Deutsch, Deutsch, Deutsch - Deutsche Bezüge in US-Serien und Filmen

Joker1986

0711er
Ich kann da natürlich nur für mich sprechen, aber ich versuche es mal zu beschreiben.

Heimat ist für mich der Ort wo ich mich wohl fühle.
Mich hat es z.B. nie aus Stuttgart weg gezogen. Einige meiner Freunde wohnen mittlerweile in z.B. Frankfurt oder München.
Ich mein objektiv betrachtet ist Stuttgart verbort, kleinkariert, oder auch das größte Dorf der Welt.
Aber ich liebe es, es ist eben meine Heimat.
Ich habe Freunde die aus verschiedenen Orten aus Deutschland kommen und in Stuttgart wohnen (meistens der Arbeit wegen).
Kaum einer kann verstehen, was ich an dieser Stadt finde.
Ich reise jetzt auch nicht allzu viel (bis auf ein oder 2 mal im Jahr bissle in Urlaub).
Aber als ich z.B. letztes Jahr aus New York zurück gekommen bin und im Landeanflug auf STR den Fernsehturm aus dem Flieger gesehen habe, hatte ich Gänsehaut. Egal wie gewaltig ein NYC ist, es ist nicht meine Lady aus dem Süden. Ihr merkt ich verfalle ein bisschen in den Sprech von Max Herre aus "1ste Liebe". Aber der Track trifft es schon ganz gut.
Heimat ist der Ort, wo meine Familie, meine Freundin, meine Freunde sind. Der Ort mit dem ich Gefühle verbinde, wo ich aufgewachsen bin.
Wo man auch mal scheiße erlebt hat, wo nicht alles perfekt ist.

Aber das wird wahrscheinlich jeder anders definieren.
Andere fühlen sich nirgends zuhause oder wollen das vielleicht auch gar nicht...
 

Revolvermann

Well-Known Member
Und so gesehen dürfte man dann auch nicht auf die eigenen Eltern stolz sein.
Also das ist ja mal ein ziemlich hinkender Vergleich.
Deine Eltern, deine ganze Familie sind reale Personen, die du dein ganzes Leben kennst und für die du wahrscheinlich Gefühle hegst.
Eine Stadt oder ein Land sind komplett fiktive Gemeinschaften. Eine Gemeinschaft in der es sicherlich super Menschen gibt und die du ohne Frage gerne ganz toll und muckelig finden kannst, aus der aber ständig Menschen abhauen und hinzustoßen, die du nicht kennst. Was du nicht mal merkst.
Eine Gemeinschaft, dessen Menschen du niemals alle kennen, ja nicht mal ansatzweise alle sehen wirst und in der von Pfundskerlen bis Mördern alles dabei ist. Warum auch nicht? Sie ist wie jede andere Gesellschaft die von einer fiktiven Erzählung zusammengehalten wird.
Und das auch nur, wenn man von den Stuttgartern oder von mir aus von den Deutschen spricht und sie somit, im Vergleich zu Stuttgart oder Deutschland, aus den Begriffseigenschaften von Erde, Stein und Bäumen raus nimmt, kurz nicht mit der Bezeichnung der Areale gleichsetzt.
Das macht es weder gut noch schlecht, ich will damit nur sagen, bevor ich hier zuweit ausschweife, dass man seinen Eltern wahrlich andere Gefühle zuschreiben kann als beispielsweise Stuttgart oder dem Harz.
 

Woodstock

Z-King Zombies
Ich weiß gar nicht wie ich die Heimatfrage beantworten soll. Früher hätte ich gedacht, es sei mein Heimatdorf aber seit ich weggezogen bin erwische ich mich dabei diesen Ort überhaupt nicht zu vermissen. Meinen jetzigen Wohnort könnte ich aber auch sofort verlassen und würde keinen Gedanken mehr dran verschwenden.

Ich hätte einst gesagt mein Bundesland aber ich freunde mich immer mehr mit dem Gedanken an, es zu verlassen. Vielleicht mein Land? Aber es ist nicht unwahrscheinlich, dass ich nächster Zeit sogar auswandere.

Familie? Es geht mir tatsächlich besser ohne mein Elternhaus, bzw auf Abstand. Meine Freunde? Sind mittlerweile überall verteilt und der wirklich enge Kreis verteilt sich noch mehr. Über das was übrig bleibt, will ich gar nicht reden.

