Zuletzt gelesenes oder gehörtes Buch

Revolvermann

Well-Known Member
Um jetzt mal einfach jeweils ein Buch zu nennen, würde ich von Lansdale "Das Dickicht" empfehlen und für Bryson "Picknick mit Bären". Einfach weil es für mich jeweils der Einstieg war und ich beide so lieben gelernt habe.
Zudem sind es keine riesen Wälzer und sie geben einen guten Einblick bezüglich Stil und Aufbau.
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Cool, danke dir. Setze ich auf meine Liste.

edit: Moment mal, Picknick mit Bären? Ich hab den Film mit Robert Redford und Nick Nolte gesehen. War gut :squint:

Ich habs heute endlich mal geschafft, für 2017 ein erstes Buch zu lesen. Und zwar eins von meiner elendig langen Klassiker-to-do Liste. :squint:

Lyman Frank Baum - Der Zauberer von Oz

Natürlich die berühmte Geschichte der kleinen Farmerstochter Dorothy, die mit ihrem Hund Toto nach einem Wirbelsturm in der Fantasywelt von Oz landet, dort Vogelscheuche, Blechmann und den feigen Löwen kennenlernt und dann allerlei erlebt.

Angenehm kurze und kurzweilige kleine Fantasygeschichte, die selbst für Kenner des klassischen Films noch neue lesenswerte Aspekte bietet. Die Naivität Dorothys ist ebenso niedlich wie die kleinen Lehren über Mut und die Kraft von Placebos.

Kurios zu lesen, dass Baum insgesamt 13 Sequels nachschob. Die werd ich mir erstmal nicht geben, aber neugierig wäre ich schon, ob Dorothy in allen Teilen vorkommt und was sie da noch neues erleben.

Nachtrag, der Vollständigkeit halber: Zuletzt las ich Ende 2016 in S. Altens 2012 - Schatten der Verdammnis. Erster Teil einer Trilogie über einen vermeintlich verrückten Wissenschaftler, der eine drohende Alieninvasion in Maya-Aufzeichnungen erkennt und diese dann mit einer jungen Psychologin zu verhindern versucht. Irgendwie wollte der Funke nicht überspringen, also das nicht beendet.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Wird wirklich langsam Zeit, dass du was von Lansdale liest, Jay.


Joe R. Lansdale - Dunkle Gewässer (2012)

Von der Thematik und der Stimmung her geht das Buch in Richtung "Die Wälder am Fluss", "Ein feiner dunkler Riss" und "Das Dickicht", kommt an diese drei herausragenden Werke aber leider nicht heran. Kann man aber dennoch ruhig ein Mal lesen, denn schlecht ist es nicht.

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Gilbert Sorrentino - Mulligan Stew (1979)

Das Buch ist so experimentell und skurril, dass es ganz bestimmt nicht jedem gefallen wird. Als Vorgeschmack wurden am Anfang des Buches die Ablehnungsschreiben abgedruckt (geschrieben 1971-1975, fand es erst 1979 einen Verleger), damit die Leser wissen, worauf sie sich da einlassen.
Zu einem großen Teil ist es eine Parodie auf die Pulp-Romane, wobei der Humor hier ziemlich subtil ist und nicht von jedem als Humor erkannt wird. Quasi wie "Die nackte Kanone", nur ohne Klamauk und bei weitem nicht so albern. Ein Roman über einen selbstbewundernden Autor, der einen prätentiösen Kriminalroman voller absurder Metaphern und gekünstelten Dialoge schreibt, dessen Hauptfiguren ein Eigenleben entwickeln und zwischendurch darüber sinnieren, wie lächerlich das Ganze doch ist. Es werden aber auch Briefwechsel, Tagebucheinträge und abstruse Listen und Fragenkataloge reingeschoben, sowie Gedichte und Kurzgeschichten anderer fiktiver Autoren. Mittendrin ist auch eine fünfzehn Seiten lange mathematische Abhandlung. Gelungen fand ich die Entwicklung der Hauptfigur, den zunehmenden Realitätverlust und das Abdriften in paranoide Wahnvorstellungen.
Das Buch kann man wirklich nicht nebenbei, zwischendurch lesen. Es erfordert die volle Aufmerksamkeit, um dem ganzen Durcheinander auch nur halbwegs folgen zu können. Ich musste oft lachen, aber manche Passagen fand ich eher langweilig und unnötig. Es hätte ruhig etwas kürzer als die 600 Seiten sein können.
Es ist also ein sehr spezielles Buch, auf das man sich als Leser einlassen muss, um es genießen zu können. Unter dem Strich fand ich es aber unterhaltsam, wenn auch anstrengend.

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J.G. Ballard - Running Wild. Das Pangbourne-Massaker (1988)

Diese kurze Novelle wird aus der Sicht eines psychiatrischen Beraters erzählt, der einen rätselhaften Massenmord in einem Vorort von London analysieren soll. Das Buch ist als eine limitierte Ausgabe in der Edition Phantasia erschienen, mit Illustrationen von Reinhard Kleist.
Die Novelle hat mir sehr gefallen. Der nüchterne Schreibstil von Ballard passt sehr gut und die Geschichte ist spannend und interessant, mit einem sozialkritischen Unterton. Auch die Illustrationen sind gelungen.

