Uwe Boll - Diskussion

Rantman

Formerly known as Wurzelgnom
Ernsthaft Knobel? Du fragst, warum in einem Filmforum in einem Boll Thread seine Arbeit bewertet wird?
Vlt redest NUR du von seiner wirdchaftlichen Einordnung. Alle anderen reden von seinen Qualitäten. Und das ist hier im Thread auch angebracht und ok.

Wenn gefühlt jede Person, die mit dir eine "Unterhaltung" führt, dich nicht versteht... vlt wäre ein bischen Einsicht ganz gut, was wohl bei allen diesen Diskussionen der gemeinsame Nenner ist:

Du. Und die Tatsache, dass du die Argumente und Meinungen anderer für nicht relevant hälst.

Warum bist du überhaupt noch hier im Forum, wenn dir andere Meinungen gleichgültig sind?
 

Deathrider

The Dude
Er wird von seinen "Fans" oder Kennern überschätzt und das im Bezug auf seine Relevanz. Meine Meinung das er überschätzt wird, zeigt sich schon alleine dadurch das er einen eigenen Thread mit 38 Seiten, 749 Beiträgen und 99000 Aufrufe hat.
Es sind Streitgespräche wie diese hier die einen Thread am Laufen halten, nicht das einhellige Preisen von Bolls Werken. Wenn die Beliebtheit eines Films an der Zahl der Posts im Thread gemessen wird, wi denkst Du läge dann TLJ auf der Beliebtheitsskala? :wink:
Rückschlüsse auf die Relevanz des Diskussionsgegenstandes zu ziehen wäre falsch. Es ist eher ein Ausdruck dafür was Diskussionsteilnehmer anzieht und das ist offenbar Drama, Verriss, Polarisierung. Dinge die synonym mit Boll sind.

Und nein, als Filmeschaffender ist Boll definitiv nicht relevant, genauso wenig wie seine Werke künstlerische Relevanz besitzen. Ich sehe ihn mehr als Promi, der zufälligerweise Filme von fast ausschließlich zweifelhafter Qualität gemacht hat.

In beiden Fällen ist der Fan verärgert, das kann man sicherlich so sagen.
Und das ist für mich das Ausschlaggebende.

Glaubst Du wirklich, dass die Fans nicht erkennen und keinen Unterschied dabei machen, wieso ein Film gescheitert ist?
Zumindest glauben sie einen Unterschied erkennen zu können. Die Information, ob der Unterschied tatsächlich besteht und ob dieser dann auch noch ein potentielles Zünglein an der Waage hätte gewesen sein können, ist nur absoluten Insidern zugänglich.

Was ist denn wenn DUNE, der neue Film von Villeneuve nicht so toll werden sollte?
Glaubst Du die Fans werden Villeneuve dafür hassen? Ganz sicher nicht. Jeder weiß, wie sehr der Regisseur an dem Stoff hängt und wie leidenschaftlich er daran gearbeitet hat, die Fans zufrieden zu stellen.
Das liegt meines Erachtens daran, dass Villeneuve bereits mehrfach unter Beweis gestellt hat, ein hervorragender Regisseur zu sein. Ein Anderson zieht seine ganze positive Reputation aus einem einzelnen Film: Event Horizon. Wohlgemerkt keine Vorlagenverfilmung.

Ich möchte auch noch erwähnen, dass Bolls Spiele Verfilmungen nicht einfach nur schlecht sind, sie sind grottenschlecht. Es gibt viele schlechte Spieleverfilmungen, aber viele sind häufig einfach nicht besonders gut gelungen. Nicht so bei Boll, er hat schlechte Spieleverfilmungen quasi auf ein neues Level gehoben.
Das halte ich für eine überemotionalisierte und selbstzentrierte Darstellung. Wenn ein Film ungenießbar schlecht ist, dann sind meines Erachtens qualitative Abstufungen hinfällig. Und nur weil Du Bolls Filmen keinen "So schlecht, dass es mit viel Bier und Freunden doch wieder lustig ist"-Status anerkennen kannst, heißt das nicht, dass das für andere Personen nicht gilt. Und diese Personen gibt es. Irgendwer muss ja doch die DVDs geliehen haben, sodass es sich lohnt den Quatsch zu verfilmen.

