„Godzilla vs. Kong“ Regisseur dreht „ThunderCats“ Film

2. April 2021, Christian Westhus

© Warner Bros. Television / Pidax Film

Thundercats, ho! Regisseur Adam Wingard nutzt die Gunst der Stunde. Sein „Godzilla vs. Kong“ ist auf bestem Wege, der erfolgreichste Kinofilm der Pandemie-Ära zu werden (größtenteils dank China), was natürlich auch die Bosse bei Warner Bros. erfreut. Eigentlich hat Wingard bereits das faszinierend-seltsame Vorhaben ins Auge gefasst, eine späte Fortsetzung zu „Face/Off: Im Körper des Feindes“ zu drehen, vielleicht sogar mit John Travolta und Nicolas Cage vor der Kamera, doch nun sichert sich der Filmemacher das nächste Projekt bei Warner: ThunderCats!

Warner besitzt die Rechte an der 80er Action-Fantasy-Kultserie seit einigen Jahren. Ein erstes Adaptionsprojekt scheiterte damals, als – das verkannte Meisterwerk – „Speed Racer“ unverdient an den Kinokassen floppte. Inzwischen sind Transformers, die Ninja Turtles und G.I. Joe bereits den Weg der großen Kinoverfilmung gegangen, mit letzterem kurz vor dem ersten Reboot bzw. Spin-Off. Ein „ThunderCats“ Script von David Coggeshall lag seit einer Weile ungenutzt beim Filmstudio herum. Nun will es Wingard mit seinem Kollegen Simon Barrett überarbeiten und dann inszenieren. Der „Death Note“ (die Netflix-Version) Regisseur spricht von der reichhaltigen Mythologie der Serie und beschreibt sich mit den Worten, „Nobody on this planet knows or has thought as much about ‘ThunderCats’ as I have.“ [„Niemand auf diesem Planeten weiß so viel oder hat so viel über ‚ThunderCats‘ nachgedacht wie ich.“] Und der Clou? Wingard will den klassischen 80er Look beibehalten, keine Updates oder Neuerungen einbauen und offenbar auch nicht den Weg von z.B. Turtles (oder „Cats“?) gehen. Gesprochen wird von einem stilistischen Hybriden zwischen CGI und traditioneller Animation.

Die amerikanische Originalserie, eine Rankin/Bass Produktion, ging im Januar 1985 (in Deutschland übrigens erst 1991!) erstmalig auf Sendung, brachte es auf vier Staffeln mit insgesamt 130 Episoden. 2011 gab es einen kurzlebigen Reboot und 2020 eine grunderneuerte und deutlich stärker humororientierte (daher teils kontrovers aufgefasste) Cartoon Network Version namens „ThunderCats: Roar“. Die Geschichte von „ThunderCats“ führt den Zuschauer in die Welt von Thundera, dem Heimatplaneten katzenähnlicher humanoider Kreaturen. Als Thundera dem Untergang geweiht ist, müssen Leo/Lion-O und seine Familie ihre Heimat verlassen und lassen sich auf der Dritten Erde nieder. Doch der finstere Mumion/Mumm-Ra und seine Mutanten-Gefolgschaft sind ihnen auf den Fersen. Wie bei so vielen 80er Jahre Cartoons ist der tatsächliche inhaltliche Gehalt streitbar, doch gewisse Designelemente und insbesondere das Sounddesign lösen selbst bei Nostalgie-Skeptikern (wie diesem Autor) bis heute Pawlow’sche Reaktionen aus. Darauf scheint auch Wingard abzielen zu wollen.

Quellen:
Deadline.com
Deadline.com (Interview)

Sind wir bereit für einen „ThunderCats“ Film? Trotz oder gerade wegen „Cats“ 2019? Was ist zudem von dem Hybridvorhaben aus CGI und traditioneller Animation zu halten? Und überhaupt: wo bleibt der verdammte „Saber Rider“ Film?! (Zur Forumsdiskussion)

Autor: Christian Westhus

Ein echter Ostwestfale. Gebürtig aus einer kleinen Doppelstadt, die niemand kennt, studierte Literatur in einer Stadt, die es angeblich nicht gibt (Bielefeld). Arbeitet seit 2006 für BereitsGesehen, schreibt Kritiken und Kolumnen, gehört zum Podcast Team und ist einmal im Monat beim KultKino in Lippstadt zu sehen.

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