The Gray Man ~ Russo-Brüder machen bis dato teuersten Netflix-Film mit Ryan Gosling und Chris Evans

Clive77

Serial Watcher
Teammitglied
Netflix hat schon öfter hohe Summen in die Hand genommen, wenn es um eigene Serien- und Filmproduktionen ging. Für „The Gray Man“ wird jetzt Berichten zufolge ein Budget von 200 Millionen US-Dollar lockergemacht. Joe und Anthony Russo werden Regie führen, während Ryan Gosling und Chris Evans die Hauptrollen besetzen.

Quelle: Gage Skidmore, Ryan Gosling auf der San Diego Comic Con 2017, CC BY-SA 2.0

Quelle: Gage Skidmore, Joe & Anthony Russo auf der San Diego Comic Con 2019, CC BY-SA 2.0

Selbst, wenn es sich bei „The Gray Man“ um einen Kino-Blockbuster handeln würde, wären 200 Millionen US-Dollar für einen solchen Film schon nicht wenig. Mit Blick auf Seiten wie the-numbers.com ließe sich zwar argumentieren, dass derartige Summen heutzutage durchaus üblich sind, sogar wesentlich höher liegen können, aber selbst dort werden „nur“ etwa 70 Kinofilme gelistet, die ein Budget von 200 Millionen US-Dollar oder mehr erhielten. Von den Blockbustern der letzten Jahre liegen beispielsweise „Terminator: Dark Fate“, „Thor: Ragnarok“, „Mission: Impossible – Fallout“ oder „Spider-Man: Far From Home“ unter einem Budget von 200 Millionen.

Und jetzt kommt mit Netflix ein Streamingdienst und möchte sein eigenes Blockbuster Franchise starten. Kann sich sowas überhaupt (außerhalb des Kinos) rentieren?
Um diese Frage zu beantworten, werfen wir mal einen Blick auf die letzten beiden Netflix-Blockbuster. „Tyler Rake: Extraction“ mit Chris Hemsworth in der Hauptrolle erhielt laut Deadline ein Budget von 65 Millionen US-Dollar und wurde laut whats-on-netflix.com 99 Millionen Mal abgerufen – womit der Film, Stand 16. Juli 2020, auf Platz eins der Abrufzahlen (in den Staaten) steht. Kürzlich startete „The Old Guard“ mit Charlize Theron (BG Kritik) auf Netflix, erhielt ein Budget von 70 Millionen US-Dollar und steht schon jetzt mit 72 Millionen Abrufen in den Top Ten des Streamingdienstes (wie Deadline berichtet).

Hinzu kommt noch, dass (auch aufgrund der Pandemie mit geschlossenen Kinos) die Abonnentenzahlen des Dienstes erneut um 10 Millionen (in den Staaten) gestiegen sind. Steigende Kundenzahlen sind natürlich das, worauf Netflix mit seinen exklusiven Angeboten abzielt, denn hier liegt die Haupteinnahmequelle. Fraglos kann die Abonnentenzahl auch wieder sinken, aber hier wird eben durch immer neues Material gegengelenkt. Damals sorgte schon „House of Cards“ durch die Beteiligung von David Fincher und Kevin Spacey bei einem dreistelligen Millionen-Budget für die ersten zwei Staffeln der Serie (die direkt bestellt wurden) für Aufmerksamkeit. Jetzt ist es „The Gray Man“.

Quelle: Gage Skidmore, Ryan Gosling auf der San Diego Comic Con 2017, CC BY-SA 2.0

Quelle: Gage Skidmore, Ryan Gosling auf der San Diego Comic Con 2017, CC BY-SA 2.0

Aber zurück zum Thema: Worum geht es in „The Gray Man“ überhaupt?

Nun, die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Roman von Mark Greany aus dem Jahr 2009 und dreht sich um den Auftragskiller Lloyd Hansen (Chris Evans) und einen ehemaligen CIA-Agenten namens Court Gentry (Ryan Gosling). Gentry wird von Hansen rund um den Globus gejagt, wobei die beiden ehemalige Kollegen sind und laut Anthony Russo „zwei Versionen der CIA“ in diesem Duell aufeinandertreffen. Ferner meint Russo, dass Fans von „Captain America: The Winter Soldier” hier ein Setting erhalten, welches in der „echten Welt“ spielt.
Aus dem Roman von Mark Greany ist derweil eine Buchreihe geworden und für weitere Filme soll Gosling an Bord bleiben. Das Projekt, an dem die Russo-Brüder schon länger werkeln, war vor Jahren schon im Gespräch und sollte von New Regency mit Brad Pitt kommen – woraus aber nichts wurde. Jetzt produzieren die Russos (AGBO) zusammen mit Mike Larocca, Joe Roth und Jeff Kirschenbaum (Roth Kirschenbaum). Das Skript stammt von Joe Russo und wurde von Christopher Markus und Stephen McFeely überarbeitet. Die Dreharbeiten sind für Januar 2021 in Los Angeles anvisiert, wobei internationale Drehorte noch ausgespäht werden.

