Tenet ~ Christopher Nolans Neuer [Kritik]

Batou9

Well-Known Member
Christopher Nolan: Beton, Glas, Wasser, Flammen, Casual Style, Detectiv-Style, Business-Dress, Laut, Dröhn.

Wenn er diese postmoderne Erzählstruktur nicht so gut drauf hätte, durch die er seinen Zuschauern im Grunde nichts weiter als ein hinter dem brachialen Realismus aufwartendes Mysterium der Geschichte vorgaukelt, wären all seine Filme stinklangweilig.

Nolan aber ist Perfektionist durch und durch. Seine Filme ziehen uns in den Bann, weil sie durch den Aufbau und Schnitt sehr tief in uns selbst blicken lassen (Zeitgeist: Orientierungslosigkeit, ständiger Wechsel der Gedanken zwischen Innen- und Außenwelt, Gestern, Heute und Morgen, Unruhe als roter Pfaden), weil sich seine orientierungslosen Hauptdarsteller vom Wegsuchenden, über einen beiseite gestellten Aufklärer schlussendlich zum Aufwachenden zu wandeln seinen (Professor Dr. Weisheit Michael Caine deshalb unverzichtbar). Letzteres muss aber nicht passieren, wie Inception beweist. Der ewige Kreis.

Ich bin sehr gespannt auf Tenet und erwarte genau das!
 
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Clive77

Serial Watcher
Teammitglied
Vorhin in der Nachmittagsvorstellung meines Dorfkinos gesichtet und bin begeistert. Die 2,5 Stunden sind wie im Flug vergangen und wenn ich doch mal auf die Uhr geschaut habe, dann in der Hoffnung, dass mir noch möglichst viel Zeit mit dem Film bleibt.

Hervor sticht natürlich - wie bei Nolan eigentlich immer üblich - das Konzept des Films. Und das ist wirklich einzigartig umgesetzt, schon deshalb, weil man anhand der Infos im Vorfeld nicht gerade eine Ahnung davon hatte, was einen erwartet. Eintauchen und etwas mitdenken ist da gefragt, um sich auf diese kleine Reise einzulassen, die es in der Form bislang noch nicht gab. Wobei das eigentliche "Gimmick" im Prinzip nur ein Gimmick bleibt und nicht viel dazu erklärt wird, was den wissenschaftlichen Aspekt angeht. Aber das ist okay, denn gerade bei einem solchen Konzept verzetteln sich viele Autoren immer darin, möglichst alles plausibel erklären zu wollen - was gar nicht Not tut. Einfach das nutzen, was man sich überlegt hat und es in der Regie dann so fesselnd umsetzen, dass viele Szenen nach dem Kinobesuch noch nachhallen. Das schafft Nolan immer irgendwie locker und belohnt die Aufmerksamkeit des Zuschauers mit Erkenntnissen, die "der Protagonist" einem nicht vorbeten muss, wenngleich er genügend im Verlauf des Films erklärt oder erklärt bekommt. Man schwimmt hier jedenfalls zusammen mit John David Washington durch die Handlung des Films und entdeckt das meiste zusammen mit dieser Figur - was wohl einer der Aspekte ist, den ich am coolsten finde. Ich mag es einfach, wenn die Entdeckungsreise der Figuren sich in etwa mit der des Zuschauers deckt. Und das bekommt Nolan hier zu (fast) 100% hin.

Was den Sound angeht, war der in meinem Kino nicht ganz so penetrant, wie oben weiter in den Kommentaren angemerkt wurde. Von daher passte der stets wunderbar hinein und verlief in Synergie mit den jeweiligen Handlungen.

Darstellungstechnisch bin ich leicht hin- und hergerissen. Eine emotionale Komponente taucht zwar auch im Film auf, ist aber eher Nebensache. Von daher hatten die meisten Darsteller jetzt nicht besonders viel zu tun, aber liefern eigentlich alle sehr gute Arbeit. Mit Oscar-Nominierungen würde ich jetzt nicht rechnen, aber es gab jetzt niemanden, der mir negativ aufgefallen wäre. Schade ist nur, dass man einige Sachen, die zu mehr Emotionalität beim Zuschauer hätten führen können, nicht ausgekostet hat. Da ist tatsächlich etwas Luft nach oben, den Nolan konzentriert sich dafür zu sehr auf die Geschichte, die er erzählen möchte. Auch wenn es natürlich bei jeder Figur irgendwas gibt, was mitreissenswert oder (im Falle des Antagonisten) auch hassenswert wäre.

