wissenschaftler parat, die mit der Last ihrer eigenen Vorgeschichten in diese unwirkliche Welt eintreten. Spannend, ungewöhnlich designt, charakterlich faszinierend und sogartig.

11) Cold War (R: Pawel Pawlikowski)


Musik, heißt es, ist eine universelle Sprache. Selbst wenn Sprache in der Musik verwendet wird, wie hier das polnische „Dwa Serduszka“, kann die reine Gefühlsmacht der Musik Verstehensgrenzen überwinden. Nach dem großartigen „Ida“ hat Regisseur Pawel Pawlikowski erneut einen betörend schönen Schwarzweißfilm gedreht, in dem emotionale Beherrschung und Enthemmung ein Pas de Deux hinlegen. Zwei Personen lieben sich und werden durch äußere politische und ihre eigenen inneren Umstände immer wieder getrennt. Ständig begleitet sie die Musik, die, wie ihre Interpreten, nicht unverändert bleibt.

10) The Tale: Die Erinnerung (R: Jennifer Fox)


Erschienen als HBO Film und hier dann ohne große Fanfaren heimlich, still und leise auf Sky Cinema erschienen, demnach also streng genommen ein TV-Film, doch auch diese Unterscheidung ist mittlerweile kaum noch relevant. Denn wo genau liegt der Unterschied zu einem Netflix Original? In ihrem schockierenden Spielfilmdebüt schickt Dokumentarfilmerin Jennifer Fox Laura Dern in der Rolle als Dokumentarfilmerin Jennifer Fox auf eine Reise in die eigene traumatische Vergangenheit. Erinnerungen an die Vergangenheit sind, wie wir und Jennifer Fox feststellen, nicht fest verankert, sondern formbar und flatterhaft. Wie ein hypersubjektives und doch explizit selbstbewusstes „Rashômon“ werden wir Teil, wie eine Dokufilmerin die Wahrheit ihrer eigenen Vergangenheit sucht. Unangenehm und schockierend, aber auch intelligenter erzählt als die meisten Filme zu träumen wagen. Spätestens wenn relativ früh eine Rolle quasi im laufenden Film neu „gecastet“ wird, schaut man gebannt zu.

09) The Florida Project (R: Sean Baker)


Regisseur Sean Baker ist an Menschen und Sozialkulturen interessiert, die es praktisch nie in die Aufmerksamkeit der Filmindustrie schaffen – oder wenn dann nur als leidvolles „oh, wie bedauerlich“ Kino. „The Florida Project“ ist da anders, nicht zuletzt da sich Baker nahezu komplett der Perspektive seiner jungen Hauptfigur unterordnet. Die sechsjährige Moonee (fantastische Newcomerin Brooklynn Prince) lebt mit ihrer Mutter als Dauerresident in einem billigen Motel in Florida, im Schatten von World Disney World. Ohne Vorurteile und mit enormer Empathie führt Baker Moonee und ihre Begleiter in verschiedene Situationen, in denen wir bald erkennen, wie sich die Situation zuspitzt, womit wir bald ahnen, was dem jungen Mädchen bevorsteht. Oftmals entwaffnend komisch, authentisch und hochemotional. (Nur ob die deutsche – oder irgendeine – Synchro dem effektiven Originalklang nahe kommen kann, ohne sinnentfremdet oder albern zu wirken, muss bezweifelt werden. Originalton ist, sofern möglich, Pflicht.)

08) Mission Impossible: Fallout (R: Chistopher McQuarrie)


Persönlich hatte ich kräftig die Nase gerümpft, als angekündigt wurde, dass Regisseur Christopher McQuarrie nach „Rogue Nation“ zurückkehren würde, um die erste echte Fortsetzung des Mission Impossible Franchises zu inszenieren. Die regelmäßigen Wechsel waren ein Hauptreiz der Reihe und „Rogue Nation“ für mich das bisherige Highlight. Nun muss ich eingestehen: „Fallout“ ist besser. Ein größeres Kompliment kann ich dem Actionfilm des Jahres nicht machen.

