Golden Globes 2022

Revolvermann

Well-Known Member
John Hoo trifft den Nagel auf den Kopf. Wobei man sich hierzulande den Untertiteln auch gar nicht stellen muss, wenn man nicht will.
Jedenfalls fänd ich es super, wenn mit Parasite der ausländische Filme in den USA vielleicht ein klein wenig mehr in den Mainstream gerutscht wäre.
Denn wirklich guten Filmen sowie ihren Machern wünscht man halt Erfolg und die sich damit öffnenden Türen.

Gervais fand ich persönlich schon mal besser. Der springt in den letzten Jahren auf jeden noch so ausgelutschten "uhh das darf man gar nicht sagen" Zug auf. Ein zur Zeit sehr beliebeter Zug. Eben wie den siebenhuntertmilliardensten Epstein didn't kill himself Joke abzuschießen wie hier. Das wäre vor 2 oder 3 Monaten vielleicht ansatzweise originell gewesen.
Ich finde ihn eigentlich immer am lustigsten/interessantesten, wenn er kein Programm abspielt also keine Witze runterspult sondern wenn er irgendwo zu Gast ist oder in Interviews ect.
 

McKenzie

Unchained
Eben wie den siebenhuntertmilliardensten Epstein didn't kill himself Joke abzuschießen wie hier. Das wäre vor 2 oder 3 Monaten vielleicht ansatzweise originell gewesen.
Naja, das Thema ist weiterhin relevant. Potenziell ist das ein Riesen-Politvertuschungsskandal, und in der Machtlosigkeit bleibt der Allgemeinheit eben nur Witzeln und Memes, aber sowas sollte nicht nach wenigen Monaten nicht vergessen sein, weils nimmer lustig ist. Wenn es dann einer auf der Globes-Bühne vor Epsteins Buddies sagt, hat das durchaus Relevanz.

Generell ist mir Gervais auch nicht der allersympathischste, weil er für mich zu viel Selbstverliebtheit ausstrahlt - Ein Problem das viele "edgy" Comedians haben. Seine Rede finde ich aber gut und richtig.
 

TheReelGuy

The Toxic Avenger
Den Epstein-Joke fand ich noch mit am besten. Allerdings finde ich es von Gervais dann sehr scheinheilig, wenn er anderen Prominenten die korrekte ethische Haltung vorwirft, um politische Statements zu machen. Er ist auch schätzungsweise 100 Millionen Dollar schwer und macht aus seiner politischen Haltung auch keinen Hehl.

Auch sehr interessant fand ich den folgenden Twitter-Thread von Mark Harris:
 

Cimmerier

Well-Known Member
Das macht die Aussagen dahinter ja nicht falsch oder zumindest schön bissig treffend. Klar ist das irgendwie auch scheinheilig, aber immer noch besser, als wenn sie sich gegenseitig Zucker in den Hintern pusten würden.
 

Revolvermann

Well-Known Member
Naja, das Thema ist weiterhin relevant. Potenziell ist das ein Riesen-Politvertuschungsskandal, und in der Machtlosigkeit bleibt der Allgemeinheit eben nur Witzeln und Memes, aber sowas sollte nicht nach wenigen Monaten nicht vergessen sein, weils nimmer lustig ist. Wenn es dann einer auf der Globes-Bühne vor Epsteins Buddies sagt, hat das durchaus Relevanz.
Das sehe ich anders. Gerade weil ich es für so relevant halte, finde ich dieses Anbiedern an edgy Internethypes so kurz gedacht unoriginell.
Anstatt die Öffentlichkeit aufzuklären (auch das kann man hervorragend auf witzige Weise) und beispielsweise die bekannten Verbindungen in höchste politische Kreise aufzuzeigen, Interesse an Fakten zu vermitteln, wird derselbe Kram zum x-ten mal wiederholt und damit ständig bagatellisiert. Weil die Anwesenden sind ja auch irgendwie reich und gehören deswegen ganz bestimmt auch irgendwie dazu. Wie genau? Ist doch egal. Hautsache die Talking-Points aus den Kommentarspalten wiederholen und das ganze einer nicht greifbaren, anonymen Elite ankreiden. Der Begriff "Elite" zieht immer. Damit verkauft man es so ziemlich jedem und steht auch noch als richtig frecher Wahrheits-Prophet da.
Gervais ist nicht als Wahrheitsverkünder auf der Bühne sondern als Verkäufer. Muss man als Comedian die Öffentlichkeit aufklären? Natürlich nicht. Aber genau das macht er ja angeblich. Und dann ist es besser, es auch richtig zu machen. Im Idealfall dann auch witzig.
Jeder vertritt nur allzu gern seine Meinung im Freundeskreis, auf der Straße oder auch in Internetforen. Ist man aber erfolgreicher Schauspieler, sollte man seine Meinung natürlich für sich behalten, weil sich der (in manchen Fällen) Arbeitgeber an anderer Stelle evt. moralisch nicht ganz korrekt verhält. Ansonsten ist das natürlich Heuchlerei. Gilt das dann auch für einfache Angestellte von BMW, Samsung oder Amazon? Oder irgendeine sonstige der Millionen von herzlosen Firmen im allgemeinen Raubtierkapitalismus? Und vor allem, was ist es denn, wenn Gervais mit zig Netflix Specials, Netflix Serie und weiteren Jobs für genau die angeprangerten Konzerne seinen quasi direkten Arbeitskollegen vorwirft sich Heuchlerisch zu verhalten? Ihnen sagt, sie seien nicht in der Position etwas anzuprangern? Ist das dann Triple-Heuchelei?
Und wenn man sich so im Internet umsieht, gibt er auch genau den Leuten mit seinem Auftritt Nahrung, welche komplexe Probleme nicht als solche behandeln, sondern sich lieber in Verschwörungstheorien verlieren. Gervais Auftritt, sowie die Arbeit einer ganzen Menge anderer Comedians, ist bloß das Bedienen einer kaufstarken Basis. Eine Basis, die sich für aufgeklärt hält, bei der man aber nur einen halben Haken schlagen muss. Ich fand seine Comedy früher durchaus mal besser. Heute fliegt er im Privatjet zu einem Sender, lässt sich von dem natürlich fürstlich bezahlen und meckert über genau diese Kanäle und Konzerne und das man in Zeiten von SJW und PC-Kultur ja sooooo unterdrückt wird und nichts mehr sagen darf.
Nicht dass er das nicht sollte oder das dabei nichts Lustiges bei rauskommen kann. Diese Präsentation als Typ, der sagt wie es ist, wirkt dann einfach lächerlich. Und komödiantisch noch schlimmer: langweilig, weil eine Variation des immer Gleichen.
Und entpuppt sich etwas einfach als unüberlegter, dummer Quatsch, zieht man schnell die Reißleine und dann "war doch nur ein Joke!" der ultimative Ausweg. Nee Ricky, mach mal lieber wieder smarte Comedy.
 

