Zuletzt gelesenes oder gehörtes Buch

Tyler Durden

Weltraumaffe
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Joe R. Lansdale - Drive-In

In dieser Horrornovelle von 1988 geht es um ein Drive-In-Kino in Texas, das von der Außenwelt abgeschnitten wird. Die Menschen sehen sich pausenlos Horrorfilme an und drehen immer mehr durch.

Hat mir sehr gut gefallen. Es fängt wie eine normale Jugendgeschichte an, wird dann aber zunehmend surrealer und heftiger. Starker Schreibstil, viel Ironie und schwarzer Humor. Ein paar Sachen erinnerten mich an den Bodyhorror von David Cronenberg.

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Brett McBean - Das Motel

In der Halloweennacht 1980 kreuzen sich die Wege von Mördern und Psychopaten in einem abgelegenen Motel.

Enttäuschend. Die Handlung ist abstrus und besteht aus zu vielen Zufällen
Da gibt es das Ehepaar, das aus Versehen einen Jungen erschossen hat (während sein Freund Simon weglaufen konnte) und nun auf der Flucht ist. Sie fahren 2 Stunden von ihrer Stadt weg und steigen in dem Motel ab.
Da gibt es den Serienkiller, dem ein Auto mit einer Leiche im Kofferraum gestohlen wurde und der den weglaufenden Simon mitnimmt und entführt. Sie landen in demselben Motel.
Da gibt es das beschränkte Ganovenpärchen, das den Wagen mit der Leiche gestohlen hat und ebenfalls in demselben Motel landet.
Außerdem sind die Figuren sehr unglaubhaft und kichern ständig (obwohl es nichts zu lachen gibt).
Ist zwar ordentlich geschrieben und lässt sich sehr flott lesen, aber nach dem guten "Buk und Jimmy ziehen nach Westen" habe ich mehr erwartet.

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Donald Ray Pollock - Das Handwerk des Teufels

Das Buch ist eine Wucht. Sehr guter Schreibstil, düstere Atmosphäre, schonongslos und stellenweise hart. Erinnerte mich von der Stimmung und dem Aufbau her an Cormac McCarthy und John Steinbeck. Unter anderem geht es um religiösen Wahn und Scheinheiligkeit, mehr will ich nicht verraten.
Kann ich wirklich empfehlen.
 

Bambi

hat verrückte Rehkitzideen
Der Totschläger - Chris Carter

ER SAGT, DU HAST KEINE WAHL. ER SAGT, DU KANNST NUR ZUSEHEN. ES LIEGT NICHT IN DEINER MACHT, DIE MORDE ZU VERHINDERN. Detective Robert Hunter erhält einen Anruf. Spiel mit mir, sagt die anonyme Stimme. Doch Mord ist für Hunter kein Spaß – Zug um Zug wird er zum echten Spielverderber …


Es ist der 5 Band der Carter&Garcia Reihe, und leider wurde ich mit diesem Band nicht warm, die Grundidee man sieht Leute beim sterben zu wenn eine gewisse Anzahl (Klicks) erreicht ist bzw Auswahl der Todesart ist für mich als Filmfan nicht neues, man denke an den Film Untracable, und leider ist auch meiner Meinung nach die Auflösung die leider zu kurz kommt nämlich auf einige wenige Seiten und mal wieder holterdiepolter, ist die leicht abgewandelte Form von eben jenen Film. Klar ist auch dieses Buch wieder an einigen Stellen sehr brutal und geht eigentlich kritisch mit der Macht des Internets um. Am Schreibstil gibt es auch nichts zu meckern. Zu guter Letzt wer hat sich eigentlich den deutschen Titel ausgedacht? Der Orginaltitel lautet one by one, draus hätte man einiges machen können aber Totschlägere? Aber da ich nich annehme dass jeder o.g. Film gesehen hat viel Spaß beim lesen, denn wenn man so jungfräulich reingeht ist es ein wirklich guter Thriller mit viel Kopfkino...
Für mich aber immer noch solide..
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Joe Hill - Black Box

Die meisten Geschichten haben mir sehr gefallen, und selbst die "schwächsten" waren noch überdurchschnittlich.
Sehr gut geschrieben; oft surreal und originell, manchmal auch mit deutlichen Anspielungen auf andere Werke. "Abrahams Söhne" ist zum Beispiel mit Bram Stokers "Dracula" verknüpft, und "Der Gesang der Heuschrecken" ist eine Hommage an Kafkas "Die Verwandlung". In einer weiteren Geschichte geht es um Statisten beim Dreh eines Zombiefilms von George Romero (er und Tom Savini haben hier "Nebenrollen").
Am besten haben mir "Das Cape", "Black Box" und "Der Gesang der Heuschrecken" gefallen.
 