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Greg F. Gifune - Teufelsatem (2015)

Fantastisch. Das Buch fängt eher ruhig an, aber dann nimmt die Geschichte ihren Lauf und es wird immer spannender und unheimlicher. Wie man es von Greg Gifune kennt, ist die Atmosphäre sehr dicht und paranoisch. Die Story ist fesselnd und mit vielen interessanten Themen verfeinert (ich will nicht zu viel verraten).
Der Schreibstil ist erstklassig, wie immer. Es liest sich wie eine dunkle Poesie, die zugleich schön und deprimierend ist.
Bitte auch die nächsten Gifune-Bücher von Stefanie Maucher übersetzen lassen.
Dieses Top-Buch kann ich jedem ans Herzen legen, genauso wie die anderen Bücher dieses Autors.

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Ted Chiang - Das wahre Wesen der Dinge (2014)

Sehr originelle und anspruchsvolle Science-Fiction-Geschichten, die oft in Richtung Cyberpunk gehen, aber einzigartig sind. Genauso toll wie "Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes".
 

Member_2.0

New Member
Die drei Sonnen von Cixin Liu

China, Ende der 1960er-Jahre: Während im ganzen Land die Kulturrevolution tobt, beginnt eine kleine Gruppe von Astrophysikern, Politkommissaren und Ingenieuren ein streng geheimes Forschungsprojekt. Ihre Aufgabe: Signale ins All zu senden und noch vor allen anderen Nationen Kontakt mit Außerirdischen aufzunehmen. Fünfzig Jahre später wird diese Vision Wirklichkeit – auf eine so erschreckende, umwälzende und globale Weise, dass dieser Kontakt das Schicksal der Menschheit für immer verändern wird.

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Bin hin und her gerissen. Von der Story her eigentlich genau mein Ding. Aber teilweise habe ich vor lauter Kopfzerbrechen über die ganzen physikalischen Gesetze
(3 Körper Problem war dabei noch das für mich am einfachsten Verständliche :ugly: ) die Story vergessen.
Das war mir ein Tickchen zu viel.
Der Schreibstil war teilweise sehr einfach gehalten (mal ab von der Physik :biggrin: ) was aber der Übersetzung aus dem Chinesischen geschuldet sein kann.

Der zweite Teil kommt ja nächstes Jahr. Mal sehen ob ich den dann auch lese. Interessieren würde es mich schon, aber vieles war einfach nicht zu verstehen :sad:
 

Clive77

Serial Watcher
Teammitglied
Bin gestern seit langem mal wieder mit einem Buch fertig geworden. Nennt sich
MEG in der englischen "revised and expanded Edition" und wurde von einem gewissen Steve Alten verfasst. Danke an meinen Wichtel, der mir dieses Buch geschenkt hat. :thumbup:
Dabei handelt es sich um eine neue Auflage, die auch "MEG: Origins" beinhaltet - ein kurzes Prequel zur eigentlichen Geschichte.
Und nein, es geht da nicht um Meg aus Family Guy. :ugly: Sondern um den Megalodon, der da bald ins Kino kommt. :bibber:

Kritik: Das Prequel fand ich relativ unnötig. Wäre besser gewesen, man hätte die Vorgeschichte der Hauptfigur an den gegebenen Stellen (quasi als Erinnerungsausflüge) in die Hauptgeschichte eingebaut. Hätte sicher der Spannung gut getan, weil man so (also, mit Vorgeschichte) ohnehin schon weiß, was Sache ist - und der Titel selbst ohnehin schon spoilert, um was es wirklich geht. Ansonsten war ich aber sehr positiv überrascht vom Buch. Die Spannung steigt merklich an und vor allem gegen Ende wird es recht chaotisch. Besonders gefallen haben mir da dabei die Perspektiven aus Sicht des Megalodons, denn die kommen sehr gewaltig rüber und lassen einen in die Instinkte des Ungetiers wunderbar eintauchen. Auf der anderen Seite fand ich die Beschreibungen durch die Hauptfigur Jonas Taylor etwas repetitiv, wenn auch notwendig. Das ganze Geschehen wird jedenfalls sehr glaubwürdig präsentiert, was definitiv ein großer Pluspunkt ist (und mich auch in Erwägnung ziehen lässt, den Fortsetzungen eine Chance zu geben).
Zu den Figuren: Jonas Taylor ist der Held der Geschichte und eine sehr sympathische Figur. Man kann hervorragend mit ihm mitfiebern und sich in seine Lage versetzen. Guter Mann. Mit Terry hadert man anfangs ein bisschen, aber auch ihre Rolle ist durch und durch sympathisch. Der dritte im Bunde ist Mac, wobei ich da immer so'ne Art Kurt Russell aus "The Thing" vor meinen Augen hatte. Hoffentlich wird die Rolle im Film äquivalent besetzt. Der Rest der Figuren ist im Großen und Ganzen eigentlich Banane, denn Sympathiepunkte gibt es da nicht mehr viele. Vielleicht ein bisschen für D.J. und Masao, aber die restlichen Figuren sind entweder nicht weiter wichtig oder haben sich ihr Schicksal verdient. Wobei ich da jetzt keine Namen spoilern will und nebenbei bemerkt auch keine der vorher genannten Figuren wirklich "sicher" für den Film ist. :squint:

Für die Verfilmung wünsche ich mir:
- Die Surf-Szenen! Meine Fresse, wie gut waren die denn? :w00t: Ich mein, okay, das Titelbild vom Buch gibt da schon einiges her. Aber die Sache mit den Surfern zu lesen, war einfach awesome. Bitte genau so umsetzen. :thumbup:
- Bitte auch im Film auf "full Sharknado" setzen. Zur Erklärung:
Jonas Taylor endet im Megalodon, kann sich aber wieder befreien. Ganz ohne Kettensäge. :ugly:
Das wird zwar ein gewisses Trash-Level haben, aber mit Sicherheit fantastisch in Szene gesetzt werden. :w00t:
- Mindestens so viele Leute draufgehen lassen, wie im Buch. Besser noch mehr. Auch wenn es zeitweise schmerzt, sollte man sich im Film deutlich bewusst werden, mit was man es zu tun hat. So'n weißer Hai hat da nix zu melden. :squint:
 

Revolvermann

Well-Known Member
Jay gefielen die Meg Bücher auch ganz gut. Vielleicht werfe ich mal einen Blick rein. Würdest du den Roman eher als Horror- oder Abenteuerroman betiteln?

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"David Copperfield" - Charles Dickens

Ich mag Dickens. Gerade seine blumige Sprache und die verletzlichen Figuren, erhöhen bei mir massiv den Lesespaß. David Copperfield ist da keine Ausnahme. Wenn auch mit merklichen Abstrichen. Zunächst gibt es kaum einen Grundplot sondern viele Abschnitte mit vielen kleinen Höhepunkten aber auch mäßigen Passagen. Dadurch wirkt es wie ein paar Staffeln "Downton Abbey".
Was auch gar nicht mal so weit hergeholt ist, denn Dickens veröffentlichte diese Geschichte ursprünglich als Fortsetzungsroman in mehreren Teilen.
Zudem ist das Buch lang. Sehr lang. Nicht nur weil es über 1000 Seiten hat, sondern weil es ganze Kapitel gibt, die von einer nicht unangenehmen aber doch recht zähen Ereignislosigkeit durchzogen sind. Ein paar Seiten weniger ausschweifende Gespräche über Ehre und Standhaftigkeit,sowie höchst unziemliche Enthüllungen, hätte ich jetzt nicht weiter schlimm gefunden. In Maßen ist es sogar toll. In Massen weniger.
Dennoch war die Lebensgeschichte des David Copperfield (welche mit Absicht an nicht wenigen Stellen an die von Dickens selbst erinnert) vollauf lesenswert.
Einige Sätze für die Ewigkeit.


"635 Tage im Eis: Die Shackleton-Expedition"
- Alfred Lansing

Lansing schafft es mithilfe von Erzählungen, Zeugenaussagen und Tagebucheinträgen die bekannte Antarktis-Expedition im Jahre 1915 zu rekonstruieren und das auf extrem packende Weise.
Ich habe hier gut das letzte Drittel in einem Zug, spät Nachts durchgelesen und musste dann erstmal eine Weile die Wand anstarren. Eine wahrhaft unglaubliche Tour de Force für alle Beteiligten. Also wenn demnächst bei einem Hollywoodfilm mal wieder jemand meckert, dass so viele nachteilige Gegebenheiten wohl kaum alle auf einmal eintreten können, empfehle ich dieses Buch. Gerade gegen Ende möchte man sich die Haare raufen, wie unnachgiebig sich der Zufall und die Natur gegen die Männer verschworen haben.
Lesestoff für stürmische Nächte und sämtlich andere Tageszeiten und Wetterbedingungen.
 

Woodstock

Z-King Zombies
Starship Troopers von Robert A. Heinlein

Aller Anfang zuerst, es hat so gut wie nichts mit dem Film zu tun aber das wusste ich bereits bevor ich das Buch angefangen hatte. Ich wusste auch, dass das Buch umstritten ist und kann verstehen warum, denn ich würde, gemessen an Starship Troopers, mancher Interviews und den Inhalten seiner anderen Werken, Heinlein als Faschisten einordnen.

Es ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits verteufelt Heinlein den Krieg und das was Menschen einander antun können aber gleichzeitig glorifiziert er den Militärdienst und die strenge Hand der Erziehung, welche auch Züchtigung beinhaltet. Das Buch unterbricht seine Handlung für ganze Seiten für Lektionen über die Notwendikeit von Disziplin, Strenge und, seiner Meinung nach, falschen Werten des Liberalismus. Diese Lektionen werden entweder durch Geschichten über den Moralunterricht in "Geschichte und Ethik"(oder so ähnlich) vermittelt oder durch Unterhaltungen mit seinen befehlshabenden Offizieren. Langsam aber sicher driftet der Protagonist dabei in diese Denkweise über und verinnerlicht sie. Hier könnte man noch meinen, dass man Zeuge der Gehirnwäsche wird, welche die Figur durchlebt und man die Beschreibung dieses militarisierten Systems als subtile Kritik verstehen soll aber das ist schlichtweg nicht der Fall.