Ob jetzt alles rund und logisch war, kann ich nicht beurteilen - dazu müsste ich den Film tatsächlich mehrfach sichten und die Aufmerksamkeit noch höher auf die Kleinigkeiten schrauben, die bei Erstsichtung womöglich nicht gepasst haben. Aber grundsätzlich fand ich den Film sehr rund und auch super abgeschlossen. Mich erinnert der übrigens mehr an "Memento", als an "Inception".

Wertung: 9/10

Edit: Achso, zum Thema Abstand und so wurde vorbildlich alles vom Kinobetreiber so gehandhabt, wie es sein sollte. Bei der Reservierung blieben ganze Reihen (jede zweite) schon frei, wobei das Kino ohnehin immer nur maximal vier Sitze in einer Reihe direkt nebeneinander hat und der Abstand somit schon gegeben sein könnte. Natürlich muss man direkt an der Kasse schon die Kontaktdaten für den Fall der Fälle hinterlassen und auch die Bedienung (die man da in meinem Dorfkino per Knopfdruck ordern kann) kommt stets vorbereitet an den Platz (wobei ich da auch meine Maske getragen habe, weil es sich eben so gehört).
Besucheranzahl war insgesamt eher mau und selbst mit Blick auf die Auflagen nicht ausgelastet. Andererseits wars natürlich die Nachmittagsvorstellung, aber selbst für solche Verhältnisse sehr wenige Zuschauer.
 
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Andi83

Well-Known Member
Heute auch gesehen. Ohne Spoiler:

- auch hier in Köln sehr lauter Sound

- Story sehr schnell und verwirrend

- grandiose Effekte

- Spannung grundsätzlich vorhanden

- tolle Schauspieler

- Finale zuviel Action und wieder aufgrund
der Schnelligkeit verwirrend und teilweise zu vorhersehbar

Insgesamt von mir 6/10 invertierte Kugeln
 

Manny

Professioneller Zeitungsbügler
Vielleicht liegt es ja nur an der langen Kinopause, aber ich hatte schon bei der Werbung das Gefühl, als hätte man den Ton extra aufgedreht. So als wäre man der Meinung, dass die Leute das als wichtigsten Punkt am Kinoerlebnis sehen und deshalb schneller für den nächsten Film wieder kommen.
 

TheGreatGonzo

Not interested in Naval Policy
Teammitglied
Hatte mir den am Wochenende auch angeschaut (entgegen der Erwartung von vor ein paar Wochen sogar als 70mm-Projektion, die super aussah) und fand den gut, wenn auch weit davon entfernt Nolans bester zu sein. Negativ würde ich bewerten, dass der Film oft unnötig kompliziert erzählt ist, obwohl er eigentlich keine besonders komplizierte Handlung hat. Der kann man schon folgen, nur den vielen Schauplatzwechseln und der Exposition kaum. Und im Finale blickt man sowieso gar nicht mehr durch, wer wer ist und wer was zu tun hat. Das ist etwas schade und ist man von Nolan auch besser gewöhnt. Ich mochte die schiere Größe des Films, die ohrenbetäubende Lautstärke, diesen Willen, alles so echt und aufwändig wie möglich zu machen. Das ist schon enorm sehenswert. Auch die Hauptdarsteller sind alle gut, und John David Washington, dessen Figur wenig Profil hat, ist immerhin so charmant und charismatisch, dass das kaum stört. Auch hier gilt: Nolan ist viel lustiger, als man ihm zugesteht. Auch die Chemie mit Elizabeth Debicki und vor allem Robert Pattinson ist klasse. Kenneth Branagh ist ein sehr Branagh-esker Bösewicht, also meistens vollkommen drüber, hat aber auch sichtlich Spaß und kommt deswegen auch wunderbar diabolisch rüber. Obwohl die Tragweite der Geschichte viel größer ist, kommt Tenet aber irgendwie viel kleiner daher als Inception, der vermutlich ähnlichste Film in Nolans Filmografie, wo der emotionale Rückhalt irgendwie interessanter und packender war (Wenn auch in beiden Filmen sicher nicht das stärkste Element) – Ich fand sogar, dass der Plot um Branaghs und Debickis Figuren manchmal fast etwas zu düster für diese Art Film wurde. Alles in allem: Sehenswert, wenn nicht zuletzt für seine Ambition und schiere Größe, aber nicht so packend, wie er hätte sein können.
 