Der Pirat

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Der Totschläger - Chris Carter

Reiht sich quasi nahtlos in die Hunter-Garcia Reihe ein.
Die beiden Detectives haben wieder viel zu rätseln und viel zu ertragen. Sei es als unbeteiligte Beobachter oder als Polizisten direkt.
Gewohnt hart, gewohnt lange wird der Täter "geheim" gehalten. Die Auflösung überrascht wie immer ein bisschen.

Ich lese die Reihe immernoch mit der selben Begeisterung und freue mich schon auf die nächste Veröffentlichung von Carter!

*Ich muss Bambi aber zustimmer. Auch wenn sich "Der Totschläger" in die deutschen Titel einreiht, so finde ich den ziemlich unpassend. Da hätten die ruhig ein wenig mehr Kreativität walten lassen können ;>

EDIT: Nachdem Bambi mich noch mal auf Untraceable aufmerksam gemacht hatte, hab ich den jetzt eben noch mal geschaut. Und meine Güte, der Film und das Buch gleichen sich tatsächlich erschrecken oft. Klar ist die Geschichte im Buch an das Hunter-Garcia Universum angepasst, dennoch sind die Gemeinsamkeiten sehr deutlich.
 

Member_2.0

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Matt Haig - Ich und die Menschen

In einer regnerischen Freitagnacht wird Andrew Martin, Professor für Mathematik in Cambridge, aufgegriffen, als er nackt eine Autobahn entlangwandert. Professor Martin ist nicht mehr er selbst. Ein Wesen mit überlegener Intelligenz und von einem weit entfernten Stern hat von ihm Besitz ergriffen. Dieser neue Andrew ist nicht begeistert von seiner neuen Existenz. Er hat eine denkbar negative Meinung von den Menschen. Jeder weiß schließlich, dass sie zu Egoismus, übermäßigem Ehrgeiz und Gewalttätigkeit neigen. Doch andererseits: Kann eine Lebensform, die Dinge wie Weißwein und Erdnussbutter erfunden hat, wirklich grundschlecht und böse sein? Und was sind das für seltsame Gefühle, die ihn überkommen, wenn er Debussy hört oder Isobel, der Frau des Professors, in die Augen blickt?

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Schönes, teilweise etwas zu sehr auf die Tränendrüse drückendes Buch, was mich aber sehr zum Nachdenken angeregt hat.
Sowas mag ich.

Daher 8/10 Punkten :top:
 

Wendtslaw

Member
Straight White Maile - John Niven

Kennedy Marr ist ein Autor der alten Schule. Irisch, zynisch bis zum Anschlag, ein Borderline-Alkoholiker und Sex-Süchtiger. Sein Mantra lautet: hart trinken, gut essen und jede Frau flachlegen, die bei drei nicht auf den Bäumen ist. Mittlerweile als Drehbuchautor in L. A. ansässig, flucht er sich durch die kalifornische Literatur- und Filmszene. Doch sein verschwenderischer Lebensstil bringt ihn an den Rand des Bankrotts, bis sich unverhofft eine Lösung anbietet. In England wird er für einen hoch dotierten Literaturpreis vorgeschlagen. Um an das Geld zu kommen, gilt es allerdings, mehrere konfliktbeladene Auflagen zu erfüllen.

Wie bereits die anderen Bücher von John Niven (Kill your Friends, Coma, Gott bewahre) gefiel mir auch dieses wieder sehr gut, der Hauptcharakter Kennedy ist ein totaler Arsch und trotzdem steht man irgendwie auf seiner Seite und hofft, dass er sein Leben doch irgendwie noch in den Griff bekommen möge.