McKenzie

Unchained
Moment, ich hab mich lediglich auf die Epstein-Sache bezogen. Dass Gervais natürlich auch selber vom Kuchen nascht, steht auf einem anderen Blatt. Ist aber auch schwierig, denn ein unbekannter Nobody mit ernster Epstein-Rede mit tatsächlichen Indizien usw. wird halt nie auf der Globes-Bühne stehen. Wäre ja auch eine gewisse Themenverfehlung.
 

Revolvermann

Well-Known Member
Ein unbekannter Nobody muss es ja nicht sein. Er kann das gerne machen und er sollte das bei so einer Veranstaltung unbedingt auf lustige, unterhaltsame art machen. Er könnte es einfach viel besser machen, meiner Meinung nach.

Und nein, die anderen Themen hast du in der Tat nicht angesprochen. Ich habe einfach den gesamten Auftritt mal kritisiert, wo ich schon dabei war.

Edit: Klingt jetzt aber alles auch vielleicht etwas zu negativ. Ich fand den Auftritt nicht total schlimm und habe auch hier und dort gelacht. Hatte mir insgesamt nur mehr von versprochen. Vor allem nach dem ganzen Jubel im Internet.
 
Zuletzt bearbeitet:

Woodstock

Z-King Zombies
Auch sehr interessant fand ich den folgenden Twitter-Thread von Mark Harris:
Da sehe ich aber ein anderes Problem. Ihn jetzt in die Rechtenecke zu schieben, obwohl keine seiner Arbeiten dafür sprechen, halte ich für problematisch.
Das ist eine beliebte Taktik um jemanden Unbequemes zum Schweigen zu bringen, selbst wenn es nicht stimmt.

Damit will ich sowas nicht gutheißen oder generell alle verteidigen, denen man so so etwas unterstellt aber nachdem Gervais so viele unbequeme Wahrheiten offen ausgesprochen hat, ist es halt bezeichnend, dass man ihn mundtot machen will.
 

TheReelGuy

The Toxic Avenger
Da sehe ich aber ein anderes Problem. Ihn jetzt in die Rechtenecke zu schieben, obwohl keine seiner Arbeiten dafür sprechen, halte ich für problematisch. Das ist eine beliebte Taktik um jemanden Unbequemes zum Schweigen zu bringen, selbst wenn es nicht stimmt.
Nein, Ricky Gervais ist kein rechter Spinner, aber das sagt der Twitter-Thread ja auch nicht. Er benutzt aber den gleichen dämlichen Talking Point, den auch viele Rechte benutzen, wenn sie sich gegen die "liberale Elite" äußern. Es ist halt weder mutig, noch besonders smart anderen Menschen die politische Meinung zu verbieten, aber gleichzeitig noch ein Witzchen über Greta Thunberg zu machen. Damit ist man auch nicht "unbequem", sondern einfach ein Arsch.

Es stimmt schon, dass er auch Sachen angesprochen hat, die sicherlich mal angesprochen werden sollten. Allerdings macht er seine Punkte auf die lahmste Weise überhaupt und bedient sich dabei eben der Art von Celebrity-Kritik, wie sie vor allem von der rechten Seite der Dinge propagiert wird. Gerade wenn sich die Preisträger in ihren Reden dann für sozialen Fortschritt einsetzen oder ebenfalls auf Missstände hinweisen, wirkt seine Haltung einfach nur reaktionär.

Wie gesagt. meine Meinung kann halt auch davon geprägt sein, dass ich Gervais in den letzten Jahren eher als unangenehmen Trend-Surfer wahrgenommen habe, der immer dann auf Kritikpunkte aufgesprungen ist, wenn es ihm größtmöglichen Applaus garantiert hat. Er mag nicht rechts sein und er mag auch in einigen Punkten recht haben, aber er ist und bleibt einfach eine schwierige Persönlichkeit, die die Grenze zwischen Humor und Beleidigungen oft enorm verwischen lässt.
 

Woodstock

Z-King Zombies
Nein, Ricky Gervais ist kein rechter Spinner, aber das sagt der Twitter-Thread ja auch nicht. Er benutzt aber den gleichen dämlichen Talking Point, den auch viele Rechte benutzen, wenn sie sich gegen die "liberale Elite" äußern. Es ist halt weder mutig, noch besonders smart anderen Menschen die politische Meinung zu verbieten, aber gleichzeitig noch ein Witzchen über Greta Thunberg zu machen. Damit ist man auch nicht "unbequem", sondern einfach ein Arsch.
Nein, man darf auch über Greta Thunenberg Witze machen. Du kannst mir nicht in einem Beitrag absolut zustimmen, wenn ich sage, dass man über jedes Thema Witze machen darf und dann jemanden beleidigen, der sich über die öffentliche Person Grete Thunenberg lustig macht. Der Witz war zudem recht gut.

Und er hat die politischen Statements nicht verboten aber er hat die Heuchelei dahinter mal vor Augen geführt.

Es stimmt schon, dass er auch Sachen angesprochen hat, die sicherlich mal angesprochen werden sollten. Allerdings macht er seine Punkte auf die lahmste Weise überhaupt und bedient sich dabei eben der Art von Celebrity-Kritik, wie sie vor allem von der rechten Seite der Dinge propagiert wird.
Es mag lahm sein aber es ist effektiv. Minimal effort, maximal results. Man redet darüber und man versteht es. Und nur weil rechte es auch machen, heißt es nicht, dass man es nicht machen darf. Das meine ich nämlich: Nur weil ich Merkel kritisiere aber die Pegida das auch macht, heißt das nicht, dass ich mit der Pegida sympathisiere. Tut mir leid, aber jemanden rechte Taktiken vorzuwerfen, obwohl sich Rechte diesen Vorgehensweisen nur bedienen und sie nicht erfunden haben, ist momentan einfach eine bequeme Taktik jemanden mundtot zu machen und darum, kann ich solche Kritiken aus Prinzip nicht mehr ernstnehmen und bin gezwungen sie zu hinterfragen und zu kritisieren.

Gerade wenn sich die Preisträger in ihren Reden dann für sozialen Fortschritt einsetzen oder ebenfalls auf Missstände hinweisen, wirkt seine Haltung einfach nur reaktionär.
Aber das ist es ja, sie setzen sich in ihren Reden zwar für sozialen Fortschritt ein und weisen drauf hin aber unterschreiben trotzdem den Vertrag mit den Firmen die solchen sozialen Fortschritt blockieren und die Misstände weiter ausbauen. Ich saß mal gegenüber jemanden der 30 Minuten lang über den Kapitalismus und die Globalisierung gemeckert hat aber gleichzeitig sein Che T-Shirt mit Made in China anhatte und sein 500 Euro Samsung Handy vor sich auf dem Tisch liegen hatte.

