Zuletzt gelesenes oder gehörtes Buch

delta

Ghost in the Wire
Perry Rhodan 3004: Der Vital-Suppressor - Christian Montillon

Bisher der beste Band des Zyklus. Gut gemachte Zusammenfuehrung zweier Parallelstraenge, viel Action und so langsam nimmt das ganze Fahrt auf. Kann's kaum erwarten, am Freitag den naechsten zu lesen.
 

delta

Ghost in the Wire
Ich hab ca 2300 Baende verpasst und bin echt gut wieder reingekommen. Denke, das geht schon ganz gut. Aber ich wuerde dir jedem die ersten Hefte empfehlen - um fuer die Figur Rhodan ein bisschen ein Gefuehl zu bekommen. Im Notfall einfach mal in den ersten Silberband reinlesen - die Silberbaende sind inhaltlich identisch zu den Heften, straffen aber ggf. die Handlung ein wenig und lassen "Fueller"-Folgen weg.

Die Handlung unterteilt sich auch in inhaltliche Zyklen - Mit 3000 ging ein neuer los, ich glaube bisher hat mich mein fehlendes "Hintergrundwissen" nicht wirklich beeintraechtigt. Notfalls gibt's ja auch noch die Perrypedia.
 

Cimmerier

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Also wäre, abgesehen vom einlesen in den ersten Bänden, 3.000 auch ein geeigneter Einstieg? Ich hab irgendwie Lust auf so ne seichte Heftromanreihe, die ich mitbegleiten kann. Aber gibt ja nichts, was neu startet. Zamorra und Sinclair taugen mir einfach nicht.
 

TheRealNeo

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Friedhof der Kuscheltiere (1983) - Stephen King

Der Arzt Louis Creed zieht mit seiner Familie nach Maine, um die Leitung des dortigen Krankenhauses der Universität zu übernehmen. In Ludlow finden ziehen sie in ein Einfamilienhaus und freunden sich schnell mit dem älteren, benachbarten Ehepaar an. Die Idylle bekommt ihre Brüche, als der naheliegende Haustierfriedhof mehr und mehr die Aufmerksamkeit von Louis erlangt.

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Pünktlich zur Neuverfilmung, die sich ja, mag man den ersten Stimmen vertrauen, von der Vorlage doch deutlicher entfernen soll, habe ich mich mal diesem Klassiker aus Stephen King Ouvre gewidmet. Wikipedia meint sogar, es sei sein kommerziell erfolgreichster Titel...
Und ich mochte das Buch zu großen Teilen wirklich sehr. Louis Creed war eine zugängliche Hauptfigur und seine Erzählperspektive schlüssig gewählt. Es ist spannend, wie King in Nebensätzen schon deutlich auf Kommendes verweist, aber sich trotzdem die (nötige) Zeit nimmt um seine Geschichte zu erzählen. So glaubt man eigentlich den Verlauf der Geschichte zu kennen, und mag damit auch Recht behalten, doch wenn es dann zum 'Showdown' auf den letzten 100 Seiten kommt steigert sich die Spannung ins Unermessliche. Umso überraschender wie schnell King das Ganze dann aber schließlich zu einem Ende bringt.
 

Member_2.0

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Die Hölle von innen - Andrea C. Hoffmann

Die junge Nigerianerin Patience hat die Hölle von innen gesehen. Mit 17 wird sie von der Terrorgruppe Boko Haram verschleppt. Wie es ihr gelingt, als schwangere Christin zu überleben, schildert sie in diesem eindringlichen Buch. Der Journalistin Andrea C. Hoffmann vertraut sie an, was sie in der Gefangenschaft erleiden und welche ungeheuren Grausamkeiten sie miterleben musste. Hoffmann bettet das Geschehen in den politischen und historischen Kontext ein und zeigt die Folgen des Terrorregimes auf.

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Durch Nachrichten weiß man ja irgendwie, was mit Boko Haram in Nigera abläuft, es dann aber als Buch nochmal zu lesen, ist ein anderes Thema.
Das Buch ist mmn nicht besonders gut geschrieben und für das Thema irgendwie auch etwas zu dünn. Wahrscheinlich war die Betroffene zu mehr Berichten (verständlicher Weise)
einfach nicht in der Lage.
Das was sie berichtet, war aber so schrecklich, dass ich zwischendurch vergessen habe, das ich überhaupt einen Sachbuch lese und keinen Horrorroman. Was für kranke Bestien Menschen werden können.
Unglaublich.
Was mir nicht gefallen hat, war dass das Christentum in dem Buch ein wenig als die gute Religion hingestellt wurde, die überall nur helfen will. Als hätten die nicht genug Gräueltaten verübt.
 

