Zuletzt gelesenes oder gehörtes Buch

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Von Lansdale habe ich schon einige Bücher gelesen (Das Dickicht noch nicht), der schreibt wirklich klasse. Meine bisherigen Favoriten von ihm sind "Die Wälder am Fluss" und "Ein feiner dunkler Riss", wobei sie sich ähneln und man sie nicht direkt hintereinander lesen sollte.



Robert McCammon - Tauchstation (1980)

Es geht um ein altes versunkenes Nazi-U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg, das an die Oberfläche steigt und Unheil über eine karibische Insel bringt.
Das Buch hat mir gefallen, es war recht gut geschrieben und spannend. Auch die Charaktere waren interessant und nachvollziehbar.
Es ist auch gar nicht so trashig wie man es bei dieser Mischung aus
Nazi-Zombies und Voodoo
erwarten könnte.
An "Swans Song" kommt es allerdings nicht heran.
 

TheGreatGonzo

Not interested in Naval Policy
Teammitglied
Jay schrieb:
Neil Gaiman - Das Graveyard Buch
Nachdem ein Mörder seine Familie umbringt, wächst ein Junge auf einem Friedhof auf, von Geistern aufgezogen.

Sehr unterhaltsam burtoneske Märchengeschichte mit einer Menge Witz und einer sehr gemütlichen Schreibe. Gegen Mitte verlierts etwas an Fahrt, und die weiblichen Figuren könnten stärker sein, aber Nobodys Geschichte sollte man sich als Fan der alten Burton Sachen nicht entgehen lassen.
Das ist wirklich ein sehr gutes Buch und neben American Gods mein Favorit von Gaiman. Der deutsche Titel bleibt aber irgendwie merkwürdig, Graveyard ist hier ja nicht wirklich mehr als das, ein Friedhof eben, und der Titel ist ja, wie die Handlung des Buchs, eine Anspileung auf das Dschungelbuch. Wieso man das auf Englisch gelassen hat habe ich schon vor Jahren nicht verstanden. :squint: Und es ist sehr schade, dass aus der Verfilmung von Henry Selick nichts wurde (Und etwas weniger schade, dass aus der Verfilmung von Ron Howard nichts wurde) - Da ich mir erst eine Boxset mit drei Gaiman-Büchern gekauft habe, unter anderem dieses dabei, werde ich es wohl auch demnächst ein zweites Mal lesen.
 

Revolvermann

Active Member
"Die Insel des Dr. Moreau" - H.G. Wells

Zuweilen schön schaurig und spannend. Leider etwas kurz. Die Zeit in der die Hauptfigur bei den Tiermenschen lebt, beschreibt eben dieser selbst als "die längste Zeit auf der Insel". Wird aber im Buch in wenigen Seiten behandelt. Das hätte ruhig näher beleuchtet werden können. So hätte auch Wells seine Sozialstudie vertiefen können.
Trotzdem sehr unterhaltend.
Was ich nach der Lektüre auch dem 1996er Film hoch anrechnen muss ist das er, trotz abweichender Handlung, die Stimmung des Buches sehr gut einfängt.
Diese Mischung aus Neugier und Abscheu. Aus Furcht und Ekel.
 

Revolvermann

Active Member
"Reise um die Erde in 80 Tagen" Jules Verne

Gefiel mir, wie Manny, noch ein wenig besser als "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde".
Ist wieder ziemlich unterhaltsam, auch wenn es ein paar Seiten dauert bis es wirklich funkt.
Dieses Mal übrigens ganz ohne fantastische oder Sci-Fi Elemente. Macht es erdiger aber nicht weniger schrullig.
 

brawl 56

Verflucht guter Hut!
Echopraxia - Peter Watts

Anfangs eine Qual, da Watts sich unfassbar viel durch Synonyme und Metaphern ausdrückt um die einfachsten Dinge und Vorgänge zu beschreiben. Im Verlauf des Buches gibt es der ganzen Geschichte aber einen ziemlich einzigartigen Charakter, der alles weitaus größer wirken lässt.
Die unfreiwillige Reise des einfachen Biologen Daniel Brüks, die sich mit der Suche nach Gott befasst, ist dermaßen wirr und komplex, dabei aber trotzdem geradlinig und auf ein klares Ziel hin ausgerichtet.
Bis es aber soweit ist und es deutlich wird, was zum Teufel in dieser Zukunftsvision vor sich geht, befindet man sich als Leser in absolut gleicher Situation wie Protagonist Brüks. Ahnungslos allen Mächten um ihn herum ausgeliefert, gezwungen einfach mitzumachen und zu hoffen.

