Aktuell ist bei mir jede Neugier oder Vorfreude auf neues Star Wars Material ziemlich gedämpft. Es ist leider genau so gekommen, wie viele es befürchtet hatten: Disney hat die Kuh bis zum letzten Tropfen ausgemolken. Das besondere Alt Flair der klassischen Trilogie und der Prequels ist dabei größtenteils nicht im Melkeimer gelandet, sondern einfach auf dem Boden zerlaufen.
Serien wie The Mandalorian machen das Problem besonders deutlich. Die erste Staffel war richtig stark. Tolle Kulisse, knackige Dialoge, beeindruckende Effekte und eine echte Star Wars Stimmung. Man fühlte sich sofort wieder zu Hause im Universum. Ab der zweiten Staffel wurde es für mich jedoch zunehmend schal. Alles wurde stark auf süß und putzig mit Grogu ausgerichtet, und die ständige emotionale Bindung zwischen ihm und Mando im Mittelpunkt hat mich eher gestört als berührt. Das Finale war zwar rührend, vor allem dank des großartigen Überraschungsauftritts von Luke Skywalker, der der Staffel am Ende nochmal richtig Auftrieb gegeben hat.
The Book of Boba Fett war für mich dagegen eine der schwächsten Serien überhaupt. Eine einst mystische und charismatische Figur verliert fast alles, was sie ausgemacht hat, und läuft größtenteils ohne Helm herum. Die Verbindung zu Mando und Grogu war zwar narrativ wichtig für die folgenden Staffeln und den neuen Kinofilm, aber warum man daraus keine einfache vierte Mandalorian Staffel gemacht hat, bleibt ein echtes Rätsel.
Dazwischen quillt das Universum über vor weiteren Serien. Rebels Ahsoka, The Acolyte, und vor all dem schon Clone Wars. Auch wenn ich mich damit unbeliebt mache. Aber schon Clone Wars war mir persönlich zu bunt und überladen. Es fällt mir schwer zu glauben, dass all die großen Ereignisse mit Ahsoka, Maul, Savage Opress, Ventress und den anderen wirklich in nur zwei Jahren zwischen Episode 2 und 3 passiert sein sollen. Die tiefe Beziehung zwischen Obi Wan und Anakin, die in der Serie aufgebaut wird, passt einfach nicht zu dem relativ schnellen Bruch in Episode 3.
Positiv überrascht hat mich hingegen die Obi Wan Serie. Dort war endlich wieder etwas von der alten, melancholischen Star Wars Atmosphäre spürbar. Trotz einiger unnötiger und nerviger Figuren, die offensichtlich aus Quotengründen ins Woke Schema passen mussten, hatte diese Serie für mich den seltenen Charme, der sonst im aktuellen Disney Star Wars Überangebot fehlt.
Trotzdem reicht das alles nicht aus, um meine alte Begeisterung zurückzuholen. Mir fehlen echte Filme mit dieser düsteren, deprimierenden Atmosphäre wie in Das Imperium schlägt zurück. Kaputte, zusammengeflickte Schiffe, die nur mit Notlösungen und viel Glück durch die Lichtmauer kommen. Weniger persönliche Drama und Beziehungsfehden, weniger endlose Dialoge zwischen Figuren, bei denen man als Zuschauer nur denkt „Bitte hört auf…ihr seid einfach nur langweilig.“
Stattdessen wünsche ich mir wieder mehr Fokus auf das große Abenteuer, die kalte Weite des Universums und Helden, die vor allem durch ihre Taten und weniger durch ständige emotionale Gespräche überzeugen. Einfach wieder mehr klassisches Star Wars Feeling ohne das ständige Überangebot.