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NewLex

Well-Known Member
Wobei guter Sound nichts mit Lautstärke zu tun hat. Natürlich solls bei Action mal richtig krachen und kann ruhig laut werden; Dialoge sollten aber immer gut verständlich bleiben. Bei Tenet oder auch Dunkirk ist halt die Musik durchgehend penetrant laut, weil ja in den Actionszenen selbst recht wenig passiert. Kann man so machen; muss aber nicht jeden gefallen. Ich störte mich schon bei Dunkirk dran, wobei es dort eher passte weil man ja die Deutschen Truppen als unsichtbare Feinde immer präsent waren.

Bei Tenet hingegen erkannte ich keinen Feind. Auch war nie etwas wirklich bedrohlich. Vor allem dem Antagonisten kaufte ich seine Macht niemals ab. Von daher wirkte für mich der Soundtrack einfach deplatziert und er riss mich auch des öfteren aus dem Film. Womöglich bin ich hier zu empfindlich, eine zweite Change im Heimkino werde ich dem Film irgendwann mal geben müssen; vielleicht gefällt er mir dann besser (wie Interestallar, der erst in der 2. Sichtung zu meinem Liebling wurde).

€: Noch ein Punkt der mich bei den Nolan-Filmen nervt: So brutal ernste Themen wie bei Dunkirk oder Tenet werden mit FSK 12 umgesetzt? Warum hier Nolan nicht explizierter wird erklärt sich mir nicht ganz. Bei Batman noch verständlich, da halt Comicfilm, aber bei den letzten 2? Es muss ja nicht gleich ein Splatter-Streifen werden, aber bei einer "Zahn-Entfernung" sollte man schon etwas Blut zeigen dürfen...
 

Envincar

der mecKercheF
Ich denke Nolan ist einfach jemand der glaubt, dass sowas einen Film nicht aufwertet oder nicht Gezeigtes wirkt effektiver als etwas was man zeigt. Hätte mir aber auch etwas mehr Härte gewünscht. Vor allem wenn man vor kurzem Gangs of London beendet hat xD
 

Envincar

der mecKercheF
Es ist halt schon so, dass gerade im Finale 95% der Soldaten einem Schnurzpiep egal sind. Da frage ich mich wieso man so eine Massenansammlung von Leuten braucht. Gefühlt hat man auch keinen richtigen Abschuss wahrgenommen oder? Hatte das Gefühl da wird mit Spaßmunition rumgeschossen und hier und da wird spektakulär ein Gebäude zerschossen. Ich finde, dass es das so nicht gebraucht hätte. Dann lieber in kleinerem Rahmen und dafür persönlicher.
 

TheRealNeo

Well-Known Member
Teammitglied
Das sind aber für mich zwei paar Schuhe.
Ich glaube der letzte Akt ist nicht so inszeniert, weil man Gewaltdarstellungen verhindern wollte.

Und bei der Zähne-Szene war es, meiner Meinung nach, nicht nötig mehr zu zeigen.
 

Batou9

Well-Known Member
Bei Tenet hingegen erkannte ich keinen Feind. Auch war nie etwas wirklich bedrohlich. Vor allem dem Antagonisten kaufte ich seine Macht niemals ab. Von daher wirkte für mich der Soundtrack einfach deplatziert und er riss mich auch des öfteren aus dem Film. Womöglich bin ich hier zu empfindlich, eine zweite Change im Heimkino werde ich dem Film irgendwann mal geben müssen; vielleicht gefällt er mir dann besser (wie Interestallar, der erst in der 2. Sichtung zu meinem Liebling wurde).