Vielleicht bleibe ich bei, Heimat ist wo das W-Lan sich verbindet. Aber dann ist auch meine Arbeit meine Heimat. Was anderes bleibt mir ja nicht. Ich glaube, emotional gesehen bin ich heimatlos.
 

Manny

Professioneller Zeitungsbügler
Klingt, als solltest du vielleicht mal einen Therapeuten aufsuchen.

Heimat heißt für mich Hamburg und im engeren Sinne der Stadtteil Lurup.
Ich könnte mir vielleicht noch vorstellen, aus letzterem wegzuziehen, aber aus Hamburg wegziehen, könnte ich nicht.
Ich brauche einfach die Alster, Planten & Bloom usw. zum Spazierengehen, die Seele baumeln lassen, etc.

Auf der anderen Seite finde ich das "Schönste Stadt der Welt" gerede von Radio Hamburg und ähnliches doch recht nervig.
Wenn man seine Stadt besser als alle anderen findet, muss man das nicht ständig von sich geben.
 

Woodstock

Z-King Zombies
Oder ich habe einfach noch nicht meinen Platz gefunden oder habe andere Prioritäten als nur eine Sprache oder einen Geburtsort.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Für mich ist "Heimat" auch unwichtig. Sowohl mein Geburtsland als auch Deutschland bedeuten mir nicht so viel, dass ich da irgendwelche Gefühle hegen würde, zumal die Grenzen von Ländern sich im Laufe der Geschichte so oft verändert haben, dass man nicht genau sagen kann, dass ein bestimmtes Gebiet "von Natur aus" zu dem oder dem Land gehört. Und ein Volk ist für mich keine einheitliche Masse, sondern eine Menge von Individuen, die rein zufällig in derselben Gegend gelandet sind.
Ich vermute mal, dass das Heimatgefühl ganz einfach damit zu tun hat, dass man sich (in der Regel) auf bekanntem Terrain etwas wohler oder sicherer fühlt als auf unbekanntem. Den Stolz auf ein Land kann ich auch nicht nachvollziehen, es sei denn jemand hat selbst etwas zu den "Errungenschaften" beigetragen, auf die man stolz sein kann.
 

Joker1986

0711er
Also das ist ja mal ein ziemlich hinkender Vergleich.
Deine Eltern, deine ganze Familie sind reale Personen,
Dieser Vergleich war auch nur auf folgende Aussage bezogen:
Ich kann auch nicht verstehen wie man auf etwas stolz sein kann, für das man weder etwas kann, noch irgendwie dazu beigetragen hat.

Nationalstolz und Patriotismus sind daher sinnlose Konzepte für mich.
Denn dafür wer deine Eltern sind kann man genau so wenig wie für das Land in dem man geboren wird.

Eine Gemeinschaft, dessen Menschen du niemals alle kennen, ja nicht mal ansatzweise alle sehen wirst und in der von Pfundskerlen bis Mördern alles dabei ist.
Richtig. Aber man ist auch ein Teil dieser Gesellschaft. Und gestaltet diese mit.
Und wer sagt, dass nicht auf mein Vater ein Dieb sein kann... oder meine Mutter eine Mörderin.

dass man seinen Eltern wahrlich andere Gefühle zuschreiben kann als beispielsweise Stuttgart oder dem Harz.
"Liebe" ist in diesem Sinne auch mehr ein abstrakter Begriff. Ist natürlich nicht die gleiche Liebe, wie die, die dich ich meiner Freundin gegenüber empfinde.

Heimat heißt für mich Hamburg und im engeren Sinne der Stadtteil Lurup.
Ich könnte mir vielleicht noch vorstellen, aus letzterem wegzuziehen, aber aus Hamburg wegziehen, könnte ich nicht.
Mein Mann :biggrin:
Hamburg übrigens für mich nach Stuttgart die zweitschönste Stadt in Deutschland und wahrscheinlich die einzige Stadt in der ich mir vorstellen könnte zu leben, falls ich hier weg müsste. :smile:

Ich vermute mal, dass das Heimatgefühl ganz einfach damit zu tun hat, dass man sich (in der Regel) auf bekanntem Terrain etwas wohler oder sicherer fühlt als auf unbekanntem.
Ich denke das spielt sicherlich mit rein. Ist aber nicht alles.
 

