Guillermo del Toro's Frankenstein

Revolvermann

Well-Known Member
Jay schrieb:
Nach seinem inoffiziellen Schrecken vom Amazonas will ich nun einen inoffiziellen Frankenstein von GDT.
Das wäre fein. Wenn ich es genau bedenke, macht Del Toro genau die altmodischen Grusler, die ich mir von den Universal Filmen gewünscht hätte. Von Art und Stil her an alte Klassiker erinnernt, inhaltlich und technisch aber topmodern. Man stelle sich vor, in ein paar Jahren hätten wir hier klammheimlich das filmische Universum, welches sich so viele wünschen? Vielleicht nicht "connected" und mittlerem Budget aber das ist auch egal, wenn es mit Herzblut gemacht wird.
Ich persönlich sehe jedenfalls so etwas wie Crimson Peak oder The Shape of Water viel lieber als Pacific Rim 2,3 und 4.
 

McKenzie

Unchained
Hmm...irgendwie gibt mir der Trailer nicht soo viel. Ich mag Del Toro, aber die Story ist halt schon so ausgelutscht. Hätte lieber was originales.

Trotzdem muss ich auch sagen - Ein Del Toro gehört ins Kino, nicht direct to streaming :/
 

Presko

Don Quijote des Forums
Wirkt alles noch sehr leblos und zu erzwungen theatralisch-monumental. Visuell kommts mir auch einfach noch zu künstlich „unbelebt“ rüber.
 

MamoChan

Well-Known Member
Ich liebe das Buch "Frankenstein" und finde, es wird Zeit für eine echt gute Verfilmung, die nah an der Burchvorlage ist. Die Version von Kenneth Branagh gefiel mir damals recht gut, ausgenommen vom Schluss, der zu weit vom Buch abwich.
Die TV-Version von Kevin Connors gefiel mir damals überraschend gut.
Das hier sieht zumindest interessant aus, scheint sich aber auch einige Freiheiten zu nehmen. Aber mal schauen, wie das Gesamtpaket aussieht. :smile:
 

Presko

Don Quijote des Forums
Konnte den heute am ZFF schauen. Und ich hatte echt viel Spass an dem Film. Man merkt, dass Del Toro mit grosser Leidenschaft am Werk war und es geniesst, die Zuschauer in Theatralik und Opulenz zu ertränken, inklusive einer sichtlichen Freude am Makaberen. Die Bastelmontage, wenn Frankenstein die Einzelteile seines Monsters zusammenträgt, herrlich widerlich und makaber. Gleichzeitig gibts auch, gerade in der zweiten Hälfte viele melancholische, ruhige Momente, die durchaus viel Gefühl vermitteln, auch wenn es am Ende aber doch nie gelingen wollte, ans Herz zu gehen.
Kamera und Bilder sind fantastisch, beim Score gibt es ganz viele tolle Momente, manchmal war er mir aber auch zu aufdringlich.
Ich glaube, man hätte den Film gut um ein paar Minuten straffen können. Sei es im ersten Teil von Frankensteins Kindheit oder bei der Screentime der drei grösseren Nebenfiguren von Waltz, Mia Goth und Frankensteins Bruder. Insbesondere der Bruder und Waltz Kriegsgewinnler sind sowieso nicht viel mehr als Mittel zum Zweck für den Plot. Mia Goth fand ich darstellerisch leider ihrer Rolle nicht ganz gewachsen und ist für mich beinahe der grösste Kritikpunkt.
Jacob Elordi als Monster macht seine Sache wirklich sehr gut, auch wenn das Monsterdesign eher gewöhnungsbedürftig ist. Und Isaac funktioniert auch gut, vielleicht hie und da mit der Tendenz zum Overacting in dem Film. Andererseits ist ja gerade die extreme Theatralik auch durchaus gewollt, auch wenn sie in manchen Momenten am unfreiwllig komischen kratzen. Ähnlich wie teilweise die bedeutungsschwangeren Dialoge.
Insgesamt aber absolute Kinoempfehlung.
 

Cartman

Well-Known Member
Noch keiner gesehen?
Visuell schön anzusehen, wenn auch vieles zu künstlich wirkt. Aber inhaltlich leider etwas dünn mit vielen Ungereimtheiten im Storybereich. Alles in allem eher eine Enttäuschung: 6,5 von 10 Punkten.
Ich schau mir demnächst noch mal die Verfilmung von 1994 an. Die habe ich wesentlich stimmiger in Erinnerung.
 

Cimmerier

Administrator
Teammitglied
Sind noch dran. Mir gefällt er, ist mir aber gerade visuell noch etwas zu sauber und hell. Letzteres dürfte aber auch einfach an der Entwicklung der Handlung liegen. Dass Waltz mal wieder den Waltz macht, nervt oder eher langweilt mich persönlich ja auch wieder immens.
 

McKenzie

Unchained
Noch nicht geschaut, weil mich ehrlich gesagt die x-te Neuverfilmung eines derart bekannten Stoffes einfach nicht so richtig hinterm Ofen hervorholt... Und ich finde es faszinierend, dass einer der visuell einst spannendsten Regisseure das wohl langweiligste/uninspirierteste Design für das berühmte Monster bringt. 😐 Vielleicht ergibt das aus der Handlung heraus Sinn, werd ich dann herausfinden, aber ikonisch ist da mal nix dran.
 

