Hach, das waren wieder 3 magische Wochen Lost. In all den Jahren habe ich unzählige Serien gesehen, wobei es lediglich 3 weitere Serien (für mich....!!!) schaffen in Sachen Komplexität, Handlungssträngen, Wendungen/Überraschungen, Figuren oder Mysterien auf einer Linie mit Lost zu stehen - diese wären: 12 Monkeys, Haven und Agents of Shield.
Ich finde es einfach faszinierend, daß völlig fremde Menschen ein Flugzeug betreten, ungewollt an einem unbekannten Ort landen und dort feststellen, was es alles für Wunder auf dieser Welt gibt - von Zeitreisen über unsterbliche Menschen bis hin zu Apparaturen die einen von der Insel beamen können. Ich LIEBE solche Handlungen und das Insel-Szenario tut sein Übriges dazu!
Sonst bin ich in Serien nicht wirklich an Figurentwicklung interessiert, aber bei Lost war ich davon gefesselt - die Serie hat so viele tolle Charaktere hervorgebracht, bsw. Sawyer: optisch super-heiß und hatte immer einen coolen Spruch auf den Lippen - als Frau fällt er genau in mein Beuteschema! Natürlich auch welche mit denen ICH nicht sooooooooooo grün war!
Sicherlich kann man über den Sinn mancher Handlungen in Lost streiten, dennoch finde ich es beeindruckend wie es die Autoren geschafft haben all die Rückblenden, verschiedenen Zeitebenen und Vorausblenden unter einen Hut zu bringen, daß das am Ende auch alles irgendwie zueinander passt. Was muß das für ein Produktionsaufwand gewesen sein - allein schon von den Drehbüchern schreiben (immerhin musste bei einigen Sachen über Staffeln vorausgedacht werden) und erst vom eigentlichen Dreh an unzähligen Orten.
Ich habe Lost jetzt zum 5. mal gesehen und erst jetzt habe ich so ziemlich alles verstanden - nach dem ersten schauen stand ich teilweise noch ziemlich auf dem Schlauch. Bei all meiner Euphorie gibt es allerdings auch 2 Aspekte die mir Lost ein wenig madig gemacht haben: zum einen wären das in S1 und 2 die Rückblenden (auch spätere die nichts mit der Insel zu tun hatten) die mich absolut NULL interessierten. Es war mir völlig egal, was die einzelnen Figuren vor der Insel getan haben. Zum anderen war das die Nebenhandlung (wohl Seitwärstblenden genannt...???) in S6, wo ich einfach nur dachte "...was soll dieser Käse???". Und alles endete dann im so typischen amerikanischen Kitsch - alle haben sich lieb und gehen ins Licht. ARGHHHHHHHHHHHHHHHHHH!!! Bei beiden Sachen hat meine Vorspultaste Überstunden machen müssen, weil ich das einfach nur grausig fand und mir nie angesehen habe/werde.
Ein weiterer Punkt wo die Serie für mich schwächelt ist die Darstellung von Gut/Böse. Jacob holt 1000te von Menschen auf die Insel um sich ihnen dann selbst zuüberlassen, wohlwissend, daß Unbetroffene dabei auch draufgehen - so wie die Passagiere im Flugzeug von Oceanic 815. Nur weil er der Hüter der Insel ist, ist er auch gleichzeitg der Gute? Blicken wir mal auf den Hüter der Insel vor Jacob zurück - diese tötete die richtige Mutter von Jacob (und seinem Bruder...). Und die falsche Mutter ist auch gut?
Für mich bietet die Serie viel zu wenig Nahrung dafür, um Jacobs Bruder als Bösen abzustempeln - letzlich will dieser nur von der Insel (schon vor seiner Rauchmonster-Zeit und somit mit keinerlei Kräften) und Jacob hat ihn ins Rauchmonster verwandelt. Kann man da den "Mann in Schwarz" (MiS) nicht verstehen, daß er sauer ist??? Zudem sagt die Serie ständig, daß, wenn der MiS die Insel verlässt die Welt untergehen würde - WARUM sollte das passieren??? Weil er als Raumonster über die Erde flitzt???
Für mich wurde das einfach zu stümperhaft erzählt.
Lasst mich erneut zu einem positiven Faktor kommen - den jeweiligen Staffelfinalen. Lost bietet sicher die besten Cliffhanger aller Serien - damals musste man 1 Jahr warten um zu sehen wie es weiter geht, heute springt man ganz leicht zur 1. Folge der nächsten Staffel. Das Leben kann so einfach sein.
Ich bin nach wie vor von Lost begeistert und könnte direkt wieder mit Folge 1 beginnen und mir das ganze tolle Wirrwarr noch einmal anschauen - das schafft bei Weitem nicht jede Serie so einfach bei mir!
Jennifer