Revolvermann

Well-Known Member
Richtig. Aber man ist auch ein Teil dieser Gesellschaft. Und gestaltet diese mit.
Das ist richtig und auch wichtig, zu einem winzigen Teil die Gesellschaft und zu einem größeren Teil sein Umfeld positiv mitzuprägen. Deswegen kann man dann aber vor allem auf sich selbst stolz sein. Sowieso eigentlich der Einzige, denn man halbwegs unter Kontrolle hat.


Denn dafür wer deine Eltern sind kann man genau so wenig wie für das Land in dem man geboren wird.
Und wer sagt, dass nicht auf mein Vater ein Dieb sein kann... oder meine Mutter eine Mörderin.
Deswegen kann man der bekannten Person oder Gemeinschaft, in diesem Fall den Eltern, auch nachvollziehbar Enttäuschung, Wut oder Abneigung entgegenbringen. Genauso wie eben positive Gefühle. Viel nachvollziehbarer jedenfalls, als die Wut oder den Stolz auf Deutschland zu projizieren, schließlich sind bei deutsche.

"Liebe" ist in diesem Sinne auch mehr ein abstrakter Begriff. Ist natürlich nicht die gleiche Liebe, wie die, die dich ich meiner Freundin gegenüber empfinde.
Ich verstehe natürlich, was du meinst. Von einer gewissen Verbundenheit können sich wohl nur wenige freisprechen. Und sei es nur, sein Elternhaus oder das Kinderzimmer betreffend. Man sollte dabei aber immer im Hinterkopf behalten, dass es sich um ein irrationales, komplett subjektives Gefühl handelt, gegenüber einer toten Masse. Nichtsdestotrotz natürlich reale Emotionen. Die können aber auch gerne mal missgeleitet werden und sind meiner Meinung nach, realen Personen gegenüber eben viel angebrachter.
 

Joker1986

0711er
@Joker1986
Auf deine Eltern, Kinder und Freunde kannst unter Umständen stolz sein, schließlich wirkst du ja direkt auf sie ein und beeinflusst ihr handeln.
Kinder stimme ich dir zu. Aber Eltern sind zum großen Teil schon geformt und normalerweise wird man selbst nach deren Vorstellungen aufgezogen und teilt in der Regel der Grundwerte.
Allerdings das alles auch nur bei einer idealen Familie. Gibt ja genug kaputte Familien.

Viel nachvollziehbarer jedenfalls
Für dich nachvollziehbarer. Ein Kindersoldat aus dem Sudan versteht vielleicht gar nicht wie man anderen Menschen lieben kann, weil er/sie nie die LIebe erfahren hat, die wir hier von der Familie erfahren.

an sollte dabei aber immer im Hinterkopf behalten, dass es sich um ein irrationales, komplett subjektives Gefühl handelt, gegenüber einer toten Masse. Nichtsdestotrotz natürlich reale Emotionen.
Sind nicht alle Gefühl komplett Subjektiv?
Und sind Gefühl für tote Masse irrationaler und "schlechter" als Gefühle für ein lebendes Wesen?
Also für mich selbst?
Klar für das Gegenüber ist es was anderes, da die tote Masse nichts von meinen Gefühlen hat, das lebende Wesen aber schon.
Aber die Gefühle die ICH empfinde, sind doch für mich gleich - ob ich meine Mutter liebe oder meine Heimatstadt.

Das geht jetzt schon ein bisschen ins Philosphische und ich stelle das jetzt absichtlich ein bisschen überspitzt dar.
 

Metroplex

Well-Known Member
Kinder stimme ich dir zu. Aber Eltern sind zum großen Teil schon geformt und normalerweise wird man selbst nach deren Vorstellungen aufgezogen und teilt in der Regel der Grundwerte.
Also mein Vater war lange ziemlich konservativ und sogar ein bisschen fremdenfeindlich (so wie ältere Leute oft sind).
Ich aber denke durch meinen Einfluss ist er mit der Zeit immer liberalrer und offener geworden... oder er tut zumindest so wenn ich dabei bin, ich kann ja nicht kontrollieren was er auf seinen Wahlzettel schreibt :ugly:

Mein Mutter hingegen ist leider (auch dank ihres neuen Partners) ein verlorener Fall.
 