Es ist ok, wenn Du diese Meinung vertrittst, ich tue mich damit aber doch sehr schwer.
Mehr oder weniger unterstellt man damit doch allen Regisseuren, dass die alles das was sie machen, nur des Geldes wegen tun.
Mehr oder weniger ist es meiner Meinung nach auch so. Möglicherweise sehe ich das zu zynisch, aber im gleichen Maße glaub ich dass Du es vielleicht zu sehr romantisierst.
Filme zu produzieren ist ein knallhartes Milliardengeschäft mit jeder Menge Lug, Trug, Vetternwirtschaft, Gefallen und Gegengefallen, Image, Erpressung, Sucht, Drogen, Objektivierung von Menschen, Versicherungsgedöns... Und mit etwas Pech ist einer Deiner Lieblingsfilmemacher oder -Schauspieler in noch finsterere Dinge verwickelt.
Es ist eine Industrie. Natürlich geht es da 99% der Filmschaffenden um Geld. Sicher ist da auch der eine oder andere unverbesserliche Künstler dabei, der nur der Kunst wegen dabei ist. Die restlichen Filmkunstschaffenden sind (Kunst)Handwerker. Daran ist nichts Verwerfliches, denn auch große Maler verdingten sich als Auftragnehmer. Trotzdem ist es ein Job. Mehr nicht.

Es also keine dieser sogenannten "Traumprojekte" gibt, die ein Regisseur seit der Kindheit vor sich hertragen.
Vorsicht! Du vermischst da grade Videospiele und Bücher. Bücher die etwas älter sind (so alt dass es ein Kindheitstraum eines gestandenen Regisseurs sein kann) sind wahrscheinlicher als Projekt angegangen zu werden hinter dem eine künstliche Vision steckt. Videospiele (und aktuelle Buch-Bestseller) werden oft wegen ihrer (relativ) aktuellen Popularität aufgegriffen.
Und ich sage nicht, dass es Traumprojekte hinter denen Leidenschaft und Vision steckt nicht gibt. Aber da ist es oft ein Kampf bis sowas grünes Licht bekommt. Es läuft meistens so dass ein Studio sagt "Wir haben die und die Lizenz bekommen und möchten innerhalb von n Jahren etwas dazu produzieren. Gibt's da schon ein Script das wir kaufen können? Nein? Dann soll X eines schreiben (oder wenn es schneller gehen soll ein bestehendes was nichts mit der Vorlage zu tun hat darauf anpassen). Als Regisseur haben wir Y und Z unter Vertrag. Y ist gut, aber schwierig und neigt dazu das Budget zu sprengen. Z ist ein Ja-Sager, bleibt aber in der Regel unter Budget, hat Erfahrung mit Videospielgedöns, kann sich verkaufen und seine Filme machen Gewinn. Z macht's!".
 

Woodstock

Z-King Zombies
Knobel du stellst so viele Fragen, dass man gar nicht auf alle eingehen kann. Außerdem verteidigst du ihn so sehr, dass man annehmen könnte, dass er dir mal eine Niere gespendet hat.
Wenn wir nur objektiv an Bolls wirtschaftliche und internationale Leistung als Filmemacher rangehen, mag ich behaupten, das Wolfgang Petersen und auch Roland Emmerich jeweils erfolgreicher waren als er. Beide waren qualitativ und inhaltlich auch besser. Zudem hat Boll meist mit kleinen Teams gearbeitet und Petersen und Emmerich mit wesentlich größeren und konnten es trotzdem organisieren. Außerdem glaube ich, dass Filme wie Lola rennt, Schuh des Manitu oder Der Untergang international bekannter und höher geschätzt werden, als jeder Boll Film.

Boll hat viele Filme gemacht aber Quantität über Quantität zu stellen erscheint in dieser Branche fehl am Platz. Auch wenn es dir in dieser Diskussion nicht darum geht, uns allen geht es nun mal darum. Für uns alle zählen diese Argumente nun mal. Das sie für dich nicht relevant sind, ändert daran nichts.

Boll hat aber eine Sache geschafft. Er hat fast im Alleingang dafür gesorgt, dass das Wort “Computerspielverfilmung“ ein Unwort wurde. Und das ist doch auch was!

Wenn man unsere Existenz in Relation zum Kosmos stellt, sind wir sowieso alle irrelevant.