Die Geschichte an sich war weniger interessant, als das Worldbuilding, dass hier betrieben wurde. Watts hat eine Zukunftsvision erschaffen, die erschreckend, aber im Nachhinein realistisch ist.
Netzwerke regieren, bestimmen und machen abhängig. Schwarmverstände, Manipulation, Geheimorganisationen deren Mitglieder die eigenen Ziele nicht kennen, weil sie gar nicht wissen, dass sie auf einer Mission sind.
Vampire, militärische Zombies, das alles wird mit genügend Verweisen und Quellenangaben Furcht einflößend untermauert, um zu zeigen wie es sein könnte.

Es hat mir auf jeden Fall sehr sehr gut gefallen, es war eine außergewöhnliche Reise, so wie ich sie noch nie erlebt habe. Ideen, Fantasien, basierend auf heutigen Gedanken. Nur drei Schritte weiter gedacht.
Absolute Empfehlung für Science Fiction Fans! :top:
 

Jay

hat Lust nen Film zu sehen
Teammitglied
Klingt.... strange.

:biggrin:

@Revolver
Junge, Junge, die muss ich auch noch beide lesen. Gerade, dass dir 80 noch mehr gefallen hat als Reise, fixt mich jetzt doch an.

Don Quixote - Miguel Cervantes
Der Klassiker. Ein Verrückter stattet sich als Ritter aus, zieht durch die Pampa und sieht in jeder Situation, die er erlebt, eine Pflichtaufgabe für einen stolzen Ritter. Dabei reitet er sich konsequent in die Scheiße oder blamiert sich bis auf die Knochen.

Die Episoden, die Quixote erlebt, sind vielleicht ein paar zu viele hintereinander, allerdings muss man als Leser natürlich berücksichtigen, dass Cervantes das damals in 2 Teilen veröffentlicht hat, mit 10 Jahren Pause dazwischen. Also ist es dementsprechend verständlich, wieso in der zweiten Hälfte noch einmal vielmals darauf gepocht wird, was Quixotes Ding ist. Quixotes Fettnäpfen sind sehr amüsant und man ist sogar ein klein wenig gespannt, was alles noch passieren wird und wo das hinführt. Übernimmt er sich irgendwann, trifft auf einen echten Ritter und stirbt in einem Kampf, dem er unterlegen ist? Trifft er auf eine Fantasiegestalt wie einen Drachen? Erledigt er am Ende vielleicht doch was glorreich Ritterliches und wird vom Scheinritter zum echten? Sehr unterhaltsam.

Dann habe ich mir noch die Freiheit (oder Frechheit?) rausgenommen, zwei berühmte Epen zu nehmen und statt sie in ihrer gewohnten Gedichtform als Übersetzungen in Prosaform zu lesen. Bei der Versform muss man unweigerlich Interesse für die Sprachwahl aufbringen, und da macht es auch nur Sinn, so etwas zu lesen, wenn man sich eingehend mit einem Analysebuch Abschnitt für Abschnitt damit auseinandersetzt. Mir ging es allerdings nur um die Geschichte, außerdem hab ich nicht die Geduld, mich wochenlang nur mit einem Buch aufzuhalten.

Beowulf - der unbekannte Typ, der das geschrieben hat
König Beowulf zieht los, um ein gefährliches Monster namens Grendel zu erledigen. Im zweiten Teil der Geschichte knöpft er sich Grendels Mutter vor, eine Sumpfhexe, im dritten Jahrzehnte später einen Drachen.

Sehr unterhaltsame Rittersage! Ich muss jedoch Zemeckis zustimmen, dass er die Story sehr viel besser verknüpft hat. In seinem Film hat Grendels Mutter was mit Beowulf, und ihr Kind ist der Drache, der Jahre später seine Burg angreift. In der originalen Geschichte hat der Drache eigentlich nichts mit Grendel und seiner Mum zu tun, das fasst dann leider nicht mehr so geschlossen ineinander.

Das verlorene Paradies - John Milton
Milton erzählt im Detail, wie es dazu kam, dass Adam und Eva aus dem Paradies verbannt werden und wie der Teufel versucht, das Paradies zu übernehmen.

Woow. Eine packende Story, die aus den paar Bibelzeilen eine echt große Geschichte spinnt. Keine Chance, dass man das je brauchbar verfilmen könnte, aber definitiv lesenswert.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Ich wusste gar nicht, dass es davon eine "Prosa-Version" gibt. :blink: In der Gedichtform fand ich es sehr gut, wenn auch anstrengend.


