#Zuhausebleiben: Lieblingsserien of all time

23. März 2020, Christian Mester

Freigestellt, zum Home Office verdonnert oder vielleicht auch in Quarantäne? Fraglos die beste Gelegenheit, die vielen freien Stunden zum Nachholen von Serien zu verwenden. Nur welche? Eine Serie allein dauert ja schon 50-100 Stunden, und schaut man sich mal bei Netflix, Prime, Sky und in Kürze Disney+ um, wird man mit der möglichen Auswahl schier erschlagen. Vielleicht kann ich mit meinen absoluten Serienfavoriten ein bisschen helfen – das hier sind meine ausgewählten Favoriten.

Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI
Worum geht’s? Zwei FBI Agenten ermitteln gegen eine Alien-Verschwörung – und allerlei Monster.
Warum sehenswert? Davon ab, dass die Chemie zwischen „ich glaub alles was irgendwie übernatürlich erscheint“ Mulder und „ich glaub erstmal gar nichts weil Science“ Scully sensationell ist, spricht die Serie vor allem Horrorfans an. Vampire, Monster, Geister, Kreaturen, tödliche K.I., Werwölfe, Zombies – schier alles kommt vor, immer gut gemacht und – im Gegensatz zu Buffy und Konsorten – in der Regel ernst erzählt. Zusammengekittet wird alles durch eine epische „Aliens sind unter uns“ Verschwörung, die sich alle paar Folgen langsam immer weiter aufstachelt
Was schauen? Die Akte ist lang, insgesamt gibt es 11 Staffeln und 2 Kinofilme. Davon muss man aber nicht alles kennen, da die Serie gegen Ende hin ziemlich abbaut. Man schaut die ersten 5 Staffeln, dann den ersten Kinofilm, dann die Staffeln 6+7. Den Rest kann man sich sparen, insbesondere die Staffeln 10 und 11.

Worum geht’s? Eine Passagiermaschine stürzt auf einer Insel mitten im Nirgendwo ab. Klingt erstmal recht gewöhnlich, bis ein Rauchmonster auftaucht und eine seltsame Luke gefunden wird.
Warum sehenswert? Lost war in den 2000ern DIE Serie, die weltweit geschaut wurde. Alle fieberten mit, was es mit den vielen Geheimnissen der Insel auf sich hat, während Rückblicke die Vergangenheiten der Figuren zeigen. Zwar waren einige der gelieferten Antworten am Ende alles andere als zufriedenstellend (Stichwort Zeitreise), doch Lost brillierte insgeheim eh mit was anderem – einer sensationellen Besetzung, unvergesslichen Charakteren und dementsprechend starken emotionalen Momenten.
Was schauen? Lost hat 6 Staffeln, von denen die ersten drei sensationell sind.

The Wire
Worum geht’s? Polizeiarbeit in Baltimore.
Warum sehenswert? CSI, Navy CIS, Bones, Kommissar Rex… Copserien gibt es fraglos bis zum geht nicht mehr, und wieso sollte man dann ausgerechnet dieser eine Chance geben? The Wire hingegen setzt auf hohen Realismusgrad, was auf den ersten Blick erstmal abstoßen mag. Vieles wirkt „unfilmisch“ und im O-Ton müssen selbst versierte O-Tongucker genau hinhören, um mit den teils schwierigen Akzenten zurechtzukommen. Die Charakterarbeit ist jedoch bemerkenswert, und schnell zieht diese Ungewöhnlichkeit in den Bann, bis man den ganzen Rest einfach durchsuchten muss. Zu bemerken sei auch, dass Idris Elba aus „Hobbs & Shaw“ und der Serie „Luther“ hier ans Licht der Welt trat, als gefürchteter Gangsterboss.
Was schauen? Zumindest die ersten beiden Staffeln, besser alle 5.

Breaking Bad
Worum geht’s? Ein totkranker Chemielehrer verdient sich was als Drogenkoch dazu – und startet damit eine „Scarface“ artige Karriere.
Warum sehenswert? Kaum eine Serie wurde so sehr gehyped wie Breaking Bad, und das überschwängliche Lob ist absolut gerechtfertigt. Die ersten paar Folgen mögen relativ schleppend sein, aber dann geht’s ab wie Schmitz‘ Katze – und das bis zum Serienende in Staffel 5. Keine andere Serie konnte mit so einer bombastischen Mischung aus grandiosem Schauspiel, genialer Regie und zahlreichen Woah-Momenten auffahren.
Was schauen? Alles, und am besten auch noch den Epilogfilm „El Camino“ und die Spin-off Serie „Better Call Saul“ (nicht genial, aber mindestens sehr gut) anhängen.