Revolvermann

Well-Known Member
Für dich nachvollziehbarer. Ein Kindersoldat aus dem Sudan versteht vielleicht gar nicht wie man anderen Menschen lieben kann, weil er/sie nie die LIebe erfahren hat, die wir hier von der Familie erfahren.
1. Ja klar, ich schreibe hier auch.
2. Bist du ja der Diskussionspartner und ich gehe mal stark davon aus, dass du kein Kindersoldat aus dem Sudan bist. Ansonsten hätte ich nämlich ganz anders angesetzt da:
3. ein Kindersoldat aus dem Sudan vielleicht tatsächlich keine Liebe von seinen Eltern (die er vielleicht gar nicht kennt) oder sonst irgendwem erfahren hat und durch frühkindliche Indoktrination auf bedingungslose Vaterlandsliebe umprogrammiert wurde. Was natürlich gar keine tatsächliche Liebe ist sondern, wie in so vielen Fällen, ein Gedankenkonstrukt, von fremder Hand installiert zur Machtausübung. Macht gegenüber der Masse und Macht über das Individuum.
Und nur weil es sowas zuhauf gibt, macht es das ja nicht richtig bzw. muss ich meine Argumentation nicht darauf auslegen, wenn wir uns unterhalten.
Es ist höchstens ein Grund mehr Vergleiche von Familie und Stadt,Land,Fluss direkt zur Diskussion zu stellen.

Sind nicht alle Gefühl komplett Subjektiv?
Natürlich.
Und sind Gefühl für tote Masse irrationaler und "schlechter" als Gefühle für ein lebendes Wesen?
Also für mich selbst?
Von "Schlecht" schrieb ich nichts. Das ist ziemlich normal. Irrational ist es auf jeden Fall. Wenn du die Gefühle gegenüber einer Stadt oder einem Land über die eines Menschen stellst oder deinen eigen Wert, wäre das schon sehr bedenklich. Denn "Hey, ich finde Grevenbroich ist wichtiger als ich." hört sich komisch an. "Ich werde stolz für mein Vaterland sterben" ist dann nicht mehr so komisch (wobei genaugenommen schon) aber oftmals gesellschaftlich akzeptiert.
Das riecht nämlich stark nach Fremdeinwirkung.
 

Joker1986

0711er
Bist du ja der Diskussionspartner und ich gehe mal stark davon aus, dass du kein Kindersoldat aus dem Sudan bist.
Bin ich nicht.

Von "Schlecht" schrieb ich nichts. Das ist ziemlich normal. Irrational ist es auf jeden Fall. Wenn du die Gefühle gegenüber einer Stadt oder einem Land über die eines Menschen stellst oder deinen eigen Wert, wäre das schon sehr bedenklich. Denn "Hey, ich finde Grevenbroich ist wichtiger als ich." hört sich komisch an. "Ich werde stolz für mein Vaterland sterben" ist dann nicht mehr so komisch (wobei genaugenommen schon) aber oftmals gesellschaftlich akzeptiert.
Das riecht nämlich stark nach Fremdeinwirkung.
Das ist jetzt dann die Frage.
Du meinst also, man kann nicht selbst die Idee haben, das etwas abstraktes wichtiger ist als man selbst?
Und das es grundsätzlich irrational ist, wenn Leute für etwas größeres sterben würden?
 

Revolvermann

Well-Known Member
Das ist jetzt dann die Frage.
Du meinst also, man kann nicht selbst die Idee haben, das etwas abstraktes wichtiger ist als man selbst?
Finde ich interessant dass jetzt solche Fragen aufkommen. Ganz ehrlich. Sind doch interessante Themen und du bist ein angenehmer Gesprächspartner. :smile:
Nein, ich denke das man solche Ideen auch selbst haben kann. Nur werden sie sehr oft von außen installiert und missbraucht. Es muss auch nicht zwangsweise eine falsche Idee sein. Es kann aber zweifelsohne eine total falsche Idee sein, auch wenn man selbst drauf gekommen ist.

Und das es grundsätzlich irrational ist, wenn Leute für etwas größeres sterben würden?
Nein, natürlich ist das nicht grundsätzlich irrational. Diese Gedankenkonstrukte haben die Menschheit immerhin weit gebracht. Sie waren lange nötig, damit sich eine Masse komplett fremder Individuen als Gemeinschaft wahrnehmen.
Ob das insgesamt überhaupt eine positive Entwicklung war, sei dahingestellt. Es gab und gibt aber definitiv eine Menge positive Aspekte.