Man hat zwei Seiten dieser Indoktrinierung. Der Vater des Protagonisten ist gegen das Militär und anstatt, dass er es schafft seinen Jungen aus den Fängen dieser menschenverachtenden Gemetzelfabrik zu befreien, schließt er sich als freiwilliger an und wirft seine anfänglichen Überzeugungen als Schwachsinn über den Haufen. Zwar wird es damit begründet, dass Vater und Sohn die Mutter und Ehefrau durch einen Angriff verlieren aber dieser anfänglicher Auslöser des Vaters, bleibt nicht die Motivation der Figur. Sie leutert ihn eher und zeigt ihm, dass nur bedingungsloser Gehorsam und Gewalt die einzige Möglichkeit ist zu überleben und gut zu leben. Als hätte Jesus den Menschen nicht die frohe Botschaft in Form von Liebe und Verständnis gebracht sondern, mit dem Bajonet und Handgranaten.

Die Grundmotivation des Protagonisten in das Militär einzutreten ist auch ein Thema für sich. Er macht es wegen seinem besten Freund, der ebenfalls ins Militär eingetreten ist und sie immer alles gemeinsam machen (der Freund fällt übrigens). Außerdem spielt ein Mädchen eine Rolle. Man könnte auch meinen, dass er es macht, da er gegen seinen Vater rebellieren möchte aber eigentlich mag der Junge seinen Vater und weiß, dass er nur sein Bestes möchte. Der Protagonist selbst hat also keine Sekunde lang selbst über seine Zukunft nachgedacht und wurde mit dieser Einstellung Berufsoffizier. Diese Idee kam übrigens auch nicht aus Eigenantrieb, sondern weil es ihm angeraten wurde. Es ist tatsächlich so! Nicht ein Gedanken in diesem Buch stammt von ihm selbst. Der Protagonist wird also kategorisch dafür belohnt das Denken anderen zu überlassen, zu gehorchen und einfach da zu sein. Dabei wird ihm erklärt, dass jeder genau soviel weiß wie er zu wissen hat und genau nur das tun soll, was er zu tun hat. Denken muss er nicht, dass machen andere für ihn.

Heinlein verschreibt sich jedoch nicht gänzlich faschistischen Werten aber er bezeichnet einen Großteil des liberalen Gedankenguts als Schwäche und rechtfertigt die Beschneidung der Rechte eines Großteils der Gesellschaft. Ein Bürger zu sein, muss man sich verdienen. Damit wären wir im römischen Reich. Um Bürger zu werden und alle Rechte (wie das Wahlrecht oder allgemein das Recht der politischen Mitbestimmung) zu erhalten, muss man sich zuerst in den Staatsdienst begeben und das geht am einfachsten durch den Militärdienst. Das auf diese Art, die gesamte Regierung irgendwann durch Veteranen geleitet wird, ist selbsterklärend.
Dementsprechend funktioniert auch die Politik der Erdföderation, denn für einen Hammer sieht alles wie ein Nagel aus.
Eine Militärregierung bezeichnet aber meist alles außerhalb seiner Grenzen als nicht menschliche Personen. Das wird dem Soldaten antrainiert. Der Feind wird entmenschlicht, wodurch es leichter wird ihn zu töten. Im Buch selbst dienen dazu die Skinnies und die Bugs. Beides außerirdische Völker. Keineswegs dumm oder primitiv, nur anders aber sie sind keine Menschen und damit entbehrlich. Beide Völker weisen teilweise auch menschliche Züge auf aber diese werden als nicht relevant eingestuft. Heilein gibt im Buch auch zu, dass die Menschen die Kriege durch ihre Expansion begonnen haben, was aber für alle selbstverständlich zu sein scheint. Das Recht des Menschen steht über dem Recht aller anderen, schließtlich sind die anderen keine Menschen. Damit wären wir wieder bei der Expansion der Römer bzw. eines Imperiums, welche alles außerhalb seiner Grenzen als Barbaren bezeichnet. Heutzutage würde man Terroristen sagen -Groschen gefallen?

Heinlein macht dabei aber eine Menge Denkfehler aber auf einen möchte ich eingehen, da er nicht gänzlich offensichtlich ist. Er behauptet, dass die Massendemokratie die Staaten zu Fall gebracht hat, da den damaligen Menschen das Wahlrecht und der Staat nichts bedeutet hat und es eigentlich egal ist, ob jemand politisch gebildet war. Es zählte nur, dass die Person gedient hat, dass sie bewiesen hat, dass sie das Wahl der Gemeinschaft über ihr eigenes stellt und dementsprechend das Wahlrecht ernst nimmt. Dabei ist es egal was sie wählt, solange sie ihre Stimme aus Überzeugung abgibt. Heinleins Denkfehler ist aber, abgesehen von den moralischen Problemem, dass das größte Problem der Demokratie mangelnde politische Bildung ist. Solange ein Wähler auf jeden Mist reinfällt, da er es nicht besser weiß, kann er sich keine eigene Meinung bilden und fällt auf Demagogen und leere Verprechungen rein. Dabei hat es sich gezeigt, dass auch Veteranen diese Fehler begehen können und auch Menschen, welchen wirklich etwas an ihrem Staat und ihrer Gesellschaft liegt.

