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21

Montag, 12. November 2018, 19:07

Gestern mit Jay im Kino gesichtet. Mir hat der neue Chazelle gefallen.

BG Kritik: Aufbruch zum Mond (Joel)
"So it's sort of a glass half full, glass stops existing in time and space kind of deal."
- Janet

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Amity Freischwimmer

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22

Montag, 12. November 2018, 21:29

Oh, das erklärt´s natürlich :)
Btw: Der Film hat leider erst 93 Millionen bei einem Budget von knapp 60 Millionen eingenommen. Wird leider kein allzu großer Hit. Eventuell weil für viele die Mondlandung schon zu "langweilig" ist? Wir sind ja in den letzten Jahren doch schon auf einigen Planeten gelandet in diversen SciFi-Filmen... Die größte Leistung der Menschheit zieht da wohl nicht mehr :check:


Schade, aber war zu erwarten... Jemand der sich nicht für die Materie interessiert dürfte sich eher weniger für den Film begeistern lassen. Dafür ist er einfach zu ruhig.
Aber selbst wenn, schade dass der Film nicht mehr einspielt, aber immerhin wurde er produziert und er bleibt der Nachwelt erhalten. Auf ein Sequel konnte man ja eh eher nicht hoffen :ugly:

Schade dass die Amis so ein Theater wegen dem fehlenden Fokus auf der Flaggenszene gemacht haben, das hat dem Einspielergebnis wohl auch nicht grad geholfen.
"People keep asking me what happened to the monster guns, the one-liners, and all the things that made our action movies great... and this answers the question. We're back. Time to make action movies fun again." - Arnold Schwarzenegger

Jay

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23

Dienstag, 13. November 2018, 19:12

Mir hat er ebenfalls gefallen, wenn auch nicht so ausladend wie Herrn Barish. Ich glaube, dass es im Besonderen an der gewählten Perspektive liegt. Das, was Chazelle hier macht, den distanzierten, emotionslosen Hebeldrücker Armstrong mit einem der größten technischen Erfolge der Menschheitsgeschichte zusammenzulegen, passt, gibt eine faszinierende Geschichte ab, mit fraglos gigantischen Bildern, kommt es denn zur späteren Mondlandung. Alles, was die Schwierigkeiten des schier unmöglichen Unternehmens betrifft, ist atemberaubend, beklemmend und authentisch umgesetzt.

Es ist allerdings trotz allem Armstrongs Geschichte, und das ist die eines verkühlten, emotional zurückgezogenenen Mannes, der wahrscheinlich extra so sein musste, um derartige Nerven zu haben und so gut zu funktionieren. Gosling spielt noch robotischer als in Blade Runner 2049 und Drive - was paradox ist, denn trotz der Stumpfheit Armstrongs verleiht er ihm mit Kleinigkeiten stets Echtheit - aber das Resultat ist ein durchaus anstrengender Film. Da sehr still, teils langatmig, meistens verschlossen. Ganz anders als das menschliche Teamerlebnis Apollo 13, anders als Sam Rockwells sympathischer Moon Aufenthalt.

Mir lag das nicht so wie Chazelles Whiplash und Lala Land, die 180° anders ausfielen; so ist Aufbruch zum Mond doch eher dröger Weltraumfilm, wenn auch ein gelungenes Charakterportrait.

7/10
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Shins

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24

Mittwoch, 14. November 2018, 12:06

Danke für eure Eindrücke. Scheint ja auf jeden Fall weit entfernt von stumpfer Helden-Glorifizierung zu sein. Eventuell gehe ich morgen Abend rein, kommt aber drauf an, ob ich dann wach genug für einen etwas anstrengenderen Trip bin ^^
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25

Donnerstag, 15. November 2018, 11:44

Mir hat der Film auch außerordentlich gut gefallen, wobei mich jedoch die Kamera ein wenig störte. Für mich dann zuoft, zu gewollt, wackelnd und unscharf gefilmt.

Umso grandioser war dann jedoch der Start der Apollo 11, wo man dann doch mal "saubere" Einstellungen zu sehen bekam und diese dann mit einem epischen Soundtrack hinterlegte, der mir mehr als eine Träne in die Augen drückte.

Allgemein noch zu sagen dass es ein sehr emotionaler Film war, vor allem die Geschichte mit Armstrongs Tochter. ;(

Von mir gibts 8/10 Mondkrater und den Wunsch dass Chazelle ähnlich wie Denis Villeneuve weiter im realistischen SciFi Bereich bleibt :thumbup:
Ich habe Dinge gesehen, die ihr Menschen niemals glauben würdet. Gigantische Schiffe die brannten draußen vor der Schulter des Orion.
Und ich habe C-Beams gesehen, glitzernd im Dunkeln, nahe dem Tannhäuser Tor.
All diese Momente werden verloren sein, in der Zeit. So wie Tränen.. im Regen.. Zeit zu sterben..

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26

Donnerstag, 15. November 2018, 17:34

Mir lag das nicht so wie Chazelles Whiplash und Lala Land, die 180° anders ausfielen

Naaaa ja. Wenn ich da mal wieder pedantisch zwischengrätschen darf:
Anders vom Feeling her - könnte ich akzeptieren. Sicherlich nicht "180°", aber so vom Tempo, Spannungs- und Unterhaltungspotential kann man das von mir aus so auffassen. Aber inhaltlich und konzeptionell passt das hier so gut zu "Whiplash" und LLL, dass ich fast überrascht bin, dass Chazelle keinen Drehbuch-Credit besitzt. Ich habe das in der Kritik ja schon versucht anzureißen, dass wir hier mit Armstrong die Fortführung und Extremversion von Miles Tellers Figur und Gosling aus LLL haben: ein talentierter, von einem unbändigen Erfolgsstreben motivierter Mann, der für seinen persönlichen Erfolg/Durchbruch sein Privatleben zu opfern bereit ist. Hier kommt eben noch eine wichtige zusätzliche Motivation mit hinein, die Trauerbewältigung und die damit verbundene Flucht vor den eigenen Gefühlen.

Spoiler Spoiler

Ich mein, salopp gesagt: Armstrong ist so #maskulin, so gefangen in dieser Vorstellung, keine Schwäche zeigen zu dürfen, dass er bis zum Mond fliegen muss, um endlich loszulassen und seiner Trauer/dem Verlust entgegen zu treten. :shrug:
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