Gegenfrage: Ist es nur möglich nach etwas größerem zu streben oder gar dafür zu sterben, wenn man ein gewisses Areal oder die Menschen in diesem als wichtiger ansieht, wie den Rest? Sind nicht die alten Erzählungen von Religion und Nation viel zu veraltet und anfällig für unvorstellbar grausame Fehleinschätzungen um damit fortzufahren?
Wie die Antwort darauf oder eine neues, besseres Konstrukt aussehen wird, kann ich natürlich nicht sagen. Das wäre größenwahnsinnig.
Aber ist es nicht bezeichnend das sich beispielsweise mit der globalen Begeisterung für die Reise von Space-X zum Mars oder der Fridays for Future Bewegung immer mehr Menschen zusammentun und ein Ziel verfolgen, mit Blick auf die Menschen? Mit Blick auf die Menschheit an sich und nicht mit Blick auf Grenzen, Sprache oder Religion?
 

Joker1986

0711er
Sind doch interessante Themen und du bist ein angenehmer Gesprächspartner.
Danke gleichfalls.
Nein, ich denke das man solche Ideen auch selbst haben kann. Nur werden sie sehr oft von außen installiert und missbraucht. Es muss auch nicht zwangsweise eine falsche Idee sein. Es kann aber zweifelsohne eine total falsche Idee sein, auch wenn man selbst drauf gekommen ist.
Joa. Das ist klar. Grundsätzlich ist die Idee selbst schon wichtig. Aber auch gute Ideen können Opfer erfordern. Ist dann die Idee immer noch gut?
Wo wir dann wieder bei dem Problem aus z.B. Watchmen oder dem von Thanos sind. Opfere ich für den Weltfrieden so oder so viele Leute.
Oder ab wie vielen Leute ist das Opfer gerechtfertigt? Ist es gerechtfertigt wenn ein Mensch sterben muss. Und wenn nicht, wie ist es wenn dieser Mensch freiwillig sterben würde?
Oder Sterbehilfe... Im Grunde eine gute Idee, wenn nicht einer dafür zum "Mörder" werden müsste. (Wobei ich Sterbehilfe nicht grundsätzlich ablehne).

Gegenfrage: Ist es nur möglich nach etwas größerem zu streben oder gar dafür zu sterben, wenn man ein gewisses Areal oder die Menschen in diesem als wichtiger ansieht, wie den Rest?
Ich würde sagen es macht es definitiv einfacher, wenn man ein gewisses Gebiet als wichtiger erachtet. Und wie selbstlos ein Mensch ist.

Aber ist es nicht bezeichnend das sich beispielsweise mit der globalen Begeisterung für die Reise von Space-X zum Mars oder der Fridays for Future Bewegung immer mehr Menschen zusammentun und ein Ziel verfolgen, mit Blick auf die Menschen? Mit Blick auf die Menschheit an sich und nicht mit Blick auf Grenzen, Sprache oder Religion?
Ja absolut. Anders wird es wahrscheindlich auch nicht funktionieren. Aber es ist halt leider immernoch in uns drin, dass man zu seinesgleichen" steht.
Aber die Grenzen werden größer und ich denke der Prozess dauert auch noch eine Weile. Ich halte mich selbst für relativ tolerant und offen und trotzdem sehe ich mich selbst als eher Europäer oder "Westler" (so grob die NATO Staaten). Dafür ist mir z.B. der chinesische Lebenstil zu fremd und ich würde nicht unter chinesischer Herrschaft leben wollen.
Ich arbeite jeden Tag beruflich mit Menschen aus aller Welt zusammen und ich bin immer wieder froh, dass ich weder Chinese noch Inder bin :rolleyes:
 