@Deathrider
Ne, TLJ war und ist Mist. Die Diskussion kam dadurch, da das viele einfach nicht auf Anhieb verstehen wollten. :ugly: [Öl ins Feuer gieß Smilie]
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Ob er die offiziell lizensiert hat? :hae:
Und ironisch, dass die Produktion EVENTFILM heißt, das Bildmaterial aber nicht gerade nach..... Event ausschaut.
 

Måbruk

Dungeon Crawler
Leider etwas unter Stress, finde die Themen aber interessant.

Das liegt meines Erachtens daran, dass Villeneuve bereits mehrfach unter Beweis gestellt hat, ein hervorragender Regisseur zu sein. Ein Anderson zieht seine ganze positive Reputation aus einem einzelnen Film: Event Horizon. Wohlgemerkt keine Vorlagenverfilmung.

Ich bin auch kein Anderson Fan, ich mag seine Filme bis auf den besagten nicht. Und mit AvP hat er für mich sogar so ein kleines Hassprojekt am Stecken. Dennoch lässt mich der Regisseur im Gegenatz zu Boll relativ kalt.
Ich könnte jetzt sagen, Anderson hat bislang außer Alien kein Thema verhunzt, dass mir wirklich wichtig war. Aber eigentlich sind mir die Spiele die Boll verhunzt hat, auch ziemlich egal. Daher meine ich das auch recht sachlich bewerten zu können, mir sind Bolls Filme eigentlich ziemlich egal. Ich bewerte diese eher als Außenstehender.
Dennoch habe ich bei Anderson nicht den Eindruck, dass er mit dem Stoff den er verfilmt, so gar nichts am Hut hat. Wenn er eine Milla Jovovich immer wieder davon überzeugen kann, in seinen Filmen mitzuspielen, dann kann er nicht so viel falsch machen. Jovovich hätte sicher auch andere Filmprojekte annehmen könnnen.
Ich finde seine Filme nicht besondersn toll, aber grottig schlecht sind sie auch nicht, sie sind halt nicht besonders gut gelungen. Allerding sage ich das nicht als jemand, der sene Filme wirklich gut kennt. Ist eher ein Eindruck von mir und wird durch das, was ich über seine Filme gelesen habe, eher bestätigt.
So rein menschlich, privat, habe ich von Anderson selbst nocht gar nichts gehört. Vielleicht weil er selten seine private Meinung Preis gibt, vielleicht weil ich nicht drübergestolpert bin.
Eigentlich ist das auch etwas, das ich Boll positiv anrechnen würde, dass er unangepasst ist und seine Meinung sagt, auch wenn es ihm zum Nachteil kommt. Aber das was er sagt, das geht einfach gar nicht. Aus meiner Sicht ist das so ein typischer Aluhutträger, der glaubt, dass Bill Gates mit dem Corona Virus die Menschen versklaven will und kleine Kinder frisst.
Aber weil ich ja fair sein will, will ich auch nicht leugnen, dass ich nach diesem Satz Mal kurz gegoogelt habe und zumindest diese Befürchtung widerlegen kann. :smile:) (auch wenn die Frisur im Video "Quelle" erst Mal anderes vermuten lässt).

"Hi ho here is Uwe Boll, here. I wanted you all to know that you need to stay inside and take this virus serious. You will infect others and you will cause more deaths. So please do not gather - that includes you fucking Juggalos! (...)"

Aber wie auch immer, Anderson und Boll sind für mich schon zwei verschiedene Welten, wenn ich auch beide nicht besonders mag.

Und nur weil Du Bolls Filmen keinen "So schlecht, dass es mit viel Bier und Freunden doch wieder lustig ist"-Status anerkennen kannst, heißt das nicht, dass das für andere Personen nicht gilt.

Das fällt mir in der tat schwer, dazu ist mir das Ganze Bollsche Machwerk einfach zu billig.
Der Super Mario Reality Verfilmung gestehe ich das bspw. zu. Der Film ist zwar auch grottig schlecht und passt so wenig zur Vorlage, wie wahrscheinlich keine andere Spiele Verfilmung, aber der Regisseur hat hier echt Leidenschaft reingesteckt. Ihm war die Vorlage zwar egal, aber nicht der Film selbst.
Aber wie gesagt, Bolls Filme sind mir einfach zu bilig und geschmacklos schlecht.
Dass es Leute gibt die das trotzdem mögen, mag es natürlich geben. Aber ich finde, der Erfolg an der Kasse, wenn es denn einen gegeben hat, ist den Franchises zu verdanken, nicht den Filmen selbst.

