Moonlight Regisseur und Leonardo DiCaprio wollen Gorillas retten

24. Juni 2020, Christian Westhus

Barry Jenkins und Leonardo DiCaprio schließen sich mit Netflix zusammen, um die oscarprämierte Doku VIRUNGA (2014) als Spielfilm zu adaptieren.

Nach seinem Durchbruchfilm und Megaerfolg MOONLIGHT (2016), oscarprämiert als bester Film und bis heute als einer der besten Filme der 2000er im Gespräch, konnte sich Regisseur Barry Jenkins sein nächstes Projekt quasi frei auswählen. Er entschied sich für die James Baldwin Romanadaption BEALE STREET (2018) – ebenfalls ein gefeierter Erfolg. Nun schließt sich Jenkins mit Hollywoodstar Leonardo DiCaprio und Netflix zusammen, um die Dokumentation VIRUNGA in einen Spielfilm zu verwandeln, wie Deadline berichtet.

DiCaprio fungierte als ausführender Produzent der Doku von Ex-Skater/Filmemacher Orlando van Einsiedel, die von Netflix vertrieben wurde als eine der besten Dokumentation der letzten Jahre gilt. VIRUNGA wirft einen Blick in den gleichnamigen Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo. In diesem UNESCO Weltkulturerbe leben die letzten Berggorillas der Welt. Sie werden von bewaffneten Rangern geschützt, denn die Region ist reich an Bodenschätzen und insbesondere aufgrund potentieller Ölvorkommen ein Ziel gieriger Gruppen und Konzerne.

Jenkins soll die Geschichte als Drehbuchautor adaptieren und Regie führen, mit DiCaprios Appian Way Produktionsstudio als Produzent an der Seite von Netflix. Van Einsiedel, Regisseur der Doku, ist als ausführender Produzent mit an Bord. VIRUNGA soll kommen, wenn Jenkins mit seiner Serienadaption des gefeierten Bestsellers THE UNDERGROUND RAILROAD für Amazon fertig ist.

Quelle

Diese Ankündigung ist zunächst mal ein guter Grund, sich die Dokumentation selbst anzusehen. Diese steht dauerhaft bei Netflix zur Verfügung. Das führt aber auch zur Frage: braucht es eine Spielfilmadaption, wenn es doch eine gefeierte Dokumentation gibt? Warum etwas „fiktionalisieren“, wenn es doch die „realen“ Eindrücke der Doku gibt? Doch Barry Jenkins ist nach seinen bisherigen Filmen ein zu spannender Regisseur und Geschichtenerzähler, um dieses Vorhaben so schnell unter den Teppich zu kehren. Bestenfalls entsteht durch Doku und Kinofilm eine noch intensivere Synergie. Oder etwa nicht? Ist ein Kinofilm vielleicht sogar besser? Hast du die Dokumentation schon gesehen? Teil’s uns mit…

Autor: Christian Westhus

Ein echter Ostwestfale. Gebürtig aus einer kleinen Doppelstadt, die niemand kennt, studierte Literatur in einer Stadt, die es angeblich nicht gibt (Bielefeld). Arbeitet seit 2006 für BereitsGesehen, schreibt Kritiken und Kolumnen, gehört zum Podcast Team und ist einmal im Monat beim KultKino in Lippstadt zu sehen.

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