07) A Beautiful Day - You were never really here (R: Lynne Ramsay)


„You were never really here“ (Originaltitel) liest sich wie ein zweiter „Taxi Driver“: Joaquin Phoenix als verbitterter Veteran, der junge Mädchen aus den Fängen von Menschenhändlern befreien will. Fürs moderne Publikum liest sich das womöglich wie eine Variation von „Taken“, doch Regisseurin Lynne Ramsay ist kein gewöhnlicher Filmemacher. Ramsay („We need to talk about Kevin“) hat überhaupt kein Interesse an einem wirklichen Genrefilm. Sie inszeniert „A Beautiful Day“ derart elliptisch, so konsequent an all dem vorbei, was man von einem gewöhnlichen Genrefilm erwarten würde, dass es schon beinahe eine Provokation ist. Von einem sensationell in sich gekehrten Joaquin Phoenix und einem grandiosen Johnny Greenwood Score getragen, interessiert sich Ramsay einzig und ohne Umschweife für die komplexe Psyche ihrer ungewöhnlichen Hauptfigur. Millimetergenau geschnitten, ohne ein Gramm Fett an den Rippen, ist „A Beautiful Day“ faszinierend selbstbewusstes Kino.

06) Call me by your Name (R: Luca Guadagnino)


Luca Guadagnino „inform“, könnte man sagen, wäre der italienischen Filmemacher ein Sportler. Ohne den weiteren Verlauf dieser Liste vorwegnehmen zu wollen, aber Guadagnino dreht zurzeit große Filme und kleine Meisterwerke in Reihe. Diese Romanadaption um eine intensive Sommerliebe erscheint in wunderschönen Farben, voll Sehnsucht, Fernweh und tiefer Wehmut. Unglaublich emotional und unvergesslich.

05) Roma (R: Alfonso Cuarón)


Dass Alfonso Cuarón ein Meister ist, steht außer Frage. Allein seine Wandlungsfähigkeit machen ihn zu einem der interessantesten Regisseure unserer Zeit. Der zutiefst persönlich gefärbte „Roma“ ist zu gut, um erneut über „Netflix und die Zukunft des Kinos“ abzuschweifen. In perfekt komponierte Schwarzweißbildern entworfenes Drama um persönliche Identität und Familienzugehörigkeit vor einem vagen und doch nicht zufälligen historischen Hintergrund. Ein großer Film.

04) Hereditary (R: Ari Aster)


Ähnlich wie bei „The VVitch“ kommt einer der interessantesten Horrortitel des Jahres von einem Debütanten. Nach zahlreichen Kurzfilmen legt Ari Aster einen Spielfilmerstling hin, der sich gewaschen hat. Verrückt, wild und hysterisch, doch in den entscheidenden Momenten immer mit den Zügeln in der Hand, um entscheidend zu bremsen, zu beruhigen und den nächsten Schock vorzubereiten. Dass „Hereditary“ ganz nebenbei aus seiner Familiendramathematik so viel herausholt, dass die Ideen um Familienbande und die Möglichkeit eines vererbbaren Bösen nicht einfach nur Hintergrundstaffage sind, machen Asters Film nur noch besser.

03) Suspiria (R: Luca Guadagnino)


Remakes sind nicht immer unnötig. Manchmal kommen sensationelle Wunderwerke bei heraus. Wie bei „The Thing“ und „Die Fliege“ bedient sich Regisseur Luca Guadagnino nur der gröbsten Plotelemente aus Dario Argentos Original und verwandelt sie in seine ganz eigene Version von „Suspiria“. Ein durch Symbole und Hintergrunddetails enorm aufgeblasenes, dadurch aber endlos faszinierendes Ungetüm von einem Horrorfilm. Unmöglich zu beschreiben, schwer zu konsumieren, ohne Rücksicht auf Verluste. Wenn „Suspiria“ funktioniert, möchte man wahrscheinlich sofort ein weiteres Mal zurückkehren.

