Fast gemachte Filme: „Hellraiser vs Halloween“

19. August 2020, Christian Mester

In Hollywood werden immer neue Filme geplant, doch nur die wenigsten davon kommen je ins Kino. Wir werfen einen kleinen Blick auf ein paar der auffälligsten Titel, die es aus verschiedensten Gründen (bisher) leider nicht geschafft haben. Heute: die infernalen Zenobiten aus Clive Barkers „Hellraiser“ Saga sollten tatsächlich mal auf Bleichgesicht Michael Myers treffen, in einem Crossover namens „Hell-oween“.

© Universal Pictures

Kleine Zeitreise: Wir schreiben das Jahr 2003 und „Freddy vs Jason“, der „A Nightmare on Elm Street vs Freitag der 13te“ Film, läuft nach vielen Jahren der Planung endlich an. Tatsächlich war das Treffen der beiden schon zehn Jahre (!) zuvor in „Freitag der 13te Teil 9: Jason Goes to Hell – Die Endabrechnung“ angekündigt worden, da Jasons Maske am Ende von Freddys Klauenhand in die Erde gezogen wird. Jedenfalls überrascht das Ergebnis alle Erwartungen und wird mit einem Einspiel von über 110 Millionen Dollar richtig, richtig erfolgreich. Erfolge lassen überall die Nachahmerglocken klingeln, also wühlten plötzlich alle überall nach ähnlich machbaren Vs Titeln. Versucht wurde beispielsweise, ein „Chucky vs Leprechaun“ zu realisieren, was aber nicht fruchtete. Überhaupt sind Vs Titel immer ungemein schwierig, wenn die Rechte bei unterschiedlichen Leuten oder Studios liegen – dann kann man sich in der Regel nie auf Gehälter, Darsteller, Gewinnbeteiligungen und Storyelemente einigen (der allererste Vs Film dürfte übrigens „Frankenstein trifft den Wolfsmenschen“ aus dem Jahr 1943 gewesen sein).

Damals aber gehörten dem kleinen Studio Dimension Films die Rechte an beiden Filmfranchises, also war die größte interne Hürde schon mal geschafft. Tatsächlich wurde es richtig heiß, denn dabei gewesen wären angeblich Pinhead Darsteller Doug Bradley, „Halloween“ Regisseur John Carpenter und „Hellraiser“ Autor Clive Barker als Drehbuchautor. Wieso das Ding aber letzten Endes nicht kam?

Die Akkad Familie, die den „Halloween“ Franchise besitzt, sah einfach keinen langfristigen Wert in einem spektakulären Vs Film. Obwohl mit „Halloween Resurrection“ mit Busta Rhymes gerade der letzte Film der ersten Reihe angelaufen und diese damit erledigt war, u.a. eben wegen Busta Rhymes, wollte man lieber von 0 anfangen und eine neue Reihe beginnen. Die erste hatte es auf immerhin 8 Filme geschafft, was man auch in Zukunft so sehen wollte. 2006 kündigte man daher an, dass Rob Zombie einen Reboot starten würde.

Der „Hellraiser“ Filmreihe hätte das Crossover vermutlich finanziell und popkulturell gut getan (auch wenn der knallige MTV-Stil des „Freddy vs Jason“ Films sowohl Carpenter als auch Barker extrem missfallen hätte). Von den heute 10 Filmen starteten nur die ersten vier im Kino, und nur die ersten drei waren wirklich erfolgreich, wobei die Sadismus-/Höllen-/Lack- und Leder-Thematiken natürlich ohnehin nie so beliebt hätten werden können wie die kommerziellere „Halloween“ Reihe.

Autor: Christian Mester

Dieser Filmenthusiast (*1982) liebt es, manchmal auch mit Blödsinn, Leute für Filme zu begeistern. Hat BG im Jahr 2004 gegründet und ist dann für Pressevorstellungen, Interviews und Premieren viel rumgereist, hat als Redakteur u.a. für GameStar geschrieben, war dann mal Projektleiter in einer Werbeagentur mit Schwerpunkt dt, Kinostarts und - schaut gerad vermutlich schon wieder was.

Um an dieser Diskussion teilzunehmen, registriere dich bitte im Forum:
Zur Registrierung