Dragged Across Concrete ~ Mel Gibson und Vince Vaughn als brutale Cops unter dem Bone Tomahawk-Regis

Argento

Member
Bin auch recht interessiert an dem Film, weil ich Zahlers BONE TOMAHAWK ziemlich schätze.

Wie allerdings eine Verbindung zwischen ihm und Michael Mann hergestellt werden kann, ist mir schleierhaft. Beide sind Autorenfilmer. Einverstanden. Da hört es aber m. E. schon mit den Gemeinsamkeiten auf, da beide zum einen an völlig unterschiedlichen Themen und Charakteren interessiert sind, eine gänzlich unterschiedliche Herangehensweise an Dialoge haben und zum anderen eine völlig andere Bildsprache besitzen.

Eine Verbindung nur dewegen herzustellen, weil Mann bedeutende Werke innerhalb des "Crimefilms" geschaffen hat, wäre mir jedenfalls zu oberflächlich und ist auf Grund der genannten Punkte auch mehr als fragwürdig.

Zahler mit Mann in Verbindung zu bringen löst bei mir jedenfalls Unverständnis aus. Ist in meinen Augen genau so unpassend als würde man sagen, dass selbst Paul Thomas Anderson Tarantinos ONCE UPON A TIME IN AMERICA nicht hätte besser inszenieren können.

Aber wie dem auch sei: Ich freue mich auf den Film!
 

Puni

Active Member
Ja natürlich ist der Vergleich nach drei Filmen überzogen - vor allem für jemanden, der den aktuellen Film, der den Vergleich erst heraufbeschworen hat, noch gar nicht gesehen hat - aber der Film hat in seiner Sogwirkung und Bildästhetik nunmal was von Heat. :biggrin:
 

TheRealNeo

Well-Known Member
Teammitglied
So nun auch gesehen und kann mich hier den positiven Stimmen anschließen.
Das war der erste Film von Craig S. Zahler den ich gesehen habe (BONE TOMAHAWK und BRAWL IN CELL BLOCK 99 sind aber seit heute unterwegs), deswegen mag ich da stilistisch nun keine absoluten Aussagen treffen wollen, aber im Rahmen dieses Films ist das schon sehr stilsicher, selbstbewusst und nach einer klaren Handschrift inszeniert.
Wie er die Szenen ausspielen lässt hat nichts von Slow Cinema zu tun. Es ist eine Wonne welche Zeit er sich nimmt, ohne aber Szenen wirklich künstlich zu dehnen. Wie er überrascht, wenn wir lange Zeit Dinge oder Menschen nur aus anderen Räumen hören, er aber da nicht hinschneidet. Und wie doch irgendwie die Zeit wie im Flug vergeht, ohne das der Inhalt wirklich zu kompliziert angelegt werden muss. Er verlässt sich völlig auf seine Figure, deren Darsteller und auf die erzeugte Atmosphäre durch die Montage und das Licht. Ja auch das Licht sollte man erwähnen. Hier verlässt er sich oftmals auf kleinere natürliche Lichtquellen, die im Raum verteilt sind und nicht immer alles erkennen lassen, aber gerade deswegen so effektiv die Settings unterstützen.
Ja ich bin ein klein wenig begeistert. :smile:
 

Revolvermann

Well-Known Member
Stimmt. Das ganze Setting wirkte schön authentisch, was mit Sicherheit zum Teil die Beleuchtung ausmacht.
Ich fand schauspielerisch vor allem Tory Kittles und Mel Gibson bemerkenswert. Auch toll geschrieben.
Aber können wir kurz einfach feiern wie verdammt furchteinflößend Thomas Kretschmann und Gang sind?
 

TheRealNeo

Well-Known Member
Teammitglied
Ich hatte ihn erst gar nicht erkannt in seiner ersten Szene, auch wenn ich wusste, dass er dabei ist.
Die Blu-ray lohnt sich übrigens auch wegen des Bonusmaterials sehr. Heute ja keine Selbstverständlichkeit mehr.
 
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