8/10 Schnürsenkeln.
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Das Gebot der Rache - John Niven

John Niven hat sich zur Abwechslung mal an einem richtigen Thriller versucht und zu viel sollte man über die Geschichte nicht wissen. Ich rate dementsprechend auch davon ab den Klappentext, die Amazon-Beschreibung bzw. Amazon-Rezensionen (höchstens die erste ) zu lesen.
Donald Miller führt ein Traumleben in der kanadischen Provinz mit seiner wohlhabenden Frau Sammy und seinem Sohn Walt.
Donald Miller hat eine Vergangenheit. Jemanden dürstet es nach Rache.

Thriller schreiben kann er also auch. Wobei ich sagen muss, dass mir die anderen Bücher etwas besser gefallen haben. Ich bin allerdings auch nicht der Typ der gerne Thriller liest. Trotzdem konnte ich es kaum erwarten das Ende des Buches zu erreichen und alles zu erfahren. Ein, Zwei überraschende Twists gab es auch.

Also 6.5/10 Punkten
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Diese beiden Bücher von Niven fehlen mir noch. Werden aber auch bald nachgeholt.


Gene Brewer - Wie von einem fremden Stern

Die Buchvorlage zu dem Film "K-Pax" hat mir ganz gut gefallen. Es ist keine richtige Science-Fiction, sondern in erster Linie ein philosophisch-psychologischer Roman.
Das Buch war ordentlich geschrieben und hatte ein paar interessante Ideen, aber Prot kam in seinen Reden oft zu überheblich rüber und das System auf seinem Planeten war zwar eine nette Fantasie, aber zu utopisch und funktioniert nur in der Theorie. Und seine Art, mit mehrfacher Lichtgeschwindigkeit zwischen den Sternen zu reisen ... naja, er braucht nur eine Taschenlampe und einen Spiegel. :squint:
Aber da Prot allem Anschein nach doch nur ein Mensch ist, muss seine Fantasiewelt natürlich nicht realistisch und in der Praxis umsetzbar sein. Nur frage ich mich, wohin dann Bess verschwunden ist. Vielleicht ist er in ihrem Körper mit ihr nach K-Pax abgereist.
Im Vergleich zum Film erfährt man hier etwas mehr über die einzelnen Patienten der Klinik. Andererseits ist Kevin Spacey sympathischer als die Figur im Buch.
 

Wendtslaw

Member
Also wenn dir die anderen gefallen haben, wird dir Straight White Male mit ziemlicher Sicherheit auch gefallen.

Das Gebot der Rache ist schon anders. Aber ich denke auch das sollte dir relativ gut gefallen.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Terry Pratchett - Der Zauberhut

Teil 5 der Scheibenwelt-Reihe war gewohnt unterhaltsam und gut geschrieben.

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Greg F. Gifune - Sag Onkel

Ein Kurzroman über einen Mann, der nach langer Zeit in seine Heimatstadt zurückkehrt und mit der Vergangenheit konfrontiert wird.

Klingt abgedroschen, ist aber hervorragend. Sehr guter Schreibstil, toll ausgearbeitete Charaktere und eine ziemlich bedrückende Atmosphäre. Die Handlung ist auch interessant und auf ihre Weise spannend.
Ein wirklich gutes Buch.
 

Bambi

hat verrückte Rehkitzideen
Conny ist 37, alleinerziehend, Lehrerin und lebt nahe Hamburg. Heimlich veröffentlicht sie Erotik für Frauen. Ihr Verlagschef möchte die Bücher für die Zielgruppe attraktiver machen und gibt ihrem Pseudonym ein männliches Gesicht: den attraktiven Cecil Elliott. Der Plan geht auf. Doch der Hype um den angeblichen Autor beginnt Conny zu nerven. Neben Job, Kindererziehung und Schreibblockaden, dem neuen Nachbarn und rätselhaften Drohbriefen gibt es die Freundinnen Kirsten, Anja und Steffi, Mädelsabende, Datingkatastrophen, esoterische Energieberatung und natürlich den heißen Online-Flirt mit einem Autorenkollegen namens Christian. Er scheint wie für Conny geschaffen. Doch das Leben hat noch einige Überraschungen in der Hinterhand.