Nolan's bewegten Bilder und Sounds sind realer als real, hyperreal! Da braucht es keiner wirklich aufregenden Handlung oder bedrohlich wirkender Protagonisten mehr. Er versetzt die gesamte Realität des Films in helle Aufregung. Nicht ohne Grund wird behauptet, dass seine Filme alle im selben Universum spielen. Es ist ein Universum der Rast- und Orientierungslosigkeit, der ständig tickenden bzw. ablaufenden Uhren.
 
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brawl 56

Ich bin auf 13 Sternen zum Tode verurteilt!
Gestern im (leeren :biggrin: ) Kino gewesen.
Ein typischer Nolan. War okay.

Was bei Inception und Dunkirk hier und da durchschimmerte und mehr und mehr Platz eingenommen hat, ist bei Tenet nun die Hauptrolle.
Wenn es bei Inception um eine Parabel zu Filmschaffende ging und bei Dunkirk die reine Inszenierung und Editing im Vordergrund waren, so legt Tenet den Fokus deutlich auf die Effekte.

Da es bei den drei Filmen (und zum Teil auch bei Interstellar) durch die Zeit präsentiert/genutzt wird, ist das natürlich der besondere Kniff bei Nolan. Aber auch der hat sich inzwischen auch ein wenig abgenutzt, und da hilft es auch nicht mit einem sagenhaft tollen Soundtrack alles zu überspielen.
Dass dabei die Geschichte zu kurz kommt ist abzusehen, und war auch bei Dunkirk schon der Fall. Es ist nur noch Mittel zum Zweck, und ein einfaches Mittel noch dazu. Es wird viel zu viel offensichtliche Augenwischerei bei Tenet durch zig Begrifflichkeiten die alle clever und intelligent wirken sollen, aber auch nur, weil das ganze nicht im Mittelpunkt steht. Es soll wichtig erscheinen, ist es aber nicht.

Im Grunde ist das "Wie erzählen wir?" interessanter für Nolan als das "Was erzählen wir?".

Klingt alles bestimmt sehr negativ, aber ich wurde gut unterhalten.
Der Soundtrack war fantastisch! Frisch, gewagt und mal endlich KEIN Hans Zimmer. Damit hat sich Ludwig Göransson erstmal einen Platz zu den aktuell interessantesten Komponisten gesichert.
Washington, Pattinson und Debicki - allesamt fabelhaft. Simple Rollen, ohne viel Schnickschnack aber durchweg charismatisch!
Branagh war hart an der grenze zum genussvollen Overacting und selbst wenn, wäre es immer noch toll gewesen. Der Mann hatte sichtlich Spaß an der Rolle.

Der einzig große negative Punkt den ich habe ist, dass der Film einfach zu lang war. Das Finale war durch seine reine Oberflächlichkeit vollkommen überzogen und langweilig. Und es hat sich gezogen.
Das hätte vielleicht kleiner und persönlicher durchaus besser funktioniert.
 

Woodstock

Z-King Zombies
Gestern gesehen. Schauspielerisch unbedeutende Effekthascherei, der trotz Überlänge gehetzt wirkt. Nolan präsentiert sein Gimmick, welches ihm zu tollen Bildern verhilft, aber sich charakterlich und inhaltlich im unlogischen Plot verliert. Besonders das Finale ist unnötiges Rumgewusel, ohne wirklichen Sinn oder Notwendigkeit. Buddel das dumme Gerät halt nach der Explosion aus, bevor “die Zukunft“ es kriegt. Auch so manche temporal aufwendige Kampfszene wirkt eher unfreiwillig komisch.

Tenet will kompliziert und klug wirken ist aber, beim genaueren nachdenken, eher das Gegenteil. Das weiß Nolan, weswegen er sich mehr auf das Technische konzentriert und seine Erklärungen dürftig ausfallen. Leider zerstört aber die etablierte Filmlogik den gesamten Plot komplett. Jetzt könnte man meinen, ohne diese fehlende Logik gibt es keinen Film, ich hingegen stelle die Frage, brauche ich einen solchen Film, von jemanden der es eindeutig besser kann?

Die Musik, wenn auch mit der ein oder anderen auffallenden Note und besonderer Verflechtung mit dem Gesehenen, bleibt leider weit hinter den bombastischen Soundtracks zurück, welche sonst Nolans Werke ergänzen.