TheRealNeo

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Wird es denn in Interviews geschildert?
Und wird das Ganze eingeordnet oder der Rahmen als bekannt vorausgesetzt?
 

Member_2.0

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TheRealNeo schrieb:
Wird es denn in Interviews geschildert?
Und wird das Ganze eingeordnet oder der Rahmen als bekannt vorausgesetzt?
Sie schildert in den Interviews die Zeit während ihrer Gefangenschaft, und ein wenig das Leben davor und danach.
Ausserdem wird noch etwas allgemein von dem Leben in Nigeria erzählt. Ein wenig Historie ist dabei, aber größtenteils
sollte man vorher schon ein wenig wissen, worum es geht.
 

Jay

hat Lust nen Film zu sehen
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Kuscheltiere liegt auch schon auf meinem Nachtisch, will mir auch noch mal die alte Verfilmung vorher ansehen.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
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Merke gerade, dass ich hier schon länger nichts geschrieben habe.

Pierre Guyotat - Grabmal für fünfhunderttausend Soldaten

Der Autor wurde als Jugendlicher in den Algerien-Krieg eingezogen und stand ein paar Jahre später vor Militär-Gericht, weil er mit seiner Haltung die Moral und Kampfbereitschaft anderer Soldaten gefährdete. In diesem Buch von 1967 verarbeitete er sein Trauma, deswegen ist es voller Gewalt und Sex (meistens homo). Der Roman besteht aus sieben "Gesängen", sonst gibt es praktisch keine Kapitel-Einteilung, der Text ist meistens zig Seiten lang ohne Absätze oder Leerzeilen, dafür mit vielen langen Sätzen mit vielen Kommata.
Also etwas schwer zu lesen, aber es hat mich schon sehr beeindruckt. Stellenweise sehr widerwärtig und ekelerregend, aber vielleicht sollte die Darstellung von Krieg und Gewalt immer so wirken.

William Lindsay Gresham - Nightmare Alley

In diesem Noir-Roman von 1946 geht es zunächst um einen Jugendlichen, der unter den Schaustellern aufwächst und zu einem "Spiritualist", sprich Scharlatan wird. Die Handlung geht über Jahre, zeigt seine Entwicklung und wie so manche "übernatürlichen" Tricks der Scharlatane funktionieren. Großartig geschrieben und so trostlos-düster, wie ich es mag. Absolute Empfehlung von mir.

Außerdem habe ich die Essay-Sammlung "Moderne Horrorautoren" von S.T. Joshi zuende gelesen und fand sie sehr interessant und empfehlenswert für Freunde von unheimlicher Literatur.
 

Bambi

hat verrückte Rehkitzideen
Secret Circle - Geheime Sehnsucht von Amanda Frost.
Dieses Buch kommt ganz ohne Fantasy Elemente aus, obwohl ein Geheimbund der Einfluss auf die Ereignisse in den USA haben und Personen hochheben oder auch auch zu Fall bringen kann..
Aber ich liebe die Bücher von Amanda Frost einfach...
 

Presko

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Sophia, der Tod und ich
Roman von Tomte-Frontmann Thees Ulmann. Wunderbare Mischung aus Melancholie und Ironie, getragen von einem ganz eigenen, charmanten Sprachstil. Fantastisch!

Stoner
Roman von John Williams. Ganz ruhiger, unaufgeregter Roman über einen introvertierten Professor. Sprachlich fantastisch, wundervolle Atmosphäre.

Knapp am Herz vorbei

Roman von J.R. Moehringer. Ein alter Knacki und legendärer Dieb und Gefängnisausbrecher wird aus dem Knast entlassen und geht mit einem Journalistenduo nochmal die wichtigsten Stationen seines Lebens ab. Der Held ist etwas zu cool, dennoch berührt der Roman.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Das Buch, das mich zuletzt am meisten beeindruckt hat (deswegen ausnahmsweise eine etwas längere Rezension):