Absicht ist es, ein James Bond ähnliches Franchise zu schaffen. Joe Russo dazu:
The intention is for it to be competitive with any theatrical, and the ability to do it with Gosling and Evans is a dream for us. The idea is to create a franchise and build out a whole universe, with Ryan at the center of it. We have all committed to the first movie, and that’s got to be great to get us to the second movie. These are master assassins, and Gosling’s character gets burned by the CIA and Evans’ character has to hunt him down. We have a great working relationship with Netflix, and we go back almost 20 years with Scott Stuber. We formed AGBO to be an agnostic storytelling company, where we figure out the best platform. We think Netflix is the perfect place for this film.

Quelle: Deadline.

Und jetzt seid ihr gefragt: Gespannt auf den Film? Meint ihr, dass das Budget wieder reinkommt? Und wie seht ihr überhaupt den derzeitigen Trend, Blockbuster direkt fürs Heimkino zu produzieren?
 
Zuletzt bearbeitet:

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Bin neugierig, vor allem hinsichtlich des Budgets.
 

Envincar

der mecKercheF
guter Beitrag @Clive77 hast dir echt Mühe gemacht.

Sehe Gosling nicht wirklich in so einer Rolle aber das Thema an sich ist definitiv einen Blick wert. Wobei da muss dann aber auch ein Blockbuster raus kommen. Die Netflix Eigenproduktionen haben mich bisher "fast" alle nicht umgehauen und das trotz Creme de la Creme von Hollywoodstars. The Old Guards hätte man als Serie aufziehen sollen, mit viel mehr Flashbacks in die Vergangenheit. Das hätte richtig Potential gehabt. So wurden echt spannende Dinge angerissen aber nie wirklich erzählt. Die beiden Männer die sich bspw. geliebt haben...da hätte ich super gerne gesehen, wie es dazu kam. Hätte dem ganzen viel mehr Emotion und Tiefgang verpasst.
Tyler Rake z.B. fand ich als Netflix-Film perfekt, da hier eine kurze Story verarbeitet wurde, welche mit überragender Action verfeinert wurde. Für einen Kinopreis hätte ich mich womöglich etwas geärgert aber für einen Netflix-Abend super.
 

Puni

Well-Known Member
Finde es nach wie vor erstaunlich, dass man den Russos, die vor Marvel tolle Serien wie Arrested Development oder Community gemacht haben, innerhalb von 5 Jahren so große Projekte anvertrauen kann. Ich finde die beiden sehr sympathisch, bei den letzten beiden Avengers hätte es deutlich schlechter ausgehen können (*hust JJ) und ich bin doch irgendwie gespannt, was hier auf uns zukommt, ob es einschlagen wird und inwieweit das zu einem Netflix-Franchise werden könnte. Was auch irgendwie erstaunlich ist: eigentlich war Netflix ja bisher bei allen größeren Eigenproduktionen, entweder Aufrufzahl- oder Prestigemäßig doch ziemlich erfolgreich, oder?
 

Deathrider

The Dude
Hmmm... ich hab irgendwie mehr erwartet. Ich kann nicht sagen was ich erwartet habe, aber irgendwie haben mich die Actionaufnahmen nicht so weggeschickt wie bei Extraction, der anderen MCU-besetzten Actiongranate bei Netflix. Vielleicht wird hier ja die Story besonders viel toller (auch wenn es jetzt nicht danach aussieht). Aber der Cadt ist schon mal nett. Ansehen werde ich ihn definitiv.
 

Presko

Well-Known Member
Begeistert mich auch nicht. Sieht ein bisschen wie ein Netflix-Best-of von so allen anderen grösseren Kawumm-Franchises aus. Etwas Bourne, etwas FF, etwas Bond, etwas Mission Impossible und dann noch recht viel Winter Soldier-Feeling. Und der typische Netflix-Look lässt's auch nicht aufregender wirken. Was bei mir noch am ehesten Interesse weckt, ist Chris Evans in einer untypischen Rolle, wobei ich befürchte, das könnte auch nach hinten los gehen.
Finden andere eigentlich auch , dass hier Billy-Bob Thornton Donald Sutherland teils zum Verwechseln ähnlich ausschaut?
 
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