Gerücht: Bald weniger 4K-Blu-rays verfügbar?

12. August 2020, Christian Mester

Noch ist es nicht offiziell, aber es gibt wahrscheinlich klingende Gerüchte, die Heimkinofans ein wenig bibbern lassen könnten. Und zwar berichtet das Magazin TheDigitalBits, dass Disney die Zukunft der 4K-Blu-rays einschränken könnte. Wie es heißt, wolle man den 4K Disc-Markt demnächst wahrscheinlich auf die eigenen neuen Kinofilme, sowie auf „Star Wars“, „Marvel“ und „Pixar“ Titel reduzieren. 4K-Versionen älterer Filme sollen weiterhin kommen, aber nur noch als Stream und Download erhältlich sein. Bedenklich ist das, da mittlerweile ja auch 20th Century Fox mit zu Disney gehört und darunter Titel wie „Stirb Langsam“ und „Alien“ fallen.

© Disney

Was für dieses Gerücht spricht, ist die Tatsache, dass es Disney in vielerlei Hinsicht zu Gute käme.

1) Disney+ als Streamingsender wird nochmal attraktiver, wenn es ausschließlich dort 4K Veröffentlichungen beliebter Titel gibt.

2) Schon in der Vergangenheit gab es oft limitierte Veröffentlichungen der großen Zeichentrickfilme auf DVD und Blu-ray – bewusst in begrenzter Menge gehalten, um die Titel bei weiteren Neuerscheinungen attraktiver zu gestalten.

3) Im Vergleich zu Netflix gibt es bei Disney+ aktuell relativ wenige Eigenproduktionen, und „The Mandalorian“ und die Marvel Serien werden nicht ausreichen, um Publikum dauerhaft zu halten.

4) Disney neigt oft dazu, finanzielle Erfolge vorzeitig zu beenden, noch ehe es überhaupt groß zum Abstieg kommen kann – Beispiel: Disney Infinity. Da der Disc-Markt immer weniger Anklang findet und immer mehr Leuten Streaming genügt, könnte das dazu passen.

Allerdings gibt es auch Punkte, die gegen ein solches Vorgehen sprechen:

1) Disney+ ist aktuell auf Familienprogramm ausgerichtet. Titel wie „Alien – Die Wiedergeburt“ sucht man da vergebens. Denkbar wäre es, dass das Fox Programm für ältere als zusätzlich bestellbarer Channel angeboten werden wird, wie bei Prime, oder es wird gar ein separater Streamingdienst nur mit Fox Inhalten. Dafür könnten dann auch andere Regeln gelten.

2) Sammler geben gern und gern viel Geld für tolle Editionen aus; schon allein deswegen bleiben Veröffentlichungen von zeitlosen Klassikern wie „Stirb Langsam“ rentabel.

3) Gerade in den USA haben noch nicht genügend Haushalte derart schnelles Internet, das für 4K- oder 8K-Streams dauerhaft ausreicht.

+) Möglich wäre es überdies, dass Disney kein Interesse an 4K Veröffentlichungen von Filmen wie „Aliens vs Predator: Requiem“ hat… aber es einem anderen Verleih erlaubt, der diese Titel dann einfach lizensiert.

Die ganz große Überraschung ist das sicherlich nicht, da sich ein Schrumpfen des Disc-Angebots jetzt schon in diversen Großmärkten abzeichnet, allerdings dürfte das allgemeine Interesse an physischen Medien noch immer irgendwie existieren und halten – der Musikmarkt hat es ja auch noch überlebt, obwohl der Fokus mittlerweile wesentlich stärker auf Spotify, Online-Radiosender und Youtube liegt. Die Zeit wird es zeigen.

Quelle

Autor: Christian Mester

Dieser Filmenthusiast (*1982) liebt es, manchmal auch mit Blödsinn, Leute für Filme zu begeistern. Hat BG im Jahr 2004 gegründet und ist dann für Pressevorstellungen, Interviews und Premieren viel rumgereist, hat als Redakteur u.a. für GameStar geschrieben, war dann mal Projektleiter in einer Werbeagentur mit Schwerpunkt dt, Kinostarts und - schaut gerad vermutlich schon wieder was.

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