Clives Halbjahr 2013 - Serienrückblick Top 10 Neustarts

Clive77

Serial Watcher
Teammitglied
Vorweg: Ja, ich mache mir gerade einen Spaß daraus, hier meine besten Serien-Neustarts in 2013 zu verkünden. Bitte nicht zu ernst nehmen - auch wenn mir das Thema schon ernst ist.

10. House of Cards
Netflix macht gerade groß von sich reden - und nicht ohne Grund. Wer auf politische Konflikte steht, dem wird hier genüge getan. Mit Weltklasse-Schauspielern besetzt, bietet die Serie einen Blick hinter die Kulissen der US-Politik und orientiert sich dabei an der britischen Original-Serie. Bestimmt nicht jedermanns-Fall, aber dennoch herausragend umgesetzt, wobei die zweite Staffel bereits bestellt ist.

9. Da Vinci's Demons
Nein, es geht hier nicht um die historische Figur Leonardo Da Vinci's. Das muss man sich merken. Es geht hier vielmehr um eine fiktive Gestalt, die sich auf die Suche nach einem Artefakt begibt, was Klarheit über seine Vergangenheit erbringen soll. Es ist eine Abenteuer-Serie für Erwachsene und von der Sorte gibt es momentan nur diese. Indiana Jones zu Da Vinci's Zeiten, wenn man so will. Mit nackter Haut und einem Gewaltgrad, was typisch für Starz (der Pay-TV Sender, wo die Serie ausgestrahlt wird) ist. Nur acht Folgen in der ersten Staffel, wobei Staffel zwei bereits geordert wurde. Ein Abenteuer, auf das man sich einlassen kann. Und offene Fragen werden hoffentlich in der zweiten, bereits bestellten Staffel geliefert.

8. Broadchurch
Eine sehr melancholische Crime-Serie, die an allen Fronten überzeugen kann. Nur acht Episoden, wobei genau ein Kriminalfall die Charaktere antreibt. Dabei werden die Geheimnisse der kleinen Gemeinschaft "Broadchurch" ausgeleuchtet und die Protagonisten tappen meistens im Dunkeln (genau wie der Zuschauer). Verdächtige treten auf, werden wieder verworfen, alles geht in der kleinen Stadt seinen Gang, aber ein gewisses Unbehagen macht sich bei den Figuren und dem Zuschauer breit. Gute britische Serie, teilweise anstrengend, aber der Trip lohnt sich. Staffel zwei wurde bereits bestellt.

7. The Americans
Eine Serie um Spione in den frühen 80er Jahren - um genau zu sein, geht es um russische Spione, die sich als Familie in den USA eingenistet haben und ihren Aufträgen hinter guter Tarnung nachgehen. Zu dumm, dass nebenan ein FBI-Agent einzieht, dessen Feld die Spionage-Abwehr ist. Die Serie ist auf einem eher ruhigen Niveau, weiß aber mit plötzlichen Einschüben an Action und Dramatik zu überzeugen. Eine solide Serie, die eine Reise in die Vergangenheit bietet und die Hochphase des Kalten Krieges beleuchtet. Auch hier wurde die zweite Staffel bereits bestellt.

6. Orphan Black
Eine kleine kanadische Serie zieht in meine Top Ten ein. Was ist passiert? Es gibt genau eine Darstellerin, die diese Serie mit Händen und Füßen trägt und die hört auf den Namen Tatiana Maslany. Dafür muss man zunächst beschreiben, worum es in der Serie geht: Klone. Ein wenig Mystery, etwas Sci-Fi und gleich sieben verschiedene Rollen für die Hauptdarstellerin. Einige davon haben nur einen kurzen Auftritt, aber so drei bis vier sind in der ersten Staffel in fast jeder Folge dabei - und versuchen teilweise auch, die Rolle der anderen einzunehmen. Der Clou: Man erkennt als Zuschauer gleich, welche Rolle die Dame gerade spielt und auch bei Überlappungen sind die Szenen derart gut gemacht, dass man die gleiche Darstellerin in allen Figuren glaubwürdig mit sich selbst reden sieht - was technisch große Anforderungen an alle, aber an erster Stelle an Tatiana stellt. Dabei hat die Serie ein sehr hohes Tempo und wird nie langweilig. Staffel zwei wird kommen.