James Carlos Blake - Das Böse im Blut (1997)

Es geht um zwei Brüder, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts in den Südstaaten leben und (jeder auf seine Weise) in die Wirrungen des mexikanischen Krieges geraten. Es geht um Familie, Skalpjäger, Deserteure, Banditos, Prostituierte und Gewalt.
Ein sehr starkes Buch, das mich teilweise an "Die Abendröte im Westen" von Cormac McCarthy erinnerte. Es ist in einem sehr starken Schreibstil verfasst, hat einige interessante Charaktere und ist spannend zu lesen. Die Hauptfiguren sind nicht unbedingt sympathisch, aber glaubhaft dargestellt. Wie bei McCarthy, ist auch dieser Roman sehr kompromisslos in der Gewaltdarstellung und enthält einige heftige Szenen.
Auf Deutsch erschien das Buch erst 2013, zuerst als Hardcover beim Liebeskind Verlag, dann als Taschenbuch bei Heyne Hardcore. Inzwischen ist ein weiteres Buch von diesem Autor auf Deutsch veröffentlicht worden ("Pistolero"), das ich mir auch holen werde.
 

Revolvermann

Active Member
"Der Auftrag" - Joe Nesbo

Ein schön kurzweiliger Thriller im skandinavischen Mafiamilieu.
Der Auftragskiller Olav soll die Frau seines Bosses umbringen. Das Problem ist, dass Olav sich sehr schnell verliebt.
Was erstmal etwas klischeehaft wirkt, ist dann überraschend temporeich, schwarzhumorig und entwickelt gegen Ende sogar sowas wie Poesie.
Mit den knapp 190 Seiten die perfekte Lektüre für einen kalten Wintertag.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Philip K. Dick - Und die Erde steht still (1957)

Nach einem Betriebsunfall erlebt eine Gruppe von Menschen merkwürdige Dinge.

Das Buch fand ich ordentlich. Wie so oft bei Dick, gab es einige gute Einfälle, aber auch ein paar Schwächen. Die zweite Hälfte (nachdem klar wird, was da eigentlich abläuft) gefiel mir etwas weniger als die erste, hatte aber auch ihre Momente. Die unterhaltsame Geschichte wurde an keiner Stelle langweilig.

Insgesamt kein herausragender, aber ein überdurchschnittlicher Sci-Fi-Roman.

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Philip K. Dick - Kosmische Puppen (1957)

Der Protagonist kehrt nach vielen Jahren zurück in seine Heimatstadt und stellt fest, dass sie wie ausgewechselt ist. Und manche Einwohner haben seltsame Fähigkeiten...
Auch hier gibt es gute Ideen, aber die Umsetzung gefiel mir nicht so recht. Die Entwicklung in der zweiten Hälfte fand ich schwach, die Ehefrau des Protagonisten hätte ruhig eine größere Rolle spielen können (anstatt nur ganz am Rande erwähnt zu werden - da hätte der Autor die Figur auch gleich weglassen können) und die Dialoge wirken unnatürlich.
Ist aber wieder kurzweilig und flüssig geschrieben.
 

Jay

hat Lust nen Film zu sehen
Teammitglied
Rudyard Kipling - Das Dschungelbuch / Das neue Dschungelbuch

Es kennt ja sicher jeder den 67er Disney Film. Interessant ist, dass der keine direkte Adaptation einer Geschichte war. Tatsächlich sind die beiden Dschungelbücher nämlich Kurzgeschichtensammlungen, und nur ca. die Hälfte davon dreht sich um Mowgli, und dessen Geschichten sind nicht in chronologischer Reihenfolge. Vieles ist ganz anders, z.B. taucht Orang-Utan King Louie gar nicht erst auf. Auch ist der Ton nicht so fröhlich und ungezwungen wie in dem Disneyfilm (Probier's mal mit Gemütlichkeit...). Da ist der trockenere Ansatz des Favreau Trailers gar nicht so unpassend.

Lohnt es sich, das mal zu lesen? Die Disney Interpretation gefällt mir persönlich weitaus mehr, doch wenn man Abenteuergeschichten mag, kann man sich das mal ansehen. Die Geschichten waren für Kinder gedacht, vermutlich sogar als Gute-Nacht-Geschichten. Deswegen sind sie alle kurz gehalten und wechseln sich mit Gedichten ab. Ich find es jedoch etwas unpraktisch, dass Mowglis Geschichte gestückelt ist und nicht chronologisch erzählt ist. Besser wäre vielleicht gewesen, eine durchgängige Mowgli Geschichte zu haben, und jedes der Kapitel mit einer Mowgli losen Tiergeschichte zu unterbrechen.