Revolvermann

Well-Known Member
Ich würde sagen es macht es definitiv einfacher, wenn man ein gewisses Gebiet als wichtiger erachtet. Und wie selbstlos ein Mensch ist.
Einfacher ganz bestimmt. Und Selbstlosigkeit ist sicher hier und dort ganz gut, aber du schreibst erst von der Wichtigkeit eines Areals und dann davon "wie selbstlos ein Mensch ist". Was eine einzelne, individuelle Eigenschaft ist. So wird eine individuelle Eigenschaft auf ein Areal projiziert.
So gibt es natürlich das Grab des deutschen Soldaten und es französischen und des italienischen usw. aber nicht das Grab des konservativen Soldaten, des liberalen Soldaten oder beispielsweise des wissenschaftlich arbeitenden Soldaten. Dabei sagt die politische Gesinnung der man aktiv als Erwachsener meint anzugehören oder die leidenschaftliche Profession eines Menschen viel mehr über ihn aus, als das Land in das er hineingeboren wurde. Wir empfinden das Grab des deutschen Soldaten als völlig normal, um auf ein paar andere Aussagen deinerseits zurückzukommen, weil die edelmütige Selbstopferung und das pathetische ausschlachten dieses Opferkults natürlich zur nationalistischen Idee gehören und uns so beigebracht wurden. Eine Opferung der Massen im Namen irgendeiner Sache, sei es im Namen von Thanos, zur Bekämpfung der Ungläubigen oder um beispielsweise irgendein Volk ethnisch rein zu halten, ist nichts anderes, nur in noch pervertierterer Form.
Vielleicht sollte man vielmehr mal genau hinhören wenn eine Idee keine Menschenopfer von vornherein mit einschließt, sondern grundlegend für Menschen konzipiert ist, inkl. Inder und Chinesen. Denn wir sind keinesfalls von denen abgeschnitten.
 

Joker1986

0711er
aber du schreibst erst von der Wichtigkeit eines Areals und dann davon "wie selbstlos ein Mensch ist".
Klar. Nur weil etwas wichtig ist, kann ich ja trotzdem ein Arschloch sein...

So gibt es natürlich das Grab des deutschen Soldaten und es französischen und des italienischen usw. aber nicht das Grab des konservativen Soldaten, des liberalen Soldaten oder beispielsweise des wissenschaftlich arbeitenden Soldaten.
Wobei natürlich die Herkunft i.d.R. einfacher zu bestimmen (und auch meist eindeutiger ist) als die politische Gesinnung oder der Charaktereigenschaften.

weil die edelmütige Selbstopferung und das pathetische ausschlachten dieses Opferkults natürlich zur nationalistischen Idee gehören und uns so beigebracht wurden
Naja, aber du hast ja auch in jedem zweiten Film eine edelmütige Selbstopferung, oder dass sich der Held (generischer Maskulin!) in Gefahr bringt um die anderen zu schützen.
Also das ist jetzt nicht nur eine nationalistische Idee

Vielleicht sollte man vielmehr mal genau hinhören wenn eine Idee keine Menschenopfer von vornherein mit einschließt, sondern grundlegend für Menschen konzipiert ist, inkl. Inder und Chinesen.
Also sowas wie Religion ohne Kirche?

inkl. Inder und Chinesen. Denn wir sind keinesfalls von denen abgeschnitten.
Gar kein Thema. Wenn wir die Welt retten, dann inkl. Inder und Chinesen.

Ich bin aber trotzdem froh nicht in Indien oder China aufgewachsen zu sein (oder noch viel mehr im Westen aufgewachsen zu sein und nach indischer oder chinesischer Art und Denkweise leben zu müssen :wink: )
 

Revolvermann

Well-Known Member
Wobei natürlich die Herkunft i.d.R. einfacher zu bestimmen (und auch meist eindeutiger ist) als die politische Gesinnung oder der Charaktereigenschaften.
Klar. Wobei diese Denkmäler aber meistens nicht auf Friedhöfen stehen sondern irgendwo als Pilgerstätte groß in der Stadt, wo man sie nach Gutdünken bennen könnte.
Nicht das ich mir irgendwie andere Soldatendenkmäler wünsche, es wäre zumindest etwas sinnvoller und würde derartige Verehrung mal etwas auf den Prüfstand stellen.

Naja, aber du hast ja auch in jedem zweiten Film eine edelmütige Selbstopferung, oder dass sich der Held (generischer Maskulin!) in Gefahr bringt um die anderen zu schützen.
Also das ist jetzt nicht nur eine nationalistische Idee
Es ist eben sehr wirkungsvoll für eine Erzählung. Erst recht für eine allumfassende Erzählung, weshalb eine solche auch höchst adaptiv sein muss, denn selbstredend ist das ein wichtiger Teil der nationalistischen Idee aber natürlich nicht exklusiv nationalistisch.