5. Bates Motel
Ja, die Prequel-Serie zu den Psycho-Filmen spielt sich bei mir in die Top Ten. Der Anfang war nicht gerade das gelbe vom Ei, aber die Entwicklung der Handlung über die erste Staffel ist mehr als gut. Freddie Highmore und Vera Farmiga dürfen sich (hoffentlich) über eine Emmy-Nominierung freuen, denn was Mutter Bates und Norman hier bringen, ist schon beachtenswert. Kleine Ungereimtheiten verschaffen der Serie in meiner Wertung zwar leider nur den fünften Platz, aber es lohnt sich allemal. White Pine Bay und seine Machenschaften wissen zu überzeugen. Staffel zwei kommt.

4. Ripper Street
Ein "Kostümdrama", was nach den Morden von Jack the Ripper in London spielt. Typisch britisch liefern die Schreiber sehr gut ausgearbeitete Charaktere und interessante Fälle, die teilweise ein wenig ihrer Zeit voraus sind. Trotzdem wissen die Figuren den Zuschauer zu packen und in die Handlung hinein zu ziehen. Getrübt wird das Gesehene lediglich durch etwas zu "passende" Zufälle seitens der Figuren, aber über diesen kleinen Kritikpunkt schaut man gerne hinweg. Auch hier kommt eine zweite Staffel.

3. Vikings
Eine Serie, die der amerikanische History Channel hervor gebracht hat - Haupt- und - wie es scheint - alleiniger Autor der ersten Staffel: Michael Hirst. Die ersten sieben der insgesamt neun Episoden sind eine Wucht. Wobei das Thema bisher noch nirgends in Serienform angegangen wurde. Die Serie kann sich locker mit allen Wikinger-Filmen messen und punktet auf ganzer Linie. Nicht ganz geschichtsgetreu, aber mit überzeugenden Darbietungen und einer spannenden Geschichte, die gegen Ende der ersten Staffel leider etwas abflacht. Aber keine Angst, Fortsetzung folgt mit der zweiten Staffel.

2. Hannibal
Von vielen skeptisch betrachtet, bietet die neue Serie aus der Feder von Bryan Fuller alles, was das Fan-Herz sich wünschen kann. Es gibt Veränderungen zu den Büchern / Filmen, aber die passen perfekt ins Bild. Hugh Dancy und Mads Mikkelsen spielen sich dabei auf Emmy-Niveau Woche für Woche die Bälle zu. Technisch eine Augenweide, die teilweise nur mit den Worten "abartig schön" beschrieben werden kann, bietet Hannibal ein Qualitätsfernsehen sondergleichen. Anfangs sieht es noch nach Fall der Woche aus, aber gegen Ende weiß jeder, dass er oder sie hier ein Serial vor sich hat, was im Free TV seinesgleichen sucht. Knapp bestellt, aber Staffel zwei kommt nächstes Jahr.

1. Utopia
Das absolute Highlight dieses Jahr! Eine spannende Geschichte aus der Ecke Verschwörung/Mystery, die ihres gleichen sucht. Es stimmt einfach alles in der Serie: Die technische Seite ist wunderbar abgedeckt, es wird ein äußerst spannendes Thema geboten und die Charaktere sind so individuell gestaltet, wie es besser nicht geht. Das Tempo ist hoch, alle Fragen werden in den nur sechs Episoden beantwortet und das Finale macht Lust auf eine zweite Staffel, die bereits genehmigt wurde. Der Traum eines jeden Serienjunkies.

P.S.: Ich hoffe, ich habe jetzt gerade auf die Schnelle nicht noch eine Serie vergessen. Aber diese Neustarts sind es definitiv wert, einen Blick zu riskieren.
 

Clive77

Serial Watcher
Teammitglied
Edit:

Außerdem gesichtete Neustarts dieses Halbjahr:

Do No Harm - Ein Chirurg mit dem Jeckyll und Hyde Problem. Nach zwei Folgen aus dem Programm genommen, wird momentan Samstags auf NBC "verbraten", lohnt sich auch nicht. Abgesetzt.