Noermel

Well-Known Member
Ich will gar nicht erst anfangen wie viel Geschichten schon zig mal verfilmt wurden. Dracula wäre aber wohl ein gutes Beispiel
Irgendwann hat man aber nat. trotzdem die Nase voll.

Richtig beschäftigt hab ich mich mit den früheren Verfilmungen nicht
Eine Igor gibts hier jedenfalls nicht.Würde aber ohne die anderen groß zu kennen auch sagen dass das die beste Version davon ist.

So oder so in der heutigen Welt würde Victors Kreation
( ja sage extra nicht Monster weil Victor das Monster der Geschichte ist und nicht seine Erfindung ) gar nicht mal so auffallen ( ich sag nur Full Bodytransformation Tattoos....).

Hier passt aber auch mal wieder allg sehr gut be carefull what u wish for.
Da träumt einer von etwas ganz großem was noch nie jemand geschafft hat und setzt alles in Bewgung um sich ( ja sich ICH ICH ICH ) einen Traum Wunsch.... zu erfüllen dann klappt es tatsächlich und..... tja.
Wieder ein Genie das zwar viel in der Birne hat aber eben auch fehlerhaft ist bzw den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht oder wie ASAC Hank Schrader sagen würde: "You're the smartest guy I ever met. But you're too stupid to see".
Ach ja und Verantwortung für das eigen Handeln sollte grundsätzlich eh jeder nehmen.

Ja und ewiges Leben bringt nichts.
 

Gray_Fox

Well-Known Member
Noch keiner gesehen?
Vermutlich die Hälfte, da der Film in versch. Kapitel aufgeteilt zu sein scheint.
Die Geschichte von Victor habe ich gesehen und bisschen was vom Monster.
Die Anfangsszene empfand ich etwas zu übertrieben, als das Monster ein ganzes Schiff aus dem Eis dreht.
Wie stark soll der sein? Auch dieser Heilungsfaktor eines Wolverine ist mir zu viel.
Hinzu kommt das Aussehen, was zu sehr die "Warm Bodies" und Twilight Fans ansprechen will. Wirkt zumindest auf mich so..
Die neue Figur, die von Waltz verkörpert wurde, passt so weit und erklärt paar Dinge (wie er an Leichen kam, woher das Geld stammt usw.).
Dagegen war das Verhalten von ihm während des Gewitters äußerst unlogisch.
Ebenso wie Victor reagiert hat, nur weil sein Monster doch nicht die intelligenteste Schöpfung ist und wenn er doch schon merkt, wie stark der ist und Stahl verbiegen kann, warum nur simple Ketten nutzen?
Das Verhalten während der Befragung inkl. diesem Zombie war auch etwas zu viel.
Auch die Kehrtwende bei der Zerstörung des Labors wirkte arg konstruiert. Generell hat Victor aber einen Hau weg..
Ich hätte die versuchte Tötung des Monsters verstanden, wenn er sich an Elisabeth vergangen hätte. Die Szene dazu war ja schon da und hätte nur weitergesponnen werden müssen.
Die Ausarbeitung der Beweggründe von Victor hätte ich mir gewünscht.

Bisher finde ich die Verfilmung von und mit Kenneth Branagh besser.
 

McKenzie

Unchained
Irgendwann fühlte es sich an wie eine Mischung aus Unbreakable und Man of Steel :hae: Das Superhelden-Origin-Element hätte es meines Erachtens wirklich nicht gebraucht. Ebensowenig Mia Goths Charakter, zumindest ihre eher plump eingebrachte sofortige romantische Faszination für das Monster. Ich weiß, dass Del Toro das Schöne & das Biest - Element am liebsten in jedem seiner Filme hätte, aber hier wirkte es echt reingezwungen.

Der Film war nicht schlecht, aber auch irgendwie unausgegoren. Wollte zu viel einbringen, aber teilweise nicht konsequent genug durchgezogen, verliert sich bisschen in sich selbst und seiner kitschigen Opulenz. Auch der klassische Del Toro - Look ist hier nicht immer zuträglich. Im direkten Vergleich folgte Nosferatu einer viel klareren Linie, stilistisch und inszenatorisch dichter.

Del Toro muss etwas aufpassen, nicht zum nächsten Tim Burton zu werden, sich in seinem eigenen Stil zu sehr wiederholend.
 

Presko

Don Quijote des Forums
Ich bin ja schon fst ein wenig überrascht, wie kritisch ihr seid. Ich fand den wirklich sehr ordentlich. Man merkt einfach, dass da richtig viel Freude am Stoff drin steckt. Mia Goth war für mich der grösste Kritikpunkt. Weder fand ich ihre Figur gut geschrieben, noch gespielt. Ansonsten funktionierte für mich das meiste recht gut.
Frankensteins Verhalten fand ich schon recht nachvollziehbar. Ist halt kein guter/netter Typ, sondern ein Egomane mit wenig bis gar keiner Empathie.
 
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