Fast gemachte Filme: „Independence Day 3“

5. September 2020, Christian Mester

In Hollywood werden immer neue Filme geplant, doch nur die wenigsten davon kommen je ins Kino. Wir werfen einen kleinen Blick auf ein paar der auffälligsten Titel, die es aus verschiedensten Gründen (bisher) leider nicht geschafft haben. Heute: ein dritter „Independence Day“.

© 20th Century Fox

Als Roland Emmerichs Alieninvasions-Blockbuster „Independence Day“ 1996 wie eine Alieninvasion einschlug, wurde im Anschluss jahrelang lang gewitzelt und gerätselt, wie wohl eine Fortsetzung aussehen könnte. Ob sie wohl wiederkommen mögen? Ob wohl eine andere Spezies angreifen könnte? Die Antwort kam dann sogar noch, genau 20 Jahre später im Jahr 2016 unter dem sperrigen Titel „Independence Day – Wiederkehr“, wieder von Roland Emmerich und mit jeder Menge Rückkehrern, darunter Jeff Goldblum.

Der Film konnte den Megaerfolg des ersten jedoch nicht wiederholen. Einer der wohl größten Gründe: Will Smith wollte nicht mehr beteiligt sein und und wählte stattdessen „Suicide Squad“. War wohl rückblickend die bessere Entscheidung, denn ID4-2 spielt okaye 400 Mio Dollar ein – das Batman Spin-off mit dem Fresh Prince jedoch fast 800. Der zweitgrößte Grund war aber wohl Emmerich selbst, der eigentlich keine Lust auf den Film gehabt hatte und ihn nur widerwillig anging. Seine bis dahin letzten Filme „Stonewall“, „White House Down“ und „Anonymous“ waren alle eher schlecht gelaufen, weswegen er einen neuen Hit nötig hatte.

Immerhin hatten sie illustre Pläne für gleich zwei neue Filme, weswegen der zweite Teil mit einem sehr offenen Ende endet. Kurzer Rückblick: im Film finden die Menschen neben neuen Angreifern der alten Spezies auch noch eine friedliche zweite in komischer Kugelform, die mitteilt, dass es noch wesentlich mehr von den bösen Aliens gibt und sie vermutlich immer wieder zurückkehren werden. Also sollte sich der komplette dritte Film damit auseinandersetzen, wie die Menschen mit der neu erbeuteten Alientechnologie ins All reisen, die Tentakelglibberaliens proaktiv jagen und ein für alle Mal vernichten. Tatsächlich war Emmerich sogar wesentlich mehr am dritten Teil interessiert und konnte es kaum erwarten, diesen machen zu dürfen.

Wieso er nicht kam? Nun, der erste Teil spielte in den 90ern fast eine Milliarde ein, doch der zweite konnte nur ein Drittel schaffen. Das ergab zwar trotz allem keinen Flop, jedoch hatte man sich wesentlich mehr vorgestellt. Auch hatte man sich wohl naiverweise erhofft, dass die jungen neuen Gesichter, also Maika Monroe aus „It Follows“ und Jesse T. Usher ebenso beliebt werden könnten wie Will Smith und Jeff Goldblum damals – dem war aber nicht so.

Ob der Film noch kommen könnte? Die Übernahme von 20th Century Fox durch die Disney Studios haben die Sachen sicherlich noch erschwert, allerdings ist „Independence Day“ als Marke immer noch ungemein bekannt und beliebt. Die Tatsache, dass sie jetzt sogar „Tron 3“ machen, obwohl „Tron Legacy“ rund 10 Jahre her ist und keiner mehr an mehr geglaubt hat, wäre auch ein Indiz dafür, dass noch mehr kommen könnte. Wenn man es sogar hinkriegen könnte, Will Smith irgendwie wieder zu gewinnen – sein Charakter soll zwischen den beiden Filmen gestorben sein – wäre es eventuell noch mal genug Push, um einen dritten attraktiv zu machen, und sei es nur als Streamingveröffentlichung. Emmerichs neuester Film „Midway – Für die Freiheit“ lief auch eher schlecht als recht, was eine Rückkehr zu alten Erfolgen möglicher macht.

Autor: Christian Mester

Dieser Filmenthusiast (*1982) liebt es, manchmal auch mit Blödsinn, Leute für Filme zu begeistern. Hat BG im Jahr 2004 gegründet und ist dann für Pressevorstellungen, Interviews und Premieren viel rumgereist, hat als Redakteur u.a. für GameStar geschrieben, war dann mal Projektleiter in einer Werbeagentur mit Schwerpunkt dt, Kinostarts und - schaut gerad vermutlich schon wieder was.

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