02) Lady Bird (R: Greta Gerwig)


Noah Baumbachs „Frances Ha“ und „Mistress America“ fanden sich in ihren jeweiligen Jahren auf Platz 1 bzw. 2 meiner Liste wieder. Dort spielte Greta Gerwig die Hauptrolle und, wichtiger noch, schrieb am Drehbuch mit. Gerwigs Quasi-Debüt als alleinige Regisseurin und Autorin schafft nun problemlos das, was keinem Baumbach Film sonst gelungen ist: mich vollends zu begeistern. „Lady Bird“ ist eine sehr spezifische Jugendgeschichte, der man sich dennoch nur zu leicht anschließen möchte und auch kann, da Gerwig und Hauptdarstellerin Saoirse Ronan perfekt miteinander harmonieren.

01) Der seidene Faden - Phantom Thread (R: Paul Thomas Anderson)


Mittlerweile wissen womöglich alle, dass wir im Zeitalter einer Legende leben. Paul Thomas Anderson muss nicht die einzige Filmlegende unserer Zeit sein, doch es steht außer Frage, dass er problemlos in einer Reihe mit John Ford, Stanley Kubrick und Martin Scorsese genannt werden kann. „Der seidene Faden“ ist betörendes Kino, gleichermaßen komplexe Charakterstudie und eine Romanze mit Dornen. Von seiner eigenen Frau soll Anderson inspiriert worden sein, die schwierige Wechselwirkung aus einem dominant egomanischen „Künstlers“ zu einer vermeintlich untergebenen Frau zu erforschen. Wie Anderson diese Mechanismen aufstellt und ausspielt, unterstützt von mindestens drei sensationellen Darstellern in Daniel Day Lewis, Vicky Krieps und Lesley Manville, ist grandios, mitreißend und auf ungewöhnliche Art und Weise romantisch … aber auch beängstigend.




Aufbruch zum Mond – First Man
Durch eine dämliche Kontroverse (die keine ist) und womöglich falsche Erwartungen ist der neue Film von „La La Land“ Regisseur Damien Chazelle ein wenig untergegangen. Statt eines technologischen Abenteuerfilms gibt es mindestens gleichwertig einen Blick auf den Menschen Neill Armstrong. Kein Film über die Mondlandung, vielmehr einer über Armstrongs Gefühlsumstände während und durch die Mondlandung.

The Ballad of Buster Scruggs
Nicht, dass das nach „No Country for old Men“ und „A Serious Man“ noch notwendig war, aber „The Ballad of Buster Scruggs“ ist ein wunderbarer Lackmustest, um die Coen Brüder und ihre Sicht der Dinge zu verstehen. Sonderlich optimistische Zeitgenossen sind die Brüder nicht.

BlacKkKlansman
Filmische Aufarbeitung einer unglaublichen realen Geschichte. Und das in einer Art, wie es nur Spike Lee kann. Erschreckend unterhaltsam, überraschend locker und schließlich doch eine brodelnde Wutrede eines Filmemachers, der sein ganzes Wesen in seinen Film legt. Auch, wenn er vielleicht hier und da den Bogen überspannt.

Black Panther
Ohne den etwas zu CG-intensiven Showdown wäre „Black Panther“ ein heißer Kandidat für das neue Kronjuwel im MCU. Ein Superheldenfilm der erfrischend anders aussieht, darin extrem gut aussieht, einen wirklich komplexen Widersacher besitzt und von einem Score mit Identität getrieben wird. (Aber wo wir gerade hier sind: Infinity War ist ein mehr als sehenswerter Film. Dass er überhaupt funktioniert, ist ein kleines Wunder. Aber in dieser Liste ist nur Platz für einen MCU Film und bei einem „unfertigen“ Film wie Infinity War ist nicht alles Gold was glänzt.)

Beach Rats
Kleiner Festivalerfolg um einen ziellosen jungen Mann, der tagsüber mit seinen Kumpeln am Strand abhängt und Frauen nachgafft, abends heimlich mit Männern chattet und sich immer häufiger auch mit ihnen trifft. Faszinierende Persönlichkeitsfindung von Regisseurin Eliza Hittman.

The Death of Stalin
Armando Iannucci nimmt die mehr oder weniger wahren Begebenheiten rund um den Tod von Josef Stalin und den anschließenden Machtkampf, um daraus einen unerhört witzigen und in seiner grellen Überzeichnung entlarvenden Polit-Irrsinn zu inszenieren.