Heinlein begründet die Notwendigkeit von Gewalt mit dem menschlichen Naturzustand, welcher stark an Thomas Hobbes "Der Mensch ist dem Mensch ein Wolf, kein Mensch" erinnert. Laut Hobbes gehen sich die Menschen, wenn sie niemand davon abhält, gegenseitig an die Gurgel und achten nur auf sich selbst. Einzig allein der Staat, der das Gewaltmonopol hat, hält die Menschen davon ab. So auch in Starship Troopers, in welcher das Gesetz stark durchgreift und die gesamte Menschheit, von einer starken Hand geführt wird. Das steht gänzlich im Gegensatz zu John Lockes Naturzustand, in welchem der Mensch von Natur aus gut ist und seinem Mitmenschen helfen mag. Laut Heinlein ist diese Denkweise falsch und in Starship Troopers endete sie in einem Weltkrieg und beinahe dem Zerfall der Zivillisation, nur die Machtübernahme gewillter Veteanen, konnte das verhindern.

Was Heinlein zu Trump sagen würde, würde ich gerne wissen. Er wäre wohl einerseits enttäuscht und glücklich.

Wie dem auch sei, Starship Troopers war eine interessante Reise in eine militaristische Welt und Denkweise aber beinhaltet in keinster Weise eine wünschenswerte Welt. Bedauerlicherweise fehlt auch jegliche Ironie oder subtile Sozialkritik des Films. Man merkt, dass Heinlein, die faschistische Denkweise nicht kritisiert, sondern eindeutig fördern will. Trotzdem kann ich dem Buch seinen Rang als Science-Fiction Klassiker nicht nehmen. Es ist unverkennbar, welche Rolle Starship Troopers als Vorreiter in der Science-Fiction Literatur gespielt hat. Droppots, Exoskelette und so weiter, finden teilweise ihre Ursprünge in diesem Werk. Das will in ich Heinlein nicht nehmen, er war ein großer Science-Fiction Autor aber seine politische Einstellung muss ich glücklicherweise nicht teilen.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Zu MEG: Ich fand das Buch auch sehr unterhaltsam, würde es als Fantasy-Abenteuer bezeichnen. Unheimlich oder erschreckend ist es nicht.

Zu David Copperfield: Ich fand das Buch zu weinerlich und zu kitschig, zudem bestand die Handlung aus tausend Zufällen. Also typisch viktorianisch :thumbdown:

Zu Starship Troopers: Das Buch habe ich genauso empfunden, nur ohne die Bewunderung für die Science-Fiction-Elemente. Das politische Grauen hat mich zu sehr abgelenkt und aufgeregt.

"Die drei Sonnen" steht noch auf meinem Wunschzettel.
 

Clive77

Serial Watcher
Teammitglied
Revolvermann schrieb:
Jay gefielen die Meg Bücher auch ganz gut. Vielleicht werfe ich mal einen Blick rein. Würdest du den Roman eher als Horror- oder Abenteuerroman betiteln?
Eher Abenteuer. Es gibt zwar ein paar Szenen, die schon ein wenig in Richtung Horror gehen, aber so wirklich ausgewälzt werden die nicht. Für gewöhnlich dauert der Todeskampf auch nicht sehr lange, was bei der Größe des Tiers nicht verwunderlich ist.
 

Manny

Professioneller Zeitungsbügler
@Tyler & Woodstock
Ich hab zwar erst ein Drittel geschafft, aber ich glaube, dass euch Fremder in einer Fremden Welt von Heinlein besser gefallen könnte.
 

Argento

New Member
Eine angenehme und vor allen Dingen angenehm ausführliche Buchbesprechung hast du da verfasst, Woodstock!

Auch ich bin der Auffassung, dass es sich bei diesem Buch um eines handelt, welches kontaminiert ist, von faschistischem Gedankengut. Obendrein - soviel will ich auch noch anmerken - ist Heinleins Schreibe in stilistischer Hinsicht wenig beglückend. Wirklich wunderbar hingegen war der Film, den Paul Verhoeven schuf. Bitter allerdings, dass die hiesigen Zensurbehören sein Werk fehldeuteten, indem sie ihm faschistische Tendenzen unterstellten, obschon Verhoeven offensichtlich, so zumindest meine Deutung, Heinleins Vorlage ad absurdum führt, indem er eine faschistische Denke karikiert und Militarismus satirisch verarbeitet.

Eine Sache möchte ich noch anmerken, da du das Folgende geschrieben hast:
Woodstock schrieb:
Heinlein begründet die Notwendigkeit von Gewalt mit dem menschlichen Naturzustand, welcher stark an Thomas Hobbes "Der Mensch ist dem Mensch ein Wolf, kein Mensch" erinnert. Laut Hobbes gehen sich die Menschen, wenn sie niemand davon abhält, gegenseitig an die Gurgel und achten nur auf sich selbst. Einzig allein der Staat, der das Gewaltmonopol hat, hält die Menschen davon ab. (...) Das steht gänzlich im Gegensatz zu John Lockes Naturzustand, in welchem
der Mensch von Natur aus gut ist und seinem Mitmenschen helfen mag.
Leider ist es so, dass sich bei manchen Zitaten eine Rumpffassung durchgesetzt hat, die über Zeiten hinweg immer neu rezitiert wird, obschon das ganze Zitat realiter eine andere Gewichtung hat. Das Hobbes'sche Zitat heißt nämlich vollständig:

"Nun sind sicher beide Sätze wahr: Der Mensch ist ein Gott für den Menschen, und: Der Mensch ist ein Wolf für den Menschen; jener, wenn man die Bürger untereinander, dieser, wenn man die Staaten untereinander vergleicht."


