James Bond 25: No Time To Die (2020) ~ Daniel Craigs letzter

TheRealNeo

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Teammitglied
Ich glaube man tut sich da keinen Gefallen, wenn man wirklich ernsthaft in diesem Franchise James Bond in eine weibliche Figur umwandelt.
Klar hat man erstmal den Werbe-Bonus von dem Franchise, aber dann vielleicht doch lieber ernsthaft eine Agentin ohne diese Bond.Last aufbauen. Also eben mehr sowas wie SALT mit Angelina Jolie. Also eben eine unverbrauchte Marke, die weniger Angriffsfläche bietet.
 

TheReelGuy

Well-Known Member
TheRealNeo schrieb:
Klar hat man erstmal den Werbe-Bonus von dem Franchise, aber dann vielleicht doch lieber ernsthaft eine Agentin ohne diese Bond.Last aufbauen.
Da liegt ja irgendwo das Problem an der ganzen Sache! Wenn man ein weiblichen Action-Film an den Start bringt, gehen sie meist aufgrund der Vielzahl von etablierten Action-Stars und von Männern angeführten Action-Reihen unter. Wenn man dann ein vormals männliches Franchise mit Schauspielerinnen besetzt, um der ganzen Sache eine gewisse Starthilfe zu geben, werden die Vergleiche rausgeholt und die ganzen misogynen Gestalten kommen aus ihren Löchern gekrochen, weil sie ihre Testosteron-Streifen nicht mit Mädchen teilen wollen. Selbst im Fall von "Mad Max: Fury Road", der es vermutlich wie kein zweiter Film geschafft hat, starke Frauenfiguren neben dem altbekannten Helden zu etablieren, wird zur Zielscheibe von Leuten, die es einfach nicht sehen können, dass Frauen auch einen Platz im Action-Kino haben.

Ich glaube irgendwie, dass man in der Hinsicht einfach super schwer gewinnen kann. Nichtsdestotrotz finde ich es wichtig, dass man zumindest versucht mehr Frauen in Actionfilmen zu besetzen. Die Ergebnisse können sich ja wirklich sehen lassen. Als Beispiele seien mal "Atomic Blonde", "Haywire" oder "Hanna" genannt.​
 

Batou9

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@TheReelGuy:

Keine weitere Version. Ich meine eine weibliche 007 funktioniert nur solange, wie wir im Gegensatz zu James Bond zunächst nicht wissen woran wir sind und sich die Macher im Gegensatz zur jamesbondschen Gewohnheit (Waffe, Spielzeug, Frauenheld, Dresscode) an nichts bisherigem festhalten. Und dann müssen sie über viele Filme hinweg etwas erschaffen, das einen Wiedererkennungswert, eine hohe Erwartung beim Zuschauer weckt. Lass es einen Tick, eine völlig schockierende aber lustvolle Art & Weise der Gegenerbekämpfung sein. Oder eine Intelligenz von 007 (kein Teamplay mehr), die erst während des Films ohne Erklärung eines anderen Darstellers aus der Story zum Vorschein kommt (WTF-Moment!). Oder eine Gefühlsschwäche, die 007 nicht zu bekämpfen versucht und dadurch erst über sich hinaus wächst.

Ich will einfach etwas neues, ein Daniel-Craig-Casino-Royal-Fresh-Feeling bei einer Frau, das man abfeiern will, dass einen an nichts bisheriges mehr erinnert und erst recht nicht an hintergründige Genderpolitik oder einen SJW denken lässt.
 

TheReelGuy

Well-Known Member
Ich finde es wirklich schwierig einen weiblichen 007-Film vorzustellen, der eben nicht zumindest in gewisser Weise auf die Gender-Dynamik der Reihe eingeht. Wenn du 10 Leute auf der Straße fragst, was James Bond für sie ausmacht, werden neun davon definitiv erwähnen, dass er ein Frauenheld ist. Zumindest wird er so in den meisten Filmen dargestellt. In den älteren Filmen äußert sich das für heutige Verhältnisse deutlich unangenehmer, wenn ich da an die Scheunenszene in "Goldfinger" denke :unsure:

Das hat nichts mit SJWs oder #MeToo zu tun (großartig, dass du das übrigens noch nachträglich in deinen Kommentar eingebaut hast :clap: ), sondern ist einfach ein Teil einer eigentlich schon länger notwenidigen Dekonstruktion der Bond-Formel für das 21. Jahrhundert. Bond ist ein Relikt des Kalten Krieges und so sollten wir das Ganze auch behandeln. Bisher wurde die Rolle immer etwas aufpoliert, scheinbar modern gemacht, aber statt einer Dekonstruktion wurden nur oberflächliche Faktoren verändert, statt mal grundsätzlich an die Formel zu gehen und Grundlegendes zu modernisieren.