Ja, es ist ein Chic Lite Buch, ja es ist anscheind ein Erstlingswerk und was erwartet man da schon großartiges... Ich hab mich prima unterhalten gefühlt es war super zu lesen. Klasse fand ich auch, dass im Buch quasi auch Kapitel von Cecil Elliott abgedruckt waren.Alle Figuren waren mir sympathisch sogar Carina, kannte da auch so jemanden. Genau das richtige für diese Jahreszeit um es sich mit so einen Buch bequem am Wasser und oder Strand gemütlich zu machen. Einfach abtauchen und mal die Seele baumeln lasssen. Oder wie ich als Serienjunkie manchmal sagen solche Bücher sind wie Banshee. Kopf aus und einfach nur geniessen. Würde eigentlich 2,5 von 5 geben ,da ich es aber denn doch ein wenig zu viel fand wie locker flockig der Spagat von Conny als Alleinerziehend gelingt sprich eine Überdosis rosaroter Zuckerguss gibt es 2/5 bzw 4/10
 

Manny

Professioneller Zeitungsbügler
Hhmmm mal sehen:

Der Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien

Bin froh, dass ich durch diesen Brocken durch bin.
Insgesamt hat mir das Buch noch etwas besser gefallen als der Film. Die Persönlichkeit Faramirs gefiel mir deutlich besser. Den Teil am Ende mit der Befreiung des Auenlands fand ich gut. Ebenso, dass man noch genauer erfährt, was aus den Gefährten wird. Oder zu Beginn, wo die Hobbits schon vor Bree auf eine Gruppe Elben trifft. Oder die Unterhaltung zwischen Aragorn und Eomer bei ihrem ersten Aufeinandertreffen. Oder dass man in Minas Tirith mitbekommt, wie es Pippin so ergeht. Und dass Frodo und Sam sich hier nicht streiten. Wenn ich noch länger drüber nachdenken würde, würden mir vermutlich noch andere Dinge einfallen, die mir im Buch besser gefallen haben.

An den Erklärungen zum Kalender und zum Alphabet können aber wohl nur die Hardcorefans gefallen finden.

Andersrum dagegen: Die Heilung von Theoden hat mir im Film besser gefallen. Das man den Part mit Tom Bombadil weggelassen hat, war so schon ganz gut. Hätte im Film nicht gepasst denke ich.


Alle Roboter-Geschichten von Isaac Asimov

Gibt's eigentlich nicht viel zu zu sagen. Wer an den Büchern des Foundation-Zyklus - inbesondere an den Büchern mit Elijah Baley - seinen Spaß hatte, der wird auch diese Geschichten mögen. Insbesondere die 3 Geschichten mit Powel und Donovan sowie den 10 Geschichten mit Dr. Susan Calvin. Dank Der Zweihundertjährige will ich nun endlich den Film nachholen.

Hab jetzt auch vorerst alles von Asimov gelesen, was ich unbedingt lesen wollte. Daher ist jetzt erstmal jemand anders dran:

Zeit aus den Fugen von Philip K. Dick

Story: Ragle Gumm verdient seinen Lebensunterhalt durch Gewinne bei einem obskuren Zeitungswettbewerb. Bis merkwürdige Ereignisse und Entdeckungen ihn davon überzeugen, dass hier etwas nicht stimmt. Nicht mit den Menschen, nicht mit den Häusern, nicht mit der Stadt. Und nicht mit der Zeit.

Nach Ubik, Marsianischer Zeitsturz, Blade Runner und Orakel vom Berge würde ich Zeit aus den Fugen als bisher schwächsten - aber dennoch guten - Beitrag von Dick sehen.
 

Member_2.0

Active Member
Peter V. Brett - Das Lied der Dunkelheit

in der Dunkelheit lauert die Gefahr. Das muss der junge Arlen auf bittere Weise selbst erfahren. Schon seit Jahrhunderten haben Dämonen, die sich des Nachts aus den Schatten erheben, die Menschheit zurückgedrängt. Das einzige Mittel, mit dem die Menschen ihre Angriffe abwehren können, sind die magischen Runenzeichen. Als Arlens Mutter bei solch einem Dämonenangriff umkommt, flieht er aus seinem Heimatdorf. Er will nach Menschen suchen, die den Mut noch nicht aufgegeben und das Geheimnis um die alten Kriegsrunen noch nicht vergessen haben