Trotz des Zielpublikums ist es aber nicht nur an Kinder gerichtet. Die Geschichten sind recht trocken gehalten, weder heiter noch besonders aufregend, aber es gibt häufig interessante Moralansätze. Gibt auch eine Folge, in der Tiger Shir Khan sein Ende findet. Die ist für kleine Kinder vermutlich zu finster. Ich sag also, dass Kiplings Dschungelbuch lesbar ist, muss man aber nicht kennen. Jedenfalls nicht mehr als den Disney Film.

Ted Chiang - Story of your Life

Diese Kurzgeschichte ist neulich von Denis Villeneuve verfilmt worden, der Film kommt im nächsten Jahr raus. Es geht um eine Sprachwissenschaftlerin, die von der US Regierung gebeten wird, Kontakt mit außerirdischen Besuchern aufzubauen. Ich schreib ein bisschen mehr dazu im Film Thread, aber mich hat sie nicht wirklich packen können.

Ansonsten lese ich gerade abwechselnd an den original Conan the Barbarian Geschichten von Robert E Howard (suuper) und an Der goldene Kompass. :squint:
 

Manny

Professioneller Zeitungsbügler
Fahrstuhl zu den Sternen - Arthur C. Clarke

Der Ingenieur Vannevar Morgen will einen Fahrstuhl zu den Sternen bauen, mit dem Menschen und Güter Energiesparend ins All befördert werden sollen und trifft dabei auf die eine oder andere Schwierigkeit.

Erdlicht - Arthur C. Clarke

Bertram Sadler wird als Spion in das Observatorium in der Mondkolonie geschickt, um dort rauszufinden, wer der Föderation (Kolonien auf Mars, Venus, etc.) Informationen zuspielt. Währenddessen spitzt sich die Situation zwischen der Föderation einerseits und Erde/ Mond andererseits zu.

Auch die für mich ersten beiden für sich allein stehenden Bücher von Clarke haben mir sehr gut gefallen. Fans von Hard Science Fiction dürften gut unterhalten werden.
 

Revolvermann

Active Member
Bartimäus: Das Amulett von Samarkand von Jonathan Stroud

Ein schöner Jugend-Fantasyroman, mit lebhaften Figuren und originellen Ideen.
Man kann es vom Stil schon ein wenig mit Harry Potter vergleichen. Aber nur in dem Sinne, dass es eine Welt mit Zauberern und Übersinnlichem ist.
Natürlich hat "Bartimäus" seine ganz eigene Mythologie und Geschichte.
Was ihn aber sicherlich von anderen Fantasy-Reihen dieser Art abhebt, ist der spiezielle Humor.
Bartimäus, der Dschinn, ist ziemlich rücksichtslos und dreist. Zudem spricht er in den zahlreichen Fußnoten mit dem Leser selbst. So kann es sein das er z.B. einem Feind Honig ums Maul schmiert und dem Leser in der Fußnote 1 erklärt, was dieser Gegner doch für ein Idiot ist. Als dieser dann nicht darauf reinfällt und der Dschinn fliehen muss,ist das mit Fußnote 2 markiert. Unten steht dann unter 2 lediglich "Mist!". :biggrin: So oder so ähnlich.

Hat mir aber gut gefallen.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Mary Dearborn - Henry Miller. Eine Biografie
Eine sehr beeindruckende Arbeit, und vor allem sehr kritisch und nicht nur lobend. Das Meiste wusste ich zwar schon, aber manche Sachen waren mir neu. Zum Beispiel, dass Maurice Girodias der Sohn vom Chef vom Obelisk-Verlag war und mit 14 (!) Jahren die Coverbilder zu Millers Erstausgaben von "Wendekreis des Krebses" und "Wendekreis des Steinbocks" zeichnete. Später gründete er ja den berüchtigten Olympia-Verlag, der u.a. Nabokovs "Lolita" und Burroughs' "Naked Lunch" als erster veröffentlichte ... und Autoren wie Miller, Nabokov und Burroughs um ihr Geld betrog, um es in sein pariser Luxus-Restaurant zu stecken, mit dem er nur Verluste machte und wegen Schulden in den Knast musste.
Jedenfalls zeigt Mary Dearborn den Charakter Henry Miller in all seiner Widersprüchlichkeit und Begabung.
Jay schrieb:
Ansonsten lese ich gerade abwechselnd an den original Conan the Barbarian Geschichten von Robert E Howard (suuper) und an Der goldene Kompass. :squint:
Hast du dir auch die Neuausgaben (von Conan) von Festa geholt? Die alten von Heyne waren ja meistens keine Originalerzählungen, sondern "posthume Zusammenarbeiten" mit anderen Autoren. Ich habe bisher nur den ersten Band, fand ihn aber richtig gut. Werde mir definitiv auch die anderen 5 Bände holen, nach und nach.
 

