BG Kritik: „Alien – Die Wiedergeburt“ (Alien 4)

4. Januar 2019, Christian Mester

© 20th Century Fox

Alien: Resurrection (1997)
Regie: Jean-Pierre Jeneut
Cast: Sigourney Weaver, Ron Perlman

Story:
Um das Alien für militärische Zwecke zu nutzen, wird Ellen Ripley auf einem Raumschiff aus einem Tropfen Blut geklont. Noch bevor sie aufwacht, wird das Ei der Alienkönigin aus ihr heraus geschnitten und man beginnt, mit wahllosen Opfern erste Aliens zu züchten.
Gleichzeitig interessieren sich die Wissenschaftler für Ripley selbst, denn durch den Klonprozess vermischten sich Gene der Königin mit der ihren, wodurch sie nun säurehaltiges Blut hat und sich zu den unheimlichen Wesen hingezogen fühlt. Als eine Gruppe neuer potentieller Opfer eintrifft und sich wehrt, schlägt sich Ripley auf ihre Seite…

© 20th Century Fox

Kritik:
Von Alien: Resurrection als Meisterwerk zu sprechen, wäre ein weiter Sprung, der einfach nicht der Wahrheit entspräche. Obwohl der nunmehr vierte Teil der Saga ein paar Neuheiten miteinbringt, fehlt es ihm an anderen Stellen an Qualitäten.

Weaver ist mal wieder so gut wie immer, auch wenn man sich klar machen muss, das sie dieses Mal einen völlig neuen Charakter spielt. Ripley Nr 8 ist
hier nur ein Klon, eine Art Mutant mit Superkräften, worauf zum Glück nicht weiter eingegangen wird. Vielmehr nutzt Jeneaut die psychische Verbindung
als Anhaltspunkt, die das Schicksal zwischen Alien und ihr noch weiter fortschreiten lässt. Weil es aber nur ein Klon ist, fällt es über Strecken schwer, mit ihr mitzufiebern, zumal teilweise unklar ist, auf welcher Seite sie steht.

Der Rest der Mannschaft ist mit Winona Ryder, Brad Dourif und Ron Pearlman prominent besetzt, auch wenn Ryder definitiv als schwächstes Glied auffällt. Dennoch ist die Crew von Alien 4 um einiges interessanter als die aus Teil 3, was ebenso wie die großartigen Sets und Effekte gut ankommt. Abstriche gibt es aber einige, weil Jeunet in seiner Regie zu hell arbeitet und dadurch im Schiff niemals die Atmosphäre der Vorgänger aufkommt. Die Aliens selbst erscheinen auch nie wirklich gruselig, auch wenn sie – hier das erste Mal computeranimiert – gut aussehen und mit ihrer Szene unter Wasser für Aha-Momente sorgen. War Alien 3 noch sehr eintönig, gibt es im vierten dafür einiges mehr an optischer Abwechslung, wo auch die Aliens selbst zu beitragen. Obwohl im Film wieder eine Königin vorkommt, ist diese nur dafür da, einem Alien-Mensch Hybriden die Bühne zu übergeben. Was als nächster logischer Schritt sicher war, funktioniert im Film leider wegen einer Kleinigkeit nicht so wirklich: das Neugeborene ist vom Design her ziemlich misslungen und wirkt einfach nur bizarr, nicht unheimlich oder faszinierend wie das Alien selbst.

Andererseits ist Alien 4 ziemlich gut im Tempo und wird nicht eine Minute langweilig, was für hohen Wiederschaubarkeitswert spricht. Insgesamt lässt der vierte Teil zwar in einigen Belangen zu Wünschen übrig, zumal es mit ein wenig weniger Licht und der echten Ripley besser gewesen wäre, aber dennoch lässt sich nicht abstreiten, das auch Alien 4 zu den besten Kollegen seines Fachs gehört.

Fazit:
Das Quasi-Spin-off mit dem Ripley Klon hat weder dieselbe Atmosphäre, noch die Regie-Qualitäten der Vorgänger, kann sich aber als durch und durch unterhaltsamer Sci-Fi Actioner behaupten.

7/10

Autor: Christian Mester

Dieser Filmenthusiast (*1982) liebt es, manchmal auch mit Blödsinn, Leute für Filme zu begeistern. Hat BG im Jahr 2004 gegründet und ist dann für Pressevorstellungen, Interviews und Premieren viel rumgereist, hat als Redakteur u.a. für GameStar geschrieben, war dann mal Projektleiter in einer Werbeagentur mit Schwerpunkt dt, Kinostarts und - schaut gerad vermutlich schon wieder was.

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