Star Trek 12: Into Darkness ~ Benedict Cumberbatch [Kritik]

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Geht es nur mir so, oder ergeht es Into Darkness in Nerdkreisen allgemein wie Prometheus?

Ein bombastisch aussehender Film, der voller Liebe fürs Detail ist, mit tollen Deisgns, grundsolider Handlung und einigen top besetzten Rollen (wobei Treks Crew noch besser geschrieben ist und spaßiger miteinander harmoniert, dafür ist Prometheus gruseliger und traut sich mehr), der aber trotz über 2 Stunden unterhaltsamer Spielzeit für seine ~ insgesamt 5 Minuten dummer Momente an Ruf einbüßen musste.

Ständig wird so getan, als wären die Wissenschaftler in Prometheus alle so naiv wie der eine, der die Alienschlange tätschelt, oder als wär ganz Into Darkness so hanebüchen wie der Moment, in dem Khan seine Identität preisgibt, was statt mit einem Woaaaahh mit einem Grillenzirpen beantwortet wurde.

Ich hab mir den mit reichlich Skepsis angesehen und leidlich erwartet, dass der am laufenden Band daneben haut und ich damals viel zu hoch gewertet habe. Nope, das würd ich weiterhin so unterstreichen.

Ja, der Khan Twist gehört zu den schlechtesten gewollten Überraschungen der Filmdekade, dafür, dass der Into Darkness heißt geht es in keine Darkness, die ganzen den Franchise trotzenden Konzepte
Khans Superblut... dass Robocop die Vengeance ganz allein steuern kann... beamen durchs ganze Universum...
verlangen ne Menge Toleranz und Kopfschütteln, die neuen Klingonen sehen einfallslos aus und Khans Superkämpferszene ist alles andere als eindrucksvoll, aber beim Ferengi, sieht der Film top aus, ist die Crew Interaktion großartig und witzig und ist die Action solide gemacht.

Die Bad Robot Treks sind allesamt oberflächliches Hirnauskino und keine Klassiker, aber unter den bis hier hin 12 Teilen waren nicht viele, die klar besser sind. 1, 2 und 8, aber sonst?
 

Joel.Barish

dank AF
Teammitglied
Schreib' bitte einen neuen Verriss, Manny. Jay ist nämlich mal wieder von Sinnen.

Jay schrieb:
Ein bombastisch aussehender Film, der voller Liebe fürs Detail ist, mit tollen Deisgns, grundsolider Handlung und einigen top besetzten Rollen (wobei Treks Crew noch besser geschrieben ist und spaßiger miteinander harmoniert, dafür ist Prometheus gruseliger und traut sich mehr), der aber trotz über 2 Stunden unterhaltsamer Spielzeit für seine ~ insgesamt 5 Minuten dummer Momente an Ruf einbüßen musste.
Hahah! Fünf Minuten? Ist heute Gegenteil-Tag, weil Into Darkness vielleicht fünf Minuten "nicht Rotz" besitzt, wenn man nett sein will. Es ist viel mehr als nur die dämliche Offenbarung mit Khan. Es ist auch nicht einfach nur dieser sagenhaft dämliche Moment, sondern auch alles, was mit diesem zusammenhängt und was dieser bedeutet. Dieses einfallslose, faule und dann auch noch auf sämtlichen Ebenen (narrativ, charakterlich, moralisch, etc.) falsche Kopieren von Dingen, die für diesen Film und für diese Crew keine Rolle spielen. Fan-Service, um den kein Fan gebeten hat, weil selbst die irgendwie wussten, dass das keine gute Idee ist. Der Film muss ja Nimoy mal wieder vor die Kamera zerren, damit er der Crew erklärt, warum Khan bedrohlich ist und ernst genommen werden muss. Und ja, angebliche "Kleinigkeiten" (ähem...) wie das interplanetare Beamen oder der Dünpfiff mit dem magischen Blut, mit dem mal eben so der Tod abgeschafft wird, sollten nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden. Into Darkness ist einfach strukturell und inhaltlich ein saumäßig geschriebener Film.

Jay schrieb:
Die Bad Robot Treks sind allesamt oberflächliches Hirnauskino und keine Klassiker, aber unter den bis hier hin 12 Teilen waren nicht viele, die klar besser sind. 1, 2 und 8, aber sonst?
Oberflächliches Hirnauskino? Was zur Hölle faselst du denn da? Waren die Pod People neulich bei dir? Seit wann fängst du denn mit diesem "Hirnaus" Mist an, Kollege? :plemplem: Erstens sollte Star Trek niemals Hirnaus sein und zweitens ist dieser Film mit seinem Kernthema des Space Terrorismus, politischen Ermordungen, der übelst aggressiven 9/11 Bildsprache (selbst Zack Snyder läuft es da kalt den Rücken runter) und seinem ambivalenten Widersacher niemals ein Hirnaus-Film. Wie kann das sein?

