Der Unsichtbare ~ Elisabeth Moss

Revolvermann

Well-Known Member
Jap, gab es definitiv eine ganze Weile für 4,99 in HD.
17,99 € ist natürlich schon mal eine ganz andere Summe. Da würde ich es mir auch zweimal überlegen. Wobei Amazon hat manchmal Filme bereits zwei oder drei Wochen vor Heimkino-Veröffentlichung als digitalen Kauf im Angebot für eben 17 oder 18 Euro und da schlagen auch welche zu.
Muss sagen, dass ich schon ein paar Mal Freitag nach Hause kam und einen Film einfach gekauft habe, weil ich gerade Bock drauf hatte.
Hab mir das dann immer schön geredet, dass wenn ich jetzt "Ausgehen" würde in die Altstadt oder Essen oder ins Kino, ich ganz sicher ein vielfaches ausgegeben hätte ohne drüber nachzudenken.
Allerdings besitzt man den Film dann zumindest digital. Hier ist es "nur" leihen. Die wollen sicher auch testen, wie das ankommt. Ich denke aber, dass sind dann evtl. doch die falschen Filme um sowas zu etablieren. Nicht dass ich mir so eine Vorgehensweise wünschen würde, ginge es doch auf Kosten der Kinos, aber ich glaube, gäbe es nun beispielsweise Fast 9 und Wonder Woman 1984 für 18 Euro zu leihen, würden die andere Zahlen bekommen. Würde sich wahrscheinlich dennoch nicht lohnen. Zumindest nicht als Kino-Ersatz. Ob sich das ergänzend rentiert, kann wohl noch niemand sagen.
 

freeek

Well-Known Member
Konnte den vor zwei Wochen noch sehen, lief sogar im IMAX Saal. Hatte zunächst befürchtet, dass er etwas lahm werden könnte aber der war dann doch recht effektiv inszeniert.
 

Puni

Well-Known Member
Hab nochmal nachgefragt und scheinbar wurden bei uns laut Amazon auch nur die 4,99€ abgezogen. Hätte mich zwar echt geärgert so viel mehr bezahlen zu müssen, hätte aber auch nicht den falschen Film getroffen.
Horrorfilme mit mehreren gucken ist ja meist so eine Sache, weswegen es echt stark war, wie gefesselt wir drei alle ware. Und was Whannell hier regietechnisch rausholt, ist wirklich toll - die schaurige Erwartung, auch dank des fiesen Scores, etwas Ungewöhnliches in jeder Szene zu finden, da das Unsichtbare ja quasi überall sein kann, ist irgendwie ein anderer Horror, als ständig zu erwarten, dass einfach etwas Gruseliges ins Bild gesprungen kommt. Da kommen Whannell seine langen, ruhigen Einstellungen, die auch schon Upgrade so großartig gemacht haben, echt zu gute. Ich nehme meinen Mund hier vielleicht zu voll, aber von mir aus kann Ari Aster jetzt was anderes drehen, so lange Whannell, der hier wirklich auf ähnliche Mechanismen wie Aster zurück greift, dem Horrorgenre erhalten bleibt.
 

Revolvermann

Well-Known Member
Fand den Film übrigens auch toll. Hab nichts dazu geschrieben, weil Puni eigentlich alles gesagt hat.
Bin echt gespannt, was Leigh Whannell so als nächstes abliefert.
 

Presko

Well-Known Member
Hmm, ganz okayer Film würd ich sagen. Die ersten 10-15 Minuten sind fantastisch. Wir erfahren als Zuschauer so viel, ohne dass wirklich was ausformuliert wird. Richtig toll. Doch mit zunehmender Laufzeit wirds etwas platter.
Zudem ist der Unsichtbare halt nicht nur unsichtbar auch sonst irgendwie genial und vorhersehend. Macht nie Fehler, wenn es drauf ankommt.
Ich fand die Szene im Restaurant auch recht komisch, wie Moss'Figur das Messer einfach so perfekt auffänt, und niemand was gesehen hat
und auch in den späteren action-reicheren Szenen wirkt der Unsichtbare eher wie der Terminator als ein normaler Psychopath.

Die Figuren sind halt alle auch recht flach, bis auf Moss', die wie immer schauspielerisch abliefert.
Dann kommt das schwache Finale
Erst einmal, so ist Adrien einfach mal nicht tot, sondern entführt. Aber wie kam denn die Todesnachricht zustande? Wie wurde der Tod denn anfangs überhaupt bewiesen? Aber auch das Finale zwischen Moss und Adrien funktioniert so richtig. Denn Adrien hat der Zuschauer bisher nie gesehen. Und jetzt ist er plötzlich da, aber so richtig will emotional die Übersetzung zwischen dem Unsichtbaren Bösen und dem normalen Adrian nicht so richtig klappen. Und wenn dann Moss diesen unsympathischen Adrian eiskalt umbringt, wirkt das weni überraschend noch emoational zwingend.
Und so verpufft ganz vieles, was der Film in der starken Hälfte aufgebaut hat.
 

