The Father - Anthony Hopkins

Presko

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Regie:
Florian Zeller

Cast:
Anthony Hopkins: Anthony
Olivia Colman: Anne
Imogen Poots: Laura
Evie Wray: Lucy
Rufus Sewell: Paul
Olivia Williams: Catherine
Mark Gatiss

Trailer youtube
Der Mann, der einst mit seiner ikonenhaft-diabolischen Darbietung den hochintelligenten, faszinierenden Serienmörder zur Kultfigur erhoben hat, ist in den letzten Jahren nur noch selten auf der großen Leinwand zu sehen gewesen. Sir Anthony Hopkins hat sich rar gemacht. Doch nun kehrt er mit einem Paukenschlag zurück. Hopkins liefert die brillante Darstellung eines alten Mannes, der mit wildem Furor einen von Beginn weg hoffnungslosen Kampf mit seiner fortgeschrittenen Demenz austrägt. Auf seine zunehmende Verwirrung und das damit einhergehende Vergessen reagiert Anthony mit Wut, manchmal garstiger Gemeinheit gegenüber seinem Umfeld, mit Verzweiflung und schließlich Hilflosigkeit. Seine Tochter Anne, ebenfalls perfekt verkörpert durch Olivia Colman, versucht, aufopferungsvoll, Anthony zu helfen. Da er gerade die x-te Pflegerin vertrieben hat, weil er ihr vorwarf, ihn bestohlen zu haben, muss sie nun eine neue finden und ihren Vater zur Einsicht bringen, dass er auf die Hilfe angewiesen ist.

Eigentlich ist das schon mehr oder weniger die Story. Der Film spielt sich hauptsächlich in einer Wohnung ab und auch das Figurenensemble ist ebenfalls übersichtlich gehalten. Was nicht bedeutet, dass es jemals langweilig werden könnte. Im Gegenteil durch die schauspielerische Brillanz und einen besonderen dramaturgischen Kniff gestaltet sich das Drama zeitweise so spannend wie ein Thriller.
Der Regisseur des Films, Florian Zeller, verfilmt hier sein eigenen Bühnenstück, das 2012 in Frankreich uraufgeführt. Seitdem ist das Stück schon in fünfzig verschiedenen Ländern gespielt worden und hat zahlreiche Preise gewonnen.
Der besondere dramaturgische Kniff von The Father, der auch schon im Theaterstück angewandt worden ist, besteht darin, dass die Zuschauer, dem, was sie sehen und hören, nicht vertrauen können. Denn das, was sie sehen, setzt sich aus den durcheinandergeratenen Erinnerungen und Wahrnehmungen Anthonys zusammen. Ganze Szenen wiederholen sich mit leichten Variationen, Zeitsprünge passieren unbemerkt, Figuren tauchen auf und verschwinden wieder oder sehen auf einmal anders aus. Den Zuschauern als auch Anthony bleibt nichts anderes übrig, als sich immer wieder neu auf die Gegebenheiten einzustellen und neu zu orientieren. Meist stellt Anne einen solchen Halt gebenden Anker dar, aber was, wenn auch sie plötzlich behauptet, Sachen nicht gesagt zu haben, die wir eben noch aus ihrem Mund haben kommen hören?
Nun soll nicht der Eindruck entstehen, der Film mache es dem Zuschauer wahnsinnig schwer, ihm zu folgen oder entwickle sich zu einem chaotisch-wirren Mindfuck. Die genannten Irritationen sind punktuell und sehr gezielt gesetzt. Und tatsächlich gelingt es so, insbesondere zu Beginn des Films, Anthonys Verhalten nachvollziehbarer zu gestalten. Manchmal ist man fast versucht, die Existenz einer Verschwörung, wie sie Anthony vermutet, in Erwägung zu ziehen.
Obwohl der Film in vielerlei Hinsicht sehr traurig ist, geht man nach dem Ende nicht völlig niedergeschmettert aus dem Kinosaal. Denn trotz aller Tragik und Ausweglosigkeit durchzieht den Film auch eine große Menschlichkeit und Wärme. Zudem ist der Film zeitweise auch wahnsinnig lustig.
Schlussendlich überstrahlt aber Hopkins mit seiner Darstellung so ziemlich alles. Wie es ihm gelingt, zwischen Anthonys unterschiedlichen Stimmungen (charmant, wütend, ängstlich, hilflos, gemein, verzweifelt) fast fließend zu wechseln, ist einfach schon wahnsinnig beeindruckend und bleibt in Erinnerung.
 
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