800 Seiten voll Fantasy. Leider war der Anfang sehr schleppend, was mir das Lesen sehr erschwert hat. Aber ich
war tapfer und wurde belohnt. Es wird ab der Hälfte wirklich spannend und interessant.
Und da es nur der erste Teil einer langen Reihe ist, bin ich zuversichtlich für die folgenden Bücher.
Teil 2 liegt schon bereit.
Bin sehr gespannt, ob sich meine Vermutung (dass die Geschichte in der Zukunft unserer Erde spielt) bestätigt :squint:
An den Herren der Ringe kommt es (wie auf dem Buchrücken behauptet) sicher nicht heran, aber schöne Fantasy ist
es allemal :top:

8,5/10 Horclingen
 

TheGreatGonzo

Not interested in Naval Policy
Teammitglied
Jaws von Peter Benchley

Eines der wenigen Beispiele, wo der Film besser ist als der zugrunde liegende Roman. Viel besser. Der Film entledigt sich allen unwichtigen und uninteressanten Seifenoper-Nebenplots, die das Buch weitestgehend zur Geduldsprobe machen. Die unsympathischen Figuren und das im Gegensatz zum Film praktisch nonexistente, vor allem weitaus weniger effektive und knackige Finale tun ihr übriges. Lässt den Film allerdings noch um einiges besser dastehen.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Ramsey Campbell - Hungriger Mond

Ein Horrorroman von 1987 über eine englische Kleinstadt im religiösen Wahn.

Die erste Hälfte fand ich gut. Es herrschte eine tolle Atmosphäre und war schön geschrieben, dazu waren die Figuren und die Handlung interessant. Danach hat mir aber die Entwicklung nicht gefallen, die in der zweiten Hälfte kam. Die Sache mit dem Mond etc. war mir einfach zu haarsträubend.
Insgesamt ein solider Horrorroman.
 

Jay

hat Lust nen Film zu sehen
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TheGreatGonzo schrieb:
Eines der wenigen Beispiele, wo der Film besser ist als der zugrunde liegende Roman. Viel besser. Der Film entledigt sich allen unwichtigen und uninteressanten Seifenoper-Nebenplots, die das Buch weitestgehend zur Geduldsprobe machen. Die unsympathischen Figuren und das im Gegensatz zum Film praktisch nonexistente, vor allem weitaus weniger effektive und knackige Finale tun ihr übriges. Lässt den Film allerdings noch um einiges besser dastehen.
Ich fand die gelegentliche Perspektive des Hais relativ interessant, aber das von
Moby Dick
kopierte Ende ist völlig einfallslos und schwächer als die Filmvariante. Finds auch interessant, dass Carl Gottlieb / Steven Spielberg die Affäre Hooper und Brodys Frau rausgelassen hat.
 

TheGreatGonzo

Not interested in Naval Policy
Teammitglied
Jay schrieb:
Finds auch interessant, dass Carl Gottlieb / Steven Spielberg die Affäre Hooper und Brodys Frau rausgelassen hat.
Da hat wohl auch die Altersfreigabe eine Rolle gespielt. War im Buch jedoch ein interessantes Konzept, aus dem dann auch leider so ziemlich gar nichts gemacht wurde.
 

Revolvermann

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Douglas Adams - Die Letzten ihrer Art


Dieses ist keine von Adams üblichen Geschichten. Es ist ein Reisetagebuch.
Ende der 80er besuchte Adams mit dem Zoologen Mark Cawardine einige der am stärksten vorm Aussterben bedrohten Tierarten der Welt.
Was sich erstmal recht unspektakuär anhöhrt wird in Adams Händen natürlich ein herrlich kurioser Bericht in dem er die Eigenheiten der Einheimischen in typischer Art unter die Lupe nimmt. Da wird eine schreckliche Nacht im Dschungel mit allerlei Getier zum lustigen Whiskey vernichten. Auch die Tiere selbst sind vor Admas nüchterner aber stehts mit wachem Auge die Lächerlichkeiten festhaltender Beobachtungsgabe nicht sicher.
Wohl das unterhaltsamste Buch über Tiere das ich je las.
 