Måbruk

Dungeon Crawler
Da sprichst Du einige gute Sachen an, denn so richtig in Worte fasse, wieso der Film für mich nicht der große Brüller war, fällt mir irgendwie schwer. Aber definitiv fehlt die Bindung zu dem Unsichtbaren, daher bleibt diese Person bis zum Ende relativ flach.

Wird das Messer perfekt aufgefangen oder ihr quasi wieder in die Hand gedrückt? Kann das nicht mehr so richtig sagen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Revolvermann

Well-Known Member
Genau das,
Adrians Unschärfe, fand ich super eingefangen.
Das war definitiv genau so gewollt. Deswegen muss man das nicht toll finden aber ich fand es toll. Der wurde schon zu Anfang nie richtig gezeigt. Immer nur sehr kurz, durch die Überwachungskamera oder unscharf. Auch sein Tod bleibt im Dunkeln. Klar, dadurch kann man nie sagen, wie genau er es gemacht haben könnte aber das trägt für mich maßgeblich zu seiner unheimlichen Figur bei. Ein Meister der Manipulation. Jemand, der die Leute kontrolliert, in seinem Keller einen Super-Anzug baut, wie ein böser Toni Stark. Ein böses Genie, nicht greifbar, nicht auf die Schliche zu kommen.
Dadurch die Aura des Übermenschlichen, die der Anzug halt noch verstärkt und ihn fast wie ein außerirdische Gefahr erscheinen lässt.
Hätte man ihn, seine Motive und sein Vorgehen von Anfang an genau beleuchtet und alles schön für den Zuschauer erklärt, wären meiner Meinung nach einige spätere Szenen nicht halb so effektiv, weil man weiß "Ah da steckt ja bloß der gute Adrian in seinem Perpektiv-Verwischungsanzug. Eben haben wir noch in einer 30 Minuten Sequenz erfahren, wie er seinen Tod vorgetäuscht hat und danach schon sieben mal gesehen, wie man den Anzug anzieht". Übertrieben gesagt. So aber agiert er als eine unsichtbare Kraft im verborgenen. Er bleibt bis zum finale mystifiziert.
 

Måbruk

Dungeon Crawler
Sehe ich auch so, nur ist das halt keine win-win Situation. Die Effektivität in den spannungsgeladenen Szenen wird größer, keine Frage. aber die Bindung zum Unsichtbaren fehlt halt völlig. Und irgendwie handelt der Film ja auch davon, von der kaputten Beziehung, von dem gestörten Charakter... nur bleibt das alles relativ blass und auf Dauer ist mir persönlich Spannung alleine, irgendwie etwas zu wenig. Zumal die Geschichte zwar wirklich gut erzählt und rübergebracht wird, aber alles andere als neu und originell ist. Und hier und da sogar etwas unrealistisch in den Handlungssträngen, was zu Kosten der Glaubwürdigkeit geht.
 

Revolvermann

Well-Known Member
Sehe ich anders. Finde sogar, die fehlende Bindung zu Adrian ist essenziell für das Gefühl des ausgeliefert-sein.
Würde das hier, wie bei so vielen dieser von Gewalt geprägten Partnerschaften, nicht als "kaputte" Beziehung bezeichnen, sondern vielmehr als eine krankhafte Abhängigkeit. Sowohl während als auch nach der eigentlichen Beziehung geprägt von (berechtigter) Paranoia. Um diese Paranoia auf den Zuschauer zu übertragen und durch die fantastische Überspitzung besser nachvollziehbar zu machen, bleibt Adrian ein Mysterium. Solange, bis sie entscheidet aus der Opferrolle auszubrechen und zu ihrer Stärke findet. Als sie in der Nervenheilanstalt beginnt, die Sache in die eigenen Hände zu nehmen, wird Adrian durch diese Aktion umgehend teilweise sichtbar. Verliert seinen Vorteil.
Später im Haus des Polizisten ist er wieder unsichtbar, weil es dort der Bruder ist, mit einem anderen Anzug.

Ich kann aber nachvollziehen, wenn man das nicht mag. Ist also nicht so, als könnte ich euren Standpunkt nicht verstehen.
Anders macht es Verhoevens "Hollow Man". Den ich zwar nicht so gut finde, wie diesen hier, der aber zweifelsohne auch funktioniert.

Ich fand hier übrigens, warum auch immer, die Szene besonders fies, als er ihre Unterlagen für das Vorstellungsgespräch klaut. Da ist sie so gezeichnet und will endlich ein normales Leben und dann sowas. Dann ist man bei solchen Gesprächen immer so aufgeregt. Ich weiß, dass hier auch gemordet wird usw. aber aus irgendeinem Grund fand ich die Szene total gemein.:biggrin: Da tat sie mir richtig leid.
 

Lunas

Well-Known Member
Heute gesehen und ich war Positiv Überrascht. Besonders da die Handlung ein wenig komplexer war als bei den anderen Filmen mit einem Unsichtbaren. Besonders fies fand ich:
Wie ihre Schwester im Restauran ermordet wurde, das kam für mich ziemlich unerwartet[/ISPOILER]
 
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