First Reformed
In den USA ein gefeierter Programmkinoerfolg, hier plötzlich und ohne große Werbung für Heimkinoplattformen erschienen. Ethan Hawke als zweifelnder Priester, der am Unheil der Welt zu kämpfen hat. Karg, schwer und bitter, aber ungemein vielschichtig, faszinierend und mit einem fantastischen Ende.

Private Life
Kathryn Hahn und Paul Giamatti wollen im Film von Tamara Jenkins unbedingt ein Kind bekommen, notfalls auch über moderne Medizin. Doch dieser Kinderwunsch ist nur der Plotantrieb für eines der authentischsten und ehrlichen Beziehungsdramen seit Jahren.

A Quiet Place
Ein kleiner Genrefilm, wie es ihn häufiger geben sollte. Aufs Wesentliche konzentriert, top inszeniert, mit einem sauberen Fundament aus Figuren und Charaktermotivation, damit die teils wirklich gelungenen Effekt- und Spannungsszenen auch zünden können.

A Star is born
Bradley Coopers Regiedebüt ist ein Remake und darin nicht besonders originell. Das Script orientiert sich stark an den Vorgängern, doch Cooper trumpft mit einer gekonnten Inszenierung, gelungenen Songs und klasse Darstellern auf. Allein die erste große Darbietung von „Shallow“ ist Grund genug, den Film anzusehen.

Thelma
Vergleiche mit wirklichen Superhelden Blockbustern sind eigentlich unnütz. Nicht zuletzt da Regisseur Joachim Trier im weiteren Verlauf gänzlich andere Elemente und Ansätze einbringt. Und doch ist dieses ungewöhnliche Jugenddrama die Art von Film, wie sie die großen Franchises zwischen ihren Weltendungshöhepunkten im Jahr gerne häufiger mal unterbringen könnten.

Ungehorsam – Disobedience
Rachel Weisz kehrt zur Beerdigung ihres Vaters an den Ort ihrer Kindheit und Jugend zurück, trifft dort auf die inzwischen verheiratete Jugendliebe Rachel McAdams und bringt ihr streng religiöses Umfeld damit durcheinander. Klein und charakterorientiert, aber mit großem Ertrag. (Rachel McAdams‘ ganz anderer Film „Game Night“ ist ebenfalls sehr sehenswert.)

Die Unglaublichen 2
Der Schurke, der dazugehörige Twist und die Abwicklung des Finales können nicht ansatzweise mit Syndrome und Teil 1 mithalten. Doch abgesehen davon ist „Die Unglaublichen 2“ ein rasanter, unterhaltsamer, wunderbar leichtfüßig erzählter Spaß.

Widows
Für alle, denen der gesprächige „Heat“ zu sehr wie „The Raid“ vorkam. Steve McQueens Adaption einer britischen TV-Serie schickt die Witwen von getöteten Gangstern auf eine Mission zur Selbstrettung. Großartig gespielt und stilvoll erzählt, für reine Genrefreunde aber womöglich zu bedächtig.

Your Name
Der erfolgreichste Anime aller Zeiten. Makoto Shinkais Körpertausch-Fantasy-Romanze hätte für meine Begriffe gerne noch stärker die Identitätssuche über den Körpertauschaspekt erforschen können, doch als Sehnsuchtsromanze, die Shinkais Lieblingsthema der Distanz zwischen Liebenden erforscht, ist „Your Name“ ein so wirkungsvoller wie schön anzusehender Film.