Auch wird bei Hobbes gerne von einer pessimistischen Anthropologie gesprochen, etwas, von dem ich gar nicht weiß, was es eigentlich sein soll. Im Hobbes'schen Naturzustand ist es nun nicht so, dass pausenlos Krieg geführt wird. Im Naturzustand attestiert Hobbes den Menschen die natürliche Gleichheit, welche wiederum gleichsam ausschließt, dass es so etwas wie eine natürliche Herrschaft unter ihnen geben kann. Und da das - nach Hobbes - so ist, ist ein Zustand, welcher ohne Herrschaft daherkommt, einer, der geprägt ist von der Unsicherheit eines jeden Einzelnen. Dies ist für Hobbes ein Kriegszustand.
Er möchte m. E. auf ein Strukturproblem hinweisen. Der Naturzustand entwickelt Probleme und normative Grundlagen, die aufzeigen sollen, was der Zweck des Staates und warum er unverzichtbar ist. Hobbes geht es in seiner Konzeption nicht um die Frage, ob alle aggressiv sind, sondern ob man ausschließen kann, dass einige aggressiv sind. Die Frage, die sich dann anschließt, ist, wie man dann - im Rahmen des Naturzustandes - damit umgeht.

Überdies scheint mir die Heranziehung von Thomas Hobbes, wenn es um das Buch STARSHIP TROOPERS geht schwierig, da es ja, interessanterweise, gerade Hobbes war, der die folgende Auffassung vertrat:

Der Mensch ist nicht in dem Sinne egoistisch, dass alle Handlungen nur auf den eigenen Vorteil gerichtet sein müssen. Wohl aber ist er darauf angelegt, dass er nichts tut, was für ihn selbst ein fundamentales Übel wäre. Der Mensch kann nach Hobbes nichts erstreben, was ein fundamentales Übel für ihn wäre und dieses fundamentale Übel ist nach Hobbes die Vernichtung des eigenen Lebens. Nach Hobbes - und das ist wichtig zu sehen - kann deswegen auch niemand dazu gezwungen werden, einen Befehl zu befolgen, der die eigene Selbsterhaltung bedroht. Damit ist Hobbes einer der wenigen frühneuzeitlichen Theoretiker, der eine Pflicht zum Wehrdienst ablehnt!

Übrigens kann man mit einem Teil der Locke'schen Konzeption sicher ganz gut arbeiten, wenn es um STARSHIP TROOPERS geht. Gerade mit Blick auf diesen Passus von dir:
"Das Recht des Menschen steht über dem Recht aller anderen, schließtlich sind die anderen keine Menschen."

Locke ist ja der Auffassung, dass Krieg nicht von Natur ist, sondern immer erklärt wird. Nämlich durch die Übertretung des sog. natürlichen Gesetzes. Wenn A also bspw. den anderen mit dem Tode droht, versetzt er sich diesen gegenüber sogleich selbst einen Kriegszustand. Und gemäß der Locke'schen Konzeption heißt dies, dass er sich, sobald er dies tut, außerhalb der vernunftrechtlichen Ordnung positioniert und sich selbst auf die Stufe eines Tieres begibt. Deswegen, so Locke, darf er auch wie ein Tier getötet werden.

Wie kommst du übrigens darauf, dass der Mensch bei Locke "von Natur aus gut ist"?

Locke sagt, dass der Mensch qua Menschsein unter dem Gesetz Gottes, d. i. das natürlichen Gesetz, steht. D. h., dass Gott seinen Geschöpfen einen Auftrag zur Gattungserhaltung erteilt hat. So Locke. Der vorstaatliche Zustand ist dementsprechend bei Locke ja einer - und das ist ein fundamentaler Unterschied zu Hobbes - der gesetzlich geregelt ist. Der Naturzustand muss nach Locke allerdings u. a. deswegen verlassen werden, weil in ihm jedermann Richter in eigener Sache ist und folgerichtig ein Zustand der Rechtsunsicherheit entsteht, wenn die Selbstjustiz um sich greift.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
"Starship Troopers" bietet nun mal viel Stoff für Diskussionen. Zu manchen Büchern kann man einfach keine ausführliche Buchbesprechung abliefern, z.B. wenn das Buch einem vor allem wegen des Schreibstils gefällt (oder missfällt). Starship Troopers ist sehr politisch und polarisierend. Ich fand es sehr übel und bewundere daher umso mehr, welche herrliche Satire Verhoeven daraus gemacht hat :biggrin:
Jetzt soll es ja "originalgetreu" neu verfilmt werden, also vermutlich so kriegsverherrlichend und faschistisch wie das Buch.


Eugen Egner - Schmutz (2007)

Das Buch besteht aus acht Kurzgeschichten und einer Novelle. Die Geschichten sind vielseitig und originell, erfrischend anders. Manche sind surreal, manche unheimlich. Und bei dem tollen Schreibstil des Autors lassen sie sich auch sehr angenehm lesen.
Die Novelle "Schulfest" fand ich schön kafkaesk, sehr gelungen. Von den kurzen hat mir "Schmutz" am besten gefallen, aber die anderen sind auch gut.
Meine Empfehlung.