Alles, was du an positiven Aspekten aufzählst sind entweder Dinge, die Abrams Erstling etabliert hat (Cast, Designs) oder davon kopiert/wiederholte Sequenzen.
:nene:
 

Mr.Anderson

Kleriker
@Manny

Gestern wollte ich meine sehr ausführliche Kritik zu Star Trek 2009 noch mal lesen und musste auch feststellen, dass sie verschwunden ist. Die anschließende Diskussion dazu ist aber noch da...

@Jay

Ich sehe es mittlerweile ähnlich wie du. Der ganze Quatsch der einem ins Trekkie-Herz sticht, ist auszublenden, dann kann man den Film doch tatsächlich genießen. Das es letztlich dann doch Khan war, war auf Grund der Geheimhaltung und der Lügerei im Vorfeld dann doch eher eine Enttäuschung. Das eine ganze Szene geklaut wird, war jetzt auch nicht prickelnd.

@Joel

Der Tod wurde mit dem Wunderblut nicht abgeschafft. McCoy erklärt Kirk nach seiner Genesung dass er nicht wirklich tot war. Wie sollte das Wunderblutserum denn auch wirken, wenn es sich ohne Blutzirkulation gar nicht im Körper verteilen kann?
 

Manny

Professioneller Zeitungsbügler
Mr.Anderson schrieb:
@Manny

Gestern wollte ich meine sehr ausführliche Kritik zu Star Trek 2009 noch mal lesen und musste auch feststellen, dass sie verschwunden ist. Die anschließende Diskussion dazu ist aber noch da...
Ich hab ja den Verdacht, dass meine Kritik in einem Spoilerthread war und verloren ging, als Jay den Bereich entfernt hat.
:nene:

@Joel
Ein erneuter Verriss wäre nur ein blasser Abklatsch des damaligen Beitrags. Da lasse ich es lieber.
Dein Beitrag trifft es schon ziemlich gut.
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Joel.Barish schrieb:
Hahah! Fünf Minuten? Ist heute Gegenteil-Tag, weil Into Darkness vielleicht fünf Minuten "nicht Rotz" besitzt, wenn man nett sein will. Es ist viel mehr als nur die dämliche Offenbarung mit Khan. Es ist auch nicht einfach nur dieser sagenhaft dämliche Moment, sondern auch alles, was mit diesem zusammenhängt und was dieser bedeutet. Dieses einfallslose, faule und dann auch noch auf sämtlichen Ebenen (narrativ, charakterlich, moralisch, etc.) falsche Kopieren von Dingen, die für diesen Film und für diese Crew keine Rolle spielen. Fan-Service, um den kein Fan gebeten hat, weil selbst die irgendwie wussten, dass das keine gute Idee ist. Der Film muss ja Nimoy mal wieder vor die Kamera zerren, damit er der Crew erklärt, warum Khan bedrohlich ist und ernst genommen werden muss.
Okay, was genau wurde denn kopiert?

Khan wird (wie in der Serie) mit seinen eingefrorenen Kollegen gefunden und will sich rächen, wobei einer der Crew stirbt. Ach ja, und Carol Marcus ist dabei (aus dem Film). Das sind zwar übernommene Pfeiler, aber alle großen Handlungen (der Anfang mit dem Alienvolk, der Anschlag aufs Konzil, der Aufenthalt bei den Klingonen, John Harrison, der Kampf mit der Vengeance, das Finale in der Stadt) sind doch neu.

Chekov wird nicht wie in Zorn des Khan übernommen, es geht nicht um Genisis, Kirks Sohn fehlt, Kirk hatte nie was mit Marcus, und der in der Khan Folge wichtige Aspekt, dass er Frauen der Mannschaft verführt, ist auch nicht zu sehen, und Cumberbatch spielt Khan ganz anders als es Ricardo Montalban tat.

Das soll die Handlung von Orci, Kurtzman und Lindelof (oh junge) nicht in Schutz nehmen, da sie inhaltlich wirklich nicht pralle ist. Spannungsmomente hauen nicht hin, dass Kirk sich zum zweiten Mal den Kapitänsposten verdienen muss ist eine sinnlose Wiederholung und die komplette 9/11 Allegorie, das die Föderation selbst Terroranschläge inszeniert um den Krieg gegen die Klingonen rechtfertigen zu können (ganz zweifellos Bob Orcis Idee), ist ebenso plump wie undifferenziert.