Hauptdarsteller:
- Daniel Day Lewis, Der seidene Faden

- Ethan Hawke, First Reformed
- Timothée Chalamet, Call me by your Name
- Joaquin Phoenix, A Beautiful Day
- Tomasz Kot, Cold War
- James Franco, The Disaster Artist

Hauptdarstellerinnen:
- Toni Collette, Hereditary

- Saoirse Ronan, Lady Bird
- Joanna Kulig, Cold War
- Vicky Krieps, Der seidene Faden
- Frances McDormand, Three Billboards outside Ebbing, Missouri
- Laura Dern, The Tale

Nebendarstellerinnen:
- Blake Lively, Nur ein kleiner Gefallen
- Lesley Manville, Der seidene Faden
- Elizabeth Debicki, Widows
- Elizabeth Debicki, The Tale
- Tilda Swinton, Suspiria

Nebendarsteller:
- Jesse Plemons, Game Night
- Daniel Kaluuya, Widows
- Armie Hammer, Call me by your Name
- Willem Dafoe, The Florida Project
- Alessandro Nivola, Disobedience – Ungehorsam

Musikscore:
- A Beautiful Day, Johnny Greenwood
- Der seidene Faden, Johnny Greenwood
- Annihilation, Geoff Barrow

Musikauswahl:
- Nur ein kleiner Gefallen
- Call me by your Name
- Cold War

- Bester Darsteller in einem schlechten (oder nicht so guten) Film: Jeffrey Wright (Hold the Dark – Wolfsnächte)
- Beste Darstellerin in einem schlechten (oder nicht so guten) Film: Hong Chau (Downsizing)
- Newcomer des Jahres: Lana Candor (To all the Boys I’ve loved before)
- Jährlicher „Wo ist eigentlich…?“ Preis: Sarah Polley, egal ob als Darstellerin oder Regisseurin. (Ja, sie hat Alias Grace produziert, aber reicht das?)
- „Less is more“ Preis für’s Overacting des Jahres: Uma Thurman (The House that Jack built)
- „Badass“ des Jahres: Tom Cruise
- Morgan Freeman Gedächtnispreis für die teilnahmsloseste Schlafwandelrolle des Jahres: Jeff Goldblum (Jurassic World: Fallen Kingdom)
- „1 + 2 = 17“ Preis für die Fehlbesetzung des Jahres: Elizabeth Olsen (Wind River)
- „Das Gesicht kenn‘ ich doch“ Preis für unnötige/störende Cameos und Gastauftritte: Solo – A Star Wars Story. Man hat die freie Auswahl. Ich bin für den Auftritt ganz am Ende.
- „Hey, das ist doch…“ Preis für das beste Cameo des Jahres: Michael Cera (Molly’s Game)
- „Man Crush“ Preis: Armie Hammer
- „Wie wäre es mal mit einer Hauptrolle?“ Preis: Lucy Boynton (Apostle. Bohemian Rhapsody.)
- Sonderpreis für Kinderdarsteller: Brooklynn Prince (The Florida Project)
- „Long time no see“ Preis für sympathische Darsteller, die lange nicht zu sehen waren: Angela Winkler (Suspiria)
- „Romeo und Margaret“ Preis für das unglaubwürdigste Leindwandpaar des Jahres: Bryce Dallas Howard und Chris Pratt, Jurassic Park: Fallen Kingdom (Was bedauerlich ist, da beide ganz offensichtlich mit Leichtigkeit ein sehr gutes Paar abgeben könnten.)
- „Look at you, being all great and stuff“ Preis für den verspäteten Durchbruch eines schon lange aktiven Darstellers: Vicky Krieps. Nach Jahren im deutschsprachigen TV oder in Hintergrundrollen im Kino kam die PTA Rolle.