Vladimir Sorokin - Manaraga

"Manaraga" ist der neueste Roman von Vladimir Sorokin. In dieser surrealistischen Dystopie geht es um eine Zukunftswelt, in der die gedruckten Bücher von den digitalen komplett verdrängt wurden und die letzten Exemplare in Museen aufbewahrt werden. Als Nebeneffekt hat sich ein besonderer Schwarzmarkt enwickelt: Untergrund-Meisterköche lassen solche Schätze stehlen und verwenden sie (im Auftrag von dekandenten Reichen) als Brennstoffe beim Grillen, um darauf klassischen Gerichten eine besondere Geschmacksnote zu verleihen.
Dabei hat sich jeder auf unterschiedliche Länder spezialisiert; bei dem Erzähler sind es die russischen Klassiker von Dostojewski, Tolstoi & Co., auf deren Feuer er verschiedene Gerichte zubereitet. Das ist nicht nur ein teuerer Spaß für seine Kunden (oft sind es ganz seltene Erstausgaben), sondern ist auch mit der Gefahr verbunden, dafür verhaftet und eingelocht zu werden. Alles ändert sich, als das Gerücht auftaucht, dass es eine neue Technologie gibt, mit der man die gedruckten Bücher in beliebiger Menge reproduzieren kann, ohne dass sie sich vom Original unterscheiden (also z.B. diverse Bleistift-Markierungen oder Eselsohren).
Interessant ist dabei die Mischung aus Science-Fiction (es gibt u.a. eine weit entwickelte Nano-Technologie, künstliche Intelligenz und implantierte Chips) und Surrealismus, die in den neueren Werken von Sorokin oft zu finden ist.

Der Autor überzeugt hier wieder mit einem ausgezeichneten Schreibstil und sehr originellen Ideen, die trotz ihrer teilweise unrealistischen Elemente unmittelbar mit unserer Realität zu tun haben. Denn im Grunde geht es um die (befürchtete) Verdrängung des gedruckten Buches durch Ebooks und um die Buchverbrennung, die in diesem Fall in einem ganz neuen Kontext verwendet wird.
"Manaraga" entstand nach einer langen Pause, in der Sorokin sich nur auf Malerei konzentriert hatte; erst hieß es, dass er überhaupt nie wieder etwas schreiben will, doch zum Glück hat er es doch noch gemacht. Hoffentlicht wird er uns noch weitere verrückte Ideen dieser Art vorsetzen.
Mit Bücherverbrennung hat der Autor übrigens selbst seine Erfahrungen gemacht, als seine Werke vor einigen Jahren von den Anhängern einer rechtspopulistischen russischen Organisation öffentlich verbrannt wurden.
 

Bambi

hat verrückte Rehkitzideen
Apfelträume am Meer von Anne Barnes . Nette Kurzgeschichte ( und eine indirekte Fortsetzung) von Apfelkuchen am Meer. Leider machen die Bücher von A.B. dick weil da sind immer so leckere Rezepte am Ende des Buches dabei...Dieses Mal ein Obstsirup und ein Waffelrezept.
 

TheReelGuy

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Ich habe die letzten zwei-drei Wochen und das ständige Pendeln mal gut genutzt und den Bücherstapel etwas reduziert:

Lucas Vogelsang - Heimaterde

Als großer Fan des Fußball-Podcasts "Fussball MML" wollte ich mir mal anschauen, was dieser Lucas Vogelsang denn so als Autor auf dem Kasten hat. Die Antwort ist: eine ganze Menge! Sein Bericht über eine "Weltreise durch Deutschland" ist ein sprachlich exquisiter und inhaltlich faszinierender Blick auf die Bundesrepublik zu Zeiten von Flüchtlingskrise, Rechtsruck und Integrationsdebatten. Dabei spricht er mit interessanten Persönlichkeiten, erzählt wirklich unglaubliche unterhaltsame und unglaublich berührende Geschichten und zeichnet ein wirklich außergewöhnliches Bild des Landes in den 2010er-Jahren-

Stephen King - On Writing: A Memoir of the Craft

King ist ein riesiger Einfluss auf mein eigenes Schreiben, weswegen es auch endlich Zeit wurde, mal seinen Blick auf das Handwerk des Autoren zu betrachten. Statt einer "Malen nach Zahlen"-Anleitung zum Geschichten erzählen, liefert King Einblicke in seine eigene Biografie, seinen kreativen Prozess und auch einige nützliche Tipps, die aber natürlich "ohne Gewähr" sind. Ein wirklich inspirierendes Lese-Erlebnis :thumbup:

William Gibson - Neuromancer

Uff... hätte ich direkt nach dem Lesen der letzten Seite einen Text zu diesem Roman verfasst, ich hätte es vermutlich nur als "okay" eingeschätzt. Aber nein, auch wenn Gibson in seinem wohl bekanntesten Beitrag einen Schreibstil an den Tag legt, den vermutlich selbst jemand wie Hegel als nicht ganz einfach bezeichnen würde, wird "Neuromancer" seinem Ruf als Meilenstein der Science-Fiction-Literatur mit etwas Bedenkzeit wirklich gerecht. Die Gedankensprünge, Massen an Slang und umgangssprachlichem Dialog sind kleine Stolpersteine, auf die man sich nur einlassen muss, um den Begründer des Cyberpunk-Genres so wirklich genießen zu können.
 

Manny

Professioneller Zeitungsbügler
Dann hast du aber nur ein Buch der Trilogie gelesen, oder? Bei Amazon steht nämlich was von über 1000 Seiten.
 
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