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E.T.A. Hoffmann - Lebensansichten des Katers Murr (1819/1821)

Die Handlung dieses Klassikers wird abwechselnd aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt: Zum einen sind es die Memoiren des Katers Murr, zum anderen die Geschichte seines Halters, eines Musikers (Alter Ego von Hoffmann). Das Buch ist also zum Teil autobiografisch.
Ich fand es ganz amüsant, habe mir aber etwas mehr davon versprochen. Es ist ja ganz unterhaltsam, wenn der Kater Shakespeare und Goethe zitiert und von sich selbst begeistert ist, aber dieser andere Handlungsstrang mit der Prinzessin und der Liebesgeschichte gefiel mir weniger und war ganz schön langatmig. Dafür ist der Schreibstil sehr schön.
Insgesamt ein ordentlicher Klassiker, aber die Nachtstücke fand ich besser.

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Jennifer McMahon - Winter People (2014)

Es geht um eine Frau, die ihre verstorbene Tochter ins Leben zurückholt, ohne zu ahnen, dass sie nicht mehr derselbe Mensch sein wird. Also "ein bisschen" von Stephen Kings "Friedhof der Kuscheltiere" abgekupfert.
Der Schreibstil ist recht gut und flüssig zu lesen, aber inhaltlich konnte es mich nicht wirklich überzeugen. Die Hauptfiguren sind eindimensional und unsympathisch.
Die Handlung ist nicht besonders gut durchdacht und wirkt oft erzwungen, wenn die Figuren sich unglaubhaft und widersprüchlich verhalten und wenn arge Zufälle ins Spiel kommen (z.B. im Labyrinth).
Es gab vereinzelte Passagen, die ich gelungen fand, aber insgesamt würde ich das Buch als mittelmäßig einstufen.

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Nachtvisionen (1988 )

Das Buch besteht aus jeweils drei Kurzgeschichten von Stephen King und Dan Simmons und einer Novelle von George R.R. Martin.

Von Stephen King fand ich "Turnschuhe" am besten, von Dan Simmons "Metastasis". Das Highlight war aber "Maskerade" von George R.R. Martin. Vielleicht die beste Werwolf-Geschichte, die ich bisher gelesen habe - toll geschrieben, mit humorvollen Dialogen, aber stellenweise auch etwas brutal. Die Novelle erschien 2014 einzeln unter dem Titel "In der Haut des Wolfes".
Das Buch kann ich empfehlen.
 

Diego de la Vega

Not Yet Rated
Brandon Sandersons Der Weg der Könige, Der Pfad der Winde, Die Worte des Lichts und Die Stürme des Zorns nun beendet und darauf basierende Filme sind willkommen. Siehe. Genau wie die Fortsetzung in Buchform. Her damit. :bibber:
Bei der Verfilmung wäre ich aber genauer gesagt dann doch eher für eine Serie. Für eine Filmreihe passiert da einfach nicht genug, u.a. an Action. Serien haben es da besser, dürfen sich auch mal Zeit nehmen... Und fühlt sich eh schon so an. So von der Erzählung.

Teilweise wunderbar durchdacht, extrem detailliert und angenehm anders. Auch wenn Sanderson sich ab und an zu viel Zeit lässt, nur um dann in wenigen Seiten etwas zu hetzen. Aber nun gut, schönes Fantasy-Setting ist und bleibt es. Hoffe das neue Buch kommt dieses Jahr. So auch in deutscher Sprache und vermutlich wieder auf zwei Teile verteilt.
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Also hast du die vier direkt hintereinander weggesuchtet?

Wie darf ich mir das vorstellen, eher wie Game of Thrones als Herr der Ringe?
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Richard Lorenz - Frost, Erna Piaf und der Heilige (2016)

Es geht um einen Mann, der die Sterbenden in einem Hospiz für Obdachlose besucht und Prosa-Gedichte für sie verfasst.

Das Buch ist großartig - der fabelhafte Erzählstil, die einzigartige Mischung aus Tragik und Humor, die tollen Figuren und die bittersüsse Stimmung, die sich durch das ganze Buch zieht. Ich habe es regelrecht verschlungen.
Es gefiel mir noch besser als "Amerika-Plakate", klare Empfehlung!

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Vladimir Sorokin - Das Eis (2002)

In dem ersten Teil der Eis-Trilogie geht es um eine seltsame Organisation, die bestimmte Menschen entführt und ihnen mit einem Eis-Hammer auf die Brust schlägt ... Aus Gründen. Es würde zu viel spoilern und zu viele Erklärungen erfordern, wenn ich beschreiben würde, was sie damit bezwecken wollen und was für ein Eis das ist.
Die erste Hälfte des Buches lässt sich fast wie ein Drehbuch lesen. Der Autor legt hier einen großen Wert darauf, viel zu zeigen und nur wenig zu erklären. Das passt sehr gut zu dieser surrealen Geschichte. Danach wird aus der Sicht einer Frau erzählt, die zu dieser sektenartigen Organisation gehört. Hier zeigt Sorokin erneut, dass er auch ein sehr guter Erzähler mit viel Liebe zum Detail ist.
Es kam mir etwas fragwürdig vor, dass diese "Auserwählten" immer blond und blauäugig sind. Allerdings wird das Ganze zum Glück im letzten Teil relativiert.