Zero Hour - Mystery-Serie ähnlich wie "The Da Vinci Code" gemacht, nur schlechter. Kann man sich ansehen, erste Staffel ist auch halbwegs abgeschlossen. Wurde aber nach drei Folgen ebenfalls aus dem Programm genommen und wird nun Samstags verheizt. Abgesetzt.

Cult - Thema klang vielversprechend. Es geht um eine TV-Serie in dieser Serie und um die hat sich ein Kult gebildet, der die Serie in der Serie zu ernst nimmt und Leute entführt/umbringt. Robert Knepper sollte sich schämen, dass er seine Rolle hier angenommen hat. Wurde erst auf den Freitag verlegt, dann ganz aus dem Programm genommen und wird ebenfalls nun Samstags verheizt. Abgesetzt.

Banshee - Ist auf dem "Männersender" Cinemax angelaufen und wurde von Alan Ball entwickelt. Thematisch recht durchwachsen und nicht immer stimmig. Gewalt und Sex sind die Dinge, die (jedenfalls in den ersten Folgen) den Zuschauer anlocken sollen. Zweite Staffel kommt.

Crossing Lines - Ein internationales Spezialisten-Team ermittelt in Europa. Interessante Prämisse, Donald Sutherland und William Fichtner sind dabei, Schauplätze in ganz Europa. Leider hebt sich die Serie nicht großartig von den Standard-Crime-Serien ab. Quoten deuten auf eine baldige Absetzung.

Defiance - Eine Science-Fiction Serie, die Hand in Hand mit dem gleichnamigen MMORPG gehen soll. Die Hintergrundstory verspricht leider mehr als das, was dem Zuschauer am Ende präsentiert wird. Potenzial für mehr/besser ist vorhanden, aber so ist die Serie höchstens Mittelmaß. Zweite Staffel wurde geordert.

Ray Donovan - Gut besetzte Dramaserie (Liev Schreiber, Jon Voight), die in Richtung Sopranos geht. Im Mittelpunkt stehen die Donovans und deren Familienprobleme, wobei die Titelfigur sich als "Fixer" betätigt und Probleme reicher Leute löst (man ruft Ray z.B. dann an, wenn man morgens neben einer toten Frau aufwacht). Hat noch etwas Luft nach oben. Zweite Staffel wurde bestellt, erste Staffel läuft gerade (seit 30.06. womit die Serie knapp hier rein fällt).

Under the Dome - Verfilmung von Stephen Kings Roman (deutsch: Die Arena) in Serienform. Keine 1:1 Kopie, denn die meisten Figuren aus dem Buch wurden mehr oder weniger stark verändert und die Ursache für die Kuppel soll ebenfalls eine andere sein. King ist als Produzent mit an Bord und segnet die Skripte ab. Interessante Prämisse, geht nach dem Piloten recht ruhig weiter, wobei es stets einen Vorfall der Woche gibt. Gefällt mir gut, hat aber noch Luft nach oben.
 

Revolvermann

Well-Known Member
Da ich größtenteils ein Boxen-Käufer bin habe ich keine der Serien gesehen.

Freue mich aber sehr auf "Hannibal", "House of Cards" und "Vikings".
"The Americans", "Bates Motel" und "Da Vincis Demons" könnten Anklang bei mir finden oder schon nach wenigen Folgen entäuschen.
Wobei ich "The Americans" noch nicht richtig einschätzen kann. ist das ein Agenten-Thriller? Vom Erzähltempo vergleichbar mit "Homeland"?

Deine Nummer 1 macht mich schon länger ein wenig skeptisch. Nirgendwo ließt man etwas hierzulande. Noch nicht mal ein einziges Bild hab ich gesehen. Bei imbd ist es ohne Bild aufgelistet wie irgendeine kleine Miniserie aus den 80ern. Mit 7,9 ganz gut bewertet aber auch nicht überragend gut.
Worum geht es? Was ist das Besondere?
 