TheGreatGonzo

Not interested in Naval Policy
Teammitglied
The Night Circus von Erin Morgenstern

Er kommt ohne Ankündigung und hat nur bei Nacht geöffnet: der Cirque des Rêves – Zirkus der Träume. Um ein geheimnisvolles Freudenfeuer herum scharen sich fantastische Zelte, jedes eine Welt für sich, einzigartig und nie gesehen. Doch hinter den Kulissen findet der unerbittliche Wettbewerb zweier verfeindeter Magier statt. Sie bereiten ihre Kinder darauf vor, zu vollenden, was sie selber nie geschafft haben: den Kampf auf Leben und Tod zu entscheiden. Doch als Celia und Marco einander schließlich begegnen, geschieht, was nicht vorgesehen war: Sie verlieben sich rettungslos ineinander. Von ihren Vätern unlösbar an den Zirkus und ihren tödlichen Wettstreit gebunden, ringen sie verzweifelt um ihre Liebe, ihr Leben und eine traumhafte Welt, die für immer unterzugehen droht.
(amazon)

Durchaus nette Fantasy-Romanze, das vor allem mit seinem gelungen kreierten Universum um den titelgebenden Zirkus überzeugen kann, das von Harry Potter, Neil Gaiman und Tim Burton inspiriert scheint, ohne allerdings die Qualitäten und Eigenheiten dieser drei zu erreichen. Am negativsten fällt wohl ins Gewicht, dass die, an sich gelungenen, Ideen auf über 500 Seiten und zig Jahren Handlungsdauer zu wenig sind und sich die Geschichte doch irgendwann sehr unspektakulär vorandümpelt. Der ganze Roman fällt dafür jedoch überraschend kurzweilig aus, und die vor allem am Anfang vielen verschiedenen Handlungs- und Zeitebenen und Figuren werden sehr geschickt zusammengefädelt und gipfeln in einem befriedigendem Finale. Kann man mal lesen.
 

Jay

hat Lust nen Film zu sehen
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JD Salinger - Der Fänger im Roggen (The Catcher in the Rye)
Mittelprächtige Coming-of-Age Geschichte über einen jungen Trotzkopf, der lernen muss, nicht mehr so kritisch und kopflos zu sein. Dafür, dass es einer der großen "american classics" ist nur ganz hinnehmbare Angelegenheit. Liest sich sehr leicht und Hauptcharakter Holden ist sehr gut ins Leben gerufen, aber mit wehenden Flaggen empfehlen könnte ich den Roman jetzt nicht.

James Patterson - Zoo
Hier diese Tiere vs Menschheit Sache, die demnächst als TV Serie verfilmt wird. Platte, aber extrem schnell runtergelesene Strandlektüre. Grenzt an Syfy Niveau, kriegt aber gerade noch die Kurve und wird zu einer Art I am Legend Prequel / World War Z light.

Aldous Huxley - Schöne neue Welt (Brave New World)
Neben Fahrenheit 451 und 1984 sicher eine der bekanntesten Dystopien über eine vermeintlich perfekte Welt, deren Gefangene langsam erwachen. Der Mittelteil fällt etwas schleppend aus, aber im Großen und Ganzen recht zufriedenstellend.

Dann habe ich noch eine Abhandlung über die Illias und die Odyssee gelesen (Analyse und Zusammenfassung), die sehr interessant war. Das hat Spaß gemacht, die Sachen mal wieder aufzufrischen. :squint:
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
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Cormac McCarthy - Draußen im Dunkel

War der zweite Roman des Autors (entstanden 1968, veröffentlicht 1994). Mir hat das Buch sehr gefallen, besonders der typische Schreib- und Erzählstil von McCarthy. Ich fand es zwar nicht ganz so gut wie No Country for old Men und The Road, aber besser als Der Anwalt, Verlorene und Die Border-Trilogie.
Freue mich schon auf die deutsche Übersetzung von "Child of God" - Ein Kind Gottes -, die im November erscheinen soll. Und mir fehlt noch "Die Abendröte im Westen".

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Jeffery Deaver - Opferlämmer

Der neunte Teil aus der Lincoln-Rhyme-Reihe war gewohnt spannend und unterhaltsam geschrieben, wieder mit einigen Überraschungen und einer interessanten Grundthematik: Elektrizität. Wieder bestens recherchiert. Sollte man aber erst nach den Vorgängern lesen, weil hier ein Antagonist aus einem früheren Teil eine Rolle spielt.
Nicht der beste Teil der Reihe, aber auch nicht der schlechteste.
 
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