Filme zu produzieren ist ein knallhartes Milliardengeschäft mit jeder Menge Lug, Trug, Vetternwirtschaft, Gefallen und Gegengefallen, Image, Erpressung, Sucht, Drogen, Objektivierung von Menschen, Versicherungsgedöns... Und mit etwas Pech ist einer Deiner Lieblingsfilmemacher oder -Schauspieler in noch finsterere Dinge verwickelt.

Da bin ich absolut bei Dir, sehe ich auch so.

Es ist eine Industrie. Natürlich geht es da 99% der Filmschaffenden um Geld. Sicher ist da auch der eine oder andere unverbesserliche Künstler dabei, der nur der Kunst wegen dabei ist. Die restlichen Filmkunstschaffenden sind (Kunst)Handwerker. Daran ist nichts Verwerfliches, denn auch große Maler verdingten sich als Auftragnehmer. Trotzdem ist es ein Job. Mehr nicht.

Ich sehe beides nicht im Widerspruch. Natürlich wollen die alle Geld damit verdienen. Aber warum kann man nicht Geld verdienen und gleichzeitig möglichst die Stoffe wählen, die einen auch interessieren?
Natürlich hat man gerade zu Beginn der Karriere nicht die große Auswahl oder ist vielleicht froh, wenn man überhaupt etwas drehen darf. Aber auf längere Sicht würde ich selbst zumindest denken, streben doch die meisten Regisseure an, Filme verwirklichen zu können, die sie auch wirklich machen möchten und damit dann trotzdem Geld zu verdienen.
Wo ist denn der Unterschied zu Musikern? Wenn es denen nur um Geld ginge, würden die Death Metaller sicher kein Death Metal spielen, sondern Rammstein nacheifern, oder sogar Lady Gaga. Die machen das doch auch, weil sie es lieben diese Musik zu machen und nicht (nur) des Geldes wegen. Wieso ist das bei einem Regisseur anders?

Vorsicht! Du vermischst da grade Videospiele und Bücher. Bücher die etwas älter sind (so alt dass es ein Kindheitstraum eines gestandenen Regisseurs sein kann) sind wahrscheinlicher als Projekt angegangen zu werden hinter dem eine künstliche Vision steckt. Videospiele (und aktuelle Buch-Bestseller) werden oft wegen ihrer (relativ) aktuellen Popularität aufgegriffen.

Ok, muss ehrlich sagen, dass ich den Unterschied nicht so ganz verstehe. Vielleicht auch gerade deshalb, weil mir selbst erst Mal unzählige Spiele einfallen würden, die ich gerne als Film umsetzen würde. Ein Traum von mir wäre bspw. einen adäquaten Monkey Island Film umzuseten, mit all dem ganzen Charme und Witz, das diese Spiele ausmacht.
Aber letztlich geht es mir nicht um Träume, sondern einfach darum, dass jeder Regisseur seine Vorlieben hat und diese sicher auch im Film ausleben möchte. Das finde ich menschlich. Geld verdienen schließt sich da nicht aus.

Es läuft meistens so dass ein Studio sagt "Wir haben die und die Lizenz bekommen und möchten innerhalb von n Jahren etwas dazu produzieren. Gibt's da schon ein Scrip

Ich weiß nicht genau wie es da abläuft, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Produzenten für die neue Lizens dann einen Regisseur nehmen, der wie Uwe Boll null Bezug zu dem Stoff hat und von vornherein weiß, dass er Bockmist fabrizieren wird. Ich würde als Produzent jemand nehmen, der sich in diesem Genre bereits bewährt hat und ggf. auch irgendeinen Bezug zu dem Stoff hat. Letztlich will man doch gerade bei einem Franchise Film, auch irgendwie die Fans hinter sich versammeln. Das sichert ja auch einen größeren Erfolg.
Ebenso kann ich als Regisseur denke ich meinen Werdegang einigermaßen beeinflussen, in welche Bereiche ich mich vortaste. Ein Regisseur mit einem Horror Faibel wird sich wahrscheinlich im Horror Genre herantasten und bei entsprechender Qualität, auch weiterhin Horror Scripte angeboten bekommen.

