Konnte den heute am ZFF schauen. Und ich hatte echt viel Spass an dem Film. Man merkt, dass Del Toro mit grosser Leidenschaft am Werk war und es geniesst, die Zuschauer in Theatralik und Opulenz zu ertränken, inklusive einer sichtlichen Freude am Makaberen. Die Bastelmontage, wenn Frankenstein die Einzelteile seines Monsters zusammenträgt, herrlich widerlich und makaber. Gleichzeitig gibts auch, gerade in der zweiten Hälfte viele melancholische, ruhige Momente, die durchaus viel Gefühl vermitteln, auch wenn es am Ende aber doch nie gelingen wollte, ans Herz zu gehen.
Kamera und Bilder sind fantastisch, beim Score gibt es ganz viele tolle Momente, manchmal war er mir aber auch zu aufdringlich.
Ich glaube, man hätte den Film gut um ein paar Minuten straffen können. Sei es im ersten Teil von Frankensteins Kindheit oder bei der Screentime der drei grösseren Nebenfiguren von Waltz, Mia Goth und Frankensteins Bruder. Insbesondere der Bruder und Waltz Kriegsgewinnler sind sowieso nicht viel mehr als Mittel zum Zweck für den Plot. Mia Goth fand ich darstellerisch leider ihrer Rolle nicht ganz gewachsen und ist für mich beinahe der grösste Kritikpunkt.
Jacob Elordi als Monster macht seine Sache wirklich sehr gut, auch wenn das Monsterdesign eher gewöhnungsbedürftig ist. Und Isaac funktioniert auch gut, vielleicht hie und da mit der Tendenz zum Overacting in dem Film. Andererseits ist ja gerade die extreme Theatralik auch durchaus gewollt, auch wenn sie in manchen Momenten am unfreiwllig komischen kratzen. Ähnlich wie teilweise die bedeutungsschwangeren Dialoge.
Insgesamt aber absolute Kinoempfehlung.