Das nennt sich Heuchelei und die geht auch mir auf den Sack. Otto Normalverbraucher hat vielleicht nicht die Chance um jedes Produkt von Ausbeutung herumzukommen aber der Hollywoodcelebrity der mehrere Millionen im Jahr verdient, könnte es und könnte ebenfalls Produktionsstudios umgehen, welche solche moralisch verwerflichen Praktiken fördert aber er tut es nicht!
Sie arbeiten für Amazon, Disney und Apple und machen Werbung Nestle usw aber gleichzeitig prangern sie die gleiche Scheisse bei den Dankesreden an. Gervais hat recht! Es sind die größten Heuchler von allen, sie zwingt niemand aber sie tut es trotzdem! Die sollten sich bei den Reden alle samt entschuldigen, dann könnte ich mir solche Awardshows tatsächlich wieder angucken.

Es liegt vielleicht an der Stadt in der ich momentan lebe aber ich kann Heuchelei einfach nicht mehr ab. Lieber lass ich mich beleidigen und mir direkt ins Gesicht sagen, dass man mich nicht mag, als das man heuchlerisch den Gutmenschen spielt. Du musst nicht perfekt sein! Du kannst Fleisch essen und gleichzeitig gegen Massentierhaltung sein aber du kannst niemanden verprügeln der einen Burger isst, gleichzeitig daheim Steaks braten und dich dann einen guten Menschen nennen.

Wie gesagt. meine Meinung kann halt auch davon geprägt sein, dass ich Gervais in den letzten Jahren eher als unangenehmen Trend-Surfer wahrgenommen habe, der immer dann auf Kritikpunkte aufgesprungen ist, wenn es ihm größtmöglichen Applaus garantiert hat.
Er ist Comedian, er muss das machen, sonst ist er nicht mehr aktuell und weg vom Fenster. Das kannst du ihm nicht vorwerfen, dass gehört zum Job.
Er mag nicht rechts sein und er mag auch in einigen Punkten recht haben, aber er ist und bleibt einfach eine schwierige Persönlichkeit, die die Grenze zwischen Humor und Beleidigungen oft enorm verwischen lässt.
Ja, da stimme ich zu. Manche Comedians können sich das erlauben, da sie den Ruf haben und er weiß ganz genau was er damit macht. Er bereut es nicht aber bittet aber auch um Entschuldigung, wenn er daneben greift. Hier griff er aber nicht daneben.
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Ich finds amüsant, dass sie ihn schon mehrfach engagiert haben, obwohl er sich die größte Freude draus macht, alle zu beleidigen. Und zwar richtig zu beleidigen und nicht nur auf Ellbogen-Knuff Art wie es eine Ellen Degeneres machen würde. :ugly: Gibt bestimmt viele, die lieber oberflächliches Bla alles toll Gerede hätten als das. Aber jo, er war schon mal wesentlich wortgewandter bissiger.
 

Woodstock

Z-King Zombies
Ich finds amüsant, dass sie ihn schon mehrfach engagiert haben, obwohl er sich die größte Freude draus macht, alle zu beleidigen. Und zwar richtig zu beleidigen und nicht nur auf Ellbogen-Knuff Art wie es eine Ellen Degeneres machen würde. :ugly: Gibt bestimmt viele, die lieber oberflächliches Bla alles toll Gerede hätten als das. Aber jo, er war schon mal wesentlich wortgewandter bissiger.
Weil dadurch die Golden Globes interessant wurden. Ich wusste nicht mal das die Verleihung stattgefunden hat.
 

TheReelGuy

The Toxic Avenger
Nein, man darf auch über Greta Thunenberg Witze machen.
Natürlich darf man auch über sie Witze machen, aber wenn man Witze über ein 17-jähriges Mädchen mit Autismus macht, welches einfach nur die Welt verbessern will, dann mache ich mir über diese Person eben auch meine eigenen Gedanken. Stimmt schon, dass er es nicht "verboten" hat, aber er hat schon klar gesagt, was er von den politischen Meinungen der Leute hält und das finde ich etwas heuchlerisch von Gervais.

Tut mir leid, aber jemanden rechte Taktiken vorzuwerfen, obwohl sich Rechte diesen Vorgehensweisen nur bedienen und sie nicht erfunden haben, ist momentan einfach eine bequeme Taktik jemanden mundtot zu machen und darum, kann ich solche Kritiken aus Prinzip nicht mehr ernstnehmen und bin gezwungen sie zu hinterfragen und zu kritisieren.
Es ist allerdings auch nicht das erste Mal, dass Gervais mit seiner Art und Weise dafür gesorgt hat, dass rechte Meinungsblogs und Persönlichkeiten seine "Witze" gefeiert und geteilt haben. Es mag blöd sein, ihn in die rechte Ecke zu drängen, aber wenn man eben solche Reaktionen in den rechten Zirkeln hervorruft, sollte man vielleicht trotzdem mal die eigenen Methoden hinterfragen. Klar, Gervais hat für Corbyn gestimmt, was sicherlich alles andere als rechts ist, aber ein Freibrief ist das auch nicht.

Das nennt sich Heuchelei und die geht auch mir auf den Sack. Otto Normalverbraucher hat vielleicht nicht die Chance um jedes Produkt von Ausbeutung herumzukommen aber der Hollywoodcelebrity der mehrere Millionen im Jahr verdient, könnte es und könnte ebenfalls Produktionsstudios umgehen, welche solche moralisch verwerflichen Praktiken fördert aber er tut es nicht!
Gut, stimmt schon was die ökologischen Praktiken angeht, stimme ich dir zu. Allerdings geht es mir eben auch soziale Verbesserungen wie eben #MeToo usw. die eben auch angesprochen und verarbeitet werden müssen.


Er ist Comedian, er muss das machen, sonst ist er nicht mehr aktuell und weg vom Fenster. Das kannst du ihm nicht vorwerfen, dass gehört zum Job.
Thematisch kann man ja up-to-date bleiben, aber man muss trotzdem nicht jeden Anti-SJW-Talking-Point von Twitter kopieren und in das eigene Programm einbauen. Chappelle eckt auch mal an, aber sein Programm ist deutlich ausgewogener als Gervais'.
 