Aber die Handlung ist trotzdem weitestgehend neu, die wiederholten Aspekte sind wirklich nur Kleinigkeiten.

Alles, was du an positiven Aspekten aufzählst sind entweder Dinge, die Abrams Erstling etabliert hat (Cast, Designs) oder davon kopiert/wiederholte Sequenzen. :nene:

Also gibt es positive Aspekte im Film? :tongue: Das ist doch nicht unerheblich. Du kannst bei Lethal Weapon 4 ja auch nicht sagen, dass die Riggs Murtaugh Beziehung keinen Unterhaltungswert mehr hat, nur weil die schon im ersten etabliert wurde.

Oberflächliches Hirnauskino? Was zur Hölle faselst du denn da? Waren die Pod People neulich bei dir? Seit wann fängst du denn mit diesem "Hirnaus" Mist an, Kollege? :plemplem: Erstens sollte Star Trek niemals Hirnaus sein

Wir sprechen hier vielleicht nicht von Hirnaus Stufe Transformers 3, aber sicherlich von Hirnaus Stufe Transformers 1. Was haben die Bad Robotse wohl gedacht, als sie First Contact gesehen haben? Sicherlich haben sie nicht überlegt, wie packend Picards Trauma sein muss, wie bedeutend der erste Kontakt für den Warp-Erfinder ist oder wie hin- und hergerissen Data wohl von dem Angebot sein muss, menschlicher werden zu können. Nein, stattdessen hatten sie alle vier direkt vor Augen, wie viel knalliger, actionreicher, schneller und bombastischer man all die Kämpfe inszenieren könnte, und wie elendig langsam der Film doch auf sie wirkt.

Du magst Recht haben, dass Star Trek konzeptionell eher auf Fragen der Moral, Politik, Forschung, Kultur etc als auf Faustkämpfe und Schiffe schrotten ausgelegt ist, aber wenn mal ehrlich ist, hatte auch die TOS Serie viele flachere Folgen, in denen der Intellektuelle Spock unwichtiger wurde und es mehr drum ging, dass Kirk sich mit Bad Guys schlagen oder er die Herzen außerirdischer Frauen für sich gewinnen konnte. Das mag hauptsächlich bei TOS vorgekommen sein und auch nur in geringer Anzahl, aber das ist leider das einzige, woran Bad Robot interessiert ist. Du kannst drauf an, dass sich das Team, wäre es hart auf hart gekommen, eher für temporeiche Action als für Beibehaltung der 9/11 Story entschieden hätte.

Zufällig macht das Beyond wieder glasklar, der noch oberflächlicher geworden ist.

und zweitens ist dieser Film mit seinem Kernthema des Space Terrorismus, politischen Ermordungen, der übelst aggressiven 9/11 Bildsprache (selbst Zack Snyder läuft es da kalt den Rücken runter) und seinem ambivalenten Widersacher niemals ein Hirnaus-Film. Wie kann das sein?
Into Darkness mag diese Themen ansprechen, nimmt sich aber nicht ansatzweise so ernst wie BVS. Der hat weder vor, dass man tief betroffen ist, noch soll die Enthüllung, dass die eigene Regierung dahinter steckt, schockierend und aufrüttelnd sein.

Khans plötzliche Grausamkeit mag kurz überraschen, aber ansonsten ist er keine Figur, die Diskussionen auslösen soll. Du implizierst, dass er das versucht, das Script aber daran scheitert. Ich sage, die Intention war gar nicht erst da - er soll laut BR nicht tiefsinniger als Megatron sein.
 

NewLex

Well-Known Member
Fand Into Darkness damals auch so schlecht, dass ich kein Interesse an Beyond habe... Obwohl ich den Ersten (Reboot) eigentlich ziemlich gut fand. Für mich der bei weitem beste Film von JJ Abrams. :huh:
 

Shins

Administrator
Teammitglied
Ich bin übrigens bei Jay...

Aber bin auch JJ Fanboy, also nicht so recht objektiv :tongue:
 

Porter

Well-Known Member
NewLex schrieb:
Fand Into Darkness damals auch so schlecht, dass ich kein Interesse an Beyond habe... Obwohl ich den Ersten (Reboot) eigentlich ziemlich gut fand.
Same here...

War bisher noch nicht im Kino und werde da denke ich auch nicht rein gehen, aber die BD wird es sicher bei Release zu mir schaffen.
 
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