Revolvermann

Active Member
Auf Conan hab ich letztens auch schon geschielt. Ist das richtig ernste Fantasy? Oder mehr so Groschenroman-Knallbonon-Geschichten? Versteht ihr was ich meine? :squint:
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Ist schon richtig gute Low-Fantasy, Revolverman. Kein Goethe, aber anspruchsvoller als man es wegen der Filme erwarten würde.
Robert E. Howard war ein Kumpel von Lovecraft und Clark Ashton Smith, die in den 20ern und 30ern mit ihren Weird-Stories die Phantastik revolutioniert haben.
 

Der Pirat

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Ich arbeite mich im MOment durch die Jack Reacher Reihe.
Hab aktuell 5 oder 6 Bände durch, die mir alle gut gefallen haben. Klar, keine anspruchsvolle Lyrik oder fantastisch ausgearbeitete Thriller, aber sehr nette, kurzweilige Unterhaltung.
 

Der Pirat

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Ja. Jedes Buch behandelt einen einzelnen Fall, greift aber immer wieder auf Reachers Militärkarriere zurück. Bisher keine Rückbezüge auf vorherige Bücher. Und natürlich ist Reacher in eigentlich jedem Buch ein bisschen der Übermensch, aber was solls. Ich hab Spass und kann die einfach so nebenbei lesen, ohne groß Sorge zu haben, dass ich was wichtiges nicht mehr im Kopf habe :biggrin:
 

Revolvermann

Active Member
Tyler Durden schrieb:
Ist schon richtig gute Low-Fantasy, Revolverman. Kein Goethe, aber anspruchsvoller als man es wegen der Filme erwarten würde.
Robert E. Howard war ein Kumpel von Lovecraft und Clark Ashton Smith, die in den 20ern und 30ern mit ihren Weird-Stories die Phantastik revolutioniert haben.
Oh, sehr gut. Hab auch nichts gegen Groschenromane aber das hört sich ja schon besser an. Das Cover sah so ein bisschen Comic-artig aus, da konnte ich es nicht so richtig einordnen.
 

Jay

hat Lust nen Film zu sehen
Teammitglied
Ich lese Conan auf Englisch. Würd aber schon sagen, dass es insgesamt eher Groschenromanlektüre ist. Der Schreibstil ist zwar hervorragend und detailverliebt, aber sprachlich sehr einfach gehalten. Am ehesten kann ich es mit Edgar Rice Burroughs John Carter of Mars vergleichen. Einfach und kurzweilig, aber toll geschrieben.

Hinzu kommt, dass es kein großes Epos ist, sondern eine episodische Aufteilung. Wie beim Dschungelbuch ist zudem die Chronologie durcheinander.

In der ersten Geschichte beispielsweise ist Conan bereits älterer König, nachfolgende Geschichten zeigen ihn mal jünger, mal älter. Die sind ja alle einzeln in einer Fantasymagazinreihe namens Weird Tales erschienen. Howard war längst tot, als die das erste Mal gesammelt in Buchform über die Ladentheke gingen. Von daher hatte er auch keinen roten Faden, keine festgelegte Reise von A nach B.

Howard nahm Conan sehr ernst, so beschreibt er hauptsächlich eine raue, harte Welt, in der der recht einsame Conan immer wieder auf Monster, Räuber und Dämonen trifft, gegen die er kämpfen muss. Frauen sind eigentlich immer nackte, naive Dinger, die gerettet werden müssen, doch Conan selbst ist ihnen gegenüber immer respektvoll und hilfsbereit, ohne bloß an das eine zu denken. Conans Attitüde hat viel von der eines Cowboys. Er ist also wortarm, aber nicht dumm, cool, ohne sich aufzuspielen. John Milius Film mit Arnold hat das schon sehr gut fassen können. Ich mag ja den Film mit Jason Momoa, aber der ist eigentlich schon zu poppig actionreich. Howards Geschichten haben einen gedämpfteren, ernsten Ton.
 
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