Woodstock

Z-King Zombies
Natürlich darf man auch über sie Witze machen, aber wenn man Witze über ein 17-jähriges Mädchen mit Autismus macht, welches einfach nur die Welt verbessern will, dann mache ich mir über diese Person eben auch meine eigenen Gedanken. Stimmt schon, dass er es nicht "verboten" hat, aber er hat schon klar gesagt, was er von den politischen Meinungen der Leute hält und das finde ich etwas heuchlerisch von Gervais.
Warum? Ganz ehrlich, warum? Ja, sie ist ein autistisches 17-jähriges Mädchen, welche eine millionenmenschenschwere Bewegung führt und sie macht es gut. Sie sagt was sie denkt, sie ist offen und bringt die Dinge auf den Punkt. Ich muss nicht allem zustimmen aber ich feiere diese Frau. Sie macht sich über Trump und andere Kritiker lustig. Hast du ihren Twitterfeed gesehen? Die futtert Leute wie Gervais zum Frühstück und wahrscheinlich lacht sie selbst über seinen Witz.
Sie ruht sich weder auf ihrem Alter aus, noch auf ihrer Benachteiligung, und das Gervais sie in seine Witze einbaut, so wie er es mit jedem anderen auch tun würde, ist die höchste Form der Akzeptanz und Inklusion. Sie ist genauso wie du und ich und ich finde es schade, dass du dich bei deiner Gervaiskritik, auf ihre Unterschiede zu anderen Menschen konzentrierst. Das ist auch ein Teil dieser Heuchelei die ich meine (Ich will dich damit nicht angreifen): Einerseitz für Inklusion und Gleichberechtigung sein und argumentieren, dass die Unterschiede nicht relevant sind aber sobald es Nachteile hat, wie zum Beispiel, dass man dann Opfer für Spott und Kritik sein kann, dann will man wieder die Unterschiede geltend machen.

Beides funktioniert nicht. Entweder sie ist wie alle anderen oder eben nicht. Aber hier hat Gervais mehr Respekt aufgebracht, als alle ihren weißen Ritter die sie jetzt in Schutz nehmen. Er nimmt sie, obwohl es ein Witz war, ernst.

Es ist allerdings auch nicht das erste Mal, dass Gervais mit seiner Art und Weise dafür gesorgt hat, dass rechte Meinungsblogs und Persönlichkeiten seine "Witze" gefeiert und geteilt haben. Es mag blöd sein, ihn in die rechte Ecke zu drängen, aber wenn man eben solche Reaktionen in den rechten Zirkeln hervorruft, sollte man vielleicht trotzdem mal die eigenen Methoden hinterfragen. Klar, Gervais hat für Corbyn gestimmt, was sicherlich alles andere als rechts ist, aber ein Freibrief ist das auch nicht.
Er braucht keinen Freibrief. Comedy ist Kunst. Wenn ich ein Buch schreibe, dass jemand anderen dazu verleitet, jemanden umzubringen, dann bist kein Mittäter. Du kannst dafür nichts, solange das nicht dein Ziel war.
Wenn Gervais einen Witz macht, den Rechte witzig finden, dann muss Gervais nicht seinen Humor ändern. Er kann nichts dafür, wer seine Witze witzig findet. Nehmen wir an, ich mache einen Witz, den fünf Linke und ein Rechter witzig finden, dann bin ich nicht verplfichtet, meinen Humor zu ändern.

Was stimmt momentan nicht mit dieser Gesellschaft? Merkt keiner das hier was komplett falsch läuft?

Gut, stimmt schon was die ökologischen Praktiken angeht, stimme ich dir zu. Allerdings geht es mir eben auch soziale Verbesserungen wie eben #MeToo usw. die eben auch angesprochen und verarbeitet werden müssen.
Ja, schön. Hör dir die Rede nochmal an. Harvey Weinstein hat er angesprochen. Alle wussten es, keiner hat was gemacht oder gesagt. Gleichzeitig haben damals viele derjenigen die geschwiegen haben, ihre großen Reden geschwungen. Heuchelei feinster Güte.

Thematisch kann man ja up-to-date bleiben, aber man muss trotzdem nicht jeden Anti-SJW-Talking-Point von Twitter kopieren und in das eigene Programm einbauen. Chappelle eckt auch mal an, aber sein Programm ist deutlich ausgewogener als Gervais'.
Die SJW-Bewegung bietet aber viel Stoff für Satire und, ich bitte um Verzeihung, dass muss sie abkönnen, denn darin sind auch viele Idioten. Keine Bewegung ist von Idioten verschont, das lässt sich nicht ändern. Chappelle greift das Thema auch auf. Sein Humor hat aber einen anderen Stil als Gervais. Früher ging er mehr auf die Beziehung zwischen Weißen und Schwarzen ein, heute mehr auf das Erwachsenwerden, Vaterschaft und die Comedy/Schauspielszene ein.
Gervais Humor ist mehr geprägt von Religion, Atheismus, Politik und Satire.
Beide sind Meister in ihrem Fachbereich aber gleichzeitig gehört zu beidem ein anderes Taktgefühl und ein anderer Stil. In diesem Sinne, nicht zu vergleichen.

Du könntest Bill Burr oder Louis C.K. heranziehen aber die #metoo Bewegung hat C.K. schon fertigemacht und Burr dürfte sich diese Kritik nicht erlauben. Er war in Mandalorian.
 

TheReelGuy

The Toxic Avenger
Sie ruht sich weder auf ihrem Alter aus, noch auf ihrer Benachteiligung, und das Gervais sie in seine Witze einbaut, so wie er es mit jedem anderen auch tun würde, ist die höchste Form der Akzeptanz und Inklusion. Sie ist genauso wie du und ich und ich finde es schade, dass du dich bei deiner Gervaiskritik, auf ihre Unterschiede zu anderen Menschen konzentrierst. Das ist auch ein Teil dieser Heuchelei die ich meine (Ich will dich damit nicht angreifen): Einerseitz für Inklusion und Gleichberechtigung sein und argumentieren, dass die Unterschiede nicht relevant sind aber sobald es Nachteile hat, wie zum Beispiel, dass man dann Opfer für Spott und Kritik sein kann, dann will man wieder die Unterschiede geltend machen.
Ich verstehe deine Irritation in der Hinsicht auch ein wenig, aber ehrlich gesagt finde ich es trotzdem einfach etwas schwach, wenn man sich als Ziel seiner Witze jemanden wie Greta aussucht, statt die Leute auf die Schippe zu nehmen, die unsere gesamte Umweltprobleme eigentlich verbock haben. Mag einfach eine Humor-Präferenz sein, aber dann müssen wir da halt einfach akzeptieren, dass wir da auf keinen grünen Zweig kommen.