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Vladimir Sorokin - Bro (2004)

Der zweite Teil der Trilogie schildert die Vorgeschichte. Hier wird das Mysteriöse und Surreale mit der Entstehung der Diktaturen in Russland und Deutschland verbunden, was quasi zu dem Markenzeichen von Sorokin geworden ist. Es wird aus der Sicht des Gründers dieser Organisation erzählt, und die Mitglieder dieser Sekte fand ich wirklich unheimlich. Sie halten sich für die Elite und sehen in den "echten" Menschen nichts als Fleischmaschinen.
An sich wäre dieses Prequel eigentlich unnötig gewesen, weil diese Entstehungsgeschichte schon im ersten Teil kurz erzählt wurde, aber ich fand das Buch trotzdem gut.

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Vladimir Sorokin - 23.000 (2009)

Der Abschluss der Trilogie hat meine Bedenken wegen der blond-blauäugigen Sache beseitigt und das Ganze gut abgeschlossen.
Insgesamt kann ich sagen, dass diese Trilogie nicht unbedingt das beste Werk des Autors ist, aber dennoch sehr originell und interessant. Es gab ein paar unnötige Wiederholungen, zum Beispiel immer wieder diese "Erweckungs-Szenen". Aber ansonsten hat es mir sehr gefallen.
 

Member_2.0

New Member
Der Report der Magd von Magaret Atwood

Die provozierende Vision eines totalitären Staats, in dem Frauen keine Rechte haben: Die Dienerin Desfred besitzt etwas, was ihr alle Machthaber, Wächter und Spione nicht nehmen können, nämlich ihre Hoffnung auf ein Entkommen, auf Liebe, auf Leben....

Hab mir das Buch etwas anders vorgestellt, war aber dennoch sehr angetan. Gruselig und leider nicht zu 100% fiktional :sad: Habe sowas ähnliches schonmal über Afghanistan gelesen, nur das war eine wahre "Geschichte"( Das verbotene Gesicht).

Ist schon von V. Schlöndorff verfilmt worden und soll wohl auch als Serie noch dieses Jahr erscheinen.
 

Revolvermann

Well-Known Member
@member
Ich wollte gerade schon fragen, warum man das in einer fiktionale Welt erzählt. Gibt doch genug beispiele aus unserer ganz realen Welt.
Glaubst du das kann als Serie funktionieren?

@Tyler
Ohne zu Spoilern: Sorokin ist in Russland ja durchaus mal Angriffen aus Richtung der Regierung ausgesetzt. Kannst du das anhand dieser Reihe (er hat natürlich noch mehr geschrieben) bereits nachvollziehen? Kann man, wenn man will, parallelen in die Realität ziehen?

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"In einer kleinen Stadt - Needful Things" - Stephen King

Mein erster King seit sicher 2 oder 3 Jahren. Hab mal eine Pause eingelegt und hatte nun wieder richtig Lust auf Kleinstadthorror. Auch wenn man hier eher von einem Thriller sprechen kann.
Sofort fiel mir wieder ein, wie sehr ich Kings Figurenzeichnung vermisst habe. Die Stadt und ihr Bewohner werden so typisch von innen beschrieben. Natürlich nicht alle gleich stark aber gegen Ende kennt man sich richtig aus in Castle Rock. Man möchte auch gerne mal in den Wäldern Angeln gehen und spürt die letzten heißen Herbsttage in Main fast schon auf der Haut.
Das Grauen steigert sich natürlich nur langsam und auch sonst gibt es viele King typische Sachen, die man mag oder eben nicht.
Insgesammt hat es mir wieder gut gefallen, auch wenn ich denke, mit 200 Seiten weniger wäre der Roman wesentlich kurzweiliger ausgefallen.
Die ganze Babtisten gegen Katholiken -Sache wird erst in Gang gebracht und dann fast das komplette Buch außer Acht gelassen. Wenn dann am Ende die Zahnräder ineinander greifen und sich das Grand Final abzeichnet, greift King den Strang wieder auf und man muss erstmal zig dutzend Seiten deren Konflikt quasi wieder von Anfang bis Ende begleiten. Als wäre es ihm gegen Ende eingefallen, das man den Handlungsstrang ja auch zuende bringen muss. Die Ausschweifungen sind nicht langweilig aber sie wären auch nicht nötig gewesen.
Ansonsten war es wie nach haus zu kommen. :squint:
 

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Revolvermann schrieb:
@member
Ich wollte gerade schon fragen, warum man das in einer fiktionale Welt erzählt. Gibt doch genug beispiele aus unserer ganz realen Welt.
Glaubst du das kann als Serie funktionieren?

Wenn die Serie eins zu eins nach dem Buch verfilmt wird, wird es sicher etwas langweilig. Aber theoretisch glaube ich schon, dass es geht.
Denke in der Serie wird es da wo das Buch aufhört noch weiter gehen...

Was ich übrigens stark an dem Buch fand, ist das man fast gar nicht merkt, dass es aus dem Jahr 1985 stammt. An einigen Stellen, zb wenn Computer erwähnt werden,
merkt man es schon. Aber es gibt viele Stellen im Buch wo ich das Gefühl hatte die Autorin/Protagonistin schreibt in den 2000ern...
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Revolver, In einer kleinen Stadt hat mir in Romanform gut gefallen. Der ist so herrlich Provinz-King.

Mal den Film mit Max von Sydow geschaut?
 
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