Raumschiff Enterprise (Remastered)
Worum geht’s? Captain Kirk und seine tollkühne Crew (u.a. Spock und Pille) brechen auf, fantastische neue Welten zu entdecken.
Warum sehenswert? Alt? Ok, die Serie ist aus den 60ern und damit relativ altbacken, doch in der Remastered-Version ist die Bildqualität auf heutigem Niveau – wirklich. Davon abgesehen, dass man „Star Trek“ eh kennen sollte, weil es neben „Star Wars“ der größte Science-Fiction Franchise überhaupt ist, überzeugt die alte Serie durch drei ikonische Hauptfiguren, sowie einer interessanten Zusammenstellung von theatralischer Action Marke Erroll Flynn, pulpiger Sci-Fi und jeder Menge Fokus auf Wissenschaft und Progressivität. Die Serie wird gern als trashiger Kitsch abgetan, weil Sets und Kostüme oft krude aussehen, aber auch inhaltlich hat sie einiges zu bieten. Am Ende wird man traurig sein, dass es nur drei Staffeln gibt, aber gleichzeitig auch froh darum, dass sie nicht mit unsinniger Dehnung verfettet worden ist.
Was schauen? Alle drei Staffeln, sowie die Filme „Der Film“, „Der Zorn des Khan“ und „Zurück in die Gegenwart“. Bei mehr Interesse mit „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“ (mit Picard, Data und Riker) weiter machen.

Band of Brothers
Worum geht’s? Wir folgen einer amerikanischen Soldateneinheit im Zweiten Weltkrieg vom Trainingscamp bis hin zum Ende des Krieges – produziert von Steven Spielberg und Tom Hanks.
Warum sehenswert? Spielberg hat viele Serien produziert und davon waren fraglos viele Murks (hallo „Taken“), aber hier war eher enger involviert denn je. Folglich ist die Serie auf dem Niveau von „Der Soldat James Ryan“, und das mit einer Ausstattung und Effekten, wie man sie zuvor nur im Kino sehen konnte. Eine ungemein packende Handlung schnürt die Schwadron Folge für Folge mehr zusammen und vermittelt ungemein gut, wie schrecklich der Feldzug damals gewesen sein muss.
Was schauen? Alle 10 Folgen, und dann noch die 10 der Folgeserie „The Pacific“. Da geht es zwar um völlig andere Soldaten an einem anderen Schauplatz, ist aber vergleichbar gut geworden.

Scrubs
Worum geht’s? Ein schusseliger Doktoranwärter arbeitet in einem Krankenhaus voller skurriler Charaktere.
Warum sehenswert? Ich hatte erst überlegt, ob ich „Arrested Development“, „Community“, „Parks and Recreation“ oder „Scrubs“ aufführe, weil alle vier durch und durch äußerst einfallsreiche und top besetzte Comedyserien sind, aber von allen ist „Scrubs“ fraglos die kurzweiligste und sympathischste.
Was schauen? Es gibt zwar 9 Staffeln, aber die letzte war eigentlich ein Spin-off namens „Scrubs: Med School“, in dem die alten Charaktere nur als Mentoren auftauchen. Tatsächlich endet die Serie mit Staffel 8, mit einem reichlich bewegenden Finale.

Weitere Kandidaten für diese Liste, die es zu keinen Volltexten mehr geschafft haben: „The SHIELD: Gesetz der Gewalt“, „Eine schrecklich nette Familie“, „Der Prinz von Bel Air“, „Game of Thrones“, „Dexter“, „The Big Bang Theory“ (die ersten ~5 Staffeln), „Friends“, „South Park“, „Family Guy“, „Person of Interest“, „Firefly“, „Mad Men“, „24“, „How I Met Your Mother“, „The King of Queens“ und „Rick & Morty“

Nicht gesehen: „Peaky Blinders“, „Boardwalk Empire“, „MASH“, „Cheers“, „Dr House“, „Sherlock“, „Downton Abbey“, „Twin Peaks“ (S3), „The Americans“, „The West Wing“

Anderer Meinung? Teilt uns mit, was eure Lieblingsserien sind!

Autor: Christian Mester

Dieser Filmenthusiast (*1982) liebt es, manchmal auch mit Blödsinn, Leute für Filme zu begeistern. Hat BG im Jahr 2004 gegründet und ist dann für Pressevorstellungen, Interviews und Premieren viel rumgereist, hat als Redakteur u.a. für GameStar geschrieben, war dann mal Projektleiter in einer Werbeagentur mit Schwerpunkt dt, Kinostarts und - schaut gerad vermutlich schon wieder was.

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