Zu deiner Kritik an meiner Verteidigung von Greta als Person: ich finde es in der Hinsicht jetzt auch ein wenig schade, dass du jetzt (auch wenn es nicht als Angriff gemeint ist) mir die Intoleranz-Karte zuspielen möchtest. Wir können uns doch aber wohl darauf einigen, dass man als Satiriker deutlich besser dasteht, wenn man einen reichen Politiker o.ä. veräppelt statt sich auf die Taten einer jungen Frau zu konzentrieren, die sich für eine bessere Welt einsetzt, oder? Ich habe schon viel zu häufig irgendwelche "F*ck Greta"-Aufklebern an dicken Autos gesehen oder in Unterhaltungen mit (eigentlich) erwachsenen Menschen Sätze wie "Was wird denn Greta dazu sagen?" gehört, um da hinter solchen Witzchen eine positive Bedeutung zu sehen.

Und ja, Sharon Greta wird über Gervais' Witze wahrscheinlich tatsächlich schmunzeln müssen und sich dann wieder wichtigeren Themen widmen. Jedoch sorgen auch solche Witze dafür, in gewissen Zirkeln das gesellschaftliche Klima zu vergiften bzw. die Fronten zu verhärten...

Wenn Gervais einen Witz macht, den Rechte witzig finden, dann muss Gervais nicht seinen Humor ändern. Er kann nichts dafür, wer seine Witze witzig findet. Nehmen wir an, ich mache einen Witz, den fünf Linke und ein Rechter witzig finden, dann bin ich nicht verplfichtet, meinen Humor zu ändern.

Was stimmt momentan nicht mit dieser Gesellschaft? Merkt keiner das hier was komplett falsch läuft?
Und ja, da spielt leider auch sowas eine Rolle. Ich rede ja auch nicht von irgendwelchen Rechten, sondern von so Menschen wie Stephen Crowder oder Seiten wie "Breitbart News", die Kritik an der (liberalen) "Hollywood-Elite" auffressen wie sonstwas. Wenn mein konservativer Onkel über solche Witze lachen würde, wäre mir das auch schnuppe, aber wir reden hier von wirklich zwielichtigen Gestalten.

Ich will auch gar nicht komplett verneinen, dass ich nicht auch etwas unter dem Einfluss des aktuellen Tribalisms stehe, aber wenn ich aktuell auf die politische Landschaft schaue, dann ziehe ich halt meine eigenen Schlüsse und da sehe ich halt nur eine "richtige" Seite in den meisten Debatten. Soll nicht heißen, dass ich nicht bereit für Gespräche bin oder nicht diskutieren mag, aber mit radikalen Rechten habe ich extreme Schwierigkeiten.

In der Hinsicht zu Gervais' Verantwortung möchte ich dir allerdings zumindest teilweise widersprechen, weil es bei ihm ein ähnliches Problem wie bei PewDiePie gibt. Wenn man zum Darling von weit-rechten Zirkeln wird, dann sehe ich schon einen gewissen Grund für diese Person nochmal scharf über die Ziele und Natur seiner Witze nachzudenken. Es ist auch nicht so einfach wie "links = gut" und "rechts = schlecht", jedoch kommt es halt auch immer auf die Pointen an und die sehe (nicht nur) ich als enorm regressiv und zum Teil wirklich bösartig. Aber da kann man dann wohl auf unterschiedliche Humor-Sensibilitäten verweisen, I guess.

Die SJW-Bewegung bietet aber viel Stoff für Satire und, ich bitte um Verzeihung, dass muss sie abkönnen, denn darin sind auch viele Idioten. Keine Bewegung ist von Idioten verschont, das lässt sich nicht ändern. Chappelle greift das Thema auch auf. Sein Humor hat aber einen anderen Stil als Gervais. Früher ging er mehr auf die Beziehung zwischen Weißen und Schwarzen ein, heute mehr auf das Erwachsenwerden, Vaterschaft und die Comedy/Schauspielszene ein.
Natürlich bieten da manche Gestalten eine enorme Zielfläche für Jokes, aber auch hier, wenn man lieber die LGBTQ-Community auf's Korn nimmt, die an allen Ecken und Enden noch mit gesellschaftlicher Unterdrückung in unterschiedlichen Formen konfrontiert wird, statt sich gegen die gesellschaftlichen Kräfte zu wenden, von denen diese Unterdrückung ausgeht.

Wieder - das kann alles auf Humor-Präferenzen hinauslaufen, aber ich finde es lustiger, wenn Comedy "nach oben" gerichtet ist und weniger lustig und meist auch bösartig, wenn sie "nach unten" gerichtet ist. In meiner Auffassung ist das auch einer der Unterschiede zwischen so jemandem wie Chappelle und Gervais. Auch so jemand wie George Carlin wusste sowas zu Lebzeiten eigentlich auch immer.

Du könntest Bill Burr oder Louis C.K. heranziehen aber die #metoo Bewegung hat C.K. schon fertigemacht und Burr dürfte sich diese Kritik nicht erlauben. Er war in Mandalorian.

Cool, dass Bill Burr jetzt gar keine Kritik mehr äußern darf, weil er in einer Folge einer "Star Wars"-Serie war :whistling:
 

Woodstock

Z-King Zombies
Ich verstehe deine Irritation in der Hinsicht auch ein wenig, aber ehrlich gesagt finde ich es trotzdem einfach etwas schwach, wenn man sich als Ziel seiner Witze jemanden wie Greta aussucht, statt die Leute auf die Schippe zu nehmen, die unsere gesamte Umweltprobleme eigentlich verbock haben. Mag einfach eine Humor-Präferenz sein, aber dann müssen wir da halt einfach akzeptieren, dass wir da auf keinen grünen Zweig kommen.
Greta war nicht mal Hauptgegenstand des Witzes. Sie kam bei der gesamten Ansprache noch am Besten weg. Es wurde lediglich gesagt, dass Schulgebäude nicht so häufig von innen sieht wie andere Schüler und Schülerinnen, jedoch nicht das sie dumm oder ungebildet ist. Sie erhält natürlich unterricht, lernt, schreibt Klausuren und führt trotzdem noch eine globale Bewegung. Das weiß Gervais.