Aber ich kenne mich da natürlich nicht so aus, für mich wäre das einfach logisch, darauf beruht meine Argumentation. :wink:
 

Måbruk

Dungeon Crawler
Ich sag Mal so, ja ich weiß es, aber als ich Sie in meinem Text erwähnt hatte, habe ich zugegebenermaßen nicht daran gedacht. :wink:
Bin mir aber nicht sicher ob das einen Unterschied macht. Eine beliebte Schauspielern mit unzähligen Angeboten dürfte sie trotzdem sein, oder?
Sie steht auch zu 100% hinter ihren RE Verfilmungen und schwärmt von diesen Filmen. Das kann am Ende auch einfach nur Marketing sein, aber es wirkt zumindet anders auf mich. Ich glaube Sie hat richtig Bock darauf.
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Mit oder ohne Anderson Anbindung, Milla ist immer super. Ich hab noch nie gesehen, dass die sich faul durch eine Rolle gegähnt hat, wie etwa Bruce Willis. Gut, da kann man argumentieren dass Willis größere, wichtigere Filme in seinem Portfolio hat, aber sowas wie Stirb 5 oder Cop Out würd die uns nie antun.
 

Deathrider

The Dude
Wenn er eine Milla Jovovich immer wieder davon überzeugen kann, in seinen Filmen mitzuspielen, dann kann er nicht so viel falsch machen. Jovovich hätte sicher auch andere Filmprojekte annehmen könnnen.
Wir reden hier von Milla Jovovich, nicht von Meryl Streep! Die macht doch momentan nichts anderes als in Andersons Filmen mitzuspielen. Warum auch immer. Glaube fast nicht dass sie viele andere Angebote bekommt.

Der Super Mario Reality Verfilmung gestehe ich das bspw. zu. Der Film ist zwar auch grottig schlecht und passt so wenig zur Vorlage, wie wahrscheinlich keine andere Spiele Verfilmung, aber der Regisseur hat hier echt Leidenschaft reingesteckt.
Ne ne ne... das Studio hat unverständlich und obszön viel Geld reingesteckt (für damalige Verhältnisse). Nicht mit Leidenschaft verwechseln. :wink:

Natürlich wollen die alle Geld damit verdienen. Aber warum kann man nicht Geld verdienen und gleichzeitig möglichst die Stoffe wählen, die einen auch interessieren?
Wie Du schon richtig vermutest hat da nicht jeder Regisseur groß die Wahl. Im Gegenteil können nur wenige in Hollywood quasi machen was sie wollen. Die meisten haben keinen oder nur wenig Einfluss auf final Cut, welches Script verfilmt wird (das entscheiden die Producer auf Grundlage dessen was sie denken was ins Budget passt und das ist meistens eher nicht das was nah an der Vorlage liegt), welche Akteure angeheuert werden (Gefallen und Vetternwirtschaft) usw... was meinst Du, warum Regisseure gegangen werden wegen "kreativen Differenzen"? Das will keiner. Jeder will seinen Job behalten und Geld verdienen. Manche sagen dann eher mal Ja und Amen, auf Kosten der Vorlagentreue als andere.
Wenn das Studio sagt "He-Man reist zur Erde, weil das billiger ist", dann setzt Du das um oder wirst gefeuert.

Aber auf längere Sicht würde ich selbst zumindest denken, streben doch die meisten Regisseure an, Filme verwirklichen zu können, die sie auch wirklich machen möchte
Klar tun sie das. Aber wie gesagt schaffen es die wenigsten, es sei denn Vitamin B12 ist im Spiel. Zumal ist es auch eine Geldfrage. Genau wie Schauspieler, die vielleicht gerne mal in Dramen spielen würden, in Actionrollen aber lieber gesehen und besser beworben werden können, bekommen auch Actionregisseure für Actionfilme mehr Geld als für Komödien. Deshalb bekommt ein Anderson auch ständig alle Videospiele Verfilmungen. Nicht weil die Filme tolle Kritiken bekommen, sondern weil sie ausreichend mehr Geld einspielen als sie kosten und man mit ihnen das Kinojahr auffüllen kann. Kann es nicht sein dass ein Anderson auch gerne mal was anderes machen würde? Aber er macht es nicht, weil es sich so halt rentiert.
Das hat nichts mit Gier zu tun. Du musst mit einer Gage ein ganzes Jahr überbrücken können, oder mehrere. Was meinst Du, warum selbst berühmte Schauspieler so in Geldnot kommen, dass sie ihre Seele an Scientology verkaufen? Nicht unbedingt weil sie alles verprassen, sondern wegen unzureichendem Management.