Clive77

Serial Watcher
Teammitglied
@Revolvermann: o.k. erstmal zu Utopia: Die Serie hat in der Tat bisher für wenig Aufsehen gesorgt und ist weitestgehend unbekannt. Die Schauspieler haben hier noch keinen großen Namen, im Prinzip handelt es sich dabei um eine britisch eingeigelte Produktion und wann oder ob da was in Deutschland erscheint, steht in den Sternen. Aber das Ding weiß von vorne bis hinten zu überzeugen. Falls es interessiert, hier ein Link von Amazon (UK Import, versteht sich).
"The Americans" ist deutlich langsamer als "Homeland". Es geht um Agenten und den kalten Krieg, um genau zu sein um russische Agenten, die seit Jahren in den Staaten leben und sich dort ein "normales" Leben aufgebaut haben. Beim Piloten bin ich fast eingeschlafen, aber die Story hat mich dann doch gepackt. Ähnlich wie bei Homeland sind die Figuren nicht in schwarz/weiß oder gut/böse gehalten - sowohl die Russen als auch die Amis treffen fragwürdige Entscheidungen und genau das macht die Sache für mich interessant. Bei Homeland winkt im Hintergrund immer noch die amerikanische Flagge durch, bei "The Americans" ist alles noch einen Ton "neutraler".
Am besten ist es immer, mal einen Blick zu riskieren. Aber wenn Du mich direkt fragst, sind die genannten Neustarts (wobei da viele Genres enthalten sind) bisher das beste, was dieses Halbjahr gestartet ist. Bestimmt nicht jedermanns Sache, aber gut genug, um am Ball zu bleiben.
 

Revolvermann

Well-Known Member
Ok. Langsames Erzähltempo muss ja nicht schlecht sein.
Werde wohl jeder Show ein Chance geben. Allerdings kann das je nach Interesse lange dauern.

Selbst auf der UK Amazon-Seite hat Utopia genau eine einzige Rezension. Und davon kommt eine 2. Staffel?
Scheint ja ein echter Geheimtipp zu sein. Aber auch da bleibe ich dran. :top:
 

Sesqua

Lebt noch
Gibt sicher genug Leute die sich gerade fragen von welchen Serien er gerade spricht.
:smile:

Finde aber die Idee gut das du dir auch Gedanken zum Jahresrückblick machst :top:

Und du hast copstories vergessen das ganz klar auf nr1 steht :tongue:
 

Presko

Well-Known Member
broadchurch interessiert mich. Werd ich mal reinschauen müssen, wenn ich mit Nikita durch bin. :squint:
 

Kuddelsoft

Active Member
Moin,
Vikings ist wirklich genial. War sehr skeptisch, aber es ist wirklich eine tolle Serie. Freue mich schon auf die 2. Staffel.
Den Rest der Liste kenne ich noch nicht. Werde aber mal reinschauen.
 

Clive77

Serial Watcher
Teammitglied
Sesqua schrieb:
Und du hast copstories vergessen das ganz klar auf nr1 steht :tongue:
Wie konnte ich das nur vergessen?

Platz 1 aus Österreich: CopStories
Quasi ein Remake der niederländischen Fernsehserie Van Speijk zeigt CopStories die großen und kleinen Fälle der Wiener Polizei, um genau zu sein: Die Arbeit der Polizisten im 16. Wiener Gemeindebezirk Ottakring. Dabei gibt es neben zahlreichen kleinen Fällen, die meist innerhalb einer Folge abgeschlossen werden, auch mehrere Folgen umspannende Handlungsbögen, was die Serie zu einem Mix aus Procedural und Serial macht. Die Darstellungen sind - sofern sich das beurteilen lässt - realistisch gemacht und unter den Polizisten gibt einige recht urige Gestalten, auf die man sich jede Woche freut. Gewöhnungsbedürftig für den deutschen Zuschauer sind dabei die Dialekte, die aber mit zum Charme der Serie gehören. Auch hier wurde bereits eine zweite Staffel geordert.
Ach ja, wer genau aufpasst, wird Sesqua in der Serie wiederfinden.


Diego de la Vega schrieb:
Ok, von den Serien hab ich genau keine gesehen. Viele will ich nachholen, und erst jetzt merke ich wie viele. :biggrin:
Und dabei habe ich "nur" meine Top Ten aufgezählt... :biggrin:
 

Sesqua

Lebt noch
Clive77 schrieb:
Sesqua schrieb:
Und du hast copstories vergessen das ganz klar auf nr1 steht :tongue:
Wie konnte ich das nur vergessen?