Zu deiner Kritik an meiner Verteidigung von Greta als Person: ich finde es in der Hinsicht jetzt auch ein wenig schade, dass du jetzt (auch wenn es nicht als Angriff gemeint ist) mir die Intoleranz-Karte zuspielen möchtest.
Ich bin nicht irritiert. Ich bin dieser Meinung. Man kann nicht einerseits sagen, dass ihre Unterschiede nicht relevant sind aber sobald es nicht die gewünschte Resonanz hat, die Unterschiede als Verteidigung heranziehen. WIe gesagt, ich will dich nicht angreifen oder in irgendeine Schublade schieben und es geht mir auch nicht, um irgendeine Humor-Präferenz. Ich möchte einfach, dass du diesbezüglich vielleicht nochmal deinen Bias überdenkst. Nur weil man meint jemanden zu verteidigen, heißt es nicht, dass man sich richtig verhält. Negative, wie auch positive Bevormundung, sind trotzdem Bevormundungen.
Wir können uns doch aber wohl darauf einigen, dass man als Satiriker deutlich besser dasteht, wenn man einen reichen Politiker o.ä. veräppelt statt sich auf die Taten einer jungen Frau zu konzentrieren, die sich für eine bessere Welt einsetzt, oder?
Nein, alle sind fair game. Alle, ausnahmslos! Babys, alte Leute, Frauen, Männer, Erwachsene, Kinder, Arschlöcher, Heilige, Hitler und Mutter Theresa. Alle, absolut alle sind fair game!

Solange der Witz gut ist und wie gesagt, Greta wurde gerade mal erwähnt.

Ich habe schon viel zu häufig irgendwelche "F*ck Greta"-Aufklebern an dicken Autos gesehen oder in Unterhaltungen mit (eigentlich) erwachsenen Menschen Sätze wie "Was wird denn Greta dazu sagen?" gehört, um da hinter solchen Witzchen eine positive Bedeutung zu sehen.
Jetzt läufst du aber Gefahr dich zu verrennen. Du schiebst jemanden aufgrund deines Bias in eine Schublade und, obwohl du selbst Differenziertheit forderst, differenzierst du nicht! Gervais war nicht mal ansatzweise an dem Niveau eines ""F*ck Greta"-Aufkleber". Dieser Aufkleber ist nicht als Witz gedacht, Gervais Spruch schon. Hier vergleichst du Äpfel mit Birnen und, wie gesagt, differenzierst du nicht.

Und ja, Sharon Greta wird über Gervais' Witze wahrscheinlich tatsächlich schmunzeln müssen und sich dann wieder wichtigeren Themen widmen. Jedoch sorgen auch solche Witze dafür, in gewissen Zirkeln das gesellschaftliche Klima zu vergiften bzw. die Fronten zu verhärten...
Nur wenn man es zulässt. Und weder Gervais, noch Greta haben ein Interesse daran.

Satiriker und Komiker brauchen Narrenfreiheit und nichts darf tabu sein, sonst haben wir ein gewaltiges Problem in unserer Gesellschaft. Der Witz selbst vergiftet kein gesellschaftliches Klima. Das Gedankengut der Menschen, die etwas anderes in dem Ganzen sehen als einen Witz, dass vergiftet das Klima. Wir müssen entweder, dafür sorgen, dass die Gesellschaft den Anstand und die BIldung hat, einen Witz nur als Witz zu sehen oder wir müssen Satirikern verbieten über manche Themen Witze zu machen und dann sind wir im Faschismus und der Diktatur.
Da erlaube ich den Komikern und Satirikern lieber weiterhin über die Strenge zu schlagen und hoffe lieber darauf, dass sich die Geselschafft weiterbildet, als das ich unter dem Deckmantel des Anstand die Meinungsfreiheit verbiete. Und nein, Beleidigungen sind nicht vom Recht auf Meinungsfreiheit geschützt. Witze und Satire schon! Der Aufkleber ist eine Beleidigung, Gervais Witz nicht!
Und ja, da spielt leider auch sowas eine Rolle. Ich rede ja auch nicht von irgendwelchen Rechten, sondern von so Menschen wie Stephen Crowder oder Seiten wie "Breitbart News", die Kritik an der (liberalen) "Hollywood-Elite" auffressen wie sonstwas. Wenn mein konservativer Onkel über solche Witze lachen würde, wäre mir das auch schnuppe, aber wir reden hier von wirklich zwielichtigen Gestalten.
Ja, wie gesagt. Dann beschneiden wir das Recht auf freie Meinungsäußerung und erlauben uns keine Satire und keine Witze mehr, aus Angst, dass Rechtsextreme darüber lachen und sie missbrauchen. Wir beschneiden auch die Nachrichten und zensieren sensible Informationen, aus Angst, dass Rechtsextreme diese Informationen missbrauchen (ups, das passiert ja schon). Wir vermeiden das Gespräch über manche Themen grundsätzlich, aus Angst, dass Rechtsextreme mitreden könnten und dieses Forum missbrauchen. Wir verbieten die Versammlungsfreiheit und die Möglichkeit zu demonstrieren, da Rechtsextreme, diese Möglichkeit nutzen könnten, um es für ihre Propaganda zu missbrauchen. Wir schließen Straßen, da rechtsextreme Gruppen, sich auf diesen bewegen könnten. Wir ....

