Fast gemachte Filme: „Gladiator 2“

25. November 2020, Christian Mester

In Hollywood werden immer neue Filme geplant, doch nur die wenigsten davon kommen je ins Kino. Wir werfen einen kleinen Blick auf ein paar der auffälligsten Titel, die es aus verschiedensten Gründen (bisher) leider nicht geschafft haben. Heute: „Gladiator“… Teil 2.

© Universal Pictures

„Gladiator“ mit Russell Crowe als rächerischer Ex-Legionär Maximus war natürlich einer der größten Filme des Jahres 2000. Unvergessen ist die mitreißende Geschichte des römischen Feldherren, der vom neuen Kaiser Commodus hintergangen wird, in Sklaverei gerät und sich dann als Gladiator in blutigen Arenaschlachten behauptet. Ein Meisterwerk, sensationell inszeniert von Ridley Scott und episch vertont von Hans Zimmer.

Ebenso unvergessen dürfte dann jedoch auch sein, dass Maximus bei aller Heroik am Ende des Films tragisch stirbt. Zwar kann er dem miesen Commodus noch den Garaus machen, verblutet dann jedoch am Ende und kann sich endlich dem ewigen Frieden hingeben.

Diesen wollte ihm Scott jedoch nicht gewähren, denn schon kurz nach Erscheinen des Films überlegte er, wie er die Geschichte fortsetzen könnte – mit Crowe als Maximus. Der war tatsächlich auch interessiert, die Sandalen wieder anzuziehen, also überlegten einige Produzenten und Drehbuchautoren des ersten Films zusammen verschiedene denkbare Szenarien. Eine Idee war ein Prequel über Maximus‘ Schlachtenerfogle, eine andere eine direkte Fortsetzung mit Lucius, dem mittlerweile erwachsen gewordenen Sohn der Schwester von Commodus‘ als neue Hauptfigur, der sich, wie es auch im ersten Film angedeutet worden war, als Sohn von Maximus herausstellen sollte; weiterhin zog man einen zweigeteilten Film a la „Der Pate 2“ in Erwägung, der sowohl Vorgeschichte als auch Fortsetzung hätte sein können.

Dann gab es plötzlich einen großen Kurswechsel, denn Crowe und Scott übergaben das Projekt an Indie-Musikerlegende Nick Cave. Der schrieb ein Script, in dem Maximus und sein Sohn von Göttern wieder zum Leben erweckt worden wäre. Zusammen wären sie dann gegen den oben genannten Lucius angetreten, und kurioserweise hätte der Film mit einer ähnlichen Sequenz wie der Eröffnungsszene aus „X-Men Origins: Wolverine“ geendet: Maximus wäre unsterblich geworden und hätte in einer gewaltigen Montage in verschiedensten Kriegen mitgekämpft (weitere Infos in der BG Drehbuchkritik). DreamWorks und Universal hielten jedoch nichts von dem schrägen Konzept und ließen das Ding irgendwann vergessen. Damit schien Maximus‘ Schwert ein für alle Mal im Sande zu verstauben.

Bis es vor rund 2 Jahren wieder neu poliert wurde – vom anderen Studio Paramount Pictures. Die sicherten sich die Rechte an „Gladiator“ als Filmreihe und engagierten einen namhaften Drehbuchautor für einen neuen Film: Peter Craig („The Batman“, „Bad Boys 3“, „The Town“, „Blood Father“, „Top Gun 2“, „Hunger Games 3+4“) werkelt seitdem an einem neuen Drehbuch. Ridley Scott ist sogar noch immer für die Regie vorgesehen, allerdings hat man nichts mehr über Russell Crowes Beteiligung gehört.

Bleibt also abzuwarten, ob es mehr als 20 Jahre nach dem ersten Film doch noch mal weitergehen mag.

 

Autor: Christian Mester

Dieser Filmenthusiast (*1982) liebt es, manchmal auch mit Blödsinn, Leute für Filme zu begeistern. Hat BG im Jahr 2004 gegründet und ist dann für Pressevorstellungen, Interviews und Premieren viel rumgereist, hat als Redakteur u.a. für GameStar geschrieben, war dann mal Projektleiter in einer Werbeagentur mit Schwerpunkt dt, Kinostarts und - schaut gerad vermutlich schon wieder was.

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