Wo ist denn der Unterschied zu Musikern? Wenn es denen nur um Geld ginge, würden die Death Metaller sicher kein Death Metal spielen, sondern Rammstein nacheifern, oder sogar Lady Gaga. Die machen das doch auch, weil sie es lieben diese Musik zu machen und nicht (nur) des Geldes wegen. Wieso ist das bei einem Regisseur anders?
Du gehst davon aus, dass das gemeine Death Metal Bandmitglied nur von der Musik allein lebt und NUR das tut was es liebt und damit genug Geld verdient. Die Wahrheit ist, dass die allermeisten Musiker noch anderen Jobs nachgehen. Ein ehemaliger Mitberufsschüler von mir war Arbeitskollege eines Bandmitglieds der recht bekannten deutschen Heavy Metal Band Grave Digger. Vielleicht kann ein Tobias Sammet (Edguy) von der Musik allein leben (wobei er auch noch Gagen von Rasiosendern für regelmäßige Sendungen einstreicht), aber das Rockstarleben ist weder leicht zu erreichen noch leicht aufrecht zu erhalten. Klar wären gerne tausend Bands so erfolgreich wie Rammstein, aber das geht leider rein rechnerisch nicht. Insofern: Ja, es ist nicht viel anders. Aber es ist anders als Du es Dir grundsätzlich vorstellst. Wenn Cannibal Corpse ein Äquivalent als Filmregisseur hätte, dann wäre es ein auf Horrorfilmfesten von Gorehounds gefeierter Indiefilmer, kein James Wan.

Aber letztlich geht es mir nicht um Träume, sondern einfach darum, dass jeder Regisseur seine Vorlieben hat und diese sicher auch im Film ausleben möchte. Das finde ich menschlich. Geld verdienen schließt sich da nicht aus.
Und was lässt dich glauben, dass Videospiele bei jenen Regisseuren die sich überhaupt ausleben können den gleichen Stellenwert haben wie bei Dir?
Viel wichtiger ist aber die Frage: Was lässt dich glauben dass Produzenten und Studioexecutives auf kreativer Ebene daran interessiert sind? Ohne die geht nichts (es sei denn Du bist budgettechnisch limitierter Indiefilmer) und das sind meistens keine jungen Leute, die Verständnis für Videospiele haben das über "Geldquelle" hinaus geht. Es ist ja gefühlt grade erst passiert, dass sie entdeckt haben dass selbst Comics mehr sein können als geldbringendes Spektakel. Videospiele sind für die "Junge Leute mögen es irgendwie. Heißt, durch die Bank weg besteht es nur aus Action und engen Hosen. Dafür braucht man keinen Villeneuve".

Ich weiß nicht genau wie es da abläuft, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Produzenten für die neue Lizens dann einen Regisseur nehmen, der wie Uwe Boll null Bezug zu dem Stoff hat und von vornherein weiß, dass er Bockmist fabrizieren wird. Ich würde als Produzent jemand nehmen, der sich in diesem Genre bereits bewährt hat und ggf. auch irgendeinen Bezug zu dem Stoff hat.
Das "Problem" ist halt, dass Boll seine Filme selbst produziert. Er ist halt der Indiefilmer der tun kann was er will. Budgettechnisch steht er etwas besser da als manch anderer Indiefilmer, weswegen seine Filme (auch wegen des Vertriebs und der Stars die darin auftreten weil das deren Agentur sagt dass sie da spontan noch frei sind und die Gage mitnehmen möchten) eher mit Hollywoodfilmen verglichen werden. Den Vergleich kann er wiederum rein kreativ nicht gewinnen. Vergleicht man ihn aber mit einem Torfkopf wie Olaf Ittenbach, kommt man dem schon etwas näher.