Ich denke, du verstehst worauf ich hinaus will. Wir schlagen die Rechtsextremen nicht zurück, indem wir uns selbst die Waffen nehmen und jedesmal zurückweichen. Wir schlagen Rechtsextremismus, in dem wir unseren Prinzipien treu bleiben und nicht weichen, auch wenn sie noch so stark gegen uns anrücken.
Ich will auch gar nicht komplett verneinen, dass ich nicht auch etwas unter dem Einfluss des aktuellen Tribalisms stehe, aber wenn ich aktuell auf die politische Landschaft schaue, dann ziehe ich halt meine eigenen Schlüsse und da sehe ich halt nur eine "richtige" Seite in den meisten Debatten. Soll nicht heißen, dass ich nicht bereit für Gespräche bin oder nicht diskutieren mag, aber mit radikalen Rechten habe ich extreme Schwierigkeiten.
Und da unterscheiden wir uns, ich lehne Kategorien wie "richtig" und "falsch" diesbezüglich grundsätzlich ab. Wenn man mich zwingt, eine Seite zu wählen, dann wähle ich die Seite derjenigen die rational miteinander reden können und nicht automatisch gegen den anderen sind, da dieser sich als "links" oder "rechts" einordnet. Leider ist Rationalität in der momentanen politischen Gesellschaft, im rechten, wie auch linken Spektrum sehr rar gesäht. Damit meine ich nicht dich. Mit dir kann man diskutieren. Du bist nicht extrem, ich lehne jede Form von Extreme und Radikalismus ab.
Eigentlich lehne ich aber auch jede Form von Seitendenken ab. Für mich sind Links und Rechts zwei Seiten einer Münze, deren Währung schon längst nichts mehr wert sein sollte.
In der Hinsicht zu Gervais' Verantwortung möchte ich dir allerdings zumindest teilweise widersprechen, weil es bei ihm ein ähnliches Problem wie bei PewDiePie gibt. Wenn man zum Darling von weit-rechten Zirkeln wird, dann sehe ich schon einen gewissen Grund für diese Person nochmal scharf über die Ziele und Natur seiner Witze nachzudenken. Es ist auch nicht so einfach wie "links = gut" und "rechts = schlecht", jedoch kommt es halt auch immer auf die Pointen an und die sehe (nicht nur) ich als enorm regressiv und zum Teil wirklich bösartig. Aber da kann man dann wohl auf unterschiedliche Humor-Sensibilitäten verweisen, I guess.
Wie gesagt, alles ist erlaubt aber wenn dein Witz schlecht war, dann musst du mit den Konsequenzen leben. PewDiePie ist kein Gervais. PewDiePies Äußerungen waren meist nicht mal als Witz einzuordnen und nur weil er es im Nachhinein behauptet hat, heißt es nicht, dass es auch stimmte.
Natürlich bieten da manche Gestalten eine enorme Zielfläche für Jokes, aber auch hier, wenn man lieber die LGBTQ-Community auf's Korn nimmt, die an allen Ecken und Enden noch mit gesellschaftlicher Unterdrückung in unterschiedlichen Formen konfrontiert wird, statt sich gegen die gesellschaftlichen Kräfte zu wenden, von denen diese Unterdrückung ausgeht.
Wie gesagt, auch eine öffentlich Gruppe, darf nicht sicher vor Witzen sein, sonst schließt man sie vornherein aus. Du möchtest, wirkliche, richtige und aufrichtige Akzeptanz für die LGBTQ-Community? Dann muss sie auch Satire und Spott abkönnen, sonst wird sie bevormundet, erhält eine Extrastellung und schiebt jeden in eine negatie Kategorie, der sich einen Witz darüber erlaubt. Damit verhärtet man nur die Fronten und macht Menschen, welche dem ganzen zunächst neutral gegenüberstanden oder prinzipiell sogar dafür waren, zu potentiellen Feinden. Und eine Gruppe die jeden anfeindet, kann noch so richtig liegen, niemand wird sie mögen.
Du willst, dass sie wirklich akzeptiert wird? Dann lass sie leben und in der Gesellschaft ihren Platz einnehmen. Dazu gehört aber auch Satire. Das ist natürlich in Gesellschaften und eine Form von Akzeptanz. So lernen Kulturen. Denn ganz ehrlich, wenn du einem Kind verbietest etwas anzufassen, dann wird sich die gesamte Welt des Kindes, nur noch um diesen Gegenstand drehen. Wenn du einer Gruppe verbietest etwas zu tun, dann wird sie es erst recht tun.

Kurzum, jemanden den Mund zu verbieten, wird niemanden zum schweigen bringen.

Wieder - das kann alles auf Humor-Präferenzen hinauslaufen, aber ich finde es lustiger, wenn Comedy "nach oben" gerichtet ist und weniger lustig und meist auch bösartig, wenn sie "nach unten" gerichtet ist. In meiner Auffassung ist das auch einer der Unterschiede zwischen so jemandem wie Chappelle und Gervais. Auch so jemand wie George Carlin wusste sowas zu Lebzeiten eigentlich auch immer.
Sorry, aber das klingt nach: "Man darf sich über alles lustig machen, nur nicht über mich." Du ordnest dich sicherlich nicht als jemand von "da oben" ein. Dementsprechend, klingt es so, als ob du Humor nur gutheißt, wenn er weder gegen dich, noch gegen jemanden geht, den du magst oder gegen deine Seite.

So funktioniert das leider nicht. Alle sind fair game, denn schlussendlich sind alle Menschen und Sonderstellungen sind der Anfang vom Untergang.

Cool, dass Bill Burr jetzt gar keine Kritik mehr äußern darf, weil er in einer Folge einer "Star Wars"-Serie war :whistling:
Blöd ausgedrückt. Ich verbiete ihm nicht das Wort aber sollte er eine solche Kritik beginnen, muss er halt ebenfalls mit berechtigter Kritik rechnen.
 
Zuletzt bearbeitet:

TheReelGuy

The Toxic Avenger
Ich möchte einfach, dass du diesbezüglich vielleicht nochmal deinen Bias überdenkst. Nur weil man meint jemanden zu verteidigen, heißt es nicht, dass man sich richtig verhält. Negative, wie auch positive Bevormundung, sind trotzdem Bevormundungen.
Jo, da hast du vermutlich nicht ganz Unrecht. Das muss ich dann wohl mal so akzeptieren.

Greta war nicht mal Hauptgegenstand des Witzes. Sie kam bei der gesamten Ansprache noch am Besten weg. Es wurde lediglich gesagt, dass Schulgebäude nicht so häufig von innen sieht wie andere Schüler und Schülerinnen, jedoch nicht das sie dumm oder ungebildet ist. Sie erhält natürlich unterricht, lernt, schreibt Klausuren und führt trotzdem noch eine globale Bewegung. Das weiß Gervais.
Das ist auch richtig. Mir ging es da eher ums Prinzip, aber ja sie wird eigentlich echt nur erwähnt. Korrekt.


Nein, alle sind fair game. Alle, ausnahmslos! Babys, alte Leute, Frauen, Männer, Erwachsene, Kinder, Arschlöcher, Heilige, Hitler und Mutter Theresa. Alle, absolut alle sind fair game!
Theoretisch will ich dir ja da zustimmen, aber ich möchte trotzdem anmerken, dass es dabei dennoch Witze geben kann, die einfach nicht witzig, sondern beleidigend sind.


Hier vergleichst du Äpfel mit Birnen und, wie gesagt, differenzierst du nicht.
Jepp, das stimmt natürlich absolut. Sorry, das war dumm.


Wir müssen entweder, dafür sorgen, dass die Gesellschaft den Anstand und die BIldung hat, einen Witz nur als Witz zu sehen oder wir müssen Satirikern verbieten über manche Themen Witze zu machen und dann sind wir im Faschismus und der Diktatur.
Uff... also ich finde aber, dass du hier ein bisschen dick aufträgst. Wenn ich sage, dass ich Witze von Gervais nicht lustig finde, dann ist das meine Meinung und kein Aufruf zum Verbannen dieser Witze. Das habe ich nirgendwo behauptet. Ich würde mir lediglich wünschen, dass er seine Art von Witzen überdenkt, aber dazu kann ich ihn weder zwingen, noch will ich das. Ich finde auch das neue Programm von Dieter Nuhr zum Kotzen, aber er darf halt auch weitermachen. Wenn ich den Programmen der beiden allerdings über den Weg laufe, dann darf ich meine Meinung kundtun. Das ist allerdings gleichzeitig kein Aufruf zum Verbot dieser Witze!