Ich stimme dir zu, dass nicht einfach alle Bond-Eigenschaften auf eine weibliche Agentin übertragen sollten. Es sollte - nein - es muss eigentlich etwas neues und frisches sein, weil man eben sonst immer die Vergleiche zieht. Noch haben wir ja aber noch einen ganzen Film mit Daniel Craig vor uns und vielleicht sehnen wir uns dann nach der Übernahme durch Lynch, weil sie in dem Film richtig Eindruck schindet.​
 

Mr.Anderson

Kleriker
TheReelGuy schrieb:
Und spar' dir doch einfach so Seitenhiebe mit "#MeToo" und "SJW", dann können wir uns hier alle etwas zivilisierter unterhalten, ohne gleich wieder in Grabenkämpfe zu verfallen. Danke :smile:
Ähnliche Aussagen wie oben zitierte liest man von dir öfter, eigentlich IMMER in jeder Diskussion zum Thema. Im Gegenzug teilst du in die Gegenrichtung aber mehr als kräftig aus. Daher spar' dir doch einfach so Sätze wie

TheReelGuy schrieb:
die ganzen misogynen Gestalten kommen aus ihren Löchern gekrochen, weil sie ihre Testosteron-Streifen nicht mit Mädchen teilen wollen.
dann können wir uns tatsächlich hier alle etwas zivilisierter unterhalten, ohne gleich in Grabenkämpfe zu verfallen. Danke :smile:

Solche Aussagen wie du sie immer und immer wieder tätigst helfen "der Sache" in keiner Weise sondern verärgern deine Diskussionspartner nur. Wie sowas ausgehen kann, haben wir ja gesehen...
 

McKenzie

Unchained
Für mich ist das easy:

Weiblicher 007 - Machbar, ist ja nur ein Codename der einem Agenten verliehen wird.

Weiblicher James Bond - Doof, weil James ein blöder Name für eine Frau ist.
 

TheReelGuy

Well-Known Member
Ich versuche mich da in nächster Zeit vielleicht etwas gezielter auszudrücken, aber ich muss dazu sagen, dass einen riesigen Unterschied zwischen dem verächtlichen Begriff "SJW", den Seitenhieben gegen die MeToo-Bewegung und Feminismus im Allgemeinen und meinen Äußerungen über eben tatsächlich misogyne Kommentare im Internet gibt. Wenn sich jemand durch mein Zitat angegriffen fühlt, dann sollte man wohl über seine eigenen Einstellungen nachdenken. Und nein, ich werfe ja nicht jedem, der etwas gegen eine weibliche 007 hat, vor eine "misogyne Gestalt" zu sein. Es war auch auf niemanden hier im Forum gemünzt, sondern war einfach wieder einmal das Resultat meiner kurzen Reise in die Untiefen von Film-Twitter.

Also, entschuldige meine Ausdrucksweise in diesem besonderen Fall, aber zwischen den von mir und von dir angesprochenen Dingen bestehen deutliche Unterschiede.​
 

Cimmerier

Active Member
Ich finde es allerdings auch sehr schwierig, auf dem Level einen sinnvollen Dialog zu finden. Ich mag diese verächtlichen Postings von Batou9 nicht, weil sie immer so politisch aufgeblasen sind und Dinge inkludieren, die da einfach gar nichts verloren haben (MeToo beispielsweise). Andererseits kann man auch nicht jegliche Kritik im Keim ersticken, indem man den Skeptikern Misogynie attestiert oder Probleme mit dem Testosteron-Haushalt. Sicherlich gibt es von der Sorte genügend im Internet und die gehen wohl den meisten auf den Senkel. Allein, weil sie eine richtige Diskussion nicht ermöglichen und man nur noch zwischen dem einen Extrem und dem anderen hin- und herpendelt.

Ich für meinen Teil könnte mich damit arrangieren, wenn man die Darstellerin unter 007 auftreten lässt. Aber selbst da frage ich mich, ob das in der Form notwendig ist. Ich bin zum einen nicht der Meinung, dass dieser Ansatz besser zu vermarkten ist, zum anderen erweckt es auch bei mir den Anschein, als wenn man hier verkrampft eine Frau in eine Rolle zu drücken versucht, anstatt sich die Mühe zu machen, etwas eigenständiges zu etablieren. James Bond ist ja ohnehin so ein Beispiel, bei dem sich jeder neue Darsteller Vergleiche mit seinen Vorgängern gefallen lassen muss. Gerade Craig hat eine Präsenz reingebracht, die mir wahnsinnig gut gefallen hat und ich mutmaße jetzt einfach mal, dass man diesen Ansatz mit einer neuen Darstellerin nicht fahren wird. Das schließt sicherlich nicht aus, dass auch ein neuer männlicher Darsteller eine komplett andere Schiene gefahren hätte, aber in diesem Fall dürften die Unterschiede einfach noch viel deutlicher zu Tage treten. Mir ist auch klar, dass das keine Jane Bond wird, nichtsdestotrotz gilt es Fußstapfen zu füllen. Und sicherlich gibt es genügend Leute, die mit Craig nichts anfangen können und gerne wieder den eleganteren Gentleman-Agent wieder haben möchten, da passt es eine weibliche Besetzung vielleicht sogar deutlich besser.
 