Platz 1 aus Österreich: CopStories
Quasi ein Remake der niederländischen Fernsehserie Van Speijk zeigt CopStories die großen und kleinen Fälle der Wiener Polizei, um genau zu sein: Die Arbeit der Polizisten im 16. Wiener Gemeindebezirk Ottakring. Dabei gibt es neben zahlreichen kleinen Fällen, die meist innerhalb einer Folge abgeschlossen werden, auch mehrere Folgen umspannende Handlungsbögen, was die Serie zu einem Mix aus Procedural und Serial macht. Die Darstellungen sind - sofern sich das beurteilen lässt - realistisch gemacht und unter den Polizisten gibt einige recht urige Gestalten, auf die man sich jede Woche freut. Gewöhnungsbedürftig für den deutschen Zuschauer sind dabei die Dialekte, die aber mit zum Charme der Serie gehören. Auch hier wurde bereits eine zweite Staffel geordert.
Ach ja, wer genau aufpasst, wird Sesqua in der Serie wiederfinden.
Wobei man mich in Staffel 2 nicht nur im Hintergrund zu entdecken weiß, denn ab 2014 spiel ich aktiv (ohne Worte) mit den Darstellern mit. :wink: :whistling:
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Manche Stimmen sagen ja, Hannibal sei so gut, dass sie das Kapitel Hopkins in Folie einschweißen und wegrollen sollten, um Platz für Dancy/Mikkelsen/Fishburne Filme zu machen...

Schöne Liste, Clive, vieles davon klingt interessant, wobei ich mich persönlich recht schnell bei den allgemeinen Ermittlerserien oder Mittelalter-Gemetzel-Softcore-Dingern wie Spartacus zu langweilen drohe. Ich glaube, am meisten spricht mich aus der House of Cards an, allein schon wegen Spacey.

Es ist auch verrückt, mit welcher Konsistenz jetzt neue nach neue Serie aus dem Boden schießt. Ich mein, für die Auswahl ist das fantastisch, aber man kommt nicht hinterher und wird nahezu überrollt. Es gab Zeiten, da war ein Ray Donovan Quartalshighlight.
 

Sesqua

Lebt noch
Ich finde nicht das man Hopkins wegrollen sollte. Man sollte nicht mit Hopkins erwartung an die Serie ran gehen, da Mikkelsen nicht einen Hopkins spielt.
Er selbst sagte im Interview er würde Hopkins Meisterleistung nie angreifen oder nachspielen wollen. Aber er sah genug eigenentwicklung im Charakter das er diesen Job annahm. Er spielt Hannibal dementsprechend auch auf seine Art.

Anzumerken ist das die Serie mit den letzen 3 Folgen erst ihren Höhepunkt erreicht und hier klar wird das es sich um ein Serial handelt.

Mikkelson und Dancy geben einfach ein Traumpaar am Schirm ab das nach Emmy schreit in meinen Augen.

Kritik an der Serie ist ledeglich in meinen Augen das die anfänglichen Fälle von der Qualität schwanken und Folge 9 "trou normand", durch den Fall der Woche die Schwächste Episode war. Auch das Ep 4 nicht von NBC ausgestrahlt wurde (und ich fand die jetzt nicht sooo tragisch) hat der Serie sicherlich nicht gut getan.
 

Clive77

Serial Watcher
Teammitglied
Was Hannibal angeht, sehe ich das ähnlich wie Sesqua. Die Serie ist schon was eigenständiges und da es bisher zeitlich noch vor den Filmen spielt (Hannibal Rising zähle ich jetzt mal nicht dazu), wäre ein Vergleich ohnehin schwierig. Man sieht schon im Piloten starke Unterschiede zu den Figuren in den Filmen / Büchern. Die Filme mit Hopkins gehören daher auf keinen Fall in die Tonne gekloppt.