Also sowas wie Religion ohne Kirche?
Religion oder Kirche schließt von vorherein keine Menschenopfer mit ein? Zumindest die monotheistischen Religionen sind Boxoffice-Champions was Märtyrertum angeht.
Gar kein Thema. Wenn wir die Welt retten, dann inkl. Inder und Chinesen.
Oder die Inder und Chinesen retten am Ende uns?

Ich bin aber trotzdem froh nicht in Indien oder China aufgewachsen zu sein (oder noch viel mehr im Westen aufgewachsen zu sein und nach indischer oder chinesischer Art und Denkweise leben zu müssen :wink: )
Dazu müsste man erstmal bereitwillig akzeptieren das es eine einzige indische oder chinesische Denkweise gibt, was bei Milliarden von Individuen sehr schwer vorstellbar ist. Zumal zahllose asiatische Erfindungen und Philosophien den Westen mitgeprägt haben und man, wenn man beispielsweise im Partyviertel von Peking oder in den Kommentarspalten von youtube einen gleichaltrigen Chinesen aus der Mittelschicht kennenlernt, feststellen könnte, dass man gar nicht so verschieden ist.
 

Joker1986

0711er
Religion oder Kirche schließt von vorherein keine Menschenopfer mit ein? Zumindest die monotheistischen Religionen sind Boxoffice-Champions was Märtyrertum angeht.
Naja, aber doch nur wegen den Kirchen...? Die Religion an sich, sagt doch nicht "bring dich für mich um". Da sind doch immer schön Menschen dabei, die das anderen einreden, dass die das für "die Religion" machen sollen.
Ich bin wahrlich kein Freund der Religion (noch weniger der Kirchen, egal welcher Coleur), aber die Religion an sich ist doch erst Mal unschuldig.

Oder die Inder und Chinesen retten am Ende uns?
Würde ich aufgrund der aktuellen Entwicklung in der Welt nicht so sehen, aber vielleicht in 200 oder 300 Jahren :tongue:


Dazu müsste man erstmal bereitwillig akzeptieren das es eine einzige indische oder chinesische Denkweise gibt, was bei Milliarden von Individuen sehr schwer vorstellbar ist. Zumal zahllose asiatische Erfindungen und Philosophien den Westen mitgeprägt haben und man, wenn man beispielsweise im Partyviertel von Peking oder in den Kommentarspalten von youtube einen gleichaltrigen Chinesen aus der Mittelschicht kennenlernt, feststellen könnte, dass man gar nicht so verschieden ist.
joa ich arbeite halt jeden Tag mit Indern und Chinesen zusammen. Und meine Erfahrung ist eine andere und das kann ich da auf ALLE so extrapolieren. Bis auf einen. Und der ist auch nur anders, weil er in Europa studiert hat. Zum Glück ist der der Geschäftsführer und kann seine Mitarbeiter auf uns Europäer einstellen.
Ich will auch gar nicht sagen, dass die Kollegen aus China über mich nicht genau so denken. Die sind wahrscheindlich froh, dass sie keine Europäer sind :ugly:
 

Revolvermann

Well-Known Member
Und meine Erfahrung ist eine andere und das kann ich da auf ALLE so extrapolieren.
Okay, wenn du das so einfach kannst.



Naja, aber doch nur wegen den Kirchen...? Die Religion an sich, sagt doch nicht "bring dich für mich um". Da sind doch immer schön Menschen dabei, die das anderen einreden, dass die das für "die Religion" machen sollen.
Ich bin wahrlich kein Freund der Religion (noch weniger der Kirchen, egal welcher Coleur), aber die Religion an sich ist doch erst Mal unschuldig.
Das ist jetzt etwas Persönliches aber für mich sind alle Religionen zu 100% von Menschen gemacht und sämtliche Entscheidungsträger, Repräsentanten und Anhänger sind Menschen. Zudem ist das Märtyrertum, auch wenn man, warum auch immer, meinetwegen nur die schriftlichen Komponenten als Religion zählt, ein essenzieller Bestandteil. Als ich beispielsweise das letzte Mal eine Kirche betreten habe, lässt doch schon das über allem stehende,wichtigste, weltbekannte Symbol aller Christen nicht den geringsten Zweifeln daran, worum sich hier alles dreht.

Aber ich muss sagen, wir driften hier stark ab.
 
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