Insgesamt würde ich Tenet gerne mögen aber es fällt mir schwer. Nolan glaubt komplex ergibt gut aber Tenets Komplexität ist mehr Schein als Sein. Ironischerweise hätte Tenets Drehbuch, seine Choreografie und insgesamt irgendwie der ganze Film mehr Zeit gebraucht.
 

Accandon80

Active Member
Ich war gestern im Kino und muss sagen, mir hat der Film gefallen. Der Zeitrahmen war vielleicht ein wenig kurz und man hätte ihn ausführlicher gestallten können, aber im großen und ganzen habe ich den Film genossen. Die Sounds haben mich teilweise auch an Dark erinnert.
 

Rantman

Formerly known as Wurzelgnom
Seit Donnerstag auf Blu Ray erhältlich.

Gestern angeschaut.
Ganz eindeutig ein Konzept Film, bei dem Handlung und Charaktere nur dazu dienen, das Konzept vorzutragen.
Das Konzept ist interessant und gut gemacht und nach einigem Nachdenken auch sinnvoll und ohne große Logiklöcher vorgetragen. Da ich das Konzept mag und generell ein Fan davon bin, wenn Sci FI Mambo Jambo sich zumindest an eigene gesetzte Regeln hält, hat der Film durchaus Spaß gemacht.

Leider gibt es Abseits vom Konzept nicht viel gutes. Der Protagonist - der tatsächlich auch so heißt - ist im Grunde eine leere Hülle ohne echten Charakter. Auch die anderen Charaktere können keine Emotionen rüber bringen. Nolan ist ja bekannt dafür, dass seine Filme in diesem Bereich schwächer sind. Das ist hier bei Tenet noch stärker zu sehen als bisher.
Gerade im Vergleich mit Inception, der in vielen Dingen ähnelt, fehlt einfach die Emotionale Komponente eines Di Caprio, der seine Kinder sehen will und in Träumen mit seiner Frau klar kommen muss. Hier gibt es nichts dergleichen.
Am ehesten noch die weibliche Hauptfigur. Die aber (scheinbar gewollt) eiskalt und innerhlich tot rüber kommt.
In dem Film gibt es Time Mambo Jambo und im ganzen Film reagiert nicht eine Person überrascht. Alle nehmen es hin, als wäre es das natürlichste von Welt. Dadurch wirken Charaktere nie echt, nie geerdet und eben nur wie seelenlose Hüllen, um dem Plot zu dienen.

Der Plot selbst - wenn man ihn dann irgendwann gänzlich vor Augen hat und verstanden hat - ist dann auch im Grunde nichts besonders, weder spannend noch interessant. Die "Twists" waren im Grunde auch alle meilenweit vorher telegrafiert. Sodass im Endeffekt ein aufmerksamer Beobachter schon vorher auf gewisse Ideen kommen kann.
Am interessantesten bleibt dann am Ende der Punkt, der nie wirklich aufgelöst wird, aber wenn man die Puzzel zusammen setzt, dann doch auch eine mögliche Interpretation ist:
Neil ist der erwachsene Max(imiLIEN)

Selbst die Action Sequenzen - die zugegeben durch das Konzept ungewöhnlich und cool sind - hinterlassen trotzdem keinen wirklich spaßigen Eindruck. Ich war so sehr damit beschäftigt, zu verstehen, was vor sich geht, dass ich die Sequenzen nicht wirklich als reine Unterhaltung genießen konnte.

Das Konzept lädt im Grunde dazu ein, dass der Film mehrfach geschaut wird.... aber im Grunde hat man das ja bereits bei der ersten Sichtung. Dadurch ist für mich der Wiederschau Wert kaum gegeben.

Hatte ich Spaß? Ja.
Trotzdem mit Abstand einer der schwächsten Nolans. Ich glaub nur Dark Knight Rises war schlechter. (Dunkirk nicht gesehen).
Ich rechne Es Nolan trotzdem hoch an, dass er als einer der wenigen (einzige?) im Geschäft, Blockbuster mit Original Stories dreht, bei denen man auch ein wenig mitdenken muss.
Ich mag auch Marvel Filme und co, dennoch ist es einfach schön in mitten der riesigen Franchises zwischendurch etwas anderes zu kriegen.
Trotz der merklichen Schwächen gebe ich daher 6-7/10
 
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