Ja, wie gesagt. Dann beschneiden wir das Recht auf freie Meinungsäußerung und erlauben uns keine Satire und keine Witze mehr, aus Angst, dass Rechtsextreme darüber lachen und sie missbrauchen. Wir beschneiden auch die Nachrichten und zensieren sensible Informationen, aus Angst, dass Rechtsextreme diese Informationen missbrauchen (ups, das passiert ja schon). Wir vermeiden das Gespräch über manche Themen grundsätzlich, aus Angst, dass Rechtsextreme mitreden könnten und dieses Forum missbrauchen. Wir verbieten die Versammlungsfreiheit und die Möglichkeit zu demonstrieren, da Rechtsextreme, diese Möglichkeit nutzen könnten, um es für ihre Propaganda zu missbrauchen. Wir schließen Straßen, da rechtsextreme Gruppen, sich auf diesen bewegen könnten.
Auch hier verstehe ich deinen Ansatz, aber bin ja auch nicht der Ansicht, dass man den Rechtextremen so begegnen sollte. Eigentlich bin ich ja auch der Meinung, dass man denen genug Leine geben sollte, um sich damit selbst zu hängen. Sollen die doch herumschreien, dann merken hoffentlich alle noch schneller, was das für Dumpfbacken sind.

Ich glaube aber trotzdem nicht, dass meine Kritik an Gervais auch nur halbwegs zu so einem apokalyptischen Szenario führen könnte.

...ich lehne jede Form von Extreme und Radikalismus ab. Eigentlich lehne ich aber auch jede Form von Seitendenken ab. Für mich sind Links und Rechts zwei Seiten einer Münze, deren Währung schon längst nichts mehr wert sein sollte.
Gut, ich weiß halt eigentlich recht genau, was meine Werte sind und die finden sich nun mal zu rund 90% im linken Spektrum wieder. Aber natürlich passt da kein Label zu 100%. In den meisten Belangen bin ich Sozialdemokrat, in einigen Belangen bin ich demokratischer Sozialist, in anderen Themen bin ich Marxist und bestimmt ist auch ganz irgendwo ein Quatum Trotzkist zu finden, wenn man lang genug schaut. :biggrin:

Ich finde allerdings, dass das Links-Rechts-Spektrum immer noch eine guter Standard für die generelle Einordnung von politischen und soziologischen Werten. Es ist nicht das Nonplusultra, aber es kann hilfreich sein. Eine rationale Mitte gibt es für mich auch einfach nicht. Die meisten Ideen fallen irgendwo auf dieses Spektrum. Entweder man hat die Zeit, sein Weltbild detailliert aufzuschlüsseln oder man ordnet sich eben grob auf dem Spektrum ein.

Wie gesagt, alles ist erlaubt aber wenn dein Witz schlecht war, dann musst du mit den Konsequenzen leben. PewDiePie ist kein Gervais. PewDiePies Äußerungen waren meist nicht mal als Witz einzuordnen und nur weil er es im Nachhinein behauptet hat, heißt es nicht, dass es auch stimmte.
Offiziell ist ja auch PewDiePie noch unschuldig. Bei dem Beispiel ging es mir auch eher um die rechte Filterblase, die sich um seinen Content gebildet hat.

Wie gesagt, auch eine öffentlich Gruppe, darf nicht sicher vor Witzen sein, sonst schließt man sie vornherein aus. Du möchtest, wirkliche, richtige und aufrichtige Akzeptanz für die LGBTQ-Community? Dann muss sie auch Satire und Spott abkönnen, sonst wird sie bevormundet, erhält eine Extrastellung und schiebt jeden in eine negatie Kategorie, der sich einen Witz darüber erlaubt.
Natürlich muss sie auch Satire abkönnen, aber wenn es z.B. jemand als sein einziges Thema hat und nur Witze über eben diese Gruppe macht, kann ich das trotzdem kritisieren und ablehnen. Die großartige Natalie Wynn von ContraPoints macht ja auch ihre Witze über Trans-Menschen, aber dennoch haben ihre Witze nun mal einen anderen Charakter als der angesprochene "Attack Helicopter"-Joke von Gervais. Aber wie gesagt, er kann ihn ja auch machen, aber ich darf mir halt auch meine Gedanken dazu machen und diese dann teilen.

Du ordnest dich sicherlich nicht als jemand von "da oben" ein. Dementsprechend, klingt es so, als ob du Humor nur gutheißt, wenn er weder gegen dich, noch gegen jemanden geht, den du magst oder gegen deine Seite.
Im Bezug auf meinen finanziellen und macht-politischen Status, würde ich das verneinen, aber ich bin ein weißer, heterosexueller Mann in einemd er reichsten Länder der Welt, weshalb ich, mich allgemein gesehen schon recht weit "da oben" einordnen würde. Ich kann beleidigende "Witze" über mich selbst ab, sonst hätte ich niemals im Internet eine Debatte über Episode VIII angefangen. :w00t:

Ich verbiete ihm nicht das Wort, aber sollte er eine solche Kritik beginnen, muss er halt ebenfalls mit berechtigter Kritik rechnen.
Und genau das Gleiche mache ich mit Gervais.
 

Woodstock

Z-King Zombies
Auf manche Sachen könnte ich noch eingehen aber eigentlich verstehen wir uns generell. Das Einzige was ich noch sagen möchte ist, dass es nachvollziehbar ist, dass man bestimmte Ideen und Meinungen in Links und Rechts kategorisiert aber es erlaubt leider ebenfalls, dass man sich hinter einer politischen Richtung versteckt und andere, welche sich anders einordnen, kategorisch ausschließt. Das ermöglicht einen unnötig toxischen Umgang und zerstört jegliche Möglichkeit zu einer gesunden Diskussion und zu Kompromissen. Natürlich gibt es Ideen und Meinungen, bei denen man keine Kompromisse eingehen sollte aber um diese herauszufiltern, braucht man weder Links noch Rechts. Diese sind in beiden Kategorien vertreten und haben einfach grundsätzlich keinen Platz in einer modernen, aufgeklärten Gesellschaft.
 

Presko

Well-Known Member
Uff... also ich finde aber, dass du hier ein bisschen dick aufträgst. Wenn ich sage, dass ich Witze von Gervais nicht lustig finde, dann ist das meine Meinung und kein Aufruf zum Verbannen dieser Witze.

Das finde ich einen sehr wichtigen Punkt. Kritik an etwas bedeutet nicht gleich, man verlangt das Verbot von etwas.
Ich finde allerdings weiterhin, Garvais hat mit der ganzen Sache bzgl. Doppelmoral und Konzernen einen wunden Punkt getroffen. Die Doppelmoral von Stars ist schon recht krass und manchmal auch wirklich gefährlich wie etwa im Fall Clooney und Sudan.
Mich hat das auch etwas an die Eier aus Stahl-Episode von Böhermann zu Band Aid erinnert.
 
Oben