- „Einmal Markenname to go“ Preis fürs Product Placement des Jahres: Amerikas Hybridwagen. (A Simple Favor)
- „Augenwischer-Ei“ Preis für banale Effekthascherei: Die Schummel-Trailer zu „Infinity War“
- „Sag’s mit Musik“ Preis für gaaaaanz-subtile Botschaften durch Musikauswahl: Hit the Road, Jack (The House that Jack built)
- „Gesehen und wieder vergessen“ Preis: Mute
- „Gnihihi“ Preis für die schmutzigste Humorszene: Die Anatomie des Fischmannes. (The Shape of Water)
- „I love to laugh“ Preis für erinnerungswürdige Humorszenen: Paul Giamatti schaut anregendes Videomaterial. (Private Life)
- „My Sassy Girl“ Preis für die selbstbewusste Frau: Frances McDormand (Three Billboards outside Ebbing, Missouri)
- „Einleuchtende Erleuchtung“ Preis für offenen Geist und kluge/progressive Ideen: Von hinten. (L’amant double – Der andere Liebhaber)
- „I think I spider“ Preis für den dämlichsten deutschen (Unter-) Titel: „Don’t worry, he won’t get far on foot“ wird zu „Don’t worry, weglaufen geht nicht“
- „My God, it’s full of Stars“ Preis für zu viele Stars in der Besetzung: Avengers: Infinity War
- „Titulus Andronicus“ Preis für den besten Filmtitel des Jahres: The Shape of Water
- „La-la-la“ Preis für den Ohrwurm des Jahres: Dwa Serduszka/Oy-Oy-Oy, Cold War (Weil Thank U, Next in keinem Film war und damit nicht gewählt werden darf.)
- „Bob der Baumeister“ Preis für das Filmset des Jahres: M’Bakus Thronsaal (Black Panther)
- „Ron Swanson“ Preis für den Bart des Jahres: Henry Cavill, Mission Impossible Fallout
- „Mach, dass es aufhört“ Preis für die Albtraumszene des Jahres: In der Ecke (Hereditary)
- „You are special“ Preis für einen Film, der nicht gut, aber besser als erwartet war: Set it Up
- Liam Neeson Gedächtnispreis für zelebrierte Gewalt: The Night comes for us
- „Schau mir in den Ausschnitt, Kleiner“ Preis für berechnende Outfits: Jessica Chastain; bewusst und mit Berechnung. (Molly’s Game)
- „Chaos in zwölf Akten“ Preis für das strukturell und/oder dramaturgisch unausgegorenste Drehbuch des Jahres: TAU (Hat noch jemand TAU gesehen? Nein, nur ich? Okay. Muss man nicht gesehen haben.)
- „Geile Friese, Alda“ Preis für die wirklich tollste Haarpracht des Jahres: John David Washington (BlacKkKlansman)
- „Schämt ihr euch eigentlich nicht“ Preis für kaum tragbaren Nonsens im Film: Wie Han Solo zu seinem Nachnamen kam. (Solo – A Star Wars Story)
- „Dancing Queen“ Preis für die Tanzszene des Jahres: Dakota Johnson, Spiegeltanz (Suspiria)
- „Alea iacta Hefte raus, Test“ Preis für Geschichte im Film: The Death of Stalin
- „F-Yeah!“ Preis für die F-yeah Szene des Jahres: Thors Rückkehr (Infinity War)
- „tumblr has crashed“ Preis für neue Popkulturikonen: Black Panther. (Oder Killmonger?)
- „Mit vollem Mund spricht man nicht“ Preis für die Essensszene des Jahres: Pfirsich. (Call me by your Name) oder Pilze. (Der seidene Faden)
- „Blut und Schweiß“ Preis für die intensivste Szene des Jahres: Motorradtour durch Paris. (MI: Fallout)
- „Ente gut“ Preis für die beste Schlussszene des Jahres: Call me by your Name
- „Schockschwerenot“ Preis für den fiesesten Filmmoment des Jahres: Besser arm dran als Arm ab. (The Night comes for us)
- „Pics or it didn’t happen“ Preis für die kürzeste/geheimste Nacktszene des Jahres: Chris Pine (Outlaw / King)
- „I’ll have what she’s having“ Preis für die Sex-Szene des Jahres: Feuchtfröhlich (The Shape of Water)
- „Hashtag ripped!“ Preis für sichtbare Fitness: Alicia Vikander, Tomb Raider
- „I too am a Connaisseur“ Preis für die beste Anspielung auf einen anderen Film: Diabolique. (A Simple Favor)