Woodstock

Z-King Zombies
TheReelGuy schrieb:
Und spar' dir doch einfach so Seitenhiebe mit "#MeToo" und "SJW", dann können wir uns hier alle etwas zivilisierter unterhalten, ohne gleich wieder in Grabenkämpfe zu verfallen. Danke :smile:
*setzt sich die Pickelhaube auf und plaziert das Bajonet*

Mr.Anderson schrieb:
dann können wir uns tatsächlich hier alle etwas zivilisierter unterhalten, ohne gleich in Grabenkämpfe zu verfallen. Danke :smile:
TheReelGuy schrieb:
Also, entschuldige meine Ausdrucksweise in diesem besonderen Fall, aber zwischen den von mir und von dir angesprochenen Dingen bestehen deutliche Unterschiede.
*setzt Pickelhaube wieder enttäuscht ab und packt das Bajonet wieder ein*
Menno... :unsure:


Zum Thema Jane Bond 007 lässt sich von meiner Seite aus sagen, dass es immer wieder weibliche Agenten im Kino gibt und die nie wirklich groß ankommen. Ich mochte Atomic Blonde zum Beispiel lieber als den letzten Bond aber ein Sequel wird es da nicht geben. Viele Sequels sieht man da allgemein nicht, daher bezweifle ich erstmal, dass sie Bond eine Frau werden lassen. Schlussendlich ist es halt doch ein Geschäft und die meisten Bondfans sind nun mal Männer. Der emotionale Touch von Craigs Bond hat ja auch schon vielen aufgestoßen, daher kann ich mir das momentan noch nicht richtig vorstellen.
 

TheReelGuy

Well-Known Member
Cimmerier schrieb:
Andererseits kann man auch nicht jegliche Kritik im Keim ersticken, indem man den Skeptikern Misogynie attestiert oder Probleme mit dem Testosteron-Haushalt.
Wie gesag, Kritik ist ja auch vollkommen erwünscht, damit wir uns unterhalten und diskutieren können. Wenn aber Argumente, Stichworte und Parolen herangezogen werden, die wirklich nichts mit dem Diskussionsgegenstand zu tun haben oder sich verächtlich über tatsächliche Probleme äußern, ist das nicht okay. Nicht jeder, der sich kritisch über eine weibliche 007 äußert ist misogyn, aber ein Großteil der Argumentation im Netz driftet einfach in diese Richtung ab und eben diese Menschen habe ich gemeint. Über den Testosteron-Haushalt habe ich nichts gesagt. Das ist sowieso ein ganz anderes Thema. :biggrin:

Und sorry, Woodstock, können ja vielleicht mal eine Runde "Verdun" bei Steam spielen. Da gibt's zumindest Grabenkämpfe.​
 

Cimmerier

Active Member
Wie gesagt, ich finde es durchaus berechtigt, Kritik daran zu äußern. Dabei verteidige ich keineswegs den Kram, den Batou da laufend bei so etwas vom Stapel lässt, aber ich empfand dein Posting halt auch etwas übers Ziel hinaus geschossen.
 

TheReelGuy

Well-Known Member
Ist ja auch vollkommen okay. Ich will nur klargestellt wissen, dass ich mich auf eben klar frauenfeindliche Statements im Netz bezogen habe, die eben von misogynen Gestalten kommen, die immer dann aus ihren Höhlen kriechen, wenn sie einen Affront gegen die Männlichkeit zu riechen meinen. Damit ist niemand hier im Forum gemeint, außer die, die eben statt argumentativer Kritik zu äußern, nur Parolen zu bieten haben - was in meinen Augen bisher nicht passiert ist, auch wenn ich Batou's Aussagen irgendwo nicht ganz unkritisch sehe.

Wenn sich jemand angegriffen fühlt, dann tut mir das wirklich leid. Bisher haben wir uns hier sehr sachlich ausgetauscht und ich hoffe, dass eine etwas patzige Äußerung meinerseits das nicht zunichte macht.​
 

Cimmerier

Active Member
Du hast natürlich vollkommen recht, diese Leute gibt es leider. Zuhauf. Ich gehe aber auch davon aus, dass 99,99% der Forenbesucher sich grundsätzlich nicht mit diesen Hatern und deren Argumenten identifizieren können. Ich persönlich fühle mich nicht davon angegriffen oder beleidigt, weil ich mich nicht dieser Fraktion zugehörig fühle. Ich kann allerdings auch nachvollziehen, wenn man der Diskussionsbasis wenig abgewinnen kann.

Grundsätzlich bin ich gespannt, was uns hier als Zuschauer wirklich erwartet. Begeisterung will bei mir noch keine aufkommen. Da würde ich mir lieber was Neues wünschen.
 

TheReelGuy

Well-Known Member
Ich habe nach den Querelen mit Danny Boyle und den vermeintlichen Differenzen zwischen Craig und Fukunaga, auch kein wirklich gutes Gefühl.​
 

TheTiirex

New Member
Ob das wirklich sein letzter Bond Film ist wage ich zu bezweifeln. Mal sehen... bin auf jeden Fall schon gehyped auf Bond 25
 
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