Jay schrieb:
Schöne Liste, Clive, vieles davon klingt interessant, wobei ich mich persönlich recht schnell bei den allgemeinen Ermittlerserien oder Mittelalter-Gemetzel-Softcore-Dingern wie Spartacus zu langweilen drohe. Ich glaube, am meisten spricht mich aus der House of Cards an, allein schon wegen Spacey.
Oh, gegen "allgemeine Ermittlerserien" habe ich auch was. Was dort in meiner Liste steht (ich nehme mal an, Du spielst auf Ripper Street und Broadchurch an), ist schon ein anderes Level als der neue Tatort oder 'ne Folge CSI. Die fallen qualitativ schon eher in Richtung Sherlock oder Luther - die Briten haben was Crime angeht einfach momentan das beste Händchen. Gelangweilt habe ich mich da eher bei "Crossing Lines", wo ich nach zwei Folgen aufgehört habe.

Und hehe, wie kommst Du denn auf Spartacus? Da Vinci's Demons ist keineswegs die Nachfolgeserie dazu. Während Spartacus bei Gewalt und "Softcore" in Richtung Exploitation geht, treten die bei Da Vinci nicht so stark in den Vordergrund. Wie gesagt, es ist eher eine Abenteuer- oder Fantasy-Serie und keineswegs geschichtsgetreu oder gar eine Biographie vom echten Da Vinci. Gute Unterhaltung mit teils schrägen Ideen - der Vergleich mit Indiana Jones fällt wirklich einfach.
Und Vikings? Dort steht im Vordergrund, wie die Gemeinschaft der Wikinger um 800 nach Christus gelebt hat und organisiert war. Auch hier sind die Raubzüge eine angenehme Nebensache. Es werden viele Rituale gezeigt, wobei ich öfter mal "wikifiziert" habe, ob das auch wirklich damals so gewesen ist. Der History Channel fährt ja oft eine pseudo-lehrreiche Schiene und manchmal passt das Gezeigte bei Vikings auch nicht zu den Überlieferungen. Trotzdem ist alles sehr gut und spannend umgesetzt und der (relativ unbekannte) Hauptdarsteller Travis Fimmel dürfte sich über den Karriereschub freuen, den er sich mit Vikings verdient hat - die Serie bekam durchweg jedenfalls sehr positive Kritiken (um bei Metacritic auf 70% zu kommen, gehört schon einiges dazu).

House of Cards steht übrigens deshalb bei mir auf der 10, weil mich das Thema nicht großartig interessiert (Politik, stöhn). Die Serie strotzt nur so vor Qualität und man sieht ihr an, dass in jeder Folge mehr als 4 Millionen US-Dollar Budget stecken.

Jay schrieb:
Es ist auch verrückt, mit welcher Konsistenz jetzt neue nach neue Serie aus dem Boden schießt. Ich mein, für die Auswahl ist das fantastisch, aber man kommt nicht hinterher und wird nahezu überrollt. Es gab Zeiten, da war ein Ray Donovan Quartalshighlight.
Da fällt mir ein Spruch meiner damaligen Geschichtslehrerin ein: Quantität ist nicht Qualität. Es ist in der Tat verdammt schwierig, an der Serienfront die Spreu vom Weizen zu trennen. Alleine auf den US-Networks sprießen jedes Jahr zig neue Serien hervor (wobei die dort meist sehr kurzlebig sind, manchmal wird schon nach dem Auftakt oder wenigen Folgen der Stecker gezogen, wenn die Quoten nicht passen und eine zweite Staffel bekommen vergleichsweise wenige). Seit ein paar Jahren sind eben auch die Kabelsender ins Seriengeschäft eingestiegen und legen sich mehr und mehr Serien zu oder produzieren gar selbst wie der Vorreiter HBO es vormacht. Dort finden sich auch meistens die besseren Serien und die Staffeln werden auf jeden Fall komplett ausgestrahlt (wobei sie dafür oft kürzer ausfallen). Die Kabelsender stehen dort weniger unter Druck, haben mehr Platz im Programm und die Konkurrenz versucht man durch höhere Qualität zu überbieten. Gerade die reinen Pay-TV Sender wie Showtime, AMC oder nun Starz sollte man dort erwähnen.
Trotzdem bleiben einige Themen wie Science-Fiction oder Fantasy weiterhin sehr übersichtlich. "Game of Thrones" ist da die große Ausnahme, sowohl was das Genre als auch die Qualität angeht. Aus der Themenecke dürfte meiner Meinung nach gerne noch mehr kommen, während andere Bereiche - wie Crime oder Ärzte-Serien - gerne entschlackt werden könnten.
 
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