- „Dat zound tho!“ Preis für den Soundeffekt des Jahres: Séance. (Hereditary)
- „Bitte nicht PETA erzählen“ Preis für böse Szenen mit Tieren, die trotzdem witzig sind: Blut und Hund. (Game Night)
- „Sympathy fort he Devil“ Preis für die Verlockung des Bösen/Schlechten: First Reformed
- „Mein Leben wäre ohne diese Sichtung nicht ärmer“ Preis: Der „Klassentreffen 1.0“ Trailer
- „No Genie in a bottle“ Preis für einen Film, der „rubbed me the wrong way“: Jurassic World Fallen Kingdom
- „#Kindheit“ Preis für die beste Adaption aus einem anderen Medium: Noch nicht gesehen, aber der „Bumblebee“ Trailer war schon besser als mindestens 3 der bisherigen 5 Transformers Filme.
- „Did he died?“ Preis für die beste/schlechteste/albernste Todesszene des Jahres: Oh no, he died. (Game Night)
- „Der Film vor dem Film“ Preis für den Trailer des Jahres: Suspiria
- „Darf‘s noch eine Dimension mehr sein“ Preis für das beste 3D des Jahres: [Obligatorische Beschwerde darüber, dass 3D überflüssig ist und abgeschafft werden sollte.]
- „Weh-tee-eff“ Preis für die WTF-Szene des Jahres: Die gesamte erste Viertelstunde. (Jurassic World: Fallen Kingdom)
- „Their treasure was knowledge“ Preis für den besten Prop Gegenstand: Der Hammer. (A Beautiful Day)
- „Fun infected“ Preis für die ansteckendste Lache: Brooklynn Prince (The Florida Project)
- „Y U no laugh“ Preis für das höchste Meme-Potential des Jahres: What did it cost you? – Everything. (Avengers: Infinity War)
- „Gut geplant ist halb gewonnen“ Preis für „kluge“ (ähem!) Franchiseentwicklung: Cloverfield Paradox
- „Ja nee, is klar“ Preis für unglaubwürdige Dinge: Einfachstes Versteckspiel mit dem Indoraptor (Jurassic World: Fallen Kingdom)
- „Hätte man(n) gerne im Kleiderschrank“ Preis: Landos Umhänge … auch wenn (oder weil?) sie Emilia Clarke besonders gut stehen. (Solo – A Star Wars Story)
- „Hätte frau gerne im Kleiderschrank“ Preis: Die komplette Woodcock Kollektion. (Der seidene Faden) Oder eben auch Landos Umhänge.
- „Frame that shit!“ Preis fürs Poster des Jahres: Dieses. Dieses. Auch dieses. Das hier. Und ganz besonders dieses!
- „Högschde Effizienz“ Preis für den besten Kurz-/Gastauftritt des Jahres: Zu kurz, aber gut: Carrie Coon (Widows)
- „#Aufschrei“ Preis für Dinge, die vermeidbar sind: „Aufbruch zum Mond“ und die amerikanische Flagge
- „Right in the Feels“ Preis für Gefühlsmanipulation: „Es tut mir leid, Kleines“/ „I’m sorry, little one.“ (Avengers: Infinity War)
- „Dann geh‘ doch zu Netto!“ Preis für die Wutrede des Jahres: Reynolds Woodcock echauffiert sich über das Wort „chic“ (Der seidene Faden)
- „Vermintes Territorium “ Preis für den spoileranfälligsten Film des Jahres: Wohl oder Übel „Infinity War“
- „Colour Kaleidoscope“ Preis für den Mut zu Farbe im Filmdesign: Mandy
- „Print it on a shirt“ Preis für das Filmzitat des Jahres: Like a turd – in the wind / Wie ein Kackhaufen – im Wind. (Venom)
- „Mad Reader“ Preis für die Literaturadaption des Jahres: Call me by your Name
- „Kill it with fire“ Preis für die nervigste/unsäglichste Filmfigur des Jahres: Der bisher eigentlich immer sympathische Rafe Spall in Jurassic World: Fallen Kingdom
- „Darling Asshole“ Preis für den Schurken des Jahres: Killmonger (Black Panther)

Die Zeit mit 2018 ist vorbei. Wir haben unsere Erfahrungen gemacht und sind daran gewachsen. Die Filme diesen Jahres sind die Erinnerungen, zu denen wir immer wieder zurückkehren können. Am Ende kann man dann irgendwie doch sagen, trotz allem, 2018 „turned out amazing.“ Thank U, Next. Und hallo 2019.


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