Ebenso kann ich als Regisseur denke ich meinen Werdegang einigermaßen beeinflussen, in welche Bereiche ich mich vortaste. Ein Regisseur mit einem Horror Faibel wird sich wahrscheinlich im Horror Genre herantasten und bei entsprechender Qualität, auch weiterhin Horror Scripte angeboten bekommen.
So ist es auch, wie bereits erklärt. Aber das ist es eher was die Leute bei einem Genre hält und nicht für Diversität in der Vita sorgt.

Das kann am Ende auch einfach nur Marketing sein, aber es wirkt zumindet anders auf mich. Ich glaube Sie hat richtig Bock darauf.
Sie ist Schauspielerin. So zu tun als ob ist ihr Beruf! Den Vorgang den Du da beschreibst nennt man Promotion. Und wenn Fans drauf abfahren dann ist das gleichbedeutend mit megr Einspiel.
Wobei... witzig wäre ja, wenn sie wirklich der Zocker wäre und der Grund warum Anderson nix anderes verfilmen darf, obwohl er lieber Romantische Komödien mit Sandra Bullock drehen möchte.
 
Zuletzt bearbeitet:

Cimmerier

Well-Known Member
Ich finde, man muss sch vom Gedanken distanzieren, dass Regisseure alle aus Leidenschaft getrieben werden. Auteure gibt es, aber nicht viele und die wenigstens können tun und lassen, was sie wollen. Am Ende ist es auch "nur" eine Möglichkeit Geld zu verdienen. Das muss man in meinen Augen weniger idealisiert und romantisch und viel pragmatischer betrachten. Michael Caine ist auch nicht stolz darauf, dass er bei Jaws 4 mitgespielt hat, aber dafür umso mehr auf das Haus, welches er von seiner Gage gekauft hat. In einer idealen Welt, würden die Regisseure, Schauspieler und alle an der Produktion beteiligten Personen nur an Projekten mitwirken, die ihnen am Herzen legen. In der Realität muss man häufig einfach nehmen, was man gerade bekommt, um die Rechnungen zu bezahlen.
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Mir scheints eher, als sei sie ziemlich glücklich damit. Als wenn sie nicht locker sofort ne Netflix Serie kriegen könnte. Dann wär sie aber monatelang von ihrer Family entfernt.

Streep Projekte wie Im August in Osage County macht sie ja eh nicht. Glaub nicht, dass sie eigentlich Prestigefilme mit Scorsese und co machen will und Filme wie Hellboy mit Scham und Frust macht.
 

Revolvermann

Well-Known Member
Ich glaube, dass sie eigentlich gute Filme mit Scorsese und Co. machen will, diese sie aber nicht besetzten und sie stattdessen Filme wie Hellboy aus finanziellen Gründen macht.
Projekte wie Im August in Osage County macht die eh nicht, weil die Leute wissen (und sie selbst wahrscheinlich auch), dass sie keine Maryl Streep ist.
Kann ja auch nicht jeder sein.:smile:
 

TheRealNeo

Well-Known Member
Teammitglied
Streep Projekte wie Im August in Osage County macht sie ja eh nicht. Glaub nicht, dass sie eigentlich Prestigefilme mit Scorsese und co machen will und Filme wie Hellboy mit Scham und Frust macht.

Die wird sie aber leider auch nicht so sehr angeboten bekommen bzw. ist dann eben die Frage, was sie dafür absagen muss.

Sieht man ja auch gut an den Auszügen aus den Memoiren von Matthew McCoaunghey was die Tage durch die Presse ging.

“The romantic comedies remained my only consistent box office hits, which made them my only consistent incoming offers,” McConaughey writes. “For me personally, I enjoyed being able to give people a nitty-minute breezy romantic getaway from the stress of their lives where they didn’t have to think about anything, just watch the boy chase the girl, fall down, then get up and finally get her. I had taken the baton from Hugh Grant, and I ran with it.”

Moving on for McConaughey meant turning down one of the biggest offers of his career: a $14.5 million paycheck in 2010 to make another rom-com. McConaughey does not reveal which rom-com he rejected, but turning down $14.5 million makes it clear how serious he was about saying goodbye to the genre that made him a household name.
“I declined the offer,” McConaughey writes. “If I couldn’t do what I wanted, I wasn’